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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Glas bei Fischer in Heilbronn

Schlaue Sprüche für wenig Geld



Pokal mit Brustbildnis von Kaiser Karl VI., Böhmen, um 1711

Pokal mit Brustbildnis von Kaiser Karl VI., Böhmen, um 1711

Besonders das alte Glas hatte es den Sammlern und Liebhabern angetan, die sich am 20. März zu Fischers Frühjahrsauktion in Heilbronn einfanden. Niedrige Schätzungen weckten hier manche Begehrlichkeiten, wovon vor allem die vorderen Losnummern profitierten. Ein Satz antiker Funde aus dem östlichen Mittelmeerraum für wenige Hundert Euro – da hat man sich rasch auf 1.000 oder 1.500 Euro hochgeschaukelt. Heftig wurde um Einzelstücke der Barockzeit gerungen: Ein böhmischer Pokal um 1711, virtuos geschnitten mit Wappen und Brustbild Kaiser Karls VI., schoss von 6.500 Euro auf 11.000 Euro, auf 7.000 Euro verdoppelte sich der Wert eines Deckelpokals aus der Schorborner Hütte mit einer Veredelung Johann Nicolaus Fleischhauers um 1770. Und von 650 Euro auf 1.700 Euro kletterte ein schlesischer Deckelbecher um 1740/50, der den Betrachter mit der Weisheit „Viel wesens mach ich nicht. Der falschheit bin ich feind, wem redlikeit gefelt, der ist mein bester freund“ erfreut.


Höher war ein Antwerpener Eisglasbecher um 1600 bewertet. Mit 3.200 Euro verfehlte er seinen Schätzpreis von 3.400 Euro knapp. Ebenso erging es einem hohen deutschen Bandwurmglas aus dem 17ten Jahrhundert mit einem Zuschlag von 2.300 Euro (Taxe 2.500 EUR) oder dem mit Diana und Bacchus geschmückten Pokal Hermann Schwingers samt auffälligem Scheibenfuß um 1680 bei 1.600 Euro (Taxe 1.800 EUR). „Des Landes Wollfarth“, aufklärerisches Fürstenmotto auf einem Lauensteiner Pokal um 1750/60, reichte für 2.800 Euro (Taxe 3.300 EUR), und die Erwartungen von 2.200 Euro erfüllte die lesende Justitia auf einem Biedermeierpokal Franz Paul Gottsteins um 1815/20. Höhepunkt der farbigen Gläser wurde eine alpenländische Schnapsflasche des 18ten Jahrhunderts, die marmorartig auf milchweißem Grund mit kobaltblauen Kröseleinschmelzungen schimmert. Derartige Arbeiten, noch dazu in solch gutem Zustand, sind sehr selten. Der Schätzpreis, mit 1.900 Euro ohnehin schon anspruchsvoll, wurde mit 4.500 Euro noch deutlich übertroffen.

Beim jüngeren Glas wurden die Kunden zunehmend wählerischer. Allerdings erhöhte sich auch der Durchschnitt der Schätzpreise merklich. Nicht mehr Alles war so einfach erschwinglich. Einer der beiden Höhepunkte des Tages, eine ausgesprochen aufwändige Vase der Manufaktur Daum Frères von circa 1904/07 aus der Sammlung Barlach Heuer, war mit 48.000 Euro bewertet. Das letzte Gebot lag bei 40.000 Euro, der Zuschlag erfolgte unter Vorbehalt. Ebenso bei einer weiteren Enghalsvase der berühmten Firma um 1896 mit metallisch schimmernder Oberfläche. 7.000 Euro wurden geboten, 8.500 Euro waren gefordert. Mehr begehrt war dagegen eine frühe Arbeit Emile Gallés, die um 1880/85 noch die Befangenheit im Dekorativen des Historismus zeigt. Die mit einer Löwenzahnblume geschmückte Amphorenform steigerte sich von 3.800 auf 6.000 Euro. Gallés Tischlampe mit Schlehenzweigen in den beruhigten Formen des Art Déco um 1920 schaffte die anvisierten 13.000 Euro, eine zitronengelbe Vase mit geätzter Flusslandschaft im braunen Überfang verbesserte sich auf 3.000 Euro (Taxe 2.100 EUR). Eine kleine Tischlampe mit sonnengelbem Pâte-de-Verre-Schirm und schmiedeeisernem Fuß von Amalric Walter nach einem Entwurf Marcel Correttes brachte es auf 3.500 Euro (Taxe 3.800 EUR).

Die Preise bei den Produkten deutschsprachiger Firmen fielen deutlich niedriger aus. Große Erwartungen waren in zwei Vasen des großherzoglich-hessischen Glasmanufakturdirektors Josef Emil Schneckendorf gesetzt, doch die auf 5.800 Euro und sogar 16.500 Euro angesetzten Erzeugnisse des Darmstädter Jugendstil enttäuschten. Lötz Witwe beeindruckte mit einer ganzen Folge von Jugendstilarbeiten, die jedoch über 3.300 Euro nicht hinausgelangten. Ein dekoratives Stück von Josef Riedel im nordböhmischen Polaun um 1900, mit fernöstlichen Anklängen in goldenen Blümchen auf rotbraunem Grund geschmückt, kostete 3.300 Euro (Taxe 1.300 EUR). Karl Wiedmann, der in den frühen 1930er Jahren für WMF in Geislingen arbeitete, hatte mit mehreren Vasen aus den Serien „Ikora-Kristall“ beziehungsweise „Ikora-Unica-Kristall“ Erfolg, die von wenigen Hundert Euro auf bis zu 2.500 Euro sprangen.

Eine weitere bedeutende Gruppe bildeten die Murano-Gläser der drei Jahrzehnte um 1950. Hier war man an der Qualitätsspitze durchaus besonders spendabel. 19.000 Euro für Ermanno Tosos blütenschimmernde Vase „Murrine fine canna“ um 1955 (Taxe 12.000 EUR), taxgerechte 17.000 Euro für Fulvio Bianconis „A fasce orizzontali“ von 1953, die wie ein Kirchenfenster schimmert, sowie 6.500 Euro, 7.000 Euro und 13.000 Euro für die von Pablo Picasso entworfenen und von Egidio Costantini 1954 umgesetzten Glasskulpturen „Capra“, „Portatrice d’aqua“ und „Centauro“ ließen die Abteilung zur erfolgreichsten des Tages werden (Taxen je 5.000 EUR). Ercole Baroviers bunte Streifenschale „Oriente“, mit der Entstehung 1940 eines der frühen Produkte, reüssierte bei 4.000 Euro (Taxe 2.500 EUR). Mit Thomas Stearns’ Vase „Variegato“ um 1968 (Taxe 7.800 EUR) oder Archimede Seguso „a merletto irregolare“ um 1952 gab es aber auch einige schmerzliche Rückgänge (Taxe 14.000 EUR), und Baroviers Vase „Caccia“ im Rautenmuster von 1962 wurde bei 6.500 Euro nur unter Vorbehalt zugeschlagen, weil 2.000 Euro fehlten.

Blieben schließlich noch die zwischen freier Kunst und Design schwebenden Werke der tschechischen Glaskünstler aus der vergangenen Jahrhunderthälfte. Vladimír Kopecký hatte mit seiner 1960 im Stil von Murano entworfenen Vase, zu der auch die Entwurfszeichnung vorlag, keinen Erfolg (Taxe 12.000 EUR). Anders erging es dem beruflichen und privaten Duo Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová. Ihre „Queen“, mit 45.000 Euro einer der Höhepunkte der Auktion, erreichte immerhin einen Vorbehaltszuschlag von 38.000 Euro. Sicher vergeben wurde ihr ins Relief gebannter, rubinroter „Kuss“ von 1968 bei 17.000 Euro (Taxe 15.500 EUR), ebenso ihr 1987 entworfener und in der vorliegenden Blaufassung 1993 ausgeführter „Head V“ für 32.000 Euro (Taxe 34.000 EUR). Das preisliche Mittelfeld musste mehrheitlich ins Depot zurück, was Künstler wie Jan Fisar, Bohumil Elias, Milos Balgavy oder Pavol Hlôska betraf, dessen bernsteinfarbene glitzernde „Pyramide“ nur 5.000 Euro unter Vorbehalt erreichte (Taxe 7.000 EUR). Auch für Frantisek Vízner war bei 5.500 Euro Schluss. Die Schätzung von 8.000 Euro für sein formschönes grünes Schalenobjekt von 1979 war damit lange nicht erfüllt.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



26.03.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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20.03.2010, Europäisches Glas - Studioglas

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Zerbrechliche Schönheit

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Ermanno Toso, Vase „Murrine fine canna“, um 1955
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Fußbecher mit dem Wappen von Johann Philipp
 Reichsgraf von Walderdorff, Riesengebirge, vor 1768
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Emile Gallé, Vase mit Flusslandschaft, 1904
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Karl Wiedmann, Vase „Ikora-Kristall“, um 1930/35
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Ercole Barovier, Schale „Oriente“, 1940

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Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 632

Josef Riedel, Vase, um 1900

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Taxe: 1.300,- EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

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Taxe: 3.400,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 24

 Glashütte Schorborn, Deckelpokal, Schorborner Hütte, um 1770

Glashütte Schorborn, Deckelpokal, Schorborner Hütte, um 1770

Taxe: 3.300,- EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 82

 WMF, Karl Wiedmann, Schale „Ikora-Unica-Kristall“, um 1930

WMF, Karl Wiedmann, Schale „Ikora-Unica-Kristall“, um 1930

Taxe: 650,- EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 496

Emile Gallé, Vase mit Löwenzahn, um 1880/85

Emile Gallé, Vase mit Löwenzahn, um 1880/85

Taxe: 3.800,- EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 354

Deckelbecher, Schlesien – Hirschberger Tal, um 1740/50

Deckelbecher, Schlesien – Hirschberger Tal, um 1740/50

Taxe: 650,- EURO

Zuschlag: 1.700,- EURO

Losnummer: 88

Emile Gallé, Vase mit Flusslandschaft, 1904

Emile Gallé, Vase mit Flusslandschaft, 1904

Taxe: 2.100,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

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Emile Gallé, Tischlampe mit Schlehenzweigen, um 1920

Emile Gallé, Tischlampe mit Schlehenzweigen, um 1920

Taxe: 13.000,- EURO

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Marcel Corrette, Tischlampe, 1920er Jahre

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Losnummer: 381

 WMF, Karl Wiedmann, Vase „Ikora-Kristall“, um 1930/35

WMF, Karl Wiedmann, Vase „Ikora-Kristall“, um 1930/35

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Wappenbecher mit Etui, Frankreich, um 1820

Wappenbecher mit Etui, Frankreich, um 1820

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Losnummer: 108




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