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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

In bester Gesellschaft



Michael Powolny, Putto Frühling, um 1907

Michael Powolny, Putto Frühling, um 1907

Möbel und Gemälde aus Schloss Morstein in der Hohenloher Ebene, Einrichtungsgegenstände aus Schloss Hohenaschau, eine 1908 datierte Christusikone aus dem Besitz der russischen Zarenfamilie für 10.000 Euro, Gemälde aus dem Nachlass der Königin Olga von Württemberg sowie weitere Werke aus den Kollektionen des Prinzen Joseph Clemens von Bayern und der Familien von Ledebur und Peisser von und zu Wertenau – beim Auktionshaus Nagel versammelt sich am 10. Februar eine illustre Schar des deutschen und europäischen Adels. Die qualitativ gemischte, aber von zahlreichen herausragenden Losen gekrönte Versteigerung von Kunst und Antiquitäten macht dem Tausendsassa in Stuttgart wieder alle Ehre. Von klassischen Holzskulpturen des späten Mittelalters wie einer Allgäuer Figur des heiligen Antonius um 1460/65 für 5.500 Euro über eine originelle Art Déco-Deckenlampe in Form eines schwebenden Zeppelins um 1930 für 3.800 Euro und Michael Powolnys berühmte Jahreszeitenputti „Frühling“ und „Herbst“ um 1907 jeweils für günstige 2.500 Euro bis hin zu impressionistischen Gemälden, wie Heinrich von Zügels spielerischen Kampf „In der Höhle des Löwen“ von 1909 für 14.000 Euro oder seinen friedlicheren Schafen samt Hütehund am Stalleingang für 4.000 Euro, finden sich hier vielfältige europäische Kunstäußerungen.


Dem Abzug von Leihgaben aus dem Bayerischen Nationalmuseum, Zweigstelle Kempten, verdankt sich eine große Sammlung spätmittelalterlicher Tafelmalereien und Skulpturen. Hervorzuheben sind eine ausgezeichnete Darstellung der heiligen Elisabeth bei der Pflege der Aussätzigen, um 1500 von einem Augsburger Meister aus dem Umkreis Hans Holbeins d.Ä. gemalt (Taxe 35.000 EUR), und ein kleiner oberschwäbischer Flügelaltar mit vier Tafeln, die freilich unter dem etwas aufdringlichen Rahmen des 19ten Jahrhunderts optisch leiden (Taxe 18.000 EUR). Weitere gute Gemälde sind ein querformatiger Puttenreigen aus dem Umkreis Cornelis Cornelisz van Haarlems (Taxe 10.000 EUR) und ein 1732 datiertes Bildnispaar zweier Kinder mit Papagei und Hund in schönen Régencerahmen, das Arnold Boonen und ein gewisser Jan Gollevens d.J. geschaffen haben (Taxe 25.000 EUR). Jan Breughels d.J. und Frans Wouters’ Gemeinschaftsarbeit „Aktäon überrascht Diana beim Baden“ in nicht ganz so herausragender Qualität wie gewohnt scheiterte im vergangenen September an 80.000 Euro. Jetzt soll die mittelgroße Eichenholztafel die Hälfte kosten.

Der sächsische Landschaftsmaler Johann Christian Vollerdt schloss sich gern den Werken der altniederländischen Malerei an, wie auch seine weite, jenen gegenüber lediglich etwas aufgehellte Flusslandschaft mit Dörfern, Lastkähnen und Reisenden von 1758 zeigt (Taxe 12.000 EUR); ebenso Franz Hochecker mit seinen zwei sommerlichen Flusslandschaften etwa aus der gleichen Zeit (Taxe 10.000 EUR). Der Berliner Klassizist Adolf Friedrich Harper, der im vergangenen September bei Nagel schon einmal reüssierte, ist diesmal mit Pendants vertreten, auf denen er sich wieder Campagnalandschaften mit Wasserfällen, Figuren und Tieren erdachte (Taxe 5.000 EUR). Eine illustre Gesellschaft kann man sich mit den Reliefportraits von Giovanni Battista Nini zulegen. Die Terrakottaarbeiten stammen alle aus einer süddeutschen Privatsammlung und zeigen Persönlichkeiten des 18ten Jahrhunderts, darunter Ludwig XV., den dänischen Chemiker und Porzellankünstler Pierre Berthevin, Benjamin Franklin oder die Pariser Salondame Suzanne Jarente de la Reynière (Taxe zwischen 2.500 und 3.500 EUR).

Im 19ten Jahrhundert prangen Veduten der Bucht von Neapel aus der Hand eines recht unbekannten Malers namens Salvatore Candido, dessen virtuose Postkartenmotive schon manchesmal für Bewegung auf Auktionen gesorgt haben. Auch diesmal dürften 35.000 Euro den Marktwert der beiden 1853 datierten Gemälde benennen. Diesen Wert hat Nagel auch für Franz Richard Unterbergers „Capri im Abendlicht“ vorgesehen. Der bedeutende, mit höchsten Gesellschaftskreisen vertraute Portraitist Franz Xaver Winterhalter kommt mit einem Bildnis des Prinzen Karl von Württemberg in Uniform von 1856 (Taxe 15.000 EUR) und einer eleganten Dame in blauem Kleid von 1864 zum Zuge, die aber auch sein jüngerer Bruder Hermann Winterhalter gemalt haben könnte (Taxe 10.000 EUR). Sogar in die Moderne greift Nagel im Gemäldeangebot aus und listet ein schönes Stillleben mit zwei gelben Tulpen des Kölner neusachlichen Malers Josef Mangold für günstige 1.000 Euro.

Aus einer Privatsammlung kommen zwei charaktervoll gearbeitete Reliquienbüsten des italienischen Barock um 1700 (Taxe 25.000 EUR). Von einem der abgebrochenen Rokokoaltäre Ignaz Günthers soll ein sitzender Putto stammen. In der Tat weist die handwerkliche Qualität des etwas traurig dreinschauenden Männleins auf einen erstklassigen Meister hin (Taxe 18.000 EUR). Zu gering bemessen dürfte der Preis von 12.000 Euro für eine große Brüsseler Tapisserie des ausgehenden 16ten Jahrhunderts sein, die in gekonnter Körperbeherrschung eine Schlachtenszene mit einem bärtigen Sieger im Vordergrund präsentiert. Mit 40.000 Euro dürfte das anschließende Los, eine kalvinistische Relieftafel aus der Hand eines französischen Renaissancemeisters mit der Darstellung des Moses und den zehn Geboten, etwas hoch bewertet sein.

Die Vorliebe Italiens für bemalte Möbel macht ein Kabinettschrank aus der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts deutlich, der wohl im Piemont mit Blumenbouquets geschmückt wurde (Taxe 9.000 EUR). Auch ein jüngeres Paar venezianischer Eckschränkchen wohl aus der Mitte des 18ten Jahrhundert wurde gänzlich mit reichen Rokokomotiven überzogen (Taxe 5.000 EUR). Weiterer Höhepunkt der Einrichtungsgegenstände ist ein Satz von sechs Leuchterappliken womöglich Genueser Herkunft des mittleren 18ten Jahrhunderts (Taxe 18.000 EUR). Den gleichen Schätzpreis trägt eine elegante Rokokokommode ebenfalls um 1750. Ihr ungewöhnliches Oberflächenmuster und die lediglich punktuell aufgetragenen Bronzen verweisen auf einen anderen Herstellungsort als die bekannten deutschen oder französischen Zentren. Vielleicht stammt das Stück von der iberischen Halbinsel.

Zur Zeit des Empire um 1815 entstand in Wien ein Paar großer Leuchterfiguren in antikischer Gewandung aus Holz und Stuck mit schwarzgoldener Fassung. Sie waren ebenfalls schon im vergangenen September bei Nagel für 40.000 Euro angetreten und sind nun auf 20.000 Euro gerutscht. Da Nagel im Juni 2009 das „Bad der Psyche“, eine Bildtapete von etwa 1815 aus der renommierten Pariser Manufaktur von Joseph Dufour bei 18.000 Euro nur unter Vorbehalt zuschlagen konnte, macht sie nun erneut zu diesem Preis auf sich aufmerksam. Teuerste Uhr ist mit 14.600 Euro eine Pariser Pendule wohl des Louis XVI mit der Darstellung einer jungen Frau, die unter dem Geäst einer Eiche das Nest der Liebesgötter aufstöbert, so dass die erschrockenen Putten nur so umeinanderwirbeln. Ein Zeugnis der frühen Neugotik ist ein französischer Tischregulator um 1800 mit krabbenbesetzten Spitzbogenarkaden (Taxe 12.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 10. Februar um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 8. Februar täglich von 11 bis 18 Uhr möglich.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



08.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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10.02.2010, Kunst und Antiquitäten

Bei:


Nagel Auktionen

Bericht:


Reich mit St. Petersburg

Kunstwerk:

Deckenlampe, um
 1930
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Kunstwerk:

Meister des Füssener Hochaltars, Heiliger Antonius, Allgäu um 1460/65
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Kunstwerk:

Paar Reliquienbüsten, Italien, um 1700
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Kunstwerk:

Franz Hochecker, Sommerliche Flusslandschaften mit Figurenstaffage
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Kunstwerk:

Giovanni Battista Nini, Suzanne Jarente de la Reynière, 1769
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Kunstwerk:

Giovanni Battista Nini, Benjamin Franklin, 1777
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Kommode, Rom, Mitte 18. Jahrhundert

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Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 205

Giovanni Battista Nini, Suzanne Jarente de la Reynière, 1769

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Taxe: 3.500,- EURO

Losnummer: 448

Franz Xaver Winterhalter oder Hermann Winterhalter, Bildnis einer Dame vor rotem Vorhang, 1864

Franz Xaver Winterhalter oder Hermann Winterhalter, Bildnis einer Dame vor rotem Vorhang, 1864

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 483

Paar Encoignuren, Venedig, wohl 18. Jahrhundert

Paar Encoignuren, Venedig, wohl 18. Jahrhundert

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 185

Orest Kurljukow, Mandylion, Moskau, 1908

Orest Kurljukow, Mandylion, Moskau, 1908

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 110.000,- EURO

Losnummer: 1

Deckenlampe, um 1930

Deckenlampe, um 1930

Taxe: 3.800,- EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 123

Kabinettschrank, wohl Piemont, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Kabinettschrank, wohl Piemont, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 193

Josef Mangold, Stillleben mit zwei gelben Tulpen in einer Glasvase

Josef Mangold, Stillleben mit zwei gelben Tulpen in einer Glasvase

Taxe: 1.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 632

Tapisserie, Brüssel, Ende 16. Jahrhundert

Tapisserie, Brüssel, Ende 16. Jahrhundert

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 297

Pendule, Paris, 18. Jahrhundert

Pendule, Paris, 18. Jahrhundert

Taxe: 14.600,- EURO

Losnummer: 244

Giovanni Battista Nini, Benjamin Franklin, 1777

Giovanni Battista Nini, Benjamin Franklin, 1777

Taxe: 2.500,- EURO

Losnummer: 449

Franz Ignaz Günther, Sitzender Putto

Franz Ignaz Günther, Sitzender Putto

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 371




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