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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Alte und Neuere Meister bei Christie’s in London

Musik ist teuer



Willem Claesz Heda, Stillleben mit Brombeerkuchen, Salzgefäß, Nautiluspokal, Zinnkanne, Römer und Haselnüssen

Willem Claesz Heda, Stillleben mit Brombeerkuchen, Salzgefäß, Nautiluspokal, Zinnkanne, Römer und Haselnüssen

Mit einem Angebot von 63 Werken hatte Christie’s für den 7. Juli eine umfangreichere Abendauktion zusammengestellt als Sotheby’s. Doch trotz der ebenfalls höheren Zuschlagsquote von 76 Prozent und einiger beachtlicher Steigerungen belief sich der Umsatz in London lediglich auf rund 20,5 Millionen Pfund und lag damit rund 6 Millionen Pfund unter dem des Erzrivalen, aber innerhalb der eigenen gesteckten Erwartungen von mindestens 15 Millionen Pfund. Weniger an der Spitze als vielmehr in die Breite entwickelt, bewegten sich die Zuschlagspreise überwiegend im unteren sechsstelligen Bereich. Anders als bei Sotheby’s war allerdings das Publikum weitaus internationaler. Allein in der Top Ten-Liste finden sich vier Käufer aus den Vereinigten Staaten. Nur vier Werke schafften es jenseits der Millionengrenze, darunter aber immerhin ein Überraschungsgast: Heftig wurde um Willem Claesz Hedas Stillleben mit Brombeerkuchen, Nüssen und zahlreichem Silbergeschirr gerungen, bis ein unbekannter Telefonbieter schließlich erst bei 1,2 Millionen Pfund den Sieg davontrug – neuer Rekord für den Stilllebenexperten. Erwartet waren lediglich 300.000 bis 500.000 Pfund. Jeweils 100.000 Pfund unter den Schätzungen blieben jedoch eine Madonna mit dem Johannesknaben und Elisabeth von Baccio della Porta, genannt Fra Bartolommeo, aus dem Jahr 1516 und Michele Marieschis Blick in den Innenhof des Dogenpalastes in Venedig, die bei jeweils 1,9 Millionen gemeinsam den ersten Platz besetzten. Für Fra Bartolommeo war das dennoch ein neuer Spitzenpreis im Auktionshandel.


Der Star der Niederländer hieß Pieter Breughel d.J. Insgesamt fünf Arbeiten stammten aus seiner Hand, darunter als Spitzenreiter seine großformatige Johannespredigt in der Wildnis mit zahlreicher Zuhörerschaft für 1,3 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) sowie eine Impression aus einer reichlich unaufgeräumten Zehntstube zur oberen Schätzung von 500.000 Pfund. Lediglich sein kleines Rundbild, auf dem eine zeternde Frau ihren Mann aus einer Wirtshausprügelei nach Hause zerrt, wollte sich niemand antun (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Ansonsten bestachen die Niederländer vor allem durch Portraits. Ein kleines Tondo, das noch vor nicht allzu langer Zeit lediglich einem Nachfolger des Frans Hals zugewiesen wurde, ist nun offenbar so ziemlich wasserdicht für den Meister selbst reserviert, was sich auch im stattlichen Zuschlag von 780.000 Pfund bemerkbar machte (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Damit überholte das gerade einmal dreißig Zentimeter große Rund sogar das lebensgroße Staatsportrait, das Anthonis van Dyck um 1636 von der künftigen Lady Poulett im seidenen Rauschekleid aufnahm. Es blieb mit 750.000 Pfund mindestens 50.000 Pfund unterhalb der Schätzung hängen. Van Dycks Charakterkopf des heiligen Bartholomäus blieb ganz unveräußert (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Auch die Italiener zeichneten gern für Portraits verantwortlich. Hier landete der Florentiner Renaissancemaler Giuliano Bugiardini einen Coup, indem er sein mit 150.000 bis 250.000 Pfund bewertetes, empfindsames Bildnis eines jungen Mannes im Halbprofil erst bei 700.000 Pfund freigab und damit einen neuen Rekord aufstellte. Schon in die Barockmalerei stieß Giacomo Ceruti mit seinem strengen, gleichwohl innig charakterisierten Portrait der Donna Alba Regina del Ferro vor und kam mit 160.000 Pfund wieder heraus (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Noch aus gotischer Zeit stammte eine Tafel des Giovanni di Bartolomeo Cristiani, das die Anbetung des Kreuzes durch einen Kanon von Heiligen sowie die trauernde Muttergottes und Christus im Grab auf Goldgrund vorstellt. 450.000 Pfund waren der Lohn (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Erfolgreich waren ferner die jüngeren Italiener: Luca Carlevarijs’ Ansicht des Markusplatzes in Venedig mit der Libreria und zwei der drei großen Säulen am Ufer verdoppelte seinen Wert auf 420.000 Pfund ebenso wie eine vierteilige Serie von Dichtungen aus der Antike von Giovanni Battista Crosato auf 240.000 Pfund. Lediglich Giovanni Domenico Tiepolos Komposition „Angelika und Medoro“ musste sich mit 540.000 Pfund begnügen (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). 400.000 Pfund schaffte ein üppiges Früchtestillleben vor landschaftlicher Kulisse des Spaniers Tomás Hiepes vermutlich aus den 1640er Jahren (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), ebenfalls taxgerechte 150.000 Pfund sein Landsmann Pedro de Camprobín mit Stilllebenpendants, der die Fruchtschalen vor Ausblicke auf eine Gebäudeflucht und eine Landschaft stellte.

Als einer der ungewöhnlich wenigen Engländer stieg Nathaniel Dance mit seinem repräsentativen Gruppenbildnis von Sir James und Lady Hodges in den Ring und kam erst bei 370.000 Pfund wieder aus (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Joseph Wright of Derby vereinigte mit seinem Bildnis von Francis Burdett aus dem Jahr 1794 leidiglcih 260.000 Pfund auf sich (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Die ebenfalls nicht allzu zahlreichen deutschen Künstler durchmaßen in einem großen Schritt drei Jahrhunderte. Den Anfang machte Lucas Cranach d.J. mit seiner selbstmörderischen Lukretia für gute 380.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Und die Zeit des Biedermeier vertrat Franz Xaver Winterhalter mit seinem lebensgroßen Bildnis einer jungen Frau im schwarzen Kleid und mit Fächer. Immerhin 190.000 Pfund wurden für das Hochoval in prächtigem Goldrahmen schließlich fällig (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Anton Raphael Mengs’ Bildnis des Mailänder Bildhauers Giuseppe Franchi mit einer Homer-Büste blieb dagegen unverkauft (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Als Sohn französischer Eltern wurde Jean-Victor-Louis Faure 1786 in Berlin geboren und trat wie viele Künstler seiner Zeit den Weg nach Italien an. Unter anderen machte er dort eine schöne Aufnahme des Pantheons samt Platz und Markttreiben davor für 230.000 Pfund – der aktuelle Spitzenplatz in seinem Auktionsranking (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Durchaus erfolgreich war Christie’s mit dem Versuch, die Gemälde durch eine kleine Anzahl von Zeichnungen aufzulockern. Sie wurden überwiegend zugeschlagen, Samuel Palmers kleine Landschaftsskizze mit Windmühle und Kirchturmspitze im Hintergrund konnte sich sogar von 60.000 bis 80.000 auf 100.000 Pfund steigern. Lieven Cruyls Blick auf Paris aus der Vogelperspektive, aufgenommen 1687 unter dem Vorwand eines Brückenbaus über die Seine, erreichte die obere Schätzgrenze von 80.000 Pfund. Auch die Franzosen hatten hier ihren großen Auftritt. Allen voran Jean-Auguste-Dominique Ingres, aus dessen Hand eine Gruppe Zeichnungen unter anderem mit Portraits von Mitgliedern der Familie Marcotte stammte. Eingeliefert von Nachfahren der damaligen Auftraggeber, erreichten der junge Joseph Marcotte als Jäger 1849 260.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) sowie das Doppel Marie Marcotte mit ihrem zukünftigen Ehemann Alexandre Legentil 220.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Reichlich albern muss Jean-Etienne Liotard eine Dame im türkischen Kostüm mit ihrer Dienerin vorgekommen sein, die ihre Teestunde auf Stelzen vornimmt. Doch während eines fünfjährigen Aufenthalts in Konstantinopel wird der unstete Künstler solche Begebenheiten sicher öfter beobachtet haben. Die Bieter bei Christie’s jedenfalls waren begeistert von dem unkonventionellen, genrehaften Pastell und honorierten es mit stattlichen 550.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch Jean-Baptiste Greuzes Federstudie vom Tod eines Familienoberhaupts übersprang die Schätzgrenzen und machte erst bei 55.000 Pfund halt (Taxe 35.000 bis 50.000 GBP). Bei 40.000 Pfund wurde die fein und detailreich ausgeführte Zeichnung mit dem Blick auf das Forum Romanum von Pierre François Léonard Fontaine aus dem Jahr 1788 übernommen (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP).

Zumindest eine große Überraschung hielt die Tagesauktion am 8. Juli bereit. Auf 30.000 bis 50.000 Pfund angesetzt, konnte sich der Wert eines Herrenportraits aus der angloflämischen Schule wohl aus den 1620er Jahren auf 370.000 Pfund in etwa verzehnfachen. Dargestellt ist möglicherweise der englische Komponist Nicholas Lanier in jungen Jahren, wie er gerade eine neunseitige Gitarre zupft und dabei den Betrachter anschaut. Die Ähnlichkeit ist durch ein Portrait des Musikers und Malers von Anthonis van Dyck nachzuweisen, das im Kunsthistorischen Museum in Wien hängt. Der 1527 in Flensburg geborene Tausendsassa Melchior Lorch nahm in den 1580er Jahren an einer Expedition an die afrikanische Goldküste teil. Hier zeichnete er auch eine nigerianische Frau mit Schilfrohr in den Händen, die jetzt auf 32.000 Pfund kam (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP).

Auch sonst gab es einige Preissteigerungen, die erheblichsten ausschließlich bei namentlich nicht bekannten Meistern. Von 6.000 bis 8.000 Pfund auf 62.000 Pfund schoss etwa eine kleine Deckfarbenzeichnung mit der Kreuzabnahme Christi aus dem Kreis des Giulio Clovio, auf 120.000 Pfund vervierfachte sich der Preis für eine Madonna vor ornamentalem Goldgrund, die dem Kastilier Juan de Soreda lediglich zugeschrieben werden kann, und für die Madonna mit einem Engel aus der Nachfolge des Andrea Previtali wurden starke 78.000 Pfund bewilligt (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP). Nur „Meister SB“, ein Italiener der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts, hielt sich mit 100.000 Pfund für seine beiden Früchtestillleben an den vorgegebenen Rahmen von 80.000 bis 120.000 Pfund.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



22.07.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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