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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London wieder in Hochform

Giacometti schreitet davon



Einen guten Jahresauftakt verspricht Sotheby’s mit seiner Impressionisten- und Moderneauktion am 3. Februar in London zu nehmen. Nicht nur die reinen Zahlen lassen Einiges erwarten: Rund 70 bis 100 Millionen Pfund erwartet das Auktionshaus für die 39 Losnummern des Abends. Gegenüber den Ergebnissen der beiden Londoner Auktionen von Februar und Juni des Vorjahres markieren diese Werte einen Zuwachs auf mehr als das Doppelte. Nicht ohne stolz vermelden die Veranstaltet zudem die in London bisher nicht vorgekommene Offerte gleich dreier Werke im Schätzpreisbereich jenseits der Achtstelligkeit. Doch auch nüchtern betrachtet dürfte das qualitätvolle und vielseitige Angebot kritischen Augen wohl standhalten.


Marktfrische darf man diesmal allerdings nicht so häufig erwarten, im Gegenteil: Etliche der Losnummern beehrten in den vergangenen Jahren schon einmal oder gar mehrmals das Auktionsparkett, so Pierre-Auguste Renoirs „Léontine lisant“ von 1909 bei Christie’s 1993 und 1996 sowie 2002 bei Sotheby’s (Taxe 2,3 bis 2,8 Millionen GBP). Henri Matisses „Femme couchée“ um 1917 wurde im November 2001 bei Christie’s in New York für 4,8 Millionen Dollar zugeschlagen und rangiert mit 3,5 bis 5,5 Millionen Pfund etwa auf dem selben Niveau, während Marc Chagalls „Le cirque rouge et bleu“ vor elf Jahren noch 550.000 Dollar kostete, jetzt aber mit 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund veranschlagt ist.

Den ersten Platz teilen sich drei Kunstwerke, die nun nicht so häufig den Besitzer wechselten. Von herausragendem Rang sind zwei Gemälde und eine Skulptur. Letztere stammt von Alberto Giacometti. Mit einer Schätzung von 12 bis 18 Millionen Pfund winkt der lebensgroße „Homme qui marche I“ von 1960/61, den die Commerzbank AG aus den Kunstbeständen der von ihr übernommenen Dresdner Bank auf den Markt wirft, zumindest aus weiterer Ferne mit einem neuen Auktionsrekord für den Schweizer Künstler. Der alte liegt bei umgerechnet knapp 14 Millionen Pfund und wurde im Mai 2008 bei Christie’s in New York von der „Grande femme debout II“ aufgestellt. Seit 1980 gehörte das Werk zur Firmensammlung der Dresdner Bank. Der Erlös des Lebzeitengusses soll den Stiftungen der Commerzbank sowie deutschen Museen zugute kommen, die zudem rund 100 Werke aus der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst als Leihgabe erhalten.

Den gleichen Preis trägt Gustav Klimts 1913 entstandene „Kirche in Cassone“, ein gewählt aus vertikalen und horizontalen Schwerpunkten komponiertes, für das abstrahierende Spätwerk des Österreichers charakteristisches Landschaftsbild vom Gardasee. Das mosaikartige Gemälde, das fast auf eine Tiefenperspektive verzichtet, gehörte der jüdischen Industriellenfamilie Zuckerkandl, die einst die größte Privatsammlung an Klimt-Bildern in Händen hielt. Danach ging es in das Eigentum von Viktor Zuckerkandls Schwester Amalie Redlich über, wo sich während der Nazizeit seine Spur verlor. Redlichs Großneffe verständigte sich nun mit dem jetzigen Besitzer, das Werk versteigern zu lassen. Das dritte Hauptlos stellt ein Franzose: Paul Cézannes typisches Stillleben „Pichet et fruits sur une table“. Das breitformatige Arrangement mit einem Krug und Äpfeln auf einem Tisch war schon immer teuer: 1989 ging es bei Sotheby’s in New York für 10,5 Millionen Dollar über den Tresen. Jetzt stehen 10 bis 15 Millionen Pfund auf dem Etikett.

Den Anfang der Auktion bestreitet eine Dreiergruppe von Bildern Georges Seurats aus einer Pariser Privatsammlung, darunter zwei seiner schattenhaft-schemenhaften Kreidezeichnungen, deren grafische Intensität an Werke Francisco de Goyas heranreicht. Für „Garçonnet assis“ nahm sich Seurat um 1884 seinen Neffen Maurice Appert als Modell (Taxe 750.000 bis 1 Million GBP). Höhepunkt der klassischen impressionistischen Malerei nach Cézanne ist Camille Pissarros Ansicht des mächtigen gotischen Chores der Kirche Saint-Jacques in Dieppe im mittäglichen Sonnenlicht 1901 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Ihm gesellen sich lediglich Alfred Sisleys herbstliche „La Seine à Bougival“ von 1873 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), sein etwas heiterer Blick „Le canal du Loing à Saint-Mammès“ von 1885 (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP) und Max Liebermanns orangefarben blühende „Blumenstauden im Wannseegarten“ von 1919 zur Seite (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Selten einmal auf den großen Moderne-Auktionen in New York oder London liest man den Namen Natalja Gontscharowa. Sie wird sonst in die Spezialauktion „Russian Art“ eingegliedert. Unbestritten gehörte die 1917 nach Paris übergesiedelte Künstlerin auch in ihren jungen Jahren zur Avantgarde des frühen 20sten Jahrhunderts. Mit dem Gemälde „La fenaison“ um 1905/10, das in bunten Farben nach einer Formauflösung geradezu drängt, beweist sie eindrucksvoll ihre international wichtige Position innerhalb der expressionistischen Kunstrichtung (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). In Paris fand auch der gebürtige Niederländer Kees van Dongen, ebenfalls wichtiger Protagonist des französischen Fauvismus, seine Wahlheimat – und seine schlanken, kühl-eleganten weiblichen Modelle für „La Rue de la Paix, Paris“ aus der Zeit um 1922/23 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP).

Der deutsche Expressionismus kommt demgegenüber mit eher ungewöhnlichen Werken zum Zuge. Zu den frühesten malerischen Schöpfungen im Œuvre Lyonel Feiningers zählt seine bunte und flächig gestaltete „Locomotive“ mit einem etwas verzerrten Spaziergänger im Vordergrund. Das Ölbild, erst im November 2006 bei Sotheby’s für 1,9 Millionen Dollar verkauft, steht für 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund jetzt erneut zur Verfügung. Ein bisschen geschummelt hat Ernst Ludwig Kirchner und seine stilistisch eindeutig dem mittleren Werk zuzuordnende „Variétéparade“ einiger Tänzerinnen auf das Jahr 1908 zurückdatiert (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Auch bei der fulminanten, farbigen Zeichnung eines „Sitzenden Mädchens mit Hut“ hat er so verfahren; gefertigt in Dresden 1908, hat er es doch mit „E.L. Kirchner 04“ signiert (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP). Der Dritte im Bunde ist Heinrich Campendonk, dessen selbständige, von vielen Entwicklungsstufen geprägte Variante expressionistischer Malerei im Werke „Der Kuhhirte“ aus dem Jahr 1924 zur Geltung kommt (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Von Egon Schiele gibt es drei Zeichnungen, darunter die farbig gouachierte Kreidezeichnung „Sitzende Frau mit violetten Strümpfen“ aus dem Jahr 1917 für 3 bis 5 Millionen Pfund.

Auffallend an dieser Auktion ist eine weitgehende Zurückhaltung der französischen Moderne. Von Pablo Picasso gibt es lediglich die kubistische Tuschfederzeichnung „Arlequin“ aus dem Jahr 1909 für 400.000 bis 600.000 Pfund. Sein Mitstreiter Fernand Léger sendet mit dem Stadtbildausschnitt „Les fumées sur les toits“ aus dem Jahr 1912 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) und der Komposition „L’étoile rouge“ von 1938 auch nicht mehr als zwei zwar schöne, aber nur mittelbedeutende Werke (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Ebenso Joan Miró mit seinem feinen „Le pêcheur“ aus dem Jahr 1927 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) oder Francis Picabia mit seinen Gesichts- und Körperüberlagerungen „La Transparence“ um 1930 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), wobei der Surrealismus mit René Magrittes junger Frau „Le Beau navire“, die sich von einem lebendigen Wesen nach oben hin allmählich zu einer leblosen Skulptur verwandelt und farblich mit dem bläulichen Himmel verschmilzt, immerhin noch einen Höhepunkt zu bieten hat (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Einziger Bildhauer auf der Auktion neben Giacometti ist Henry Moore unter anderem mit einer 2,5 Meter breiten, liegenden Frau seiner Serie „Reclining Figure“ von 1982 für 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund.

Die bekannten und bewährten Künstlernamen der ersten und zweiten Garnitur listet auch die Tagesauktion am 4. Februar. Eine hübsche Gipsgruppe namens „La confidence, les causeuses“ aus dem Jahr 1896 gibt es von Auguste Rodins Schülerin und Lebensgefährtin Camille Claudel (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Noch einmal für den französischen Expressionismus springt Maurice de Vlaminck als einer seiner Hauptvertreter in den Ring: „Péniche sur la Rivière“ zeigt um 1907/09 bereits den Ansatz einer düsteren schweren Farbigkeit, die das spätere Schaffen des Künstler durchziehen soll (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Ein originelles Produkt des Kubismus ist Jean Metzingers „Le Château“ aus dem Jahr 1918, Titellos des Katalogs. Bei den gleichzeitigen Skulpturen ist Jacques Lipchitz’ Bronze „Arlequin à la mandoline“ von 1920 zu nennen (Taxen je 200.000 bis 300.000 GBP). Georges Braque hat sich in einem Stillleben „Verre, fruits, cuillère“ von 1939 schon wieder von dieser Stilrichtung entfernt und ist zu einer flächigen, perspektivlosen Darstellung übergegangen (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Und Jean Souverbies kraftvolle „Maternité“ aus den 1930er Jahren erinnert an die klassizistischen Schöpfungen Picassos (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Im oberen Bereich mischen ferner einige Werke deutscher Künstler mit, darunter wiederum drei Wannseegartenbilder Max Liebermanns von 1923 und 1924 für bis zu 300.000 Pfund, Lovis Corinths vom Expressionismus gezeichnete „Römische Campagna“ aus dem Jahr 1914 (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP), Emil Noldes frühes Ölbild „Einschiffung“ von 1911 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), Otto Dix’ Aquarell einer biederen Familie beim „Sonntagsspaziergang“ 1922 (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) sowie Wassily Kandinskys geometrisch-kristalline Abstraktion „Zartes Gemüt“ von 1925 (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Den modernsten Touch dürfte Marino Marinis „Composizione equestre“ aus dem Jahr 1953 tragen: Vor schreiend blutigem Rot schält sich hier eine kaum in ihren Umrissen erkennbare Figurengruppe heraus. Mit 180.000 bis 250.000 Pfund schlägt dieser bildliche Schock zu Buche.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



29.01.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Zuschlag: 10.500.000,- GBP

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Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

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Camille Pissarro, L’église Saint-Jacques à Dieppe, matin, soleil, 1901

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Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.200.000,- GBP

Losnummer: 7

Egon Schiele, Sitzende Frau mit violetten Strümpfen, 1917

Egon Schiele, Sitzende Frau mit violetten Strümpfen, 1917

Taxe: 3.000.000 - 5.000.000 GBP

Zuschlag: 4.300.000,- GBP

Losnummer: 14

Lovis Corinth, Römische Campagna, 1914

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Taxe: 180.000 - 250.000 GBP

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Gustav Klimt, Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen), 1913

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Taxe: 12.000.000 - 18.000.000 GBP

Zuschlag: 24.000.000,- GBP

Losnummer: 13

Alfred Sisley, La Seine à Bougival, 1873

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Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

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Georges Seurat, Garçonnet assis (Maurice Appert), um 1884

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