Wilhelm Titel in Greifswald  |  | Wilhelm Titel, Kopfstudien zweier Männer, September 1809 | |
Steht in Dresden derzeit Carl Gustav Carus im Mittelpunkt, holt die Kustodie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald von heute an einen unbekannten Zeitgenossen aus der Versenkung. Fünf Jahre älter als der geschätzte Dresdener Romantiker ist Bernhard Wilhelm Gotthilf Titel, der für 36 Jahre akademischer Zeichenlehrer an der Greifswalder Hochschule war. Wie Caspar David Friedrich erhielt er erste künstlerische Impulse bei dem aus Rostock stammenden Maler Johann Gottfried Quistorp. Seine Ausbildung absolvierte er dann ab 1801 an der Kunstakademie in Dresden und von 1802 bis 1806 an der Kunstakademie in Wien. Dann ging der gebürtige Pommer für 14 Jahre nach Italien, dem Sehnsuchtsland etlicher europäischer Künstler am Ende des 18ten und im 19ten Jahrhundert. In Florenz, Rom, Venedig und Neapel kopierte Wilhelm Titel unmittelbar nach antiken Originalen und Meisterwerken der italienischen Renaissance und pflegte Kontakte zu Künstlern wie Christian Daniel Rauch, Antonio Canova und Carl Christian Vogel von Vogelstein. Sein größter Mäzen in Italien war der Landschaftsmaler Jakob Philipp Hackert.
Zwischen 1826 und 1862 leitete Wilhelm Titel die künstlerische Ausbildung der Studenten an der Greifswalder Hochschule und war in diesem Amt der Nachfolger Quistorps. Die während seiner italienischen Zeit im klassizistischen Geist angefertigten Studien verwendete er hier als Lehrmaterial. Der Maler und Grafiker stiftete der Universität zu Ausstellungszwecken seine italienische Studiensammlung mit 143 Handzeichnungen. Doch nach seinem Ableben verschwanden diese Werke in einem Holzschuber und waren der Öffentlichkeit für über 140 Jahre verschlossen. Ein Teil dieser künstlerisch wertvollen Handzeichnungen wird nun erstmals präsentiert.
Die Ausstellung „Italiensehnsucht – Die Studiensammlung von Wilhelm Titel (1784-1862) an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“ läuft vom 2. Juni bis zum 2. August. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 12 Uhr bis 18 Uhr.
Konferenzsaal im Universitätshauptgebäude
Domstraße 11, Eingang II
D-17487 Greifswald
Telefon: +49 (0)3834 – 86 11 23
Telefon: +49 (0)3834 – 86 11 24 |