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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Oskar Mulley und Alfons Walde sind die Stars in Hassfurthers Herbstauktion

Großmutter wird verkauft



Monatelang hat Wolfdietrich Hassfurther für Oskar Mulley geworben, kürzlich eine Verkaufsausstellung ausgerichtet und ihn nun auch in den Mittelpunkt der Herbstauktion am 26. November gerückt. Dabei lernt man den Künstler jetzt noch von einer anderen Seite als der des Bergmalers österreichischer Alpen kennen. Ob sie allerdings seine bessere ist, darf bezweifelt werden. Denn manchmal kommt der 1891 in Klagenfurt geborene Mulley, der 1910 bis 1913 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studierte, als arg braver Landschafter in der romantisch-realistischen Tradition des 19ten Jahrhunderts daher, und offenbar pflegte er diesen Stil parallel zu seinem sonstigen Schaffen. Denn der „Entlegene Gebirgshof“ ist durch die Datierung eindeutig für das Jahr 1942 belegt (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Dieses Jahr verbrachte Mulley bereits als Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges. Ein Jahr zuvor war er in die Deutsche Künstlergesellschaft aufgenommen werden. Ein Oppositioneller im Nazireich, dies darf man aus seiner Biografie durchaus vermerken, war Mulley jedenfalls nicht.


Bei den anderen drei Ölbildern, die Hassfurther als Arbeiten im alten Stil darbietet, handelt es sich ganz offensichtlich um Frühwerke des Künstlers. Sie sind mit bis zu 7.000 Euro auch deutlich niedriger veranschlagt als die späteren Gebirgshöfe. Deren Preise richten sich hauptsächlich nach den Maßen der Bilder. Für eine große Leinwand von 2,20 Metern Breite um 1935 muss man mit bis zu 40.000 Euro rechnen, mittlere und kleinere Formate wie ein graubrauner Einödhof oder eine Bergbauernhofimpression mit Fels und blauem Himmel im Hintergrund liegen entsprechend günstiger. Eine Ausnahme im malerischen Werk bildet sein Stillleben „Auerhahn“, dessen Entstehungsort mit Kufstein bezeichnet ist (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Auch einige kleinere Karton- und Papierarbeiten sind zu haben, so die Mischtechnik „Vorfrühling“ mit Anklängen an den Jugendstil (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder ein Werbeplakat, das 1929 für „Tirol im Rundblick vom Patscherkofel“, den man per kostenpflichtiger Seilbahn erreicht, wirbt (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR).

Stets wird sich Mulley allerdings messen müssen mit seinem großen Pendant Alfons Walde – und er wird wohl immer in dessen Schatten stehen. Waldes Werk ist nicht nur vielseitiger und umfasst etwa auch expressionistische Arbeiten wie einen „Akt mit schwarzen Strümpfen“ in Mischtechnik auf Papier, die Temparastudie eines kessen Mädchens mit gelben Strümpfen und Schuhen oder das Stillleben „Blumen 19“ (Taxen je 15.000 bis 25.000 EUR), sondern ist in seinen haptischen Qualitäten noch weitaus bezwingender als Mulleys Ansichten. Es ist, als wollten die Schneemassen auf seiner „Einsamen Alm mit rotem Schifahrer“ von 1928 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR) oder der Ansicht der Trattalmen im Winter schier aus der Leinwand herausquellen (Taxe 60.000 bis 100.000 EUR). Sehr präsent wirkt auch sein junger Bauer während des „Sommers in Tirol“ (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Am nächsten kommen sich die beiden Künstler vielleicht in Waldes Ansicht eines Bauernhofes im „Bergfrühling“. Doch auch diesen spachtelt Walde nicht auf die Leinwand wie Mulley und zerlegt ihn dadurch in seine Einzelteile, sondern reduziert ihn im Gegenteil auf die wesentlichen Merkmale und bindet ihn in eine Umgebung ein, die fast nur aus drei oder vier monochromen Flächen besteht (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR).

Das hochkarätige Angebot wird auch über Walde und Mulley noch hinausgeführt. Die beiden größten österreichischen Zeichner des frühen 20ten Jahrhunderts sind wohl Egon Schiele und Gustav Klimt. Letzterer stellt zwei Blätter, darunter eine merkwürdige „Sitzende Nackte mit secessionistischem Kopfschmuck“, die der Künstler 1909/10 als Modell vor sich hatte. Die Echtheit des Blattes bestätigte Gustavs Schwester Hermine schriftlich in der unteren rechten Ecke (Taxe 85.000 bis 110.000 EUR). Schiele versucht es ebenfalls mit einer eher spartanisch nur mit Unterwäsche bekleideten stehenden Frau mit verschränkten Armen aus dem Jahr 1912 bei 80.000 bis 100.000 Euro. Das letzte der ausgewählten, dem Hauptprogramm vorangestellten Werke ist Anton Faistauers Stillleben mit Blumenstock, Obstschüssel, zwei Flaschen und Weinglas von 1923, das bei marktüblichen 60.000 bis 100.000 Euro rangiert.

Als vielseitiges Wunderkind wurde Gustinus Ambrosi einst gefeiert. Er ist recht selten auf dem Markt anzutreffen, da Vieles von ihm 1945 zerstört wurde. Erste Lorbeeren verdiente sich der gerade einmal 15jährige Künstler mit seiner schonungslos realistischen und doch den Tod veredelnden Büste eines Mannes mit gebrochenem Genick, der 1909 von einem Baugerüst gefallen war. Eine Version dieser Arbeit aus Gips steht jetzt für 3.000 bis 4.000 Euro zur Verfügung. Seinem Ruf als hervorragender Tierbeobachter macht Alexander Koester wieder alle Ehre. Allerdings sind 30.000 bis 40.000 Euro ein stolzer Preis für eines seiner beliebten Modelle, einer Ente im Teich, auf lediglich mittlerem Format. Andere Modelle wählte sich Franz von Defregger 1916: Für ihn sind die kleinen Kinder, die von der Mutter gerade auf den Weg zur Schule geschickt werden, wichtiger als Enten (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Hoffentlich hatten sie auch so eine liebe Großmutter, wie sie Ferdinand Georg Waldmüller 1853 in seinem Hochoval darstellte. Die goldige Dame war eine gewisse Baronin Luise Härdtl (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Landschafter bleiben, wie Walde und Mulley, fast alle auf dem Boden der Gegenständlichkeit. Der Schweizer Alexandre Calame schummelt ein bisschen zur Romantik hin in seiner sommerlichen Ansicht von Jungfrau und Silberhorn (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), Carl Moll bringt es auf seiner „Landstraße bei Plankenberg“ 1890 zu einer Duftigkeit, die nur durch die etwas triste Wetterlage gedämpft wird (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auch der jüngere Werner Berg zeigt den Eiderting in Norwegen vermutlich in etwa so, wie wir ihn auch sehen würden (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Etwas expressionistischer geht es bei Josef Dobrowskys „Auf der Brücke“ von 1928 (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR) und in Herbert Gurschners „Almhütte und Wilder Kaiser, Tirol“ zu (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR): In beiden Gemälden haben sich die Gegenstände etwas flächiger zusammengefunden. „Lindau. Auf der Mauer II“ verwandelt Rudolf Wacker 1928 in eine Welt, die man wie Spielzeug gestalten zu können vermeint. Das der Neuen Sachlichkeit nahestehende Gemälde war schon im Mai für 40.000 bis 50.000 Euro im Angebot und tritt jetzt leicht reduziert auf 35.000 bis 50.000 Euro nochmals an. Erst Hans Fronius zeigt uns mehr eine verschwommen expressionistische Interpretation von „New York, Central Park“ als den Central Park selbst. Da sind wir allerdings auch schon im Jahr 1981 angekommen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Kontakt:

Galerie Hassfurther

Hohenstaufengasse 7

AT-1013 Wien

Telefon:+43 (01) 533 41 74

Telefax:+43 (01) 533 41 74 73

E-Mail: hassfurther@aon.at



19.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Egon Schiele, Kauernde Nackte in Bewegung mit Strümpfen und Schuhen, 1909

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Egon Schiele, Stehende in Unterwäsche mit verschränkten Armen, 1912

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