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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Volkswagen kann teuer sein



Kunst des 19ten und 20sten Jahrhunderts aus der Schweiz oder anderen europäischen Ländern – mit beidem konnte sich das Zürcher Auktionshaus Koller am 19. Juni wieder beachtlich positionieren. Wenngleich die Zuschlagsquoten unterschiedlich ausfielen – rund zwei Drittel bei den Schweizern, knapp die Hälfte bei den anderen –, hielten sich bei einem Gesamtumsatz von 6,2 Millionen Franken die Ergebnisse in etwa die Waage. Zumal die Schweizer Auktion vor allem von den jüngsten Künstlern, die aber zugleich die günstigsten sind, profitierte: Die expressiven Szenen André Wilhelms, die teils geschmäcklerischen, teils provozierenden Menschenbilder Mario Comensolis und die mehr oder weniger abstrakten Arbeiten Leo Leuppis und Hans Ernis wurden zwar großteils zugeschlagen, mehr als 9.000 Franken kamen dabei aber nicht heraus. Da mussten schon bedeutendere Geschütze aufgefahren werden, die wie so häufig vor allem aus zwei Richtungen kamen: Aus der symbolistischen Kunst Hodlers und aus der reichen Landschafts- und Genremalerei der Künstlerfamilie Giacometti. Beide waren stark vertreten, mit eher mehr als weniger Erfolg.


Schweizer Kunst

Angefangen hatte es beschaulich mit den Biedermeierbildern und Landschaften des 19ten Jahrhunderts, etwa Otto Frölichers beschaulicher Naturschilderung in der Gegend von Solothurn für 6.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR). Dabei war auch eines der letzten Bilder Wolfgang-Adam Töpffers, im Jahr seines Todes 1847 entstanden. 32.000 Franken gab es für den predigenden Eremiten in einem Wald im Wallis (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Spendierfreudig zeigten sich die Bieter bei Robert Zünds feiner Darstellung „Am Vierwaldstättersee mit Blick auf den Vitznauerstock“ wohl aus seiner mittleren Schaffenszeit. Auf 120.000 bis 180.000 Franken angesetzt, ging es schließlich erst bei 200.000 Franken weg.

Bei den Landschaften Alexandre Calames fiel das Ergebnis unterschiedlich aus. Während sein etwas unheimlicher „Bord de lac et branches pliées vers l’eau“ um 1852 sich mit 17.000 Franken gut platzierte (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) und eine studienartig aufgefasste Felspartie sich erst bei 21.000 Franken davonmachte (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR), kam sein Favorit, ein Bergbach zwischen schroffen Felsen und schiefen Tannen von 1848, nur auf 32.000 Franken (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Für einen brausenden Wasserfall Johann Heinrich Wüests gab es taxgerechte 10.000 Franken, von 6.000 bis 8.000 Franken auf 24.000 Franken kletterte Raphael Ritz’ düsteres Genrebild „Magd in der Küche“, und 34.000 Franken verbuchte Edmond Jean de Purys impressionistischer „Kanal in Venedig“ (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Viel Bewegung erzeugte Ferdinand Hodler. Wieder mehr als erwartet wurde für sein frühes Bildnis eines Savoyardener Bauernmädchens aus dem Jahr 1888 gezahlt: 230.000 Franken, fast das Dreifache der unteren Schätzung, erzielte die junge Frau im grünen Kleid mit gelben Punkten. Gefragt war auch sein Bildnis einer Italienerin von 1910. Hinter der schelmisch den Betrachter anblickenden Frau verbirgt sich die italienische Schauspielerin Giulia Leonardi, die er auch in seinem „Entzückten Weib“ verewigte. Nun erreichte die kleine Leinwand die obere Schätzung von 350.000 Franken. Bei 340.000 Franken blieben die Gebote für sein Querformat „Die Liebe“ stecken, das als Vorstudie für den Mittelteil des gleichnamigen Triptychons aus den Jahren 1907/08 diente. Das war nicht genug, hier müssen noch Nachverhandlungen aufgenommen werden. Für den Einlieferer war das enttäuschend, denn erst vor sieben Jahren hatte er die schemenhaft zeichnerische Wiedergabe des sich umarmenden Paares für 400.000 Franken ohne Aufgeld bei Phillips de Pury in Zürich erworben (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR).

Die Künstlerfamilie Giacometti überzeugte zumindest teilweise. Giovanni Giacometti hatte mit seinem pastosen „Ausblick auf den Silsersee“ von 1931 keinen Erfolg (Taxe 400.000 bis 600.000 SFR), setzte bei seinem sonnigen Margeritenstrauß aus dem Jahr 1909 aber die untere Schätzung von 120.000 Franken durch. Seine etwa zur selben Zeit in eine wohnliche Kammer gesetzte Ziehharmonikaspielerin – dargestellt ist seine Gattin – ließ sich sogar erst bei 210.000 Franken bitten (Taxe 120.000 bis 220.000 SFR). Den Höchstpreis schaffte mit 370.000 Franken seine „Morgensonne am Silsersee“ von 1924 (Taxe 280.000 bis 380.000 SFR). Doch noch höher wollten die Bieter dann nicht mehr folgen: Die leuchtende Abendlandschaft „Am Weg nach Soglio“ seines Cousins Augusto Giacomettis aus dem Jahr 1945 musste mit ihrem Schätzpreis von 700.000 bis 800.000 Franken an den Vorbesitzer zurück. Bei 22.000 Franken markierte Max Gubler mit einer expressiven Sommerlandschaft beim Gaswerk Schlieren um 1948 den preislichen Höhepunkt der Schweizer Nachkriegskunst.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Das Übertreten der Schätzpreise war bei den Modernen und Zeitgenossen, falls sie übernommen wurden, fast an die Regel. Max Liebermanns „Karren des Badewärters“, der 1908 mit seinem Pferd an der niederländischen Küste entlangfährt, ging mit 160.000 Franken statt veranschlagter 80.000 bis 120.000 Franken als leuchtendes Beispiel voran. Es folgten Nicolas Tarkhoffs „Maternité“ für 105.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), Alexandra Exters Gouache eines konstruktivistischen Bühnenbildes aus dem Jahr 1927 für 40.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR) und André Lanskoys abstrakt-buntes Gemälde „Refus catégorique“ von 1974 für 65.000 Franken (Taxe 40.000 bis 50.000 SFR). Dafür macht Auktionschef Cyrill Koller die momentane Kunstmarktlage ohne Übertreibungen und Extreme verantwortlich: Der Markt scheine Käufer wie Verkäufer zufrieden zu stellen. Qualitativ gute Werke, die eine gewisse Originalität und Seltenheit besitzen, ließen sich zu ihrem „wahren Wert“ verkaufen.

Bei den Zeitgenossen zogen besonders die Südeuropäer an, so Antonio Saura mit seiner wilden Schwarz-Weiß-Komposition „La niña de los peines“ aus dem Jahr 1956. Ein heftiges Bietgefecht an zwanzig Telefonen fand erst beim Schlussgebot eines deutschen Sammlers von 235.000 Franken sein Ende (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Gleich darauf ging es um Emilio Scanavinos „La Finestre“ aus dem Jahr 1964 im Quadrat von zwei mal zwei Metern. Hier wurde mit 76.000 Franken mehr als das Dreifache der oberen Schätzung gezahlt. Bei Daniel Spoerris diesmal recht aufgeräumtem Fallenbild aus der „Sevilla Serie“ von 1991 blieben 25.000 Franken hängen (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), bei Günther Ueckers 1978 gespaltenem Buchenstamm mit Axt und Schwanenfedern unter dem Titel „Lohengrin“ 12.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Als teuerster Künstler des Tages behauptete sich Lucio Fontana souverän: 690.000 Franken kostete sein „Concetto spaziale“ aus dem Jahr 1958 schließlich, auf dem sich ein schwarzbrauner Fleck über eine schimmernde Fläche in Rot ergießt. Die Erwartungen für diese mittelgroße Leinwand, die auch einige auf den ersten Blick kaum sichtbare Perforierungen aufweist, waren bei günstigen 350.000 bis 550.000 Franken fixiert worden. Den zweiten Platz belegte ein Frühwerk Gerhard Richters, „Intérieur“, 1960 ein Jahr vor seiner Flucht aus der DDR entstanden. Hierfür kamen allerdings nicht mehr als 330.000 Franken zusammen, 20.000 Franken unterhalb der unteren Schätzpreisgrenze. Gerade ausreichend waren die 255.000 Franken für Man Rays grünen Berg mit braunen Männchen „La Montagne de Cristal“ aus dem Jahr 1950. Um einen bedeutenden Rückgang kam das Auktionshaus allerdings nicht herum: Wilhelm Lehmbrucks Gipsguss seines „Torsos der großen Sinnenden mit Kopf“ um 1918/19 war mit 850.000 bis 1,2 Millionen Franken zu hoch bewertet.

Unter den jüngeren Künstlern reüssierte der 1944 geborene Amerikaner Don Eddy mit seinem fotorealistischen Autobild „VW Showroom“ aus dem Jahr 1971 bei 47.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Dass russische Kunst nicht ganz aus dem Blickfeld geraten ist, bewies Igor Alexejevitch Novikov mit seinem gegenständlich-plakativen „Goodbye Russia“ von 2005/07 um 70.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Teuerstes Werk aus Fernost wurde schriller Mädchenkopf „Face“ von Feng Zhengjie aus dem Jahr 2003 für 41.000 Franken (Taxe 28.000 bis 35.000 SFR). Auch die Skulpturen machten mit: Georg Kolbes Bronze einer etwas ungelenk „Sitzenden“ von 1926 eroberte starke 75.000 Franken, obwohl circa achtzig weitere Lebzeitgüsse davon existieren (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR).

Am geringsten war das Interesse an den Grafiken, die Zuschlagsquote lag bei lediglich 38 Prozent. Von den zwischen 20.000 und 90.000 Franken angepriesenen großformatigen Blättern Lucian Freuds wurde keines übernommen. Teuerste Position wurde mit 15.500 Franken Marc Chagalls lyrische Lithografie „Les toits“ mit schwebenden Menschen von 1956 (Taxe 14.000 bis 20.000 SFR), dicht gefolgt von Francis Bacons Mythosabwandlung „Oedipus and the Sphynx“ von 1984 bei 15.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Gerhard Richter meldete sich hier noch einmal zu Wort mit der 1988 in 250 Exemplaren aufgelegten „Kerze I“, die jetzt 14.000 Franken kostete (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



30.06.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

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