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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Kunst und Antiquitäten bei Neumeister

Unergründlich, aber bezahlbar



Ludwig Thiersch, Unergründlich, 1874

Ludwig Thiersch, Unergründlich, 1874

In seiner letzten Versteigerung in diesem Jahr landete das Münchner Auktionshaus Neumeister noch einmal einen Überraschungscoup. Eine festliche, aber wohl erst im 19ten Jahrhundert nach Vorbildern des Régence-Stils gearbeitete Lavabogarnitur, bestehend aus einer Helmkanne mit zylindrischer Kuppa und einem runden Becken mit zwölfpassig geschweiftem Rand, wurde in einem heftigen Bietgefecht auf sagenhafte 105.000 Euro hochgetrieben. Erst auf dieser Stufe konnte sich ein Kunsthändler am Telefon im Kampf um das kostbare Duo durchsetzen. Solche Augsburger Barockstücke wurden bis ins frühe 19te Jahrhundert nach den alten Vorbildern ständig wiederholt, wie es Alain Grubers Publikation „Silverware“ von 1982 ausführt und eben dieses Ensemble abbildet. Nun entschieden sich die vier Bieter, die um das Silber kämpften, offenbar für ein frühes Datum seiner Herstellung. Sicher weiß man es nicht. Denn der Schätzpreis hatte lediglich bei 2.500 Euro gelegen.


Kunsthandwerk

Mit einer Zuschlagsquote von knapp fünfzig Prozent, mit dem Nachverkauf von gut 66 Prozent, erzielte Neumeister mit seiner Kunst- und Antiquitätenauktion am 2. Dezember einen erfreulichen Wert. Besonders die Waren aus der Silberabteilung waren gefragt, neben der Garnitur wurden hier außerdem ein Traubendeckelpokal eines Moskauer Meisters mit den Initialen B. G. um 1746 für taxgerechte 6.000 Euro, ein 1620 datierter Kugelfußdeckelbecher aus Hamburg wohl von Paulus Schütte für 7.000 Euro (Taxe 5.000 EUR), ein Salzgefäß der Renaissance um 1612/16 von Hans Warnberger I. aus Augsburg für überraschende 4.800 Euro (Taxe 600 EUR) und ein teilvergoldeter Spätbarockbecher des Nürnberger Meisters Nicolaus Höfler um 1730 für 5.500 Euro weitervermittelt (Taxe 2.800 EUR).

Für insgesamt 19.000 Euro wanderte eine Dreiergruppe von Hinterglasbildern des gebürtigen Konstanzers Nikolaus Michael Spenglers in eine neue Sammlung. Die genrehaften Interieurszenen entstanden laut Datierungen zwischen 1758 und 1761 und gingen nun in den Kunsthandel (Gesamttaxe 5.400 EUR). In der Möbelbranche schaffte eine Miniaturkommode im Stil des französischen Transition erst bei 6.400 Euro den Absprung (Taxe 800 EUR), ein etwas älteres, nun vollgültig ausgeführtes aber ungestempeltes Exemplar aus Frankreich spielte 4.200 Euro ein (Taxe 4.500 EUR), ein Augsburger Barockschrank des 18ten Jahrhunderts mit gedrehten Säulen kostete 5.500 Euro leicht über der Schätzung. Auf 4.600 Euro verdreifachte sich der Wert der Bronzekopie einer Mars-Statue des italienischen Manieristen Tiziano Aspetti. Teuerster Teppich wurde ein dekorativer Bachtiar mit einem stilisierten Baummuster des 19ten Jahrhunderts bei 14.500 Euro (Taxe 1.500 EUR). Eine flämische Tapisserie mit einer baumbestandenen Landschaft samt einigen Häusern stieg leicht auf 3.500 Euro an (Taxe 3.300 EUR).

Arbeiten auf Papier

Die Papierarbeiten krönten Eugen Adams historische Szene „Im Büro des Fürsten Schwarzenberg im Palazzo del Governo in Mailand“ aus dem Jahr 1850 bei 7.000 Euro zum Sieger (Taxe 6.000 EUR). Das Brustbild der Sophie Dorothea Thiele, der Frau des Dresdner Landschaftsmaler Johann Alexander Thiele, setzte sich taxgerecht bei 5.000 Euro ab. Gefertigt hat das feine Pastell ein Künstler als Kopie nach Anton Raphael Mengs. Dramatisch ging es auf der Gouache mit der Enthauptung einer Heiligen zu. Jedenfalls lässt Wolfgang Högler zwei Engel im Himmel schon die Martyrerpalme und den Siegeskranz bereithalten. Das 1710 datierte Blatt kostete 1.500 Euro (Taxe 1.200 EUR).

Ein weiteres Heiligenmartyrium, wohl von Marco Marchetti mit braunem Tuschpinsel ausgeführt, kam auf die erwarteten 2.500 Euro, und Wilhelm von Kobells sitzender zeichnender Mann auf 1.200 Euro (Taxe 1.000 EUR). Im 19ten Jahrhundert waren Stadtansichten beliebt, so August Löfflers Aquarell von Athen mit Blick auf die Akropolis bei 1.400 Euro (Taxe 900 EUR) oder die Ansicht der Münchner Ludwigsstraße mit der Ludwigskirche eines Monogrammisten FZ bei 2.000 Euro (Taxe 600 EUR). 3.000 Euro und damit die dreifache Taxe schaffte Willy Moralts Gouache vom sonnigen Lenggries, taxgerechte 2.500 Euro ein die Gesetzestafeln zerschmetternder Moses, den Julius Schnorr von Carolsfeld 1855 in seinem Linienstil als Vorlage für seine Bilderbibel aufs Papier bannte.

Gemälde

An die Spitze der Alten Meister setzte sich ein Bildnis des venezianischen Kaufmanns Bartholomäus Viatis aus der Hand eines wohl venezianischen Meisters mit der Datierung 1614. Auf 38.000 Euro konnte sich das einst Palma il Giovane zugeschriebene Werk, das ehemals in Nürnberg hing und jetzt wieder dorthin zurückkehrt, seinen Wert mehr als verdoppeln. Im Gegenzug blieben aber eine Allegorie des Geschmacks wohl aus dem Umkreis Jan Breughels d.J. und Hieronymus Franckens III. (Taxe 20.000 EUR) und das Hauptlos, Marten van Valckenborchs Flusslandschaft mit einer Schafherde und einer Darstellung der Flucht nach Ägypten, unveräußert. Letzteres war allerdings schon im vergangenen Juni erfolglos bei 150.000 Euro angetreten und scheiterte jetzt erneut an 120.000 Euro. Bei den Miniaturen behauptete sich Carl Kronnowetters Miniaturbildnis der „Zarin Maria Feodorowna“ aus dem Jahr 1826. Nach langem Bietgefecht mit engagierten Russen erfolgte der Zuschlag bei 3.100 Euro (Taxe 450 EUR).

Einen Überraschungsgast hatten schließlich auch die Neueren Meister zu bieten: Gabriel Schachinger, der vor allem durch sein repräsentatives Portrait König Ludwigs II. bekannt geworden ist, machte bei Neumeister durch zwei Blumenbildern auf sich aufmerksam. Auf 7.000 Euro und sogar bescheidene 2.000 Euro angesetzt, erzielten ein fotografisch klares Stillleben mit Iris und Gladiolen in einer Glasvase von 1907 und ein verwelkender Klatschmohn von 1902 in etwas impressionistischer angehauchter Malweise schließlich 18.500 Euro und 35.000 Euro. Daran reichte lediglich Ludwig Thierschs „Unergründlich“ von 1874 heran. Das Ölgemälde mit einem jungen Paar im Boot auf einem geheimnisvollen Gebirgssee schaffte ebenfalls 18.500 Euro (Taxe 18.000 EUR). Als Blumenmaler reüssierte zudem der Däne Johan Laurentz Jensen mit einem 1841 datierten Rosenzweig auf einer Marmorplatte bei 7.500 Euro (Taxe 1.500 EUR).

Wohl ein Frühwerk Adolf Hölzels ist eine „Herbstliche Allee“, leider undatiert. 8.000 Euro wurden für die mittelgroße Leinwand dennoch gewährt (Taxe 8.000 EUR). Carl Friedrich Lessing erwies sich mit seiner Harzlandschaft im Abendlicht 1846 als Meister der spätromantischen Naturbeschaulichkeit. Die vorgesehenen 9.500 Euro waren der Lohn. Etwas mehr altmeisterliches Vorbild liegt noch in Heinrich Höfers Winterlandschaft mit Reisigsammlerin, die auf 4.800 Euro kletterte (Taxe 3.500 EUR). Dem oberbayrischen Bauernleben hauchten Josef Wenglein mit der Hirtin samt Rindern vor einem Dorf bei taxgerechten 6.000 Euro und Josef Wopfner mit der 1912 datierten Heuernte am Walchensee bei 8.000 Euro charmantes Leben ein (Taxe 7.000 EUR).

Vom Exotenfaktor profitierte dagegen eine ziehende Kavallerie am Waldrand des Polen Wladyslaw Malecki mit der Datierung auf das Jahr 1877. Sie verbesserte sich deutlich von 3.500 Euro auf 18.000 Euro. Dem Berliner Maler Alexius Geyer war ein Blick auf die Gärten einer römischen Villa lediglich zugeschrieben. Dennoch machte sich die impressionistisch angehauchte, sommerliche Ölstudie erst bei 2.300 Euro davon (Taxe 600 EUR). Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich die gefälligen Gesellschaftsbilder des Spätimpressionisten Otto Pippel. Das dokumentierte sich in 13.500 Euro für eine festliche Abendgesellschaft (Taxe 8.000 EUR). Carl Spitzwegs galante Rokokoszene in Öl auf kleiner Leinwand wohl aus den späten 1830er Jahren hatte dagegen kein Glück (Taxe 35.000 EUR), dafür kletterte seine kleine Landschaft mit Bauernhof aus den späten 1850er Jahren von 12.000 Euro auf 15.000 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



16.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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02.12.2009, Alte Kunst - Varia

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

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Immer noch unergründlich

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Lavabo-Garnitur, Augsburg
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Gabriel Schachinger, Klatschmohn in einer Glasvase, 1902
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Josef Wopfner, Heuernte am Walchensee, 1912
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Carl Friedrich Lessing, Harzlandschaft im Abendlicht, 1846
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Adolf
 Hölzel, Herbstliche Allee
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Julius Schnorr von Carolsfeld, Moses zerschmettert die Gesetzestafeln, 1855
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Adolf Hölzel, Herbstliche Allee

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Julius Schnorr von Carolsfeld, Moses zerschmettert die Gesetzestafeln, 1855

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Taxe: 2.500,- EURO

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Lavabo-Garnitur, Augsburg

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Josef Wopfner, Heuernte am Walchensee, 1912

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Taxe: 7.000,- EURO

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Carl Friedrich Lessing, Harzlandschaft im Abendlicht, 1846

Carl Friedrich Lessing, Harzlandschaft im Abendlicht, 1846

Taxe: 9.500,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

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Gabriel Schachinger, Stillleben mit Iris und Gladiolen in einer Glasvase, 1907

Gabriel Schachinger, Stillleben mit Iris und Gladiolen in einer Glasvase, 1907

Taxe: 7.000,- EURO

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Schrank, Augsburg, 18. Jahrhundert

Schrank, Augsburg, 18. Jahrhundert

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