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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in London

Auch nicht schlecht



Am 2. Februar hatte Christie’s seinen großen Auftritt mit Impressionisten und Modernen in London. Klar, dass diese Abendauktion durch Sotheby’s einen Tag später rasch in den Schatten gestellt wurde. Allein der Giacometti und der Klimt dort brachten mehr als die gesamten 85 Lose der zweiteiligen Abendauktion bei Christie’s zusammen. Mit rund 76,8 Millionen Pfund lag jedoch auch hier das Ergebnis im guten Bereich der Gesamttaxe und kann sich ebenfalls sehen lassen: Der Erfolg des Konkurrenten auf dem sich erholenden Markt ist prinzipiell nicht uneinholbar, und wählerische Sammler aus aller Welt sind noch immer bereit einzukaufen, wenn die Qualität stimmt. Jenseits der 10-Millionen-Pfund-Grenze fand sich allerdings kein Werk ein. Mit 7,2 Millionen Pfund als Höchstpreis musste sich Christie’s bescheiden – immerhin aber schaffte Pablo Picassos „Tête de femme, Jacqueline“ aus dem Jahr 1963 damit rund das Doppelte seiner Schätzung von 3 bis 4 Millionen Pfund.


Überhaupt schien das Angebot aus der klassischen Moderne attraktiver als die früheren Arbeiten. Denn auch die folgenden Plätze wurden von den progressiven Künstlern des 20sten Jahrhunderts besetzt. Platz zwei ging bei 6,3 Millionen Pfund an Kees van Dongens ruhiges Halbportrait „La gitane“ um 1910/11 (Taxe 5,5 bis 7,5 Millionen GBP) und Platz vier bei einem Hammerpreis von 5,4 Millionen Pfund wiederum an Pablo Picasso mit seinem kantigen „Homme assis sur une chaise” von 1956 (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen GBP). An diese Erfolge hängten sich Henri Matisses reizende „Nu aux jambes croisées“ von 1936 für 3,35 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 4 Millionen GBP) und Fernand Légers streng komponiertes Stillleben „Le compotier rouge, compotier de poires“ aus dem Jahr 1925 für 1,7 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP).

Mit 4 bis 6 Millionen Pfund war Natalja Gontscharowas wunderbar leuchtende Ölkomposition „Espagnole“ um 1915 bereits im Vorfeld auf Rekordniveau taxiert. Die hohen Erwartungen wurden vollkommen bestätigt: Mit 5,7 Millionen Pfund erreichte die Künstlerin nicht nur selbst einen neuen Auktionsrekord, sondern avancierte zur teuersten Malerin auf einer Auktion überhaupt. Das Bild wanderte in eine russische Privatsammlung. Freuen durften sich die Frauen über diese Auktion auch noch wegen Sonia Delaunay-Terk. Ihr Bildnis einer wie in einen bunten Teppich eingespannten Dame namens „Philomène“, ein relativ frühes, für ihre künstlerische Entwicklung bedeutendes Werk des Jahres 1907, wurde mit 500.000 Pfund ebenfalls weit über die Schätzung von 250.000 bis 350.000 Pfund hinausgehoben.

Bei den Impressionisten konnten sich Edouard Vuillards „Intérieur aux rocking-chairs“ aus dem Jahr 1902 von 250.000 bis 350.000 Pfund auf 480.000 Pfund und Pierre-Auguste Renoirs kleines Ölbildnis der „Mademoiselle Hélène Grimprel au ruban rouge” 1880 von 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund auf 2,7 Millionen Pfund verbessern. Insgesamt aber zeugten die Preiskämpfe in diesem Bereich von einer etwas weniger erhitzten Atmosphäre. Bei 1,6 Millionen Pfund wurde Paul Signacs breitgestreckte Neoimpression „Le jardin du Vert-Galant“ aus der Zeit um 1928 preislich bestätigt, 1,75 Millionen Pfund knapp unterhalb der Schätzung schaffte Odilon Redons charakteristisches spätes Pastell „Vase au guerrier japonais“ von 1905/08. Die beiden schmerzlichsten Rückgänge waren denn auch Edgar Degas‘ typisches Pastell „Danseuses“ von circa 1896 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) und Claude Monets etwas unspektakuläre Landschaft „Le village de La Roche-Blond au soleil couchant“ von 1889 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Die deutschen Künstler, auf der Auktion recht stark vertreten, überraschten mit zum Teil drastischen Preissteigerungen – und einem neuen Rekord. Otto Mueller, der vielleicht introvertierteste Vertreter der Dresdner „Brücke“, schickte die farblich ungewöhnliche, weil in einen blauen Schleier getauchte Leimfarbenarbeit „Badende“ um 1927 für 500.000 bis 700.000 Pfund ins Rennen. Doch mehr als zehn verbissene Bieter kämpften um das einst die Krefelder Sammlung Lange zierende Werk, bis sich ein russischer Sammler schließlich bei 1,82 Millionen Pfund durchsetzte. Übertroffen wurde Muellers Preis vom weltauktionserprobteren Ernst Ludwig Kirchner. Allerdings erwarb der Käufer, der 2,55 Millionen Pfund investierte, eigentlich auch gleich zwei Gemälde: „Zwei nackte Mädchen in flacher Wanne“ und auf der Rückseite derselben Leinwand „Elbkähne vor gelben Häusern, Dresden“, entstanden beide um 1912/13 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP).

Auf Seiten der Münchner Neuen Künstlervereinigung glänzte Alexej von Jawlenskys farbkräftiges Arrangement „Blaue Vase mit Orangen“ aus dem Jahr 1907 für 1,1 Millionen Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), gefolgt von seinem strengen „Abstrakten Kopf, Ostern“ aus dem Jahr 1933 mit 650.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), seiner nachdenklichen „Sitzenden Frau“ von 1909 zur unteren Schätzung bei 600.000 Pfund und der ebenfalls frühen Studie einer Dorfstraße aus Oberbayern von 1908 bei 440.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Heinrich Campendonks hochformatige, in zahllose Perspektivsegmente und leuchtende volltönige Farben zerlegte „Bayerische Landschaft mit Fuhrwerk“ um 1918 wechselte für starke 1,35 Millionen Pfund den Besitzer (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP).

Zu nennen sind ferner George Grosz‘ deftiges Aquarell „Orgie“ aus dem Jahr 1922 für 320.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP), Max Beckmanns „Stillleben mit Tulpen und Ausblick aufs Meer“ aus dem Jahr 1938 für 650.000 Pfund (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP), Lyonel Feiningers prismatisch zerlegtes, dabei aber suggestiv atmosphärisches Ölbild „Ostsee-Schoner“ von 1924 für 850.000 Pfund (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP) und Paul Klees aquarelliertes Farbexperiment „Geöffneter Berg“ von 1914, in dem sich verschiedenfarbige Lichtkegel zu einem abstrakten Geflecht vereinen. Es kletterte von 340.000 bis 380.000 auf 460.000 Pfund. Unverrichteter Dinge musste Egon Schiele mit seinem etwas dreckigen „Halbakt“ von 1911 wieder abziehen. Der Gouache war bei 600.000 bis 800.000 Pfund kein Glück beschieden.

Einen Anteil von gut 10 Millionen Pfund am Gesamtumsatz hatten die Surrealisten, die im Anschluss an der Reihe waren. Bei gutem Absatz und einigen ansehnlichen Preissteigerungen setzte sich René Magritte mit der Gouache einer Nachttaube unter dem Titel „Le baiser“ von circa 1957 für 1,05 Millionen Pfund an die Spitze (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Zumindest mit Aufgeldern erreichten auch sein 1955 in gleicher Technik ausgeführter weiblicher Rückenakt „La robe du soir“ samt bekrönender Mondsichel, netto für 880.000 Pfund zugeschlagen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), und Max Ernsts dichtes pflanzliches Gewuchere „Profanation of spring“ aus dem Jahr 1945 zur oberen Taxe von 900.000 Pfund die Millionengrenze.

Bei 750.000 Pfund besetzte Salvador Dalí, neben den beiden vorigen der vielleicht glanzvollste Surrealistenstar des 20. Jahrhunderts, Platz vier. „Le triomphe de Tourbillon“ aus dem Jahr 1943 zeugt in seiner zurückhaltenden Farbigkeit allerdings davon, dass auch an diesem Ex- und Egozentriker die Zeitereignisse nicht ganz spurlos vorübergegangen sind (Taxe 600.000 bis 900.000 GBP). Auf unverhoffte 210.000 Pfund kam das träumerische Aquarell „Le train de nuit (étude)“ von Paul Delvaux aus dem Jahr 1947 (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), auf 360.000 Pfund Giorgio de Chiricos unterkühlte Leuchtturmlandschaft „La nostalgia dell’infinito“ von 1940/45 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), und auch Hans Bellmer schritt mit seinen zwei wuchernden Zeichnungen von Frauenköpfen bei 100.000 Pfund erhobenen Hauptes aus dem Auktionssaal (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



09.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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