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Am 21.01.2022 Auktion 139: Moderne und zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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ohne Titel / Günther Uecker

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© Galerie Luther


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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti

zugeschrieben, Pfauenbank / Peacock bench, Ende 19. Jahrhundert / Marcello Andrea Baccetti
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel, 2016 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Aus den hohen Erwartungen konnte Nagel in seiner Kunst- und Antiquitätenauktion keinen Profit ziehen. Dafür kamen in Stuttgart die kleinen Preise gut an

Glück den Delphinen



 Deutschland, Deckelpokal, Mitte 17. Jahrhundert

Deutschland, Deckelpokal, Mitte 17. Jahrhundert

Seine Erwartungen hat er voll erfüllt, der merkwürdige Deckelpokal, den das Auktionshaus Nagel am 23. September in Stuttgart anbot. Die außergewöhnliche Arbeit aus der Mitte des 17ten Jahrhunderts bestach durch die Verwendung der seltenen Materialien Elfenbein und Rhinozeroshorn, die überdies in handwerklich ausgezeichneter Weise mit delphinartigen Fabelwesen beschnitzt waren oder wie der Schaft ganz in Form zweier dieser Fische bestanden. Nur ganz vereinzelt tauchen derartige Werke auf dem Markt auf, wie vor immerhin schon rund 14 Jahren auf einer Auktion bei Sotheby’s, als ein dem Kreis des Georg Pfründt zugeschriebener ähnlicher Pokal aus dem Markgrafenhaus Baden rund 1 Million Mark erzielte. Ganz so viel wurde es diesmal nicht, doch die Schätzung von 25.000 Euro eröffnete den Kunstkammerhändlern und Spezialsammlern reichlich Gelegenheit zu kräftigen Geboten. Der Preis wurde schließlich fast verdoppelt: 49.000 Euro mussten für die Preziose aufgebracht werden.


Gemälde Alter Meister

Den reinen Zahlen nach gehörte die Auktion nicht zu den stärksten in der Geschichte Nagels. Nur knapp die Hälfte der fast 1200 Lose wurden zugeschlagen, davon viele unter Vorbehalt, so dass bereinigt ein Zuschlagsergebnis von gut einem Drittel übrig blieb. Besonders bei den Alten Meistern mussten viele der höher ausgepreisten Werke die Heimreise antreten, darunter die bei 80.000 Euro als Hauptlos gehandelte Gemeinschaftsarbeit Jan Breughels d.J. und Frans Wouters’ mit dem Thema „Diana und Aktaion“ sowie Jan Gerritsz van Bronchorsts großformatiges Schäferkonzert (Taxe 22.000 EUR) und zwei Schlachtengemälde mit den künstlerischen Merkmalen Jan van Huchtenburghs (Taxe 24.000 EUR). Ebenso zahlreich waren aber auch die zum Teil beträchtlichen Preissteigerungen. Von 9.000 Euro auf 12.000 Euro kletterte ein vor allem lichttechnisch dramatisierter Hühnerhof aus dem Umkreis des darauf spezialisierten Melchior de Hondecoeter, eine hübsche Campagnalandschaft des Berliner Klassizisten Adolf Friedrich Harper mit Wasserfall und römischen Ruinen wanderte erst bei 10.000 Euro davon (Taxe 4.500 EUR).

Die größte Steigerung legte ein Stillleben mit Früchten und Silbergeräten hin. Es ist zwar mit dem Namen des niederländischen Meisters Gillis Jacobsz van Hulsdonck signiert, dennoch schien Nagel skeptisch und ordnete die Leinwand lediglich einem seiner Nachfolger zu. Das hielt die Kunden nicht davon ab, das sauber gemalte Bild von 1.600 Euro auf 21.000 Euro hochzutreiben. Auf 12.000 Euro versechsfachte sich der Preis für eine bewaldete Landschaft mit rastenden Hirten samt Vieh sowie Reisenden vielleicht von Adriaen Frans Boudewyns. Mit 10.000 Euro traf ein Bieter die Schätzung für eine Antonio Maria Marini zugeschriebene fantastische Grottenlandschaft über einem Fluss, in dem sich ein Schatzsucher betätigt, ebenso wie 15.000 Euro für einen heiligen Johannes mit dem Lamm und einem Engel ausreichten, die vermutlich der Norditaliener Bartolomeo Schedoni in den letzten Jahren seines kurzen, 1615 geendeten Lebens schuf.

Auch mit 8.000 Euro wurde genau der Schätzpreis für Luca Giordanos Ölskizze „Die Madonna erscheint der hl. Maria von Ägypten“ eingestellt, die im Zusammenhang mit dem Leinwandbild in der neapolitanischen Kirche Santa Maria Egiziaca a Pizzofalcone steht. Bei 18.000 Euro – 2.000 Euro unterhalb der Taxe – wechselte Francesco de Rosas heilige Ursula den Besitzer, die soeben ihr Martyrium erleidet. Von den 11.000 anderen Jungfrauen, deren Existenz sich ohnehin lediglich einem historischen Irrtum verdankt, ist nichts zu sehen.

Gemälde Neuerer Meister

Erfolgreichster Neuerer Meister war Oskar Mulley mit seinem breitformatigen Bergbauernhof im Hochgebirge. Der Hammer musste noch einige Zeit über die Taxe von 7.000 Euro hinaus warten und schlug erst bei 23.000 Euro aufs Pult. Die Preise für Werke des Walde-Zeitgenossen ziehen in letzter Zeit kräftig an. Anna Peters’ altmeisterliches Stillleben mit bunten Sommerblumen aus dem Jahr 1866 erreichte mit 28.000 Euro zwar einen höheren Preis, blieb aber stattliche 12.000 Euro unterhalb der Erwartungen hängen und wurde nur unter Vorbehalt zugeschlagen, ebenso Franz Roubauds orientalische Kriegerschar aus dem Jahr 1888 für 30.000 Euro (Taxe 40.000 EUR). Auch François-Etienne Musins seit Juni 2009 schon zum zweiten Mal ausgelaufener Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See erreichte mit 21.000 Euro noch nicht endgültig heimischen Hafen. Dafür kam eine alte Frau samt Enkeltochter in Julius Sergius Klevers stimmungsvollem Waldinnerem mit Sonnenuntergang von 1895 sicher bei 23.000 Euro nach Hause (Taxen je 25.000 EUR).

Erfreuliche 7.500 Euro gab es für Johann Jakob Müllers antikische Prozession zur Opferung in einer arkadischen Landschaft von 1814. Dem sogenannten „Müller von Riga“, der 1765 in der lettischen Hauptstadt geboren wurde, seine Ausbildung jedoch in Dresden erhielt und nach einem Italienaufenthalt seine Zelte in Stuttgart aufschlug, fehlt es zwar ein wenig an räumlicher Tiefe, doch ist die feine Malerei ein anschauliches Beispiel für die auch in der zweiten Künstlerriege übernommenen Gestaltungsprinzipien des Klassizismus. Auf Kühe war Anton Braith spezialisiert, drei Rinder im Hochgebirge aus dem Jahr 1879 kosteten jetzt 8.000 Euro (Taxe 4.000 EUR), auf Enten Alexander Koester: Neun Stück für 20.000 Euro – das ist immer noch günstig (Taxe 16.000 EUR).

Skulpturen

Über 16.500 Euro für eine Salzburger Madonna um 1400/10 aus farbig gefasstem Holz kam die umfangreiche Skulpturenofferte nicht hinaus (Taxe 10.000 EUR). Mit 2.500 Euro schien eine flämische Beweinungsgruppe der ausgehenden Gotik um 1520 von vornherein zu niedrig bewertet und steigerte sich entsprechend auf 8.500 Euro. Kein Glück hatten der Spätrenaissancemeister Hans Juncker mit seinem drallen Puttenpaar für 25.000 Euro, die kleine Elfenbeinfigur einer trauernden Maria aus der Werkstatt Michael Kerns d.J. (Taxe 18.000 EUR) und ein von „Cossin, Paris“ signierter Bacchus des 18ten Jahrhunderts aus Terrakotta, während Martin Zürns feines Obstholzkruzifix von 3.000 Euro auf 6.000 Euro sprang.

Eine verkleinerte Wiedergabe von Gian Lorenzo Berninis Verzückung der heiligen Therese von Avila in der römischen Kirche S. Maria della Vittoria aus der Werkstatt Andrea Brustolons verabschiedete sich bei 10.500 leicht über der Schätzung. Dem späten Rokoko erwies der eher unbekannte, aber ausgezeichnete Johann Georg Weckenmanns alle Ehre. Von einem Stab von Mitarbeitern umgeben, verantwortete er anfangs der 1760er Jahre die plastische Ausstattung des Hagschlösschens bei Haigerloch, wohin auch die Alabasterfigur einer Sklavin oder Tartarin gehört. Sie fand bei 16.500 Euro einen neuen Dienstherrn (Taxe 12.000 EUR). Als erfolglos erwies sich der Versuch, der im 19ten und 20sten Jahrhundert tätigen Bildhauerfamilie Cauer einen Markt zu öffnen. Von den rund zwei Dutzend Skulpturen wurde nur Stanislaus Cauers sitzende Gipsfrau für die anvisierten 500 Euro übernommen.

Möbel und Einrichtungsgegenstände

Das Hauptstück der Möbel, ein klassizistisches Zylinderbüro, das der Werkstatt des Matthijs Horrix in Den Haag um 1790 zugeschrieben wird, wurde bei anspruchsvollen 70.000 Euro zum Rückgang. Gleichfalls ein Paar großer Figurenleuchter des Wiener Empire um 1815 (Taxe 40.000 EUR) und ein barocker Tabernakelaufsatzsekretär aus dem Umkreis des Berners Meisters Matthäus Funk (Taxe 11.800 EUR). Mit 22.000 Euro wurde ein venezianischer Rokokotisch für 2.000 Euro unterhalb der Schätzung weitervermittelt. Beboten wurden auch hier vor allem die kleinen Preise, so dass sich zwei italienische Kommoden ebenfalls des ausgehenden 18ten Jahrhunderts, die aus dem Besitz der Familie Salviati stammen, auf jeweils 8.000 Euro steigerten (Taxen je 2.500 EUR).

Ein sechsteiliges Ensemble klassizistischer Stühle aus der Stuttgarter Werkstatt Johannes Klinckerfuß’ kam auf 8.500 Euro (Taxe 7.500 EUR), seine aufwändiger gestaltete Jardiniere mit feuervergoldeten Bronzen kam indes nur auf 13.000 Euro unter Vorbehalt (Taxe 15.000 EUR). Auf 12.000 Euro verdoppelte sich der Preis von sechs Biedermeierstühlen Mainzer Provenienz. Die Erwartung von 6.000 Euro spielte ein exaltiert in Haubenform geschwungener schwedischer Rokokosekretär wohl aus Stockholm ein. Als Überraschungskandidat erwies sich ein barocker Tabernakelaufsatzsekretär aus der Kirchheimer Möbelproduktion. Geschmückt mit einem Wappen des Barons von Gaisberg, ziert es jetzt für 14.000 Euro eine neue Sammlung (Taxe 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



30.09.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Johann Georg Weckenmann Werkstatt oder Umkreis, Sklavin oder Tartarin, um 1761/63
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Antonio Maria Marini zugeschrieben, Grottenlandschaft mit Schatzsucher
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Francesco de Rosa, Die heilige Ursula als Märtyrerin
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Johann Jakob Müller, genannt Müller von Riga,
 Prozession zur Opferung in arkadischer Landschaft, 1814
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Anton Braith, Rinder im Hochgebirge, 1879
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Anton Braith,  Rinder im Hochgebirge, 1879

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Antonio Maria Marini, Antonio Maria Marini zugeschrieben, Grottenlandschaft mit Schatzsucher

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Taxe: 12.000,- EURO

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Adolf Friedrich Harper,  Figuren an einem Wasserfall mit Ausblick auf eine hügelige Campagnalandschaft mit römischen Ruinen, 1791

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Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

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Johann Jakob Müller,  genannt Müller von Riga, Prozession zur Opferung in arkadischer Landschaft, 1814

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Taxe: 3.800,- EURO

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Francesco de Rosa,  Die heilige Ursula als Märtyrerin

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Taxe: 20.000,- EURO

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François-Etienne Musin,  Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See

François-Etienne Musin, Dreimaster in stürmisch aufgewühlter See

Taxe: 25.000,- EURO

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Losnummer: 690




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