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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Lenbachs Tochter Gabriele in Spanischer Hoftracht, 1901 / Franz von Lenbach

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Alte Meister bei Christie’s: Mit drei Spitzenwerken in Rekordtaumel

Im Höhenflug



 Rembrandt, Rembrandt, Halbportrait eines Mannes mit in die Hüfte gestemmten Armen, 1658

Rembrandt, Rembrandt, Halbportrait eines Mannes mit in die Hüfte gestemmten Armen, 1658

Finanz- und Wirtschaftskrise hin oder her. Für seltene Highlights auf dem Kunstmarkt haben die Reichen der Reichen immer noch genügend Geld übrig. So geschehen am Dienstag in der Versteigerung „Old Master Paintings“ bei Christie’s in London. Trotz einer Rückgangliste von immerhin 15 der 43 Lose – also rund 35 Prozent – wurde ein Gesamtumsatz von 68,4 Millionen Pfund eingefahren, was 97 Prozent der Schätzpreissumme entspricht. Dies war den drei schon lange im Vorhinein angepriesenen Hauptlosen zu verdanken, die Christie’s glücklich an den Mann bringen konnte. Rembrandts melancholisches, die Schatten des Spätwerks ausdrückendes Halbportrait eines Mannes mit in die Hüfte gestemmten Armen aus dem Jahr 1658 erzielte die untere Taxe von 18 Millionen Pfund und wanderte von Barbara Piasecka Johnson in eine nicht näher genannte Privatsammlung. Die großartige Darstellung des jugendlichen Evangelisten Johannes, der gerade intensiv an der Abfassung seiner heiligen Schrift arbeitet und sich dabei von zwei drolligen Putten sowie seinem Attribut, dem Adler, assistieren lässt, machte sich bei 8,2 Millionen Pfund etwa zur Mitte der Schätzgrenzen davon. Verantwortlich dafür ist der römische Barockmaler Domenico Zampieri, der unter seinem Künstlernamen Il Domenichino besser bekannt ist.


Den eigentlichen Wettkampf aber hoben sich die Bieter, die zuhauf in die Räume der King Street eingefallen waren, für den Schluss der Versteigerung auf, als Raffaels virtuose Vorzeichnung eines Musenkopfes für die Fresken in den vatikanischen Palastzimmern zum Aufruf gelangte. Ein Telefonbieter setzte sich erst bei 26 Millionen Pfund gegen seine zahlreichen Konkurrenten durch und verdoppelte damit die Schätzung von 12 bis 16 Millionen Pfund. Wie schon die Schätzpreise vermuten ließen, konnten alle drei Bilder neue Auktionsrekorde für die betreffenden Künstler auf- oder alte einstellen, was angesichts der Seltenheit, mit der eigenhändige Arbeiten dieser Meister von solcher Qualität auf dem Kunstmarkt erscheinen, kaum verwundert. Rembrandt liegt nun vom Nettopreis gleichauf mit dem „Portrait einer 62jährigen Dame“, das Christie’s im Dezember 2000 ebenfalls für 18 Millionen Pfund zuschlug. Lediglich mit dem inzwischen erhöhten Aufgeld ist das Halbportrait des Mannes gut 400.000 Pfund teuerer als sein weibliches Pendant.

Bei Domenico Zampieri fällt der Unterschied schon deutlicher aus. Für die Darstellung seiner Pieta zahlte der New Yorker Kunsthändler Otto Naumann im Juli 2007 bei Christie’s den damaligen Spitzenpreis von 2,7 Millionen Pfund. Bei Raffael häufen sich sogar die Rekordmeldungen. Sein Musenkopf rangiert nicht nur in seinem Ranking auf Platz 1, sondern ist auch die teuerste Papierarbeit auf dem weltweiten Auktionsmarkt und hat Edgar Degas’ Pastell „Danseuse au repos“, das im November 2008 bei Sotheby’s in New York für 33 Millionen Dollar verkauft wurde, auf den zweiten Rang verdrängt. Zudem ist die Studienskizze das zweitteuerste Werk eines Künstlers vor 1800. Höher bezahlt wurde bisher nur Peter Paul Rubens’ Ölgemälde „Kindermord zu Bethlehem“ bei Sotheby’s im Juli 2002 mit 45 Millionen Pfund. Und mit noch einem Rekord konnte Christie’s triumphieren. Denn mit dem Ergebnis von 68,4 Millionen Pfund verwies man den Erzrivalen Sotheby’s und dessen New Yorker Altmeisterauktion vom Januar 2007, wenn auch nur knapp und mit Hilfe von Kunstwerken aus dem 19ten Jahrhundert, auf den nachrangigen Platz.

Wieviel von diesen drei Werken für Christie’s abhing, zeigt der gewaltige Abstand zu den Zuschlägen ab Platz vier. Lediglich ein Künstler schaffte überhaupt noch einen Millionenpreis, dies aber gleich zweimal: Pieter Breughels d.J. prächtige Illustration der flämischen Sprichwörter mittels einer großen Dorfgesellschaft bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten erreichte die obere Taxgrenze von 1,5 Millionen Pfund, seine Predigt Johannes des Täufers vor dem einfachen Volk in einem Wald 1,35 Millionen Pfund bei gleichem Schätzpreis. Von 400.000 bis 600.000 Pfund auf 900.000 Pfund verbesserte sich eine große Panoramalandschaft des sonst weithin unbeachteten Flamen Herri met de Bles. Dabei bediente er sich der Belagerung der Stadt Thérouanne durch Kaiser Karl V. als historischen Vorwand. Ferner konnte der Niederländer Aert van der Neer, eigentlich für seine Mondlandschaften bekannt, eine seiner Eislandschaften mit – heute würde man sagen: Eishockeyspielern – um 400.000 Pfund abgeben (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Bei den Stillleben setzte sich Jan Davidsz de Heems originelle Ansammlung von Früchten, Weinreben, Gefäßen und einer riesigen Nautilusmuschel vor einer Gebäudeecke mit Blick auf eine weite Landschaft bei 450.000 Pfund an die Spitze (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Für Melchior de Hondecoeter schnatteriges Vogelstück gab es taxgerechte 280.000 Pfund, wohingegen Frans Snyders’ übervoll mit Früchten und Wildbret gedeckter Tisch, um den sich Vögel, Hunde, eine Katze, Papagei und Affe schon mühen, keinen Anklang fand (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Philips Wouwermans Rast einer Gesellschaft während der Falkenjagd an einem Springbrunnen kam auf die obere Schätzung von 300.000 Pfund. Dieser Wert entsprach bei Govaert Flincks qualitätvollem Halbportrait eines Mannes mit breitkrempigem schwarzem Hut der unteren Erwartung und zugleich dem neuen Auktionsrekord. Eine kleine Steigerung um 30.000 Pfund schaffte Gerrit Adriaensz Berckheydes Stadtvedute mit dem Grote Markt und der Kathedrale St. Bavo in Haarlem mit auf 230.000 Pfund. Erstaunlicher war der Rückgang des Moralbildes „Die Wahl zwischen Alt und Jung“, auf dem sich eine junge Frau zwischen zwei Bewerben entscheiden muss. Denn Cornelis Cornelisz van Haarlems Werk aus dem Jahr 1594 beeindruckte mit hervorragender malerischer Qualität und fast fotografischer Prägnanz (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Neben Raffael und Domenichino hatten die Italiener diesmal nicht soviel zu bieten. Zwei noch mittelalterliche Altartafeln sowie Raffaello Sorbis Gesellschaftsbild „Il Decamerone“ von 1876 im Stil der Renaissance fielen beim Publikum durch (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Giovanni Battista Pittonis heiliger Petrus im Oval und Giovanni Domenico Tiepolos ebenfalls alter bärtiger Mann mit grüner Mütze verabschiedeten sich jeweils bei 65.000 Pfund im Rahmen der Schätzungen. Teuerster Nordeuropäer wurde Alexander Roslin mit seinem repräsentativen Bildnis König Christians VII. von Dänemark aus dem Jahr 1771. Es landete bei 200.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Bei den Franzosen folgte auf Roslin, der lange Zeit in Paris tätig war und dort 1793 starb, keiner der anwesenden Künstler aus dem 18ten Jahrhundert. Pierre Puvis de Chavannes’ Vorlage für das Wandgemälde „Les Muses inspiratrices acclament le Génie, Messager de Lumière“ in der Boston Public Library von 1895 erreichte dann die unteren anvisierten 150.000 Pfund.

Erwartungsgemäß zu gering bewertet war bei den Engländern William Hoares qualitätvolles Portrait des afrikanischen Königs Ayuba Suleiman Diallo, genannt Job ben Solomon, aus dem Jahr 1733, zählt es doch zu den wenigen Bildnissen, die ein Europäer im 18ten Jahrhundert überhaupt von einem Schwarzafrikaner anfertigte. So konnte sich die untere Taxe auf 450.000 Pfund schließlich sogar verneunfachen, die den neuen Spitzenpreis markieren. John Constables aquarellierte Zeichnung von Warwick Castle während eines offenbar etwas stürmischen Sommertages um 1831/32 kletterte von 60.000 bis 100.000 Pfund auf 240.000 Pfund. Desgleichen ließ sich William Turners duftige Ansicht des Felsens von Gibraltar, während einer Reise 1830 ebenfalls in Bleistift und Aquarell festgehalten, von 250.000 bis 350.000 Pfund auf 420.000 Pfund heben. Und auch Paul Sandbys aquarellierte Historienzeichnung „The Encampment, St James’s Park, London“ verbuchte schließlich 60.000 Pfund (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Die Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



11.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pieter Breughel d.J., Die flämischen Sprichwörter
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William Hoare, Willam Hoare, Halbportrait des Ayuba Suleiman Diallo, genannt Job ben Solomon, 1733

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Taxe: 50.000 - 80.000 GBP

Zuschlag: 450.000,- GBP

Losnummer: 20

Domenico Zampieri,  genannt Il Domenichino, Heiliger Johannes Evangelist

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Taxe: 7.000.000 - 10.000.000 GBP

Zuschlag: 8.200.000,- GBP

Losnummer: 28

Jan Davidsz de Heem,  Stillleben an einem Landhaus mit Früchten, Weinglas und Nautilusmuschel

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Taxe: 300.000 - 500.000 GBP

Zuschlag: 450.000,- GBP

Losnummer: 18

Alexander Roslin,  Brustbild König Christian VII von Dänemark im Krönungsgewand mit Krone und Zepter

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Taxe: 200.000 - 300.000 GBP

Zuschlag: 200.000,- GBP

Losnummer: 32

Melchior de Hondecoeter,  Gänse, Enten, eine Elster und andere Vögel bei einem Teich vor einem Architekturcapriccio

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Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 280.000,- GBP

Losnummer: 10

Joseph Mallord William Turner, William Turner, Der Fels von Gibraltar mit Schiffen

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Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 420.000,- GBP

Losnummer: 24

Pieter Breughel d.J.,  Die flämischen Sprichwörter

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Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 1.500.000,- GBP

Losnummer: 5

Gerrit Adriaensz Berckheyde,  Der Grote Markt in Haarlem mit der Kathedrale Saint Bavo, 1681

Gerrit Adriaensz Berckheyde, Der Grote Markt in Haarlem mit der Kathedrale Saint Bavo, 1681

Taxe: 150.000 - 200.000 GBP

Zuschlag: 230.000,- GBP

Losnummer: 11

Pierre Puvis de Chavannes,  Studie zu „Les Muses inspiratrices acclament le Génie, Messager de Lumière“ in der Boston Public Library

Pierre Puvis de Chavannes, Studie zu „Les Muses inspiratrices acclament le Génie, Messager de Lumière“ in der Boston Public Library

Taxe: 150.000 - 250.000 GBP

Zuschlag: 150.000,- GBP

Losnummer: 40

 Raffael, Raffael, Kopf einer Muse

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Taxe: 12.000.000 - 16.000.000 GBP

Zuschlag: 26.000.000,- GBP

Losnummer: 43

Giovanni Battista Pittoni,  Der heilige Petrus

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Taxe: 60.000 - 80.000 GBP

Zuschlag: 65.000,- GBP

Losnummer: 30

Govaert Flinck,  Brustbild eines Mannes mit breitkrempigem Hut

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Taxe: 300.000 - 400.000 GBP

Zuschlag: 300.000,- GBP

Losnummer: 13




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