Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

„Metallkunst im Umbruch“ – eine feine Ausstellung im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck widmet sich Albert Gustav Bunge und seinem künstlerischen Umfeld

Paradebeispiel eines Kunstunternehmers



Albert Gustav Bunge und Willy Wenz, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1922

Albert Gustav Bunge und Willy Wenz, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1922

An Orten, an denen man es zunächst kaum vermuten mag, finden sich manchmal erstaunliche Entdeckungen. So zeigt derzeit das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, untergebracht im Schatten der gewaltigen Barockkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters etwas außerhalb der Stadt, eine über zweihundert Objekte vereinende Ausstellung über Albert Gustav Bunge und die Metallkunst der 1920er bis 1950er Jahre. Es gibt damit Einblick in das kunstgewerbliche Schaffen einer Zeit, die sich erst seit wenigen Jahren wieder einer größeren Beliebtheit erfreut. Zugleich leistet die Präsentation einen Beitrag zur regionalen Kunstgeschichte, besaß Bunge doch seit 1925 seinen geschäftlichen wie privaten Hauptsitz im nahegelegenen Emmering. Zuvor hatte sich der 1893 als Sohn eines Goldarbeiters in Rathenow geborene Bunge bereits in München etabliert und 1922 zusammen mit seinem Akademiekollegen Willy Wenz die „Gesellschaft für Gebrauchskunst“ gegründet, die zwei Jahre später mit der Firma „Neues Münchener Kunstgewerbe“ des Goldschmiedes Alois Wörle zusammenging und fortan „Neue Münchener Kunstwerkstätten“ hieß.


Geschäftlich also war Albert Bunge durchaus auf der Höhe der Zeit. Künstlerisch richteten sich seine Produkte nach dem Geschmack eines gehoben bürgerlichen Publikums aus. Mit seinen figürlichen Darstellungen etwa eines Mönches, eines Türken, eines Pagen oder eines Bajazzo, die um 1922 allesamt als Kerzenleuchter dienten, leistete seine Firma während der 1920er Jahre, inzwischen also nach Emmering verlegt, einen wichtigen, wenn auch nicht gerade avantgardistischen Beitrag zur Stilrichtung des Art Déco. Manche seiner dekorativen Bronzen wie ein Musikertrio von 1932 nähern sich in ihrer kompakten Dichte dem Stil Ernst Barlachs an. Auch nach 1933 gestaltete die Firma Bunges, die ab 1937 auch eine Zweigstelle in Reit im Winkl unterhielt, ein vielseitiges Programm, wenngleich die Formen, wie es von der nationalsozialistischen Kunstdoktrin gewünscht war, bodenständiger wurden.

In den 1930er Jahre begann Albert Gustav Bunge auch, mit Email zu arbeiten. Unterstützt wurde er dabei von der Emailmalerin Lily Koebner-Linke, die sich 1925 in Fürstenfeldbruck niedergelassen hatte und zusammen mit Bunge zwischen 1942 und 1944 zugleich in Colmar wirkte. Durchgesetzt hat sich die Emailproduktion in großem Stil jedoch erst nach Ende des Krieges, als der Unternehmer seine unterbrochene Produktion in Emmering und Reit im Winkl wieder aufnahm. Erstaunlich ist die Wendigkeit, mit der er moderne Formen aufgriff und damit auch jetzt den Anschluss an die Strömungen der Zeit abpasste. So bediente er nach wie vor einen großen bürgerlichen Kundenstamm, aber auch etwa kirchliche Abnehmer. Seine Produkte – in Fürstenfeldbruck sind unter anderem ein Kruzifix und ein Weihwasserbecken zu sehen – sind eindrucksvolle Beispiele der strengen, reduktionistischen Stiltendenzen, die für die kirchliche Kunst der 1950er und 1960er Jahre so bezeichnend werden sollten. Sowohl im Figürlichen als auch im Ornamentalen – letztere Richtung vertreten durch einen wunderbar leuchtenden Teller mit grüner Innenfläche und rundumlaufendem Farbflächenmuster – war Bunge heimisch. Nach seinem Tod 1967 wurde auch die Firma nicht weiterbetrieben.

Als schöpferischer Geist und gewandter Unternehmer in Einem ist Albert Gustav Bunge geradezu das Paradebeispiel eines Kunstgewerblers der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts. Mit seinem Lebenswerk hat er erreicht, was auch die größten Künstler seiner Generation angestrebt haben: Die enge Verknüpfung von Kunst und Leben. Die Ausstellung in Fürstenfeldbruck versteht sich daher auch nicht ganz zu Unrecht als ein Beitrag zum Bauhaus-Jahr 2009, wenngleich explizite Verbindungen zwischen Weimar und Dessau sowie Oberbayern nicht bestanden haben. Sorgfältig sind jedoch um die Produkte Albert Bunges als dem Kern der Ausstellung gleichzeitige Metallarbeiten anderer Künstler aus ganz Europa wie Herbert Zeitners, Luc Lanels, Marianne Brandts, Karl Raichles, Wolfgang von Wersins, Hayno Fockens oder Lino Sabattinis gruppiert. Zurückgreifen kann das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck dafür auf die umfangreiche Sammlung des Geigenvirtuosen Giorgio Silzers, die im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst aufbewahrt wird.

Die Ausstellung „Albert Bunge und die Metallkunst der 1920er bis 1950er Jahre“ ist bis zum 5. April zu sehen. Das Stadtmuseum Fürstenfeldbruck hat dienstags bis samstags von 13 bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, für Familien 8 Euro. Die Kataloge „Albert Gustav Bunge (1893-1967). Forschung zu Leben und Werk“ und „Metallkunst im Umbruch. Sammlung Giorgio Silzer“ kosten jeweils 12 Euro.

Kontakt:

Museum Fürstenfeldbruck

Fürstenfeld 6

DE-82256 Fürstenfeldbruck

Telefon:+49 (08141) 44046

Telefax:+49 (08141) 611 333

E-Mail: stadtmuseum@fuerstenfeldbruck.de



27.02.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Variabilder (8)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


26.11.2009, Albert Bunge und die Metallkunst der 1920er bis 1950er Jahre

Bei:


Museum Fürstenfeldbruck

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Schale und Dose, um 1960
Albert Gustav Bunge, Schale und Dose, um 1960

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Sahneservice, 1950/60er Jahre
Albert Gustav Bunge, Sahneservice, 1950/60er Jahre

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Knabe und Mädchen“, um 1924
Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Knabe und Mädchen“, um 1924

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Frau mit Hund, um 1932
Albert Gustav Bunge, Frau mit Hund, um 1932

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Flaschenhalter, um 1924
Albert Gustav Bunge, Flaschenhalter, um 1924

Variabilder:

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1927
Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1927

Variabilder:

Albert Gustav Bunge und Willy Wenz, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1922
Albert Gustav Bunge und Willy Wenz, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1922







Albert Gustav Bunge, Schale und Dose, um 1960

Albert Gustav Bunge, Schale und Dose, um 1960

Albert Gustav Bunge, Sahneservice, 1950/60er Jahre

Albert Gustav Bunge, Sahneservice, 1950/60er Jahre

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Knabe und Mädchen“, um 1924

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Knabe und Mädchen“, um 1924

Albert Gustav Bunge, Frau mit Hund, um 1932

Albert Gustav Bunge, Frau mit Hund, um 1932

Albert Gustav Bunge, Flaschenhalter, um 1924

Albert Gustav Bunge, Flaschenhalter, um 1924

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1927

Albert Gustav Bunge, Kerzenleuchter „Bajazzo“, um 1927

Albert Gustav Bunge, Schalen, 1950er Jahre

Albert Gustav Bunge, Schalen, 1950er Jahre




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce