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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vor allem Zeichnungen und ein wenig Druckgrafik im Wiener Dorotheum

Feuerwerk der italienischen Zeichenkunst



Stefano della Bella, I principii del Disegno, vor 1641

Stefano della Bella, I principii del Disegno, vor 1641

Es ist ein Fest der italienischen Zeichnungen, welches das Wiener Dorotheum am 27. Oktober in seiner Grafikauktion feiert. Dabei können nur wenige der Meister Anspruch auf Berühmtheit stellen, manche wird die Vergessenheit wohl nie mehr preisgeben. Hier eine Auswahl: Der 1610 geborener Florentiner mit dem schönen Namen Stefano della Bella brachte 1641 durch Pierre-Jean Mariette in Paris die Radierungsserie „I principii del Disegno“ heraus. Darin findet sich unter anderem ein geflügelter Putto, der sich als Portraitist der römischen Ruinen betätigt. Die hierzu vorliegende Vorzeichnung in brauner Tusche soll jetzt 5.000 bis 6.000 Euro kosten. Annibale Carracci, einer der Gründer des italienischen Barock, scheint eine schöne Gebirgslandschaft mit einem strohgedeckten Bauernhaus im Vordergrund angeregt zu haben (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Cesare Gennari, früh verstorbener Schüler des großen Guido Reni, machte vor einigen Jahren mit einem in London versteigerten Gemälde „Loth und seine Töchter“ auf sich Aufmerksam. Dazu scheint jetzt eine Vorzeichnung aufgetaucht zu sein, die wie das Ölbild stark an den Stil des Meisters denken lässt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).


Weiter geht es mit einem mehrfigurigen, vielleicht zu einem Apostelzyklus gehörigen Studienblatt vermutlich von Aureliano Milani (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) sowie einer Dämonsaustreibung Christi auf einem düsteren Blatt von Giuseppe Passeri (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Ein anderes Blatt enthält gleich zwei verschiedenen Skizzen, darunter für eine figürliche Wandmalerei, die eigentlich Raffael für Papst Leo X in der Sala di Constantino ausführen sollte. Doch der Meister starb, und sein Schüler Giovanni Francesco Penni sprang ein, und ihm von ihm scheint auch der vorliegende Entwurf zu stammen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Giovanni Benedetto Castiglione ist für ein Blatt verantwortlich, auf dem vorder- und rückseitig mehrere Figurenstudien zu der von ihm mehrmals bearbeiteten Erzählung vom Opfer des Noahs zu finden sind (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die große venezianische Altarmalerei des Spätbarock und frühen Rokoko vor Giovanni Battista Tiepolo repräsentiert neben anderen auch Antonio Balestra. Eine ihm zugewiesene Darstellung des Bischofs Maximian, der Maria Magdalena die Kommunion reicht, beweist seine hohen Fähigkeiten (Taxe 3.800 bis 4.800 EUR).

Einem heute in der Staatsgalerie Würzburg befindlichen Gemälde mit dem ernsten Thema der „Enthaltsamkeit des Scipio“ Giovanni Battista Pittonis ging vermutlich eine rote Kreidezeichnung voraus, die in ihrem malerischen Duktus das Ölbild bereits vorwegzunehmen scheint (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Pier Leone Ghezzi gilt dagegen als einer der besten Karikaturisten des 18ten Jahrhunderts. So waren unter anderem der österreichische Botschafter am päpstlichen Hof Johann Ernst Emanuel Joseph Graf Harrach und der Antiquar und Sammler Baron Philipp von Stosch Opfer seiner spitzen Feder. Zumindest Letzterer allerdings war gar nicht so unwichtig, vermittelte er doch immerhin Johann Joachim Winckelmann in die römische Mäzenatenwelt (Taxen 5.000 bis 6.000 EUR und 10.000 bis 12.000 EUR). Genannt seien schließlich die Studie eines sitzenden Mannes von Bernardino Poccetti, ein kniender Heiliger von Francesco Curradi und eine dem Frührenaissancemeister Francesco del Cossa zugeschriebene Madonna mit dem Jesuskind in der Wiege, alles meisterhafte Skizzen von sicherer Hand (Taxen zwischen 4.000 und 6.000 EUR).

Immerhin ein paar außeritalienische Meister haben sich auch in die Offerte verirrt. Theodoor van Loon versuchte sich mit einem Konzil der antiken Götterwelt über den Wolken, entstanden freilich wohl unter dem Eindruck seines Romaufenthalts 1602/08 (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Aus dem Umkreis Nicolas Poussins kommen zwei dichte Studien zur Kreuzabnahme Christi (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Weniger geläufig ist der Name Gabriel Hornstain, der nur summarisch in die Zeit um 1640 gewiesen werden kann und sich in der Tat in seinen 1639 datierten Federzeichnungen Christi am Ölberg und der Dornenkrönung als später Manierist offenbart (Taxen je 3.000 bis 4.000 EUR). Und wer zum Teufel ist Wolfgang Höslwanger? Derart unbekannte Meister lernt man auf einer solchen Auktion kennen, die auch den Blick aufs Kleine und Feine richtet. Immerhin ein New Yorker Privatsammler ist Einlieferer des Blattes, das mit den drei Parzen eine Allegorie auf das Lebensschicksal zeigt und durch Monogramm und Datierung 1601 ziemlich gut für den im Münchner Umfeld tätigen Maler und Zeichner reserviert werden kann (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Mit am höchsten werden zwei Zeichnungen eines deutschen Meisters um 1600 gehandelt, der in feinen, wirklichkeitsnahen Gouachen verschiedene Kleintiere, darunter zwei Frösche, einen Hirschkäfer, eine Libelle und eine Spitzmaus, zu Papier brachte. Solche frühneuzeitlichen Biologiebuchvorlagen erfreuen sich stets großer Beliebtheit, und so dürften auch zwischen 10.000 und 15.000 Euro je Blatt nicht zu viel sein. Ein hübsches Arrangement stellte der zur Zeit des Rokoko europaweit gefragte, heute indes in den Hintergrund getretene Jean-Baptiste Pillement zusammen: ein musizierender Chinese in einer blumenumrankten Gartenlaube sitzend, 1764 vielleicht für einen Sammler entstanden (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins Federzeichnung des kraftstrotzenden Achilles und eine weitere Götterversammlung vermutlich von Johann Michael Hess vermitteln ins 19te Jahrhundert (Taxen 6.000 bis 8.000 EUR), ebenso zwei südliche Landschaftsgouachen Christoph Heinrich Knieps von 1788 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) oder die Götterzusammenkunft von Hermes und Artemis in einem dichten knorrigen deutschen Wald von Johann August Nahl d.J. (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Gegen diese geballte Macht der Zeichner sehen die internationalen Grafiker ziemlich alt aus. Rembrandt kommt nur mit einer hochkarätigen Radierung, Christus in Emmaus aus dem Jahr 1654, zum Zuge (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Aus Albrecht Dürers schmaler Offerte ragt lediglich der 1520 datierte Kupferstich „Maria von einem Engel gekrönt“ hervor (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Ein seltener Gast auf Auktionen ist der 1640 jung verstorbene Johann Wilhelm Baur, ein Kleinmeister, der fast ausschließlich als Grafiker tätig war. Posthum erschien 1641 sein Album mit 150 Radierungen zu Ovids Metamorphosen. 2.500 bis 3.000 Euro – das ist kein schlechter Preis fürs einzelne Blatt. Natürlich ist auch Giovanni Battista Piranesi wieder dabei, entweder mit seinen „Carceri“ für bis zu 7.000 Euro, den „Grotteschi“ für bis zu 3.400 Euro oder den römischen Veduten für bis zu 2.400 Euro, und sein Sohn Francesco Piranesi, der das Werk des Vaters thematisch und stilistisch fortsetzte, schickt unter anderem dreizehn Radierungen aus seiner „Topografia della Fabbriche scoperte nella Città di Pompeo“ aus den Jahren 1788/89 (Taxe 6.500 bis 8.000 EUR).

Stark sind die Zeichner weiterhin im 19ten Jahrhundert. Unter den zeichnenden Malern verdienen Eugène Joseph Verboeckhoven mit seiner Schafherde in einer Landschaft samt Schafen von 1872 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), Johann Peter Krafft mit seinen zwei Vorstudien zu einem Zyklus über die Befreiungskriege 1813/14 (Taxen je 2.000 bis 3.000 EUR) und Alberto Pasinis orientalische Marktszene für geschätzte 3.000 bis 4.000 Euro eine Hervorhebung. Geradezu gemäldehaften Charakter hat ein vierteiliger Zyklus spätromantischer Landschaftsaquarelle Pieter Francis Peters’ aus den Jahren 1846 bis 1854 (Taxen je 3.000 bis 3.500 EUR). Manchmal darf es etwas kostümiert sein, so bei David Alois Schmid, der uns in einer umfangreichen Serie „Schweizer Trachten aus allen Teilen des Landes“ vorstellt. Die Preise für Konvolute zu fünf oder sechs Blättern liegen je zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Der Ungarn Mihály Zichy hat sich in seiner Wahlheimat Russland umgesehen und präsentiert uns von Dort 1853 drei wandernde Verkäufer (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Und den Abschluss machen einmal mehr zahlreiche Wienveduten, die die Touristen schon im 19ten Jahrhundert von der Straße weg kauften. Franz Polednes feine Ansicht des Nordturms vom „Steffel“ ist dabei mit 7.000 bis 10.000 Euro am opulentesten bewertet.

Die Auktion beginnt am 27. November um 16 Uhr. Die Vorbesichtigung findet noch bis zum Auktionsbeginn außer sonntags und montags von 10 bis 18 Uhr, am 24. Oktober von 9 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com abrufbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



23.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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