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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Albert Renger-Patzsch sorgt in der Fotografieabteilung bei Van Ham für hohe Preise

Nicht nur Bäume wachsen in den Himmel



Die Fotografieabteilung des Kölner Auktionshauses Van Ham kennt zumindest einen Hauskünstler: Albert Renger-Patzsch. Für den 1897 in Würzburg geborenen, hauptsächlich im Ruhrgebiet tätigen und an einer Neuen Sachlichkeit orientierten Fotografen kann Van Ham gemäß der Auktionspreisdatenbank Artnet fünf der zehn teuersten Zuschläge auf sein Konto buchen. Auch bei der letzten Versteigerung Anfang Dezember war Renger-Patzsch der Favorit, um dessen Naturschilderungen die Käufer eifrig rangen. Dass für die aufragenden Bäume im nebeligen „Buchenwald im November“ von 1936 preislich sogar noch Platz nach oben sein muss, bewies deutscher Kunsthandel. Er übernahm das günstig mit 3.000 Euro angesetzte Spitzenlos schließlich erst bei 32.000 Euro.


Es folgten von Renger-Patzsch das in letzter Zeit schon häufig bewunderte einsame „Das Bäumchen“ in einer Vorfrühlingslandschaft von 1929 bei 29.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), die knorrigen, streng aufgereihten Pappeln in der „Sommerlandschaft (Bayern)“ von 1923, die genau zur zehnfachen Schätzung bei 22.000 Euro nach London abwanderten, und ihre wild wachsenden Schwester, die „Kopfweiden“ vom Niederrhein aus den 1920er Jahren, bei 12.000 Euro (Taxe 2.200 EUR). Ausschlaggebend für die nach oben schießenden Preise dieser vier Vintages war die Provenienz aus der Sammlung des rheinischen Architekten Hans A. Voss, der mit Renger-Patzsch freundschaftlich verbunden war.

Alle übrigen Zuschläge der gesamten Auktion wie die für Albert Renger-Patzsch bewegten sich unter der Fünfstelligkeit, so sein Blick auf die „Kekelswarf auf Hallig Langenefs“ um 1926 mit 1.900 Euro (Taxe 2.000 EUR), auf das Duisburger Hochofenwerk „Gute Hoffnungshütte“ von 1928 mit 2.000 Euro (Taxe 1.800 EUR) oder der dem Buchenwald recht ähnliche „Rotbuchenwald im Herbst“ um 1937 mit 3.000 Euro. Allerdings fertigte Renger-Patzsch hier den Abzug erst Mitte der 1940er Jahre an (Taxe 1.600 EUR). Dem zweiten „Hauskünstler“ bei Van Ham, August Sander, war diesmal solch ein Glück nicht beschieden. Er war aber auch nicht mit so exzeptionellen Stücken vertreten. Teuerste Position wurde sein „Architekt“ aus der Serie „Menschen des 20. Jahrhunderts“, für den Sander 1932 Wilhelm Riphahn als Paradebeispiel hernahm. Der Abzug vom Anfang der 1950er Jahre kam auf 4.500 Euro (Taxe 5.000 EUR).

Gut behaupteten sich einige frühe Arbeiten, etwa von Alphonse Mucha. Die Studie der Tochter des Künstlers als junge Mutter mit ein kleinen Kind auf dem Arm fand für 2.800 Euro einen tschechischen Bewunderer (Taxe 2.400 EUR), und die 1975 nochmals in 75 Exemplaren aufgelegten, zehn Gelatinesilberabzüge „Settings & Models“ gingen für 3.400 Euro in den Schweizer Handel (Taxe 1.400 EUR). Auch die sommerliche Szene mit Ruth Landshoff und Manne am Strand von Zandvoort aus dem Jahr 1929, die das frühe fotografische Schaffen von Paul Citroen belegt, kam trotz einiger Erhaltungsmängel auf 2.800 Euro (Taxe 1.200 EUR). Robert Capas Vintage mit einem saarländischen Bergarbeiter an der Lore von 1934 musste sich dagegen mit 2.500 Euro begnügen (Taxe 3.500 EUR), ebenso wie Heinrich Kühns noch malerisch verstandene Fotogravüre „Der Malerschirm“ mit drei nackten Knaben und dem verborgenen Maler am Strand von 1906 mit 3.500 Euro (Taxe 4.000 EUR). Wenn auch nicht alle Architekturaufnahmen von Werner Mantz einen Liebhaber fanden, so verabschiedeten sich doch wenigstens sein „Foyer“ und sein „Foyer mit Lampe“ aus eleganten Art Déco-Zeiten von 1930 bei 2.000 Euro und 2.400 Euro (Taxen je 2.200 EUR).

Für die Nachkriegskunst standen die Menschen auf einer französischen Marktschilderung von Henri Cartier-Bresson um 1960 für 2.600 Euro (Taxe 2.000 EUR) ebenso wie zwei weibliche, halb verschattete Akte von Chargesheimer aus dem Jahr 1960 für 1.600 und 1.800 Euro (Taxe je 1.000 EUR) oder die Bilderfindungen Peter Keetmans, eines Vertreters der subjektiven Fotografie. Seine „Schnee-Inseln“ auf dem Chiemsee von 1958 und seine „Schwalben in Breitbrunn/CH“, die sich auf einer Oberleitung versammeln, erreichten jeweils 1.600 Euro (Taxen 1.800 und 1.600 EUR), die bekannteren glänzenden „Öltropfen“ legten um 1.000 Euro auf 3.200 Euro zu. Für die Architekturaufnahmen von Karl Hugo Schmölz oder seinem vor kurzem verstorbenen amerikanischen Kollegen Julius Shulman mochte sich indes niemand erwärmen (Taxen bis 1.800 EUR), ebenso nicht für die neun Exemplare der Street Photography von Garry Winogrand aus dessen Serie „Women are Beautiful“ (Taxe 8.000 EUR).

1967 hielt sich Elliott Erwitt im sibirischen Bratsk auf und brachte von dort die nun 2.100 Euro teuere Aufnahme von einer etwas schelmischen Hochzeitsfeierlichkeit mit (Taxe 3.000 EUR). 1968 war der britische Fotoreporter Philip Jones-Griffiths beim Vietnamkrieg zugegen und dokumentierte dessen Gräuel, etwa im dem Vintage „Saigon under attack“, der auf 1.800 Euro kam (Taxe 2.500 EUR). Frank Gohlke reiste derweil durch die heimische USA und fotografierte 1973 in Kinsley in Kansas das ländliche Leben, etwa den „Grain Elevator (stave+hoop construction)“ für 2.500 Euro (Taxe 3.400 EUR), und Harold Edgerton interessierte sich unterdessen für die „High-Speed“-Fotografie. Die ironische „Apple Sauce Machine“, in der ein Projektil durch einen Apfel schießt, blieb für 4.000 Euro in Köln (Taxe 3.800 EUR), der Silbergelatineabzug des Tänzers „Gus Solomons“ mit Vogelarmen flog bei 2.200 Euro über den großen Teich in die USA (Taxe 2.400 EUR).

Gut bedacht wurde bei der zeitgenössischen Fotokunst Thomas Struth. Die fünf Vintages aus der Leverkusen-Serie von 1980, frühe Zeugnisse seiner menschenleeren Straßenbilder, wurden komplett meist etwas unter der Schätzung zugeschlagen. Als teuerste Arbeit machte sich die Reihenhaussiedlung in der „Friedrich-Engels-Straße“ mit einsamem VW-Käfer am Gehweg bei 6.000 Euro davon (Taxe 7.000 EUR). Petra Wunderlich mag ebenfalls das Gesicht von Städten. 2003 hielt sie eine schon bei 2.500 Euro erworbene Häuserfront in „Brooklyn“ beinahe als öde Filmkulisse frontal fest (Taxe 3.000 EUR). In das Innere der Gebäude und zu deren Bedeutung zieht es Candida Höfer. Fast schon eine Ikone ihres Schaffens ist die Aufnahme der knallroten „Spiegelkantine Hamburg III“ von 2000, die auf 4.800 Euro kletterte (Taxe 3.500 EUR). Aber auch ihre ebenso streng symmetrisch aufgebaute Sicht in die „Trinity College Library Dublin I“ von 2004 setzte sich bei 2.400 Euro gut ab (Taxe 1.800 EUR).

Während sich Nobuyoshi Arakis sexuelle Fantasie aus der Serie weiblicher „Bondages“ mit 2.000 Euro gut anließ (Taxe 1.800 EUR), hatte es die zeitgenössische Landschaftsfotografie schwerer. Gudrun Kemsas verschwommenes Grün in ihrem „Garten“ von 2000 spielte wenigstens noch 3.000 Euro ein (Taxe 4.000 EUR), Beate Gütschows aus Fragmenten der Realität komponiertes Baumbild „LS#4“ von 1999 blieb bei 10.000 Euro unbeachtet. Alles in allem brachte es die Versteigerung vom 9. Dezember auf eine durchschnittliche, losbezogene Zuschlagsquote von gut 51 Prozent. Den Gesamtumsatz aller Auktionen des Jahres 2009 mit rund 20 Millionen Euro konnte Van Ham nach eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent steigern und schloss damit nahtlos an das Rekordjahr 2007 an.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



14.01.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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09.12.2009, Photographie

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