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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Sensationelle Auktion mit Impressionisten und Modernen bei Sotheby’s in London

Alberto Giacometti steigt auf den Thron



Das war sie nun also, die erste Sensation eines offenbar erstaunlich schnell wiederhergestellten Marktes. Netto 58 Millionen Pfund, inklusive Aufgeld rund 65 Millionen Pfund, umgerechnet genau 104.327.006 Dollar, erzielte Alberto Giacomettis „L’Homme qui marche“ auf der großen Impressionisten- und Moderneauktion von Sotheby’s in London. Geschätzt auf 12 bis 18 Millionen Pfund, hatte die 1961 als eine von sechs Exemplaren gegossene Bronze eher an Erfolge wie den „L’homme qui chavire“, im vergangenen November für 17,2 Millionen Dollar verkauft, oder die „Grande femme debout II“ von 1959/60 denken lassen, die vor knapp zwei Jahren bei Christie’s für 24,5 Millionen Dollar über die Bühne ging. Doch ebenso verbissene wie begeisterte Bieter vor allem an den Telefonen trieben den Preis in wenigen Minuten auf ungeahnte Höhen. Über den Käufer erfährt man nichts Näheres. Sotheby’s hüllt sich über den siegreichen Telefonbieter in Schweigen.


Damit hat Alberto Giacometti den Jahrhundertmaler Pablo Picasso vom ersten Platz als bestbezahlter Künstler gestoßen und Picassos „Garçon à la pipe“ als teuerstes, auf einer Auktion gehandeltes Kunstwerk entthront. Das Gemälde von 1905 hatte im Mai 2004 bei Sotheby’s in New York inklusive des Aufgeldes 104.168.000 Dollar gekostet, also rund 160.000 Dollar weniger als der Giacometti heute. Da interessieren Details wie Geldverfall, Umrechnungskurs etc. nur wenig. Mit dem Erlös übrigens möchte die Commerzbank, die das Werk aus dem „Nachlass“ der Dresdner Bank übernommen hat, ihr neu gegründetes Stiftungszentrum stärken und zudem ihren Partnermuseen Mittel für Restaurierungsarbeiten und pädagogische Projekte zur Verfügung stellen.

Giacometti war nicht der einzige Star des fulminanten Abends. Ausgerechnet die Losnummer 13, besetzt mit Gustav Klimts mosaizistisch schimmernder „Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen)“, gemalt 1913 auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens, brachte dem Einlieferer, der sich mit den jüdischen Erben der Großindustriellenfamilie Zuckerkandl verständigt hatte, besonderes Glück: Auf 24 Millionen Pfund verdoppelte ein ebenfalls anonym gebliebener Käufer die untere Schätzung für dieses lange Zeit verschwundene Spätwerk des Meisters. Mit solchen Einzelergebnissen verwundet es nicht, dass das Gesamtresultat dieser Auktion ebenfalls einen neuen Rekord aufstellt: Es beträgt rund 147 Millionen Pfund und liegt damit höher als jeder bisher auf Londoner Auktionen realisierte Umsatz. Bei rund 70 bis 100 Millionen Pfund hatte die Gesamtschätzung gelegen – ein Kinderspiel allein für Giacometti und Klimt. Der 3. Februar 2010 wird in vielerlei Hinsicht als Glücks- und Erfolgstag in die Geschichte von Sotheby’s eingehen. Sensationell ist nicht zuletzt auch der Wert, den jedes Kunstwerk im Durchschnitt erzielen konnte. Bei 31 verkauften Losnummern, denen acht unveräußerte Positionen gegenüberstehen, bemisst sich der Durchschnittspreis auf mehr als 4,7 Millionen Pfund – auch dies rekordverdächtig.

Weit abgeschlagen auf Platz drei landete der Künstler, dessen Werk doch eigentlich mit den beiden anderen in einer Liga hätte spielen wollen. Doch für Paul Cézannes Stillleben „Pichet et fruits sur une table“ von 1893/94 reichte es nur zu 10,5 Millionen Pfund, was freilich die untere Schätzung von 10 Millionen Pfund voll erfüllte und als erstes der drei Toplose einen guten Einstand bedeutete. Fast alle Werke konnten, soweit sie nicht unter die Rückgänge fielen, ihre Schätzpreise erreichen, gut die Hälfte konnte sie übertreffen. Im Rahmen des Erwarteten hielt sich das preisliche Mittelfeld, so Alfred Sisleys herbstliche „La Seine à Bougival“ von 1873 bei 1,5 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), Camille Pissarros Ansicht der Kirche Saint-Jacques in Dieppe von 1901 bei 2,2 Millionen Pfund (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) oder Henri Matisses „Femme couchée“ von circa 1917 mit 3,9 Millionen Pfund (3,5 bis 5,5 Millionen GBP). Auch Egon Schieles charaktervolle Zeichnung „Sitzende Frau mit violetten Strümpfen“, datiert 1917, schnitt mit 4,3 Millionen Pfund taxgerecht ab, ebenso René Magrittes halb lebensvoller, halb marmorkalter Frauenakt „Le Beau Navire“ aus dem Jahr 1942 bei 3,3 Millionen Pfund und – unter den Skulpturen – Henry Moores ausladende Bronze „Reclining Figure“ von 1982 für 3,2 Millionen Pfund.

Bewegung kam eher im unteren Bereich auf: Georges Seurats Kreide und Gouache „Garçonnet assis (Maurice Appert)“ um 1884 reüssierte bei 1,7 Millionen Pfund (Taxe 700.000 bis 1 Millionen GBP), seine kleine pointillistische Ansicht von „L’Hospice et le phare de Honfleur“, die er ebenfalls 1886 als vollgültiges Ölgemälde ausführte, bei 550.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP), bei 750.000 Pfund schloss Fernand Légers abstraktes Ölbild „L’étoile rouge“ aus dem Jahr 1938 ab (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP), bei 950.000 Pfund Natalja Gontscharowas kraftvoll in bunten Farben gestaltete Landschaft „La fenaison“ um 1905/10 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) und bei 420.000 Pfund Joan Mirós zarte Vorstellung einer „Peinture (Le pêcheur)“ aus dem Jahr 1927 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Gute Ergebnisse bescherten auch die deutschen Expressionisten. Ernst Ludwig Kirchners 1908 datierte, in Wahrheit aber erst in den Jahren zwischen 1910 und 1926 entstandene „Variétéparade“ konnte ihren Wert auf 2,6 Millionen Pfund etwa verdoppeln, seine farbige Kreidezeichnung „Sitzendes Mädchen mit Hut“, bei der Kirchner mit der Datierung 1904 ebenfalls um vier Jahre schummelte, verbesserte sich von 350.000 bis 550.000 auf 750.000 Pfund. Heinrich Campendonks „Kuhhirte“ von 1924 schaffte bei 350.000 Pfund einen Achtungserfolg (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Lediglich Lyonel Feiningers dynamische „Locomotive“, ein frühes Ölbild aus dem Jahr 1908, schwächelte etwas und wurde schon bei 1,3 Millionen Pfund ausgebremst (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



05.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gustav Klimt, Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen), 1913
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Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen mit Hut, 1908
Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen mit Hut, 1908

Kunstwerk:

Georges Seurat, L’Hospice et le phare de Honfleur, 1886
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Kunstwerk:

Georges Seurat, Garçonnet assis (Maurice Appert), um 1884
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Gustav Klimt, Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen), 1913

Gustav Klimt, Kirche in Cassone (Landschaft mit Zypressen), 1913

Taxe: 12.000.000 - 18.000.000 GBP

Zuschlag: 24.000.000,- GBP

Losnummer: 13

Egon Schiele, Sitzende Frau mit violetten Strümpfen, 1917

Egon Schiele, Sitzende Frau mit violetten Strümpfen, 1917

Taxe: 3.000.000 - 5.000.000 GBP

Zuschlag: 4.300.000,- GBP

Losnummer: 14

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen mit Hut, 1908

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzendes Mädchen mit Hut, 1908

Taxe: 350.000 - 550.000 GBP

Zuschlag: 750.000,- GBP

Losnummer: 18

Georges Seurat, Garçonnet assis (Maurice Appert), um 1884

Georges Seurat, Garçonnet assis (Maurice Appert), um 1884

Taxe: 750.000 - 1.000.000 GBP

Zuschlag: 1.700.000,- GBP

Losnummer: 2

Ernst Ludwig Kirchner, Variétéparade, 1910/26

Ernst Ludwig Kirchner, Variétéparade, 1910/26

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 2.600.000,- GBP

Losnummer: 11

Camille Pissarro, L’église Saint-Jacques à Dieppe, matin, soleil, 1901

Camille Pissarro, L’église Saint-Jacques à Dieppe, matin, soleil, 1901

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.200.000,- GBP

Losnummer: 7

Alfred Sisley, La Seine à Bougival, 1873

Alfred Sisley, La Seine à Bougival, 1873

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 GBP

Zuschlag: 1.500.000,- GBP

Losnummer: 24

Paul Cézanne, Pichet et fruits sur une table, 1893/94

Paul Cézanne, Pichet et fruits sur une table, 1893/94

Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 GBP

Zuschlag: 10.500.000,- GBP

Losnummer: 5

Georges Seurat, L’Hospice et le phare de Honfleur, 1886

Georges Seurat, L’Hospice et le phare de Honfleur, 1886

Taxe: 300.000 - 400.000 GBP

Zuschlag: 550.000,- GBP

Losnummer: 1




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