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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Malerei und Skulpturen des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Kein Grund, Trübsal zu blasen



Anselm Feuerbach, Medea an der Urne, 1873

Anselm Feuerbach, Medea an der Urne, 1873

Einen neuen Auktionsrekord für den deutschen Neoklassizisten, Präsymbolisten und vor allem tragischen Malerhelden des 19ten Jahrhunderts Anselm Feuerbach vermeldet das Londoner Auktionshaus Sotheby’s von seiner Malereiauktion am 24. November. Objekt der Begierde war das Ölbild „Medea an der Urne“ aus dem Jahr 1873. Nun ist Feuerbach kein Dauergast im internationalen Marktgeschehen, da sich der überwiegende Teil der bedeutenden Arbeiten seines nicht allzu breiten Œuvres in Museumsbesitz befindet. Auch das vorliegende Gemälde, mit fast zwei Metern Höhe ein echtes Monumentalwerk und auch qualitativ etwa mit seiner berühmten „Iphigenie“ vergleichbar, befand sich zwischen 1939 und 2009 in der Österreichischen Galerie im Belvedere Wien, wurde jedoch kürzlich den Erben des jüdischen Bankierssohns Wilhelm Freund zurückgegeben. Über den geradezu lächerlichen Schätzpreis von 15.000 bis 25.000 Pfund durfte man sich sehr wundern. Jedenfalls führte er zum Erfolg: 380.000 Pfund zahlte ein anonymer Sammler für die Trübsal blasende Frauengestalt der Antike.


Ebenfalls restituiert wurde in diesem Jahr Carl Blechens „Mühle im Tal“, einst Teil der großen Sammlung Julius Freunds, die 1942 bei Fischer in Luzern unter den Hammer kam. Seit 1969 hing das Gemälde als Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. Hier kamen zwar nur 75.000 Pfund heraus, doch auch dies bedeutet einen Spitzenplatz für einen Künstler, der den Markt ebenfalls nur selten mit großen Werken beschickt. Das kleine Ölbild auf Papier misst gerade einmal 18 mal 26,3 Zentimeter. Die „Mühle im Tal“ belegt nun den dritten Rang in Blechens Auktionshitliste (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP). Unveräußert blieb dagegen sein „Schlafender Faun“ mit gleicher Provenienz und bis 2009 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln aufbewahrt (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Nur kurz, seit 2004 genoss die Staatsgalerie den Besitz von Adolph von Menzels Stillleben „Umgestürzter Teekessel“ aus dem Jahr 1856. Auch dieses Bild musste an die Erben des Düsseldorfer Kunsthändlers Walter Westfeld, der in Auschwitz ermordet wurde, herausgegeben werden. Es ging für 310.000 Pfund an den Yorker Kunsthandel French & Company (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Zum Glück gab es in dieser Auktion, die rund 7,17 Millionen Pfund brutto einspielte und 125 der 178 angebotenen Werke als verkauft verzeichnen konnte, auch ein paar „unbelastete“ Werke. Albin Egger-Lienz’ „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“, eine patriotische Geschichtsszene aus den Tiroler Freiheitskriegen 1809, kostete 102.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP), eine hübsche Venedigimpression Friedrich Nerlys mit dem Palazzo Foscari am Canal Grande verdoppelte ihren Preis auf 235.000 Pfund. Der Amerikaner Edward Cucuel, der einen Teil seines Lebens in München verbrachte, malte am Starnberger See einen „Sommer“ und verbuchte mit diesem Ölbild jetzt 70.000 Pfund (Taxe 15.000 bis 25.000 GBP). 78.000 Pfund waren es gar für ein „Mädchen im Pelz“ während des Winters in Bad Tölz. Mit seinen oberbayerischen Menschenbildern im Stil des Impressionismus, in denen immer die Sehnsucht nach Einheit zwischen Natur und Mensch mitschwingt, trifft der „Scholle“-Künstler noch heute den Nerv der Zeit (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Und auch János Vaszarys impressionistisches Damenbildnis „Frauen im Park“ kam mit 42.000 Pfund gut bei den Sammlern an (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP).

Einerseits nach Nationalitäten, andererseits nach Stilrichtungen aufgeteilt, fand sich Otto Greiners „Herkules bei Omphale“ von 1905 wie Feuerbachs Medea unter dem Stichwort „Symbolism and the poetic vision“, was ihm aber kein Glück bescherte (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Ludwig von Langenmantels „Reigen“ von vier elegisch blickenden, antikisch gewandeten Damen mit Harfe brachte den unteren Schätzwert von 10.000 Pfund ein. Starke Zuschläge brachte wieder der „Scandinavian Sale“. Hier glänzten der Schwede Isaac Grünewald mit seinen expressionistischen „Lot und seine Töchter“ bei 150.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) und Helene Schjerfbeck mit der „Kleinen Gudrun“, einer Tochter von Freunden der Künstlerin, bei 110.000 Pfund (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Angeführt wurden sie von Carl Larssons Selbstportrait and er Staffelei mit seiner kleinen Tochter Brita aus dem Jahr 1895, das mit 350.000 Pfund allerdings 50.000 Pfund unterhalb der Erwartungen verharrte.

Den teuersten Zuschlag brachte, nicht zum ersten Mal, Spanien hervor. Hier heißt Joaquín Sorolla y Bastida der Star des Impressionismus, der es gelegentlich sogar in die großen New Yorker oder Londoner Abendauktionen schafft. Auch „Barcas en la playa“ aus dem Jahr 1909 wäre eines solchen Auftritts würdig gewesen. Jetzt war es der dynamischen Augenblicksaufnahme an sonnigem Strand beschieden, bei 1,45 Millionen Pfund alle anderen Angebote weit hinter sich zu lassen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Mit 260.000 Pfund und 250.000 Pfund setzten sich Hermenegildo Anglada-Camarasas geheimnisvolle, schemenhafte Frauen in einer Konzertloge (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP) und Julio Romero de Torres’ weiblicher Torero mit forschem Rückblick auf den Betrachter an zweite und dritte Stelle (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Doch gab es bei den Spaniern auch die schmerzlichsten Lücken mit Santiago Rusiñols „Melancolia“ (Taxe 220.000 bis 280.000 GBP) und seinem Bildnis des Bildhauers Enric Clarasó (Taxe 280.000 bis 350.000 GBP). Wenigstens ging sein Blick auf einen menschenleeren Weg in den Gärten der Generalife für gute 75.000 Pfund weg (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Italien glänzte mit Federico Zandomeneghis junger Frau, die sich gerade einen perlenbesetzten Ohrring anlegt, bei 108.000 Pfund, ihre Kollegin am „Bouquet“ forderte 70.000 Pfund. Die beiden atmosphärischen Pastelle waren zwischen 45.000 und 70.000 Pfund bewertet. Blieben noch die Orientmaler, unter denen Ludwig Deutsch mit seinem Scholar in seiner Studierstube 1890 den größten Triumph feierte. Erst bei 340.000 Pfund wechselte das feine Ölbild, das in Wahrheit nicht in weiter Ferne, sondern im heimisch gewordenen Pariser Atelier entstand, den Besitzer (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Adolf Schreyers Reiterszene war mit 50.000 bis 70.000 Pfund zu hoch angesetzt, dafür ging Frederick Arthur Bridgmans orientalische Marktszene wenigstens bei 65.000 Pfund weg (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP). Alphons Leopold Mielich ließ sich ebenfalls vom geschäftlichen Treiben des Morgenlands inspirieren. Sein Teppichhändler ist nun 70.000 Pfund wert (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Teuerstes Stück in der tags darauf stattgefundenen Skulpturenauktion wurde Alfred Bouchers nackte Frau, die sich gerade aus ihrem weißen Marmorblock herausräkelt und damit frappant an Auguste Rodin erinnert. Sie erzielte 210.000 Pfund und damit das Dreifache der unteren Schätzung. Gefragt war ansonsten auch Dekoratives wie Pietro Guarnerios etwas üppig ausgefallene Allegorie „La Vanità“ für 70.000 Pfund und Jacques de Braekeleers kauernde nackte Schönheit mit einer Schildkröte um 65.000 Pfund (Taxen je 30.000 bis 50.000 GBP). Auch Emile-André Boisseaus marmorne Figurengruppe „Le Crépuscule“ gehört mit ihren nun bewilligten 42.000 Pfund zur gut bezahlten Salonkunst der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Insgesamt kamen auf dieser Auktion bei einer Zuschlagsquote von 65 Prozent brutto 1,23 Millionen Pfund zusammen.

Die Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



30.11.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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