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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Berliner Straßen und Münchner Föhn



Lesser Ury, Unter den Linden mit Blick auf die Universität, 1920er Jahre

Lesser Ury, Unter den Linden mit Blick auf die Universität, 1920er Jahre

In diesem Herbst könnte es etwas schwerer für das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte werden, sein Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst an den Mann zu bringen. Keines der rund 85 für den 4. Dezember reservierten „Ausgewählten Werke“ ragt wirklich hervor, wenngleich es manche hohen Preise gibt. Doch Lesser Urys Ölbild „Unter den Linden mit Blick auf die Universität“ aus den 1920er Jahren (Taxe 100.000 EUR) oder Gabriele Münters „Skizze Föhn“ von 1954 (Taxe 50.000 EUR) sind auf dem Markt eher gängige Stücke. Viel Grafik bei den norddeutschen Expressionisten wie Emil Noldes Holzschnitt „Prophet“ von 1912 (Taxe 35.000 EUR) stehen lediglich Ernst Ludwig Kirchners „Anprobe“ von circa 1910 als farbige Kreidezeichnung (Taxe 80.000 EUR) und „Tanzgruppe“ im Schablonenstil von 1926 als aquarellierte Bleistiftskizze gegenüber (Taxe 28.000 EUR). Kirchners Kaltnadelradierung „Leuchtturm in Grünen“ von 1913 verlangt 24.000 Euro. Insgesamt erscheint die Offerte bisweilen etwas überbewertet.


Fraglich, ob dieser Ausfall durch die Außenseiterpositionen ausgeglichen werden kann. Davon hat Hauswedell & Nolte nämlich einige. Schon gleich am Anfang ist hier Alfred Kubin zu nennen, der mit seinem „Narrenschiff“ in Tusche um 1900/01 an spätmittelalterliche Moralbilder anknüpft (Taxe 8.000 EUR), in der Kleisterfarben- und Temperaarbeit „Der Bräutigam“ um 1905/06 sein surreales Talent spielen lässt (Taxe 40.000 EUR) und sich in seiner „Anbetung der Könige“ um 1907 – selten genug in seinem Leben – religiösen Themen widmet. Wie hier allerdings die Handelnden lächelnd in die Kamera gucken, das lässt einen gewissen Spott nicht verkennen (Taxe 45.000 EUR). Eine „Lustige Person“ erstellte Hannah Höch 1932 aus verschiedenen collagierten Elementen (Taxe 35.000 EUR). Theo von Brockhusen ist bei seinem sommerlich-sonnigen „Waldweg“ um 1916 noch in nachimpressionistischen Bahnen zu Gange (Taxe 12.000 EUR). Herausragendstes Stück ist Carlo Menses „Madonna mit Kind“, das um 1913/14 die Tendenzen von Kubismus und Orphismus mit einer sehr traditionellen Bildgattung verbindet. Doch dürften 80.000 Euro für dieses Ölgemälde, das man sich in seiner avantgardistischen Haltung noch entschiedener wünschte, ein stolzer Preis sein. Der neue Auktionsrekord wird mit dieser Bewertung jedenfalls angestrebt.

Nach einigen Misserfolgen in der Vergangenheit hat sich der französische Impressionismus fast ganz zurückgezogen. Wenigstens Théodore Rousseaus kleines Ölbild „Vaches à la mare“ um 1850 traut sich noch nach Hamburg (Taxe 15.000 EUR). Bei der Klassischen Moderne Frankreichs stehen zwei Künstler im Mittelpunkt. Fernand Léger schuf 1940 in Gouache, Tusche und Aquarell eine „Femme au perroquet“. Sie erscheint wie eine Weiterführung der großen „Composition aux deux Perroquets“, die Léger immerhin vier Jahre lang zwischen 1935 und 1939 beschäftigte (Taxe 70.000 EUR). Sein Kollege und Freund Pablo Picasso schickt unter anderem die Aquatintaradierung „Torse de femme – L’égyptienne“ aus dem Jahr 1953 für geschätzte 90.000 Euro. Eine schöne Arbeit Willi Baumeisters Mischtechnik unter dem Titel „Helle Bewegung 3“, 1947/48 als größtes Werk seiner Serie „Sonnenfiguren und Kammzüge“ entstanden, soll 100.000 Euro kosten.

Zum Abschluss der „Ausgewählten Werke“ versammeln einige Granden der deutschen Gegenwartsszene. Günther Uecker ist ausnahmsweise nicht mit einer Nagelung, sondern mit der brauen Tuschzeichnung „Zum Schweigen der Schrift – Regen“ von 1974/76 zugegen, die allerdings strukturell ähnlich angelegt ist (Taxe 50.000 EUR). Jörg Immendorffs motivreiche „Futurologe“ von 1983 (Taxe 75.000 EUR), Gerhard Richters abstraktes Aquarell „Q. E.“ von 1984 (Taxe 35.000 EUR), Georg Baselitz’ schnelles Tuschpinselaquarell „Stillleben mit Flaschen“ von 1978 (Taxe 15.000 EUR) und Sigmar Polkes Rasterbild „Ohne Titel“ mit einem Netz aus blauen Punkten von 2001 für 40.000 Euro repräsentieren jeweils kleine Ausschnitte aus einem großen Werkkomplex.

Den 80sten Geburtstag des Hamburger Vielzeichners Horst Janssen begehen Hauswedell & Nolte mit der erotischen Farbzeichnung „Efi“ von 1969 (Taxe 18.000 EUR). Jonathan Meese begeistert nicht mehr und noch immer mit seinen absurden Erfindungen. „Konteradmiral ‚Penny Dirn’ in Geheimbunker ‚Zirr’“ von 2007 wartet für 50.000 Euro auf neue Freunde. Lediglich eine unbetitelte Schriftzeichnung Cy Twomblys aus dem Jahr 1962 (Taxe 75.000 EUR) und Stanley William Hayters farbintensive gestische Acrylmalerei „Archer“ von 1948 vertreten die angloamerikanische Gegenwartskunst (Taxe 7.500 EUR).

Teil II der modernen Kunst mit den durchschnittlich günstiger taxierten Werken läuft der Abendauktion den 4. Dezember über voran. Einige schöne Arbeiten haben sich auch hier eingefunden. Darunter eines der seltenen Ölbilder Eduard Bargheers mit dem Titel „Häuser und Gärten“ in abstrakten Formen von 1950 für 8.000 Euro. Als Walter Dexel noch keine Straßenschilder entwarf, malte er expressionistisch, wie eine „Brücke über die Eisenbahn“ von 1913 und ein „Wasserfall“ von 1914 zeigen (Taxen 4.500 und 5.000 EUR), ebenso wie Kurt Schwitters in seinem „Parkweg“ von 1918 (Taxe 8.000 EUR). Franz Xaver Fuhr ist für kraftvolle Stadtansichten bekannt. Wenngleich er damit keine Unsummen bewegt, ist sein „Stadttor“ von 1928/30 ein ansprechendes Beispiel seiner ganz persönlichen Sicht auf die Welt (Taxe 8.000 EUR).

Mit hohen 35.000 Euro ist Max Kaus’ Meeresstrand unter düsteren „Regenwolken“ von 1923 bewertet, gefolgt von 30.000 Euro für Karl Schmidt-Rottluffs Aquarell „Stillleben mit Räucherflundern“ um 1939. Den größten Anteil der Auktion stellt Käthe Kollwitz. Rund 65 Papierarbeiten, die aus einer großteils noch zu Lebzeiten der Künstlerin angelegten Sammlung stammen, werden im Einzelnen für bis zu 25.000 Euro – hier die Radierung „Pflüger mit stehender Frau im Vordergrund“ wohl von 1906 – angeboten. Erschwinglicher ist der Hamburger Impressionist Thomas Herbst. Sein Ölgemälde „Zwei Pferde am Gatter“ von etwa 1895/96 listet der Katalog für 3.500 Euro. Der „Liegende Tiger“, eine farbige Radierung des Jahre 1930 von Rolf Nesch, rangiert dann bei 3.000 Euro.

Den Schätzwert von 12.000 überschreiten die 200 Losnummern nicht, die am 5. Dezember unter der Überschrift „Kunst nach 1945“ zu günstigen Preisen zusammengestellt sind. Er ist für das dunkle, waagrecht strukturierte Mezzotinto „Roofs of Paris“ von Yozo Hamaguchi vorgesehen. Bei 10.000 Euro folgen Horst Janssens flott mit Aquarell und Bleistift charakterisiertes „Portrait Stefan Blessin“ von 1989, Fred Thielers graublaue Farbwolken unter dem Titel „Gr.Bl/So./69-76 (Zwischen Blau)“ von 1969/76 und Andy Warhols farbige Serigrafie „Teddy Roosevelt“ aus der Serie „Cowboys ans Indians“ von 1986. Auch noch die späten Arbeiten des „Cobra“-Mitglieds Lucebert, wie die im Katalog gelistete, titellose Acrylmalerei des Jahres 1991, erinnern an Kinderzeichnungen (Taxe 5.000 EUR). Eine heute kaum mehr beachtete Position erarbeitete sich Leone Minassian mit seinen amorphen schwebenden Formen in Spektralfarben und Verdrehungen. 1959 nahm der Italiener mit ihnen an der Documenta in Kassel, zwei Jahre später an der Biennale in Venedig teil. Ein Aquarell von 1967 gibt es schon für 1.500 Euro.

Die Auktion beginnt am 4. Dezember um 9:30 Uhr mit der Modernen Kunst Teil II, um 18 Uhr folgen dann die Ausgewählten Werke, und am 5. Dezember steht ab 14:30 Uhr die Kunst nach 1945 auf dem Programm. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 2. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr, am 3. Dezember von 10 bis 17 Uhr und der Kunst nach 1945 noch am 5. Dezember von 11 bis 13 Uhr möglich. Die Kataloge sind im Internet unter www.hauswedell-nolte.de abrufbar.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



01.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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