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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Spannend: Alte und Neuere Meister bei Van Ham in Köln

Audienz bei Wein und schönen Mädchen



Ignaz Günther, Heiliger Elisäus, um 1760/70

Ignaz Günther, Heiliger Elisäus, um 1760/70

Fünfzig Jahre Auktionshaus Van Ham wurden im Mai ausgiebig gefeiert mit einer beachtlichen Versteigerung Alter und Neuerer Meister, mit spannenden Bietschlachten und einigen exzeptionellen Zuschlägen. So zeigte sich Markus Eisenbeis, Inhaber des Kölner Versteigerers, mit der losbezogenen Zuschlagsquote von gut 50 Prozent, mit dem Nachverkauf von gut 60 Prozent, im momentanen wirtschaftlichen Umfeld sehr zufrieden. Erster großer Gratulant war der heilige Elisäus, wie ihn der bedeutende süddeutsche Rokokobildhauer Ignaz Günther in einer lebensgroßen Büste um 1760/70 als lesenden Weisen dargestellt hat. 95.000 Euro übertrafen den hohen Schätzpreis noch einmal um 10.000 Euro – eine der teuersten Skulpturen alter Meister auf dem deutschen Auktionsmarkt in diesem Frühjahr. Später gesellten sich in der Malerei noch Christus und die zwölf Apostel in drei vermutlich von Hans Schäufelein stammenden Predellentafeln für angemessene 27.000 Euro und sogar das Portrait des Rechtsgelehrten Jacobus Menochius aus der Hand eines unbekannten Deutschen des 17ten Jahrhunderts hinzu. 17.000 Euro honorierten die feine Malweise des Kniestücks (Taxe 5.200 bis 5.500 EUR).


Alte Meister

Doch war dies nicht der einzige Preiskampf, den sich der voll besetzte Saal und die Sammler an den Telefonen lieferten. Kurz darauf ging es heiß her um ein Hirtenidyll, das der Nachfolge des Haarlemer Meisters Guillam Dubois zugewiesen wurde. Auf 1.000 bis 1.200 Euro angesetzt, kamen schließlich 26.000 Euro dabei heraus. 28.000 bis 30.000 Euro waren für Johann Heinrich Schönfelds Kreuztragung veranschlagt, die in einer Reihe mit anderen gleichartigen Darstellungen des bedeutenden süddeutschen Barockmalers seit den Jahren 1636/37 steht. Schönfeld, sonst nicht immer begehrt, wurde hier auf 37.000 Euro durch deutschen Kunsthandel gehoben. Mit 4.000 bis 6.000 Euro erwartungsgemäß zu günstig war eine lavierte Federzeichnung mit der Dreifaltigkeit Giovanni Domenico Tiepolos bewertet, die sich denn auch auf 22.000 Euro aus der Hand eines Pariser Sammlers deutlich verbesserte.

Anton Wilhelm Tischbein, einer der eher weniger bedeutenden Meister jener weitverzweigten hessischen Künstlerfamilie, punktete mit seiner klassizistischen Darstellung von Faun und Nymphe bei 10.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Zwei Aquarelle Jacob Cats’ mit typischen Dorflandschaften samt Vieh legten leicht auf 3.200 Euro zu (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), während Jacob Adriaensz Bellevois’ Schiffe in ruhigem Gewässer vor der holländischen Küste ihre 20.000 bis 22.000 Euro nicht ganz erreichten. Nur 18.000 Euro wurden hier spendiert. Nicht unter den Gratulanten war allerdings zunächst die Venuspriesterin mit Taube, die der Franzose Jacques-François Courtin in ebenso repräsentativen wie abgekühlten Formen klassischer Körper- und Gewandbildung geschaffen hat. Da nutzte auch die Provenienz aus der Sammlung der Zarin Katharina II. nichts. Erst im Nachverkauf grüßte sie von 42.000 Euro herüber (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Neuere Meister

Der eigentliche Höhepunkt lag bei den Neueren Meistern. Versteckt war er allerdings nicht, beanspruchte doch Rudolf Ernsts luxuriöse Orientmalerei „In the Harem“ mit 170.000 bis 180.000 Euro schon im Vorfeld den ersten Platz. Es wurde noch erheblich mehr: 275.000 Euro musste ein türkischer Sammler schließlich aufwenden, um die hartnäckige Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Dabei hatte die Abteilung schon mit einem Paukenschlag begonnen: Der Niederländer Louis Apol, schon des öfteren als wahrer Kassenschlager in Erscheinung getreten, machte seinem Ruf auch diesmal alle Ehre. Seine Impression „Winter im Schlosspark“ schoss von 7.000 bis 8.000 Euro auf 44.000 Euro und wandert in die Heimat des Künstlers zurück. Ein wenig vom Impressionismus geprägt, aber im Wesentlichen doch noch in der romantischen Vedutenmalerei des 19ten Jahrhunderts wurzelnd, ist Adolphe Gaussens Morgendämmerung über dem Hafen von Marseilles, die von 4.800 bis 5.000 Euro auf 18.000 Euro kletterte.

Überhaupt konnten sich die Landschafter nicht beschweren. Louis Gurlitts Blick auf den Nemi-See in den Albaner Bergen aus dem Jahr 1855 brachte es auf stolze 24.000 Euro (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR), die untere Taxe von 17.000 Euro schaffte Charles Leickerts winterliche Szene mit Schlittschuhläufern, Gustav Marx’ etwas arg stimmungsvoller Einblick in den Düsseldorfer Hofgarten stellte bei 16.500 Euro gar einen neuen Auktionsrekord auf (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR), und Johann Gottfried Steffans „Felsmassiv am Walenstädter See“ von 1878 erzitterte bei 20.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Reizvoll ist der Gegensatz zwischen sonnigem Uferfernblick und den im Vordergrund aufragenden Schiffsmasten auf einer Ansicht des Spaniers Francisco Pradilla y Ortiz. In seiner „Las velas latinas en Porto d’Anzio“ hatte er 1896 eine Mittagsruhe im Hafen des süditalienischen Städtchens vor Augen. 50.000 Euro lagen weit über dem Schätzpreis, dem Wert des Bildes aber ganz angemessen. Erhofft sich doch jetzt englischer Kunsthandel einiges mehr (Taxe 30.000 bis 33.000 EUR).

In der Gattung der Stadtlandschaft erreichte ein realistisch aufgefasster Viehmarkt im preußischen Ort Eylau von Johann Arthur Severin Nikutowski 1881 immerhin 44.000 Euro und geht jetzt in eine deutsche Stiftung über (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Friedrich Eibners monumentale Sicht auf den Dom und die Severikirche in Erfurt von 1876 folgte bei 7.800 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR). Komplett abgesetzt wurden die fünf schönen Bilder des Düsseldorfer Carl Hilgers, unter denen ein Eisvergnügen von 1879 im Stil der alten Niederländer nicht zuletzt wegen seiner seltenen Maße von knapp zehn mal rund 65 Zentimeter besonders in Erscheinung trat. Es erreichte 14.000 Euro (Taxe 5.000 bis 5.500 EUR). Auch wenn Alexander Koester keine Enten malt, erfreut er sich einer gewissen Beliebtheit, wie 22.000 Euro für seine Beobachtung einer malenden Schülerin „Am Bodensee“ eindrucksvoll bewiesen (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR). Den besten Wert noch vor Apol aber erreichte der Pariser Impressionist Gustave Loiseau. Seine duftige Ansicht „La maison de Garde Barrière“ war als ein Werk der Frühmoderne ein besonderer Hingucker in dieser Auktion. Trotz seiner Rolle als Außenseiter steigerte ein Luxemburger Privatmann das Bahnwärterhaus von 65.000 Euro auf 73.000 Euro.

Ein großer Name glänzte auch auf der 1878 datierten Bleistiftzeichnung eines „Herrenfrühstücks“ mit verschiedenen Gefäßen und abgegessenen Tellern: Adolph von Menzel forderte einen deutschen Händler zu 16.000 Euro heraus (Taxe 9.500 bis 12.000 EUR). Eine etwa naiv gemalte Giraffe Richard Barrett Davis’ streckte sich erfolgreich nach 26.000 Euro (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR), drei lustige Affen Gabriel von Max’ konnten ihre Werte allesamt auf jeweils 18.000 Euro mehr als verdoppeln. Hier griff ein Amerikaner gleich drei mal zu.

Natürlich gab es auch unter den Neueren Meistern einige Rückgänge, so eine klassizistische Rückversetzung ins antike Griechenland mit den Wäldern und Tempeln von Delphi vermutlich von Jean-Victor Bertin (Taxe 26.000 bis 28.000 EUR), Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggias Araber mit seinem toten Pferd in der Wüste (Taxe 35.000 bis 36.000 EUR) und ein prächtiges altmeisterliches Rosen- und Früchtestillleben Gerardina Jacoba van de Sande Bakhuyzens (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Dafür erreichte ein Apfelstrauch vor einer marmornen Reliefwand ihrer holländischen Kollegin Adriana Johanna van Haanen aus dem Jahr 1878 die vorgesehenen 23.000 Euro.

Gefragt war auch Genre, so Franz Everhard Bourels die Reste der Lustigkeit aus der guten Stube vertreibender „Aschermittwoch“ von 1839 für 13.000 (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR). Mit 34.000 Euro aus dem Portemonnaie eines russischen Sammlers wurde die deftige Klosterszene „Audienz!“, die sich ein feister Mönch mit zwei weinseligen Damen leistet, von dem gebürtigen Spanier und aus Geldnot nach Paris ausgewanderten Antoni Casanova i Estorach aus dem Jahr 1881 gut bedacht (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Noch ein dritter Spanier, Augustín Salinas y Teruel, sorgte mit seiner harmlos-erotischen Plauderei junger Leute am römischen Dorfbrunnen bei 13.000 Euro für einiges Aufsehen (Taxe 3.300 bis 3.800 EUR). Blieben vorbehaltlich 28.000 Euro für Franz Roubauds Marktszene im Kaukasus deutlich hinter den Erwartungen von mindestens 35.000 Euro, die dann schließlich doch nicht zum Besitzerwechsel genügten, so wurde die naive Darstellung eines Bauerntanzes aus der Hand seines ukrainischen Kollegen Michal Petrovic Zavistovskys mit 29.000 Euro umso aufmerksamer umworben (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



25.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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