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Am 05.06.2020 115. Auktion: Moderne Kunst Teil I + Teil II. Works on Paper - Aus einer deutschen Privatsammlung

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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst gemischt mit eine paar Alten Meistern bei Hassfurther in Wien

Vergänglichkeit des Lebens und Todessymbolik



Ohne Alfons Walde geht nichts im Wiener Auktionshaus von Wolfdietrich Hassfurther. Auch bei der Versteigerung am 25. März bestreiten drei ausgezeichnete Landschaften in Öl sowie mehrere Menschenbilder wieder den Anfang eines ausgesuchten Querschnitts durch die Malerei der österreichischen Moderne. Von 1935 datiert ein kleiner „Bergweiler“, dessen frühlingshafte Sonnigkeit die sonntäglich herausgeputzten Bewohner zu einem Spaziergang einlädt (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Zwei Jahre zuvor hatte Walde der formale Gegensatz zwischen saftiggrünen Almen, die sich wie weibliche Körperformen auf und ab bewegen, und den zackigen weißen Gletschern am Horizont gereizt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). 1922/23 entstand ein Blick auf die Bärnstattkapelle zum Leidenden Heiland am Wilden Kaiser nahe dem Hintersteiner See. Deutlich macht sich in diesem Gemälde noch ein expressionistischer Zug bemerkbar (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR). Unter den Menschenbildern sind ein 1923 datierter Vorentwurf zu dem Gemälde „Begegnung“ und eine von mehreren Fassungen des „Bauernsonntags“ von 1920 zu nennen (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR), ferner mehrere Aktdarstellungen wie eine auf einer weißen Decke und grüner Wiese liegende nackte Frau und zwei Rückenakte auf Vor- und Rückseite eines Blattes von 1918 (Taxen zwischen 25.000 und 40.000 EUR).


Wo Walde ist, kann Oskar Mulley nicht weit sein. In der Tat legt Hassfurther nach einer erfolgreichen Mulley-Versteigerung im vergangenen Herbst nun mit drei weiteren Bildern des Meisters nach: Zwischen 8.000 und 15.000 Euro sollen ein erlegter Birkhahn nebst waidmännischen Mordwerkzeugen sowie zwei seiner Bergbauernhöfe aus dem Jahr 1930 jeweils auf mittleren Formaten kosten. Zwischen Walde und Mulley steht diesmal Albin Egger-Lienz. Monumental setzte dieser Tiroler Künstler immer wieder die Figuren seiner ländlichen Heimat ins Bild, so 1918 auch einen kräftigen Bergmäher – im Kriegsendjahr sicher nicht zufällig auch eine Anspielung auf das Todessymbol des Schnitters. Das Aquarell ist eine Studie zu seinem größeren Ölbild „Bergmäher“ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Die Kriegsthematik beschäftigte Egger-Lienz auch in seiner vierfarbigen Lithografie „1915“. Diese bietet Hassfurther zweimal zwischen 2.000 bis 4.000 Euro an, zudem gibt es dazu einen Entwurf in Kohle auf getöntem Karton für 6.000 bis 9.000 Euro.

Doch weder Walde noch Mulley noch Egger-Lienz stellen das Hauptlos der Auktion, sondern Anton Kolig. Der Exponent des österreichischen Expressionismus malte im Jahr 1937 ein Triptychon unter dem Titel „Die Jugend“. Dieses Hauptwerk seiner mittleren Schaffensperiode kreist ganz um ein zentrales Thema, das den Künstler immer wieder beschäftigte: die Vergänglichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des ganz persönlichen Alterns. Daraus kommt nun der Mittelteil mit dem Titel „Das Waldhorn“ bei 200.000 bis 350.000 Euro zum Aufruf. Er zeigt einen fast völlig entblößten jungen Mann in der Bedienung des Instruments, flankiert von zwei zeitgenössisch bekleideten jungen Frauen.

Die Plätze zwei und drei gehen gar an einen mittelalterlichen und einen frühneuzeitlichen Künstler. Dem sogenannte „Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg“ spricht die Kunstgeschichte das Verdienst zu, mit seinem Bildnis einer Wienerin von 1440 das früheste nachweisbare Frauenportrait der altdeutschen Kunst geschaffen zu haben. Diese Kostbarkeit, gehütet bisher in einer Privatsammlung, kommt nun für 150.000 bis 250.000 Euro zum Aufruf. 150.000 bis 300.000 Euro erwartet man für Frans Snyders’ opulentes Stillleben mit toten Hasen, Schwan und Pfau, dem sich nicht nur zwei Hunde, sondern auch ein Knabe neugierig nähert.

Im Übrigen aber bleibt der Auktionator seinem eingespielten Profil weitgehend treu. Das 19te Jahrhundert wird durch die hervorragende Zeichenkunst Rudolf von Alts in einem 1849 datierten Aquarell mit dem Canal Grande in Venedig (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), einer duftigen Waldlandschaft Josef Holzers und Jacob Waltmanns stimmungsvollem Blick vom Leopoldsberg auf Nussdorf für jeweils 3.000 bis 5.000 Euro, dem liebevollen, nicht völlig ausgeführten Aquarell „Mutter mit zwei Kindern“ von Peter Fendi (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR) und Friedrich von Amerlings kleinem Bildnis einer jungen Wienerin von 1838 berührt (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Die beginnende Moderne verkörpern Olga Wisinger-Florians frühlingshaft blühendes Gartenmotiv aus Monte Carlo (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR) und Marie Egners impressionistisch inspirierter Sonnenuntergang in Duino (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Vor allem die erste Hälfte des 20sten Jahrhunderts läuft dann zur Höchstform auf mit einer nächtlichen Landschaft bei Baden 1925/27 von Hans Böhler (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR), Wilhelm Nikolaus Prachenskys Aquarell mit Blick über die Dächer von Linz auf den Chor des Domes 1920 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), Josef Dobrowskys Kapelle in einer Winterlandschaft 1932 (Taxe 10.000 bis 19.000 EUR), Oskar Kokoschkas Kohlebildnis „Edith Rosenheim“ 1919/20 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) und vor allem Franz Sedlaceks surrealer Nebellandschaft von 1936 für 40.000 bis 70.000 Euro. Unter den jüngsten Arbeiten ist Hans Fronius’ schrundige Straßenlandschaft „Etretat“ von 1983 zu nennen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Auch Carl Fahringer zog es ins Ausland. Er hielt im expressionistischen Gestus Netzflicker im Hoorner Hafen in Holland fest (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Als Meister der Fotografie gelang Moritz Nähr 1910 eine Aufnahme Gustav Klimts, die in ihrer fast provozierenden Pose der Lockerheit Berühmtheit erreichte. Sie ist als eine von wenigen Abzügen mit der Signatur des Meisters geziert und soll 8.000 bis 10.000 Euro kosten.

Die Auktion beginnt am 25. März um 18 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.hassfurther.at einsehbar.

Kontakt:

Galerie Hassfurther

Hohenstaufengasse 7

AT-1013 Wien

Telefon:+43 (01) 533 41 74

Telefax:+43 (01) 533 41 74 73

E-Mail: hassfurther@aon.at



15.03.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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25.03.2010, Auktion 49: Alte Meister. Biedermeier. Klassische Moderne

Bei:


Galerie Hassfurther

Bericht:


Sonnenschein mit Walde

Kunstwerk:

Albin Egger-Lienz, Mittelfigur eines Schnitters zum Gemälde „Bergmäher“,
 1918
Albin Egger-Lienz, Mittelfigur eines Schnitters zum Gemälde „Bergmäher“, 1918

Kunstwerk:

Olga Wisinger-Florian, Motiv aus Monte Carlo
Olga Wisinger-Florian, Motiv aus Monte Carlo

Kunstwerk:

Albin
 Egger-Lienz, 1915
Albin Egger-Lienz, 1915

Kunstwerk:

Friedrich von Amerling, Portrait einer Wienerin, 1838
Friedrich von Amerling, Portrait einer Wienerin, 1838

Kunstwerk:

Josef Holzer,
 Waldlandschaft
Josef Holzer, Waldlandschaft

Kunstwerk:

Jacob Waltmann, Blick auf Nussdorf vom Leopoldsberg aus
Jacob Waltmann, Blick auf Nussdorf vom Leopoldsberg aus







Olga Wisinger-Florian, Motiv aus Monte Carlo

Olga Wisinger-Florian, Motiv aus Monte Carlo

Taxe: 20.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 62

Frans Snyders, Knabe in der Vorratskammer

Frans Snyders, Knabe in der Vorratskammer

Taxe: 150.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 200.000,- EURO

Losnummer: 56

Rudolf von Alt, Canal Grande in Venedig, 1849

Rudolf von Alt, Canal Grande in Venedig, 1849

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 17

Albin Egger-Lienz, 1915

Albin Egger-Lienz, 1915

Taxe: 6.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 11

Josef Holzer, Waldlandschaft

Josef Holzer, Waldlandschaft

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 39

Albin Egger-Lienz, Mittelfigur eines Schnitters zum Gemälde „Bergmäher“, 1918

Albin Egger-Lienz, Mittelfigur eines Schnitters zum Gemälde „Bergmäher“, 1918

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 10

Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg, Bildnis einer Wienerin, um 1440

Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg, Bildnis einer Wienerin, um 1440

Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Losnummer: 48

Friedrich von Amerling, Portrait einer Wienerin, 1838

Friedrich von Amerling, Portrait einer Wienerin, 1838

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 5.700,- EURO

Losnummer: 19

Jacob Waltmann, Blick auf Nussdorf vom Leopoldsberg aus

Jacob Waltmann, Blick auf Nussdorf vom Leopoldsberg aus

Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 61




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