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Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, thematisiert in seiner neuen Jahresausstellung Hinterlassenschaften

Was so alles zurückbleibt



Museen sind Zeugen der Geschichte. Dreieinhalbtausend Jahre lassen sich anhand von Funden vor Ort zurückverfolgen, an dem Kolumba steht. Der aus archäologischen Grabungen samt Ruinen emporwachsende Museumsbau der Kölner Erzdiözese stellt ein einzigartiges Erbe der Kulturgeschichte dar. So fiel es dem Museumsteam in Köln leicht, für die dritte Jahresausstellung die griffige Überschrift „Hinterlassenschaft“ zu finden. Dies geschah auch in Anknüpfung an Kurt Bennings Videoarbeit „Hinterlassenschaft. Ein deutsches Erbe“. In einem zwischen 1984 und 1999 angefertigten Typoskript beschreibt Henning penibel die Hinterlassenschaften der von ihm aufzulösenden mütterlichen Wohnung. Dinge, die jeder benutzt, gestaltet, mit denen man spielt oder arbeitet, die uns bekleiden und behausen, bestimmen nun die museale Präsentation. Erinnerungen, Werte, Umgang mit menschlichen Spuren, ausgehend von spezifischen Örtlichkeiten, werden mit rund einhundert Exponaten von der Spätantike bis zur unmittelbaren Gegenwart in sämtlichen medialen Ausprägungen vorgestellt.


Gleich nach dem Eintreten steht man vor einer Schale mit vielen kleinen Fotografien von Herbert Falken. Sie ähneln Heiligenbildchen und zeigen verblüffende Strukturen asphaltierter Flächen. Jeder Besucher kann sich Motive quasi als Teilhaber einer Entdeckung mitnehmen. Vorbei an römischen Spolien und gotischen Schlusssteinen, alles vor Ort gefundene Fragmente des ursprünglichen Kirchenbaus, erreicht man das fensterlose erste Obergeschoss. Das hier fokussierte Thema Kleidung eröffnet eine mehrfarbige, vollständig erhaltene Tunika eines christlichen erwachsenen Ägypters aus dem sechsten Jahrhundert. Das Alltagskleid wird konfrontiert mit einer 27teiligen Fotosequenz von Duane Michals. Der amerikanische Fotograf lässt ein junges Paar im T-Shirt durch die Ruine von Kolumba streifen und seine einigen Entdeckungen machen.

Mehrere auf Holzgestellen aufgebockte Gewänder aus dem 13ten, 15ten und 17ten Jahrhundert erinnern an die überbordende Pracht kostbarer Paramentenweberei, die eine Einheit mit den liturgischen Handlungen in den jeweiligen zeitlichen Zyklen einging. Die Gewänder sind stimmig mit Illustrationen aus Stundenbüchern des 12ten Jahrhunderts und Heiligenfiguren des 14ten Jahrhunderts in Beziehung gesetzt. Im angegliederten Kabinett hängen 36 Modezeichnungen aus der Zeit um 1950, mit denen sich Paul Thek parallel zu seinem Studium in New York den Unterhalt verdiente. Kombiniert mit der mittelalterlichen Kunst, strahlen diese lebendigen Darstellungen körperlicher Stofflichkeit die selbe virtuose Freude aus wie jene Exponate aus vorherigen Jahrhunderten.

Gewänder des berühmten Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings (1887-1978) schließen sich an, kontrastiert mit Jürgen Klaukes großformatigen, blaugrau getönten Fotoarbeiten aus der Serie „Desaströses Ich“. Sie leiten zur schwarzen Box des Armariums über, in dem traditionell Kirchenschätze der Pfarrgemeinde St. Kolumba präsentiert werden. In gleißenden Spots kehren vergoldete gotische Turmmonstranzen ihre himmlische Pracht hervor, ergänzt von Reliquiaren, Monstranzen, Vortragskreuzen.

Im obersten Geschoss leitet Jeremias Geisselbrunn mit seiner Muttergottesskulptur vom Marienaltar St. Kolumbas aus dem Jahr 1650 den Parcours ein. Darum versammeln sich neben einer Stuhlplastik und vier aquarellierten Zeichnungen der Palladio-Vicenza-Serie weitere Arbeiten des Bildhauers Stefan Wewerka. Anlass für diese Präsentation ist der 80ste Geburtstag des früheren Lehrers der Kölner Werkkunstschule. Vorbei an seinen Möbelplastiken öffnet sich eine sparsam bespielte Zone. Neben Fotografien von Gerd Bonfert befindet sich hier lediglich noch ein verlassener Kindereinkaufswagen von Thomas Rentmeister, der vollgefüllt mit Cremdosen in seiner unsinnigen Warenmenge die Verschiebung von Maßstäben ebenso suggeriert wie frühere Erfahrungen aus Kindertagen weckt.

Die größte Raumeinheit dominiert die Arbeit „Der Grafenberg“ aus den Jahren 1971/72, die Felix Droese während seines Zivildienstes in einer geschlossenen Anstalt in Düsseldorf-Grafenberg kreierte. Auf einem großen Ensemble aus ungleichen gebrauchten Tischen unterschiedlicher Ausformungen befinden sich Glasvitrinen mit Gegenständen aus dem Besitz weggesperrter Menschen. Von Kleidungsstücken über Medikamentenpackungen, Zeitungsausschnitten bis hin zu persönlichen Korrespondenzen gewähren sie teils erschütternde Einblicke in das Leben psychisch und geistig Kranker. Droese versteht dieses Werk als wichtige Sockelarbeit seines gesamten Œuvres.

In den umliegenden Kabinetten sind Kunstvergleiche über die Jahrhunderte hinweg arrangiert. Joseph Beuys schuf 1971 eine „Munitionskiste mit Kreuz mit Sonne und Fichtenstamm mit Berglampe“. Ihr gegenüber hängt ein um 1150 entstandenes Triumphkreuz, ein Highlight der Sammlung, das sich nun aufwendig restauriert in originaler Farbgebung zeigt. In einem weiteren Kabinett sind Vitrinen voll von Devotionalien mit einem Gemälde des bekannten rheinischen Expressionisten Walter Ophey zusammengefügt, welches die Geschlechtertürme von San Gimignano als dominante Machtzeichen herausstellt.

Als Referenz an das neunzigjährige Bauhausjubiläum sind im Südkabinett Proportions- und Farbstudien von Andor Weininger zu sehen. Der Bauhausstudent schuf sie in den Jahren 1922/23 im Umfeld des De Stijl-Kurses Theo van Doesburgs in Weimar. Anschließend füllen im Südturm als höchsten Raum des Hauses anlässlich des 90sten Geburtstages von Heinrich Küpper seine Künstlerbücher die unregelmäßig zugeschnittene Raumfigur.

Kolumba ist keine schrill dröhnende Museumsmaschine. Das Institut setzt hochklassige Akzente in der ihm eigenen Weise. Hier bieten sich dem einfühlsamen Kunstinteressierten poetische Räume der Reflexion vor dem Hintergrund der passenden minimalistischen Architektur Peter Zumthors. Jahr für Jahr inszeniert es in immer neuen Konstellationen epochenübergreifende Kunsterfahrungen und einprägsame Diskurse abseits effekthascherischer Aktivitäten. Dafür sei Kolumba gedankt. Da Führungen nur außerhalb der regulären Öffnungszeiten stattfinden, werden Ruhe und Konzentration nicht gestört. Über 100.000 Besucher pro Jahr sind ein eindrucksvoller Beweis für dieses Konzept.

Die Ausstellung „Hinterlassenschaft“ ist noch bis zum 30. August 2010 zu besichtigen. Geöffnet ist täglich außer dienstags von 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, reduziert 3 Euro. Bis 18 Jahre ist er frei. Zur Ausstellung sind zwei „Werkbücher“ zu Heinrich Küpper und Kurt Benning erschienen, die an der Museumskasse jeweils 28 Euro kosten.

Kontakt:

Kolumba - Das Kunstmuseum des Erzbistums Köln

Kolumbastraße 4

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 933 193 33

Telefon:+49 (0221) 933 193 0



26.10.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Walter
 Ophey, San Gimignano, 1924
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Stefan Lochner, Madonna mit dem Veilchen, Köln kurz vor 1450
Stefan Lochner, Madonna mit dem Veilchen, Köln kurz vor 1450

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Stefan Wewerka







Walter Ophey, San Gimignano, 1924

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Stefan Lochner, Madonna mit dem Veilchen, Köln kurz vor 1450

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