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Nichts zu sehen in Bern und Krefeld

Mit „leeren Ausstellungen“ beschäftigen sich derzeit zwei Ausstellungshäuser. Inhaltlich nehmen sowohl das Museum Haus Lange in Krefeld und die Kunsthalle Bern ihren Ausgangspunkt bei Yves Klein. Der hatte 1958 in der Pariser Galerie Iris Clert erstmals ein radikales Ausstellungsgeschehen geschaffen: den leeren Galerieraum, der ein neues Kapitel der Kunstgeschichte aufschlug und zu einem wiederkehrenden künstlerischen Motiv wurde. In seiner legendären, ersten und zugleich letzten musealen Retrospektive zu Lebzeiten hatte Yves Klein 1961 auch eine Zone der Leere in Haus Lange verwirklicht. Während er in allen weiteren Räumen des Erdgeschosses der Villa und im Gartenbereich seine farbigen Monochrome, Schwammobjekte, Anthropometrien bis hinzu Skulpturen aus Feuer und Luft ausbreitete, konzipierte er an dem Ort, wo ehemals die Orgel der Familie Lange stand, diese installative Leere.

„Ein leeres Zimmer sollte reserviert bleiben für die Spezialisierung und Stabilisierung in der Atmosphäre seines leeren Volumens der immateriellen malerischen Sensibilität“, beschrieb Yves Klein seine Vorstellungen dem Museumschef Paul Wember. Der gestreckte Raum war vom Boden bis zur Decke komplett weiß. Eine Neonröhre unter der Decke beleuchtete ihn. An den Seitenwänden waren körnige Pigmente zu sehen, im Farbauftrag eingeschlossen. Diese Körnung war der einzige materielle Gehalt, der dem einzelnen Besucher Orientierung versprach. Denn beim zunehmenden Verweilen lösten sich die Eckpunkte des Raumes in der Wahrnehmung immer stärker auf. Die Immaterialisierung des Kunstwerks hatte bei Yves Klein viele Bedeutungen: Sie war Ikonoklasmus, Ritual, Mystizismus und Provokation. Das Unsichtbare blieb für ihn ungreifbar und nur erahnbar; er umschrieb es mit den vagen Begriffen Sensibilität und Spiritualität, die religiöse Erfahrungsbereiche berühren. Für die einwöchige Intervention hat der Restaurator der Kunstmuseen Krefeld, Sebastian Köhler, „Le vide“ jetzt aufwändig gereinigt. Haus Lange bleibt leer.

Für die Kunsthalle Bern haben die Künstler, Kuratoren und Autoren John Armleder, Mathieu Copeland, Gustav Metzger, Mai-Thu Perret, Clive Phillpot und Philippe Pirotte unter dem Titel „Voids. Eine Retrospektive“ eine Ausstellung wie auch ein eigenständiges Kunstereignis entworfen und sind dem Phänomen der „leeren“ Ausstellung seit den 1950er Jahren nachgegangen. Die chronologische Retrospektive vereint neun leere Ausstellungssituationen und will weder den ursprünglichen Zustand des Raums „rekonstruieren“ noch historische Dokumente der ursprünglichen Ausstellungen zeigen – das ist dem Katalog vorbehalten. Sie strebt vielmehr die Analyse der Leere selbst an. Dabei sind die Intentionen für die Leere und ihre Interpretation äußert verschieden.

Die Retrospektive setzt mit Yves Kleins Ausstellung von 1958 ein, der den leeren Galerieraum als Mittel verstand, Empfindsamkeit zu signalisieren. Robert Barrys „Some places to which we can come, and for a while be free to think about what we are going to do (Marcuse)“ war 1970 der Höhepunkt einer konzeptualistischen und minimalistischen Praxis. Manchmal wurde die Leere auch als Wunsch definiert, unser Verständnis des Ausstellungswesens und von Ausstellungsräumen zu erforschen, so zum Beispiel 1966/67 in der „Air Conditioning Show“ von Art & Language oder im Fall von Robert Irwins „Experimental Situation“ von 1970 als „Auswertung“ eines Raums und als Postulat, dass es so was wie ein „nichts“ gar nicht gibt. Die Leere wurde zuweilen auch als Bedürfnis begriffen, eine Institution zu leeren und sich auf die Erfahrung des „Hindurchlaufens“ zu konzentrieren, so bei Stanley Brouwn oder auch in Laurie Parsons’ Ausstellung in der Lorence-Monk Gallery in New York im Jahr 1990. Parsons kündigte diese Ausstellung mit einer Karte an, auf die nur eine Adresse gedruckt war, ohne Daten und ohne den Namen der Künstlerin, sodass der totale Rückzug der Künstlerin durch die Karte angezeigt wurde.

Andere Künstler dachten die Leere als Bestätigung der Annahme, dass man in einen Raum kein Kunstwerk einzuführen braucht, da es „schon da“ sei. Diese Auffassung wird beispielsweise in Bethan Huws’ „Haus Esters Piece“ von 1993 vertreten. Oder auch in Maria Eichhorns „Das Geld der Kunsthalle Bern“: Die Künstlerin zeigte 2001 aus reiner Notwendigkeit eine leere Kunsthalle und stellte ihr Ausstellungsbudget für eine Renovation des Museums zur Verfügung. Zuweilen ist die Leere auch ein Mittel, uns daran zu erinnern, dass der wichtigste Aspekt jeder Leere die Idee von Vertrauen und Glauben ist, so zum Beispiel in Roman Ondáks „More Silent Than Ever (room fitted with eavesdropping devices)“ aus dem Jahr 2006, einem Werk, welches das Publikum täuscht, indem es die Besucher glauben macht, dass mehr im Raum ist, wo doch nichts da ist.

Die Intervention „Yves Klein – Le Vide“ kann vom 20. bis zum 27. September besucht werden. Da Museum Haus Lange hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Museum Haus Lange
Wilhelmshofallee 91-97
D-47800 Krefeld

Telefon: +49 (0)2151 – 97 55 80
Telefax: +49 (0)2151 – 97 55 82 22

Die Ausstellung „Voids. Eine Retrospektive“ ist bis zum 11. Oktober zu sehen. Die Kunsthalle Bern hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, samstags und sonntags schon ab 10 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Franken, ermäßigt 4 Franken bzw. 2 Franken.

Kunsthalle Bern
Helvetiaplatz 1
CH-3005 Bern

Telefon: +41 (0)31 – 350 00 40
Telefax: +41 (0)31 – 350 00 41

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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12.09.2009, VOIDS - eine Retrospektive über leere Ausstellungen

Veranstaltung vom:


20.09.2009, Intervention: Yves Klein — Le Vide

Bei:


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Bei:


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