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Kunst bei Winterberg in Heidelberg

Führers Traum ist teuer



Franz Kobell,  Baumbestandene Landschaft mit Gehöft im Isartal

Franz Kobell, Baumbestandene Landschaft mit Gehöft im Isartal

Erich Heckel hieß der Star der Herbstversteigerung des Heidelberger Auktionshauses Winterberg am 7. November. Deutlich über ihre Schätzungen hinaus kletterten zwei aquarellierte Kreidezeichnungen, die der sächsische Expressionist während seiner Dresdner „Brücke“-Zeit 1911 und 1913 und damit auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Lebens schuf. Ein „Junges Mädchen“, die unbefangen in ihrem blauen Kleid am Strand sitzt, brachte es ebenso auf 22.000 Euro wie zwei stehende Frauen am Strand „Vorm Bad“. Sie machen sich gerade für das Wasser fertig. Lediglich 9.800 und 9.500 Euro hatte Winterberg, für allzu niedrige Schätzpreise sonst eigentlich nicht bekannt, erwartet. Auch das in gleicher Technik 1926 ausgeführte Blatt „Steiles Ufer“ wurde noch mit 16.500 Euro honoriert. Wohl der detaillierteren Ausführung wegen hatte die Taxe hier allerdings bei 19.800 Euro gelegen.


Die Zuschlagsquote für die gut 1300 Losnummern lag mit rund 35 Prozent auf dem bei Winterberg üblichen Niveau. Von den hoch gehandelten Stücken wurde allerdings nur eine Minderheit übernommen. So blieben bei den Alten Meistern die Hauptstücke Rembrandts, darunter die Radierung „Faust in der Studierstube“ von 1652 (Taxe 15.500 EUR), ebenso liegen wie Antonio Canals Radierung „Le Monument equester“ aus der venezianischen Vedutenfolge um 1740 für 7.800 Euro. Dafür brachte es die „Veduta della Piazza della Rotonda“ aus den „Vedute die Roma“ seines großen römischen Kollegen Giovanni Battista Piranesi von 1751 auf 3.000 Euro (Taxe 3.800 EUR).

Einige kleinere Steigerungen gab es bei den niedrigen Schätzpreisen. Ein Kupferstich nach einem Werk aus Andrea Mantegnas Gemäldezyklus „Der Triumph Caesars“ aus dem späten 15ten Jahrhundert steigerte sich von 950 auf 2.100 Euro, ein Ölgemälde mit rastenden Bauern am Ufer eines Gewässers, das laut einem Etikett auf der Rückseite von Theobald Michau stammen soll, vermutlich aber nur in dessen Umkreis gehört, verdoppelte seinen Wert auf 3.600 Euro. Mit Zuschlägen von 2.200 und 1.950 Euro erwiesen sich zwei Gemäldefragmente des lokal relevanten Württembergers Caspar Fuchs als recht begehrt (Taxen 1.200 und 980 EUR). Komplett übernommen wurden sechs Landschaftsskizzen Franz Kobells für bis zu 1.700 Euro leicht unterhalb der Schätzungen.

Im 19ten Jahrhundert wurden die Preisbewegungen etwas heftiger. Höhepunkt wurde hier die Inkunabel der Lithografie nach dem Gemälde „Bildnis der Gebrüder Konrad und Franz Eberhard“ von Johann Anton Ramboux, das zu den bedeutendsten und bekanntesten Werken der rheinischen Romantik gehört. Auf 14.500 Euro angesetzt, wurde dieses wichtige Dokument auf 25.500 Euro gehoben und errang damit noch vor Heckel den ersten Preis der Auktion. Andere bedeutende Stücke dagegen wie Carl Philipp Fohrs aquarellierte Bleistiftzeichnung einer Ansicht der Burg Windeck mit Weinheim im Hintergrund von circa 1812 oder Friedrich Kallmorgens „Leierkastenmann“, der Anfang des 20sten Jahrhunderts die Genremalerei ihrem Ende entgegen führt, stehen dagegen noch auf der Nachverkaufsliste (Taxen je 19.800 EUR).

Alles in Allem aber blieben italienische Ansichten recht beliebt. Die spätromantische Ansicht des protestantischen Friedhofs an der Cestius-Pyramide in Rom, die um 1840 Bleistiftfeder und Aquarellpinsel Georg Heinrich Busses entsprang, kostete 3.200 Euro, 3.600 Euro gab es für Heinrich Drebers italienische Landschaft mit rastenden Bauern an einem Wasserfall von 1847 (Taxen je 2.200 EUR), und 1.800 Euro blieben für Friedrich Eibners unvollendetes Aquarell mit Blick auf die Gräber der Scaliger in Verona übrig (Taxe 1.950 EUR). Carl Ludwig Fahrbach setzte sich in heimischen Gefilden fest und konnte mit seiner hügeligen Waldpartie, in der sich Rehe tummeln, ebenfalls ganz gute 3.000 Euro verbuchen (Taxe 3.800 EUR). 1.800 Euro schaffte Theodor Verhas’ Hochgebirgslandschaft mit reißendem Bach nach einem Gewitter, ein stattliches, aber etwas routiniertes Ölbild wohl der 1840er oder 1850er Jahre (Taxe 2.800 EUR).

Eine kleine Bieterschlacht entbrannte um die elf verschiedenen Stadtansichten, die der gebürtige Niedersachse Georg Osterwald in den 1830er Jahren sowohl in Bleistift als auch in Lithografie entlang der Weser aufnahm. 320 Euro lautete der Schätzpreis, doch schließlich musste ein Interessent auf 2.500 Euro zurückgreifen, um das Konvolut sein Eigen nennen zu können. Die gegenüber der Landschaftsmalerei nicht sehr starke religiöse Kunst fand in Jean-Louis Hamon einen würdigen Vertreter. Seine an der italienischen Frührenaissance orientierte Mariae Verkündigung in Öl auf kleiner Holzplatte kletterte leicht von 980 auf 1.350 Euro. Teuerster Tiermaler wurde Johannes Christian Deiker mit seinem Setter, der einen Fasan im Maul trägt. Das Ölbild ging für 2.700 Euro in neue Hände über (Taxe 1.850 EUR).

Abgesehen von den Heckel-Bildern hätte es beim deutschen Expressionismus noch reichlich Auswahl an hochkarätigen Werken gegeben. Doch fanden sich für Max Beckmanns „Selbstbildnis 1920“ in Kaltnadelradierung für 16.800 Euro, Otto Dix Lithografie „Südlicher Matrose“ von 1923 (Taxe 16.500 EUR), George Grosz’ Tuschpinselzeichnung eines saturierten Offiziers in „Pensioniert“ von 1920 (Taxe 29.800 EUR), Karl Schmidt-Rottluffs Zimmermannsbleistift- und Grafitzeichnung „Strand von Hohwacht“ von 1919 (Taxe 14.800 EUR), Otto Muellers liegenden weiblichen Akt in gelber Kreide über Bleistift aus der Mitte der 1920er Jahre (Taxe 15.500 EUR) sowie schließlich Conrad Felixmüllers Holzschnitt „Junge Eltern“ von 1918 (Taxe 12.000 EUR) diesmal keine Abnehmer. Immerhin durften sich die Einlieferer von Schmidt-Rottluffs Holzschnitten „Frau am Tisch“ von 1910 und „Schiffe im Hafen“ von 1913 über 4.200 und 4.500 Euro freuen (Taxen 4.800 und 6.200 EUR).

Gefragt waren noch manche gefälligen Stücke wie August Böchers historisch und künstlerisch etwas anachronistisches Ölbild „Nachmittag in einem Gartencafé“ von 1918 für 3.800 Euro (Taxe 1.200 EUR), Stefan Simonys „Kundriederhof in Spitz in der Wachau“ für unerwartete 3.000 Euro (Taxe 850 EUR) und Hermann Goebels ebenfalls spätimpressionistischer „Gartenweg im Herbst“ von 1926 für 2.200 Euro (Taxe 1.950 EUR). Interessanter schon war Carl Emil Uphoffs farblich kraftvolles, kompositorisch wirkungsvolles Ölbild „Herbst in Worpswede“ von 1910, das die Malerei der berühmten Künstlerkolonie auch in der zweiten Generation noch würdig fortsetzte. Diese Leistung wurde mit 3.800 Euro honoriert (Taxe 4.800 EUR).

Eine größere Mappe an Zeichnungen stand von Andreas Paul Weber zur Verfügung. Sie wurde mehrheitlich übernommen, mit der Tuschfederzeichnungen „Baron von Münchhausen: Die gesprengte Tafel“, entstanden vermutlich im Zusammenhang mit der Illustration einer Neuausgabe der Bürgerschen Geschichte 1955, für 1.600 Euro an der Spitze (Taxe 1.500 EUR). Auch die Arbeiten des kaum erforschten Carlo Boger, der als Bühnenbildassistent in Weimar nachweisbar ist, erfreuten sich hoher Wertschätzung. Bestbezahltes Stück war mit 1.650 Euro „Führers Traum“, eine skurrile Satire auf Adolf Hitler in Tusche, Aquarell und Deckfarben, freilich 1936 schon in sehr gefährlichen Zeiten entstanden (Taxe 900 EUR). Die vollständige Mappe mit zwölf Lithografien, die Emil Orlik als „Erinnerungen an Hiddensee 1919“ ein Jahr später anfertigte, wechselte für erfreuliche 2.900 Euro den Besitzer (Taxe 2.200 EUR). Und die Grafik stellte auch das teuerste Los der modernen Kunst: Pablo Picassos sechstes Blatt aus der Suite Vollard unter dem Titel „Femme nue devant une Statue“ von 1931 machte sich bei 18.000 Euro davon (Taxe 22.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de

Startseite: www.winterberg-kunst.de



20.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 3.600,- EURO

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Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 402

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Taxe: 14.500,- EURO

Zuschlag: 25.500,- EURO

Losnummer: 598




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