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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Schroffer Felsen – ruhige See



Alfred Sisley, Langland Bay, 1897

Alfred Sisley, Langland Bay, 1897

Traditionell stark sind die französischen Künstler auf den Moderne- und Gegenwartskunstauktion des Zürcher Auktionshauses Koller. So auch am 4. Dezember. Die teuersten Werke stellen die Meister aus dem großen Nachbarland im Westen. An der Spitze steht Alfred Sisley, der vielleicht bedeutendste Landschafter des Impressionismus neben Camille Pissarro. Ein letztes Mal verweilte er 1897 auf Einladung des Sammlers François Depeaux in England. Ein paar Wochen hielt er sich dort im walisischen Cardiff auf. Hier fand er an „Langland Bay“ ein ideales Motiv: die steil abfallende Küste, deren Schroffheit im wirkungsvollen Gegensatz zur ruhig daliegenden See steht. Das Ölgemälde auf Leinwand, das diesen Aufenthalt festhält, bietet Koller nun als Höhepunkt der Auktion für 600.000 bis 900.000 Franken an.


Moderne Kunst

Eugène Boudin spezialisierte sich in seinem Werk auf Hafenszenen. Die filigranen Formen der Segelboote- und -schiffe kamen seinem hauchenden Duktus entgegen, was man auch seiner Ansicht des Hafens von Dieppe anmerkt (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auguste Herbin war in jungen Jahren auf der Suche nach seinem eigenen, Tendenzen der Abstraktion vorwegnehmenden Stil. Auf der Schwelle zur flächigen Farbgestaltung steht er 1908 mit seiner „Paysage aux Maisons“. Fast scheint es, als wollte der Künstler seine Neuerungen an einem dafür denkbar ungünstigen Sujet, der eigentlich vielgestaltigen, buntfarbig wirbelnden Dachlandschaft einer Kleinstadt, ausprobieren (Taxe 90.000 bis 130.000 SFR). Ganz klassisch dagegen zeichnet Maurice Utrillo 1932 die Kirche in Aubazine ab (Taxe 80.000 bis 100.000 SFR). Eines der wenigen Stillleben sind Louis Valtats duftige „Branches de cerisier en fleur dans un pichet en grès“ um 1925 (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR).

Dem französischen Kunstkreis ist auch Nicolas Tarkhoff zuzurechnen, lebte der gebürtige Moskauer doch schon seit 1898 in der französischen Hauptstadt. In der quirligen Straßenszene „Mi-Câreme“, benannt nach einem beliebten Fest, schließt er sich mit starkfarbigem, kräftigem Pinselstrich dem Neoimpressionismus an (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Richtung Expressionismus tendiert Maurice de Vlaminck, seine oft düsteren Landschaften, wie etwa ein aufkommender Sturm im Hafen von Honfleur, erinnern jedoch zugleich auch immer ein wenig an die Landschaftsmalerei der alten Niederländer des 17ten Jahrhunderts (Taxe 130.000 bis 160.000 SFR). Ganz anders dagegen die ruhige Parklandschaft, die Henri Manguin 1909 in „Le Lac Saint-James, Bois de Boulogne“ schildert (Taxe 90.000 bis 120.000 SFR). Ein weiterer Höhepunkt der französischen Landschaftsmalerei ist schließlich noch ein Seerosenbild Claude Monets. Es ist in seiner blaugrünen Farbmasse derart dicht, dass es kaum noch an ein bestimmtes Ding aus der Natur erinnert. Merkwürdig, dass das Wildenstein Institute in Paris derartige Fragmente des Künstlers grundsätzlich nicht ins Werkverzeichnis aufnimmt (Taxe 180.000 bis 220.000 SFR).

Bedeutendstes Werk eines deutschen Malers ist Max Liebermanns gewohnt plastisch modellierte Parklandschaft „Zwei Reiter in der Allee bei Sakrow“ aus dem Jahr 1924. Die mittelgroße Leinwand steht bei 300.000 bis 450.000 Franken. Dicht dahinter ist jedoch Emil Noldes Aquarell „Bauernhaus in der Marschlandschaft“ etwa der gleichen Zeit angesiedelt. Auch wenn derartige Werke des Künstlers nicht selten sind – dieses ist ein besonders schönes Exemplar seiner besinnlichen Farbkompositionen und deshalb zu Recht auf hohe 270.000 bis 370.000 Franken veranschlagt. Die Anfänge des späteren Abstrakten Willi Baumeister dokumentiert eine Öltemperamalerei von 1912 namens „Grotte“. Zu sehen sind einige aufreizende Frauenakte (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Das Spätwerk Gabriele Münters vertritt ein roter Christstern aus dem Jahr 1956 – ausnahmsweise kein Aquarell, sondern ein kleines Ölbild der einstigen „Blauen Reiterin“ (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Zeitgenössische Kunst

Hatte die Abstraktion bei den Modernen nur in wenigen Beispielen wie Jean Metzingers „Nature morte“ um 1945 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) und einer schrillen Komposition in Blau André Lanskoys für 35.000 bis 45.000 Franken Ausdruck gefunden, so dominiert sie in der Gegenwartskunst bei Koller zunächst einmal. Asger Jorns „Untitled“ von 1956 erinnert nur entfernt an eine landschaftliche Situation, die ohnehin stark von menschlicher Verschmutzung gekennzeichnet wäre (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR), und auch Pierre Alechinskys „La Position de Montier“ von 1989 macht es dem Betrachter in dieser Hinsicht nicht gerade einfach. Wenigstens hat der gebürtige Belgier um seine schwarzweiße Komposition den Rahmen gleich mitgemalt (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Serge Poliakoff ist für seine Puzzlespiele bekannt, wie sie 1969 seine Gouache „Composition abstraite“ in dominierendem Rot und 1962 eine triste „Composition en gris“ liefern (Taxe zwischen 40.000 und 65.000 SFR). Mit kleineren Puzzleteilen arbeitet Natalia Dumitresco und verschränkt sie 1960 in „Bleu“ zu schwebenden Quadern (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Karel Appel liebt buntfarbige Kindermalereien. Doch auf seinem Ölbild von 1970 ist immerhin ein „Gesicht“ zu erkennen, wie zudem der Titel verrät (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Jean-Paul Riopelle haut und spachtelt in „Printanier“ 1974 die Ölfarbe zentimeterdick auf die Leinwand, dass es nur so klatscht (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Victor Vasarely denkt gar nicht daran, anders als im Gewand seiner symmetrischen 3-D-Strukturen zu erscheinen wie in „Kartons“ von 1974 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) oder „8-4“ von 1973/75 (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Sol LeWitt erprobte die Möglichkeiten der malerischen Gestaltung einfacher geometrischer Figuren wie etwa eines Quaders 1991 in der Gouache „Cube with colours superimposed (Sloppy)“ (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Doch manchmal dominiert auch die Figuration. Ernst Fuchs beispielsweise hat sich für seine fantastischen Erfindungen immer von der sichtbaren Natur inspirieren lassen und überträgt sie in seine Malerei. „Der erste Tag“ von 1988 ist so ein paradiesisches Werk (Taxe 68.000 bis 78.000 SFR).

Vollends in die Präsenz geholt ist die junge Frau, die Jorge de la Vega 1967 in einer schwarzweißen Acrylmalerei auf Leinwand bannte. Der bereits vier Jahre später recht jung gestorbene Argentinier outet sich damit als ein Angehöriger der Pop Art, wiewohl einige körperliche Ungereimtheiten an der in herzhaftes Lachen ausgebrochenen Dame auch an den Kubismus erinnern (Taxe 180.000 bis 280.000 SFR). Dem Fotorealismus hat sich der 1946 geborene Amerikaner Frederick Denys verschrieben. Seine recht dekorative „Große Ansicht des Grand Canyon“ bildet die Landschaft im Abendlicht ab, wie sie ist (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Bleiben noch die Fotografen, die die Wirklichkeit ohne Umwege ablichten. Nan Goldin etwa, die ihr persönliches Umfeld zum Thema ihrer Bilder macht. Für das New Yorker Drag-Festival Wigstock hat sich Joey 1991 mächtig aufgebröselt (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR).

Besonders die Skulptur hat sich immer eine größere Orientierung an der Gegenständlichkeit bewahrt. Nam June Paik erweiterte ihren Begriff bekanntlich durch die Integration von Videoinstallationen. Auch in „Black Torero“ von 1997, einer Holzskulptur mit Metallbeschlägen, kann der Betrachter stundenlang fernsehen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Tony Cragg stapelte gelegentlich eine stattliche Anzahl von Glasgefäßen zu einem filigranen Turm von vier Ebenen aufeinander – was für eine Mühe! Trotzdem soll das unbetitelte und undatierte Werk nur 30.000 bis 50.000 Franken wert sein. Minimalistisch geht allerdings John McCracken vor in seiner „Vision“ 1984, die lediglich aus einem gelben, an den Kanten abgefassten Quader besteht, den man an die Wand hängen kann (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Das teuerste Werk der Zeitgenossen gelangt erst im späteren Verlauf zum Aufruf. Auch dies gibt sich gegenständlich: Man Rays „Première Promenade en 1912“ aus dem Jahr 1958. Der geheimnisvolle Künstler lässt in diesem humorvollen Ölbild alle Menschen und seltsame Tierhybride nackt am Strand herumspazieren (Taxe 270.000 bis 350.000 SFR).

Schweizer Kunst

Am 4. Dezember hat Koller außerdem Schweizer Kunst im Angebot. Hier ist das Hauptlos der Winterauktionsrunde zu Hause. 1888 malte Albert Anker ein „Strickendes Mädchen“ in der für ihn charakteristischen realistischen, wie auch einfühlsamen Art. Noch direkt beim Künstler erworben, war das Portrait seither, also 120 Jahre lang, im Besitz der selben Familie und in den letzten vier Jahren zudem als Leihgabe im Berner Kunstmuseum ausgestellt. Entsprechend hoch hat Koller den Preis fixiert. 900.000 bis 1,3 Millionen Franken stehen auf dem Etikett. Ehe die Moderne in der Schweiz Einzug hält, listet der der Katalog noch Landschaften und Genredarstellungen aus dem 19ten Jahrhundert. Darunter befinden sich Rudolf Kollers Kuh- und Schafherde am Waldrand (Taxe 22.000 bis 28.000 SFR) oder Alexandre Calames Aquarell „Paysage accidenté de rochers“ um 1835/40 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Giovanni Segantini hat Ende der 1880er Jahre flott ein Hundegespann auf die Leinwand gepinselt. Das Gemälde liegt dennoch bei 70.000 bis 90.000 Franken.

Einen friedlich inmitten all seiner Schafe sitzenden Hirten malte Raphy Dallèves 1910 mit weitem Blick auf die Walliser Alpen (Taxe 80.000 bis 100.000 SFR). Aus einer deutschen Privatsammlung stammt Ferdinand Hodlers „Frauenportrait“. Charakteristisch für seine Bildnisse aus der Zeit von 1911 bis 1915 sind die kräftigen, dicken Pinselstriche, die sorgfältigen Schattierungen und die leichte Neigung des Kopfes mit einer graziösen Schulterpartie (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Die Landschaft der Moderne lebt durch den Gehalt der Farbe. Dafür ist eine „Winterlandschaft“ Giovanni Giacomettis aus seinem Heimatort Maloja im Schweizer Bündnerland von 1925 ein treffendes Beispiel. Die Formen haben sich fast bis zur Abstraktion aufgelöst, dominierende Gestaltungselemente sind ein helles Blau und Weiß (Taxe 300.000 bis 450.000 SFR). Giacomettis bunten „Monte Forno“ von 1921 gab es bei Koller schon vor einem Jahr für 950.000 bis 1,5 Millionen Franken. Nun ist Preis auf 700.000 bis 900.000 Franken reduziert. Auch Cuno Amiet hebt in seinem „Blick von Affoltern im Emmental auf die Berner Alpen“ von 1926 die Bedeutung der Farbe hervor (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 4. Dezember um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



02.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Cuno Amiet, Blick von Affoltern im Emmental auf die Berner Alpen, 1926

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Taxe: 300.000 - 450.000 SFR

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Losnummer: 3043

Gabriele Münter, Roter Christstern, 1956

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Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

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Losnummer: 3265

Jean Metzinger, Nature morte, um 1945

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

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Louis Valtat, Branches de cerisier en fleur dans un pichet en grès, um 1925

Louis Valtat, Branches de cerisier en fleur dans un pichet en grès, um 1925

Taxe: 120.000 - 160.000 SFR

Losnummer: 3269

Asger Jorn, Untitled, 1956

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Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Losnummer: 3401

Karel Appel, Gesicht, 1970

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 55.000,- SFR

Losnummer: 3411

Nam June Paik, Black Torero, 1997

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Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

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Serge Poliakoff, Composition en gris, 1962

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Maurice Utrillo, Aubazine (Corrèce): L’Eglise et la Place, 1932

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Losnummer: 3267




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