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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Andreas Sturies

Richter erobert Spitzenplatz



Alle Rankings deutscher Topkünstler führt er an. So überraschen Spitzenergebnisse seiner Werke bei Auktionen nicht. Gerhard Richters Motiv „Familie“, ein auf Basis eines Polaroidfotos angefertigter kleinformatiger Farbsiebdruck aus dem Jahr 1966, sorgte diesmal bei Andreas Sturies für Furore. Den von zwei linear gerasterten und leicht gegeneinander versetzten Sieben in Hellgrün und Rosa gehaltenen Abzug hatte der Düsseldorfer Auktionator vorsichtig mit 8.000 Euro bewertet. Um das mit „Probedruck“ bezeichnete Rarissimum – es erschienen lediglich 16 Exemplare – kämpften zahlreiche Bieter und hoben das Blatt mit 35.000 Euro auf mehr als das Vierfache der Taxe. Wie sensibel und kenntnisreich der kundige Käufer mit preislichen Auf und Ab auf das grafische Œuvre Richters reagierte, zeigte sich exemplarisch bei den weiteren sechs Arbeiten des Meisters. Ein drei Jahre später geschaffener Farbsiebdruck mit Schweizer Alpenmotiven wurde bei einer Auflage von 350 Exemplaren deutlich breiter gestreut und konnte immerhin den Schätzpreis von 2.000 Euro auf 3.700 Euro nahezu verdoppeln. Alle anderen, deutlich jüngeren Arbeiten Richters verharrten auf oder unter der Schätzung, falls es überhaupt zu einem Verkauf kam.


127 verkaufte Lose von 184 Offerten, das ergibt für den 14. November eine Zuschlagsquote von fast 70 Prozent, ein Wert, auf den Andreas Sturies angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds stolz sein kann. Etliche Erwartungen mussten ein wenig nach unten korrigiert werden, aber es gab auch deutliche Steigerungen. So blieb ein frühes bemaltes Schaumstoffkissen Gotthard Graubners aus der Zeit um 1968 mit einem immer noch beachtlichen Zuschlag von 17.000 Euro klar unter den veranschlagten 20.000 Euro, während Bruno Gollers „Frauenkopf“ von 1954 in gemalten Rahmen von 18.000 Euro in einem spannenden Bietgefecht auf 31.000 Euro kletterte. Damit schließt sich der Reigen fünfstelliger Zuschläge. Erich Heckels im Jahr 1913 gedrucktes, ungemein ausdrucksvolles expressives Selbstbildnis kam mit 9.000 Euro der Fünfstelligkeit noch recht nahe, während der wohl etwas zu optimistisch angesetzte Wert für Gerrit Rietvelds schön anzuschauenden, aber faktisch unbequemen rotblauen Holzlattenstuhl mit eingelösten 6.000 Euro auf das Realmaß zurück geführt wurde (Taxen je 12.000 Euro).

Auch der bedeutende spanische Maler Francisco de Goya konnte mit seinen Motiven aus dem Umfeld fürchterlicher kriegerischer Auseinandersetzungen, die zwischen Spanien und Frankreich tobten, nicht punkten. Die 80 Radierungen mit Aquatinta „Los Desastres de la Guerra“ in der Ausgabe von 1903 waren mit 15.000 Euro gelistet, kamen aber über den unter Vorbehalt festgesetzten Wert von 3.400 Euro nicht hinaus. Für die eindrucksvolle weite Winterlandschaft am Rhein des Düsseldorfer Lokalmatadors unter den Malern ab 1900, Max Clarenbach, konnte sich dagegen keiner erwärmen. Das mit 10.000 Euro angesetzte Ölgemälde wird nun im Nachverkauf für 8.000 Euro angeboten.

Von zwei abstrakten, aber farbmächtigen Aquarellen des bis an die Grenze der Abstraktion arbeitenden Hamburgers Eduard Bargheer, für die beide jeweils 4.000 Euro avisiert waren, konnte sich lediglich die Stadtansicht „Piazza Santo Spirito“ aus dem Jahr 1948 behaupten und um 300 Euro steigern. Vom dem Züricher Konkreten Max Bill standen zwei Positionen zur Auswahl. Eine als Serigrafie gedruckte Verdichtung mehrerer Farbfelder von 1965 pendelte sich genau auf die anvisierten 800 Euro ein, während eine rund zwei Jahrzehnte später datierte Grafikmappe mit acht in sich gedrehten Farbfeldern bei 5.000 Euro keinen Abnehmer fand. Besonders ausgewogen und in leuchtenden Tönen zeigt sich die Buchstabenstickerei des Arte Povera Vertreters Alighiero Boetti, die mit 7.800 Euro die Taxe um 200 Euro knapp verfehlte. Immer wieder schön anzuschauen sind die schnittigen Konstrukte Lyonel Feiningers, der diesmal mit einer frühen Hafenansicht aus dem Jahr 1919 vertreten war. Der Holzschnitt mit Anglern vor großen Segelschiffen unter strahlender Sonne gewann mit 2.500 Euro deutlich hinzu (Taxe 2.000 EUR). Dagegen blieb der Schwabe Adolf Fleischmann mit einer gleichfalls zackig-dynamischen Farbkomposition aus den letzten Kriegsjahren mit 2.900 Euro unter den Erwartungen von 3.500 Euro.

Wenig später datiert ein noch gegenständliches Stillleben des Rheinländers Werner Gilles. Das den Zeitgeist der späten 1940er Jahre gut einfangende Arrangement aus Blumenstrauß, Kanne, Rechentafel und Melone in teils leuchtenden, teils abgedunkelten Farben legte von 2.000 Euro auf 2.300 Euro zu. Dass Gerhard Hoehme allein wegen seines derzeitigen opulenten Ausstellungsreigens ein Selbstläufer sein würde, war nahe liegend. „Gegend mit 4 Punkten“ ist die vertikal rhythmisierte Farbradierung von 1959/60 betitelt, die um 100 Euro auf 400 Euro kletterte. Unbekannter ist hierzulande der 1924 geborene Italiener Gianfranco Baruchello. Dennoch machte sich seine Collagezeichnung „Ponticellate Veneres“ mit allerlei elektrischen und mikrobiologischen Anmutungen von 1967 erst bei 1.300 Euro davon (Taxe 1.200 EUR).

Erstaunlich bleibt, wie gut sich die vielen Grafiken des Dauerzeichners Horst Janssen immer wieder schlagen. Immerhin 27 Blätter stammten von dem Hamburger Künstler. 21 davon konnten abgesetzt werden. Sie erzielten Beträge zwischen 200 und 2.200 Euro. Letztgenannter Höchstpreis galt einer weit geöffneten, lebendig bevölkerten, bühnenartigen Szenerie unter dem Titel „Papp de Callot“ aus dem Jahr 1981, die mit 2.500 Euro etwas höher veranschlagt war. Auch Yves Kleins berühmter Ausstellungskatalog „Monochrome und Feuer“ mit drei Monochromen zu seiner einzigen Museumsausstellung im Jahr 1961 war wieder mal in der Offerte und landete diesmal 500 Euro unter den geschätzten 3.000 Euro. Exakt diesen Abschlag musste ebenfalls eine abstrakte Komposition hinnehmen, die Ida Kerkovius 1949 als eine landschaftliche Erinnerung in Pastell anlegte. Der Ungar Béla Kádár hatte die linienbetonte Tuschezeichnung eines sitzenden weiblichen Akts zu bieten und reüssierte damit bei 700 Euro (Taxe 600 EUR). Künstlerbücher spielten für das Museum Abteiberg in Mönchengladbach unter Leitung von Johannes Cladders eine wichtige Rolle. Die künstlerische Avantgarde der Jahre 1967 bis 1978 hatte sich in den 31 Katalogkassetten versammelt, die ihren Wert von 3.000 Euro auf 6.000 Euro verdoppelten.

Kindlich spielerisch, naiv anmutende Motive des Spaniers Joan Miró sind immer eine Bereicherung, so auch diesmal die von schwebenden Spiralen, Kreisen, Sternen und organischen Formen durchsetzte Farblithografie „Mauve de la Lune“ aus dem Jahr 1952, die nach dem gleichnamigen Gemälde aufgelegt wurde. Für das fröhlich anmutende Blatt wurden 1.800 Euro angelegt (Taxe 2.000 EUR). Weihnachtliche Anmutungen ließ die wandernde Heilige Familie in einer Berglandschaft von Wilhelm Morgner aufkommen. Die Tuschezeichnung von 1914 zog bei 1.200 Euro weiter (Taxe 1.500 EUR). „Old Gold retold“ hat Jürgen Palmtag erst in diesem Jahr auf eine alte, nicht hinterlassungsfähige Leinwand aus den 1980er Jahren gepinselt. Vergoldet wurde sie ihm mit 720 Euro (Taxe 600 EUR). Spieltriebe strahlen zwei ineinander verzahnten Farbfelder Serge Poliakoffs aus, von denen die mit 5.000 Euro bewertete großformatigere Aquatintaradierung des Jahres 1968 letztendlich 6.200 Euro erzielte.

Sigmar Polkes bekannter Farbsiebdruck „Wochenendhaus“ von 1967, der mittlerweile als Markenzeichen des von ihm mit etablierten „Kapitalistischen Realismus“ angesehen wird, konnte ebenfalls um 200 Euro auf 4.200 Euro zulegen. Diesen Preis gab es dann auch für Dieter Roths 1969 in Schokoladenguss kopfüber versenkte Spielzeuggruppe (Taxe 5.000 EUR), 1.900 Euro für seine in Leim zerquetschten Glühbirnen unter dem Titel „Snow“ von 1970 und ebenso für seine 1982 datierte Bleistiftzeichnung eines Blumentopfs, während sein Farbsiebdruck „Ein gerissener Hase“ von 1990 sich mit 1.500 Euro bescheiden musste (Taxe je 2.000 EUR). Ein eifriger Liebhaber Roths hatte sich intensiv theoretisch mit dessen Kunst befasst und 21 Bände aus der unterhaltsamen Reihe „Gesammelte Werke“ sowie einige Ausstellungskataloge zugelegt, die bei 2.600 Euro heftig umworben waren (Taxe 1.500 EUR). Den Abschluss der Auktion macht Wols mit seiner nun 1.100 Euro teueren, surrealen Radierung „Tier“, die 1948 als Beilage zu Franz Kafkas Buch „L’Invité des Morts“ erschien (Taxe 1.200 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



25.12.2009

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


14.11.2009, Moderne und Zeitgenössische Kunst

Bei:


Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Bericht:


Quietschende Sandalen für die Dame

Kunstwerk:

Wilhelm Morgner, Landschaft mit Heiliger Familie, 1914
Wilhelm Morgner, Landschaft mit Heiliger Familie, 1914







Wilhelm Morgner, Landschaft mit Heiliger Familie, 1914

Wilhelm Morgner, Landschaft mit Heiliger Familie, 1914

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 116




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