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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Koller legt mit den Alten und Neueren Meistern in Zürich einen lohnenden Jahresauftakt hin

Das große Glück



Abraham Mignon, Früchte- und Blumenstillleben mit Trauben, Pfirsichen, Melone, Klatschmohn und Insekten in einer Steinnische, um 1675

Abraham Mignon, Früchte- und Blumenstillleben mit Trauben, Pfirsichen, Melone, Klatschmohn und Insekten in einer Steinnische, um 1675

Ein solides, nur selten außergewöhnliches Angebot an Gemälden Alter und Neuerer Meister sowie an Grafik wurde am 26. März bei Koller in Zürich mit entsprechend wohlwollender Aufmerksamkeit bedacht. Die hohe Absatzquote von gut 60 Prozent verdankt sich vor allem einer für Kollersche Verhältnisse recht günstigen Taxierung überwiegend in den unteren Preiskategorien. Hier gab es, zumal bei den älteren Werken, einige gute Steigerungen: Von 18.000 Franken auf 40.000 Franken kletterte eine Beschneidung Christi aus der Werkstatt des Ferraresischen Renaissancemeisters Benvenuto Tisi da Garofalo, von 25.000 Franken auf 47.000 Franken ein hübsches Jünglingsportrait vielleicht von Marco Palmezzano aus Forli um 1500, von 25.000 Franken sogar auf 86.000 Franken ein ungleiches Liebespaar aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.J. um 1540 und von 15.000 Franken auf 73.000 Franken ein „Vogelkonzert“ aus der Werkstatt Jan Breughels d.J. In den höheren Lagen wurden die Schätzungen in der Regel bestätigt, so zur unteren Grenze von 150.000 bis 200.000 Franken eine weite Landschaft mit der Bekehrung des heiligen Hubertus von einem südniederländischen Meister des 16ten Jahrhunderts.


Alte Meister

An die Spitze setzte sich schließlich ein kleines, dichtes Früchte- und Blumenstillleben des in Frankfurt geborenen und 1679 jung, aber angesehen in Utrecht gestorbenen Künstlers Abraham Mignon. Es wurde, lediglich durch eine schwarzweiße Fotografie bekannt, in einer Schweizer Sammlung wiederentdeckt. Nicht zuletzt der gute Erhaltungszustand trieb den Preis ordentlich in die Höhe: Mit 360.000 Franken erzielte die um 1675 bemalte Holztafel schließlich das Sechsfache der unteren Schätzung. Auch ein Stillleben mit Früchten und Insekten seines Zeitgenossen Jan Mortel aus dem Jahr 1700 kam mit 122.000 Franken hoch hinaus: Kaum ein Drittel des Zuschlagspreises war erwartet worden. 30.000 bis 40.000 Franken erschienen für Pietro Bellottis charaktervolles Bildnis einer alten Frau als Parze Lachesis dagegen schon im Vorhinein eher als Appetitanreger. Der Hunger nach wirklich guter Malerei wurde hier erst bei 170.000 Franken gestillt und mit dem neuen Auktionsrekord honoriert. Umso überraschender sind die 110.000 Franken, die eine nicht allzu bezwingende Darstellung von Venus und Cupido aus der Hand eines Künstlers der frankoflämischen Schule um 1590 auf sich vereinigte (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Im Gegenzug waren die sonst so zugkräftigen Veduten diesmal etwas weniger begehrt. Francesco Guardis Canal Grande in Venedig mit Blick auf den Fondaco dei Turchi blieb mit 140.000 Franken 10.000 Franken unterhalb der Schätzung stecken. Michele Marieschis Gegenstücke zweier Capriccios mit antiker und mittelalterlicher venezianischer Architektur, mit 400.000 bis 600.000 Franken Hauptlos der Auktion, blieben unveräußert. Im preislichen Mittelfeld sind noch ein Raub der Europa aus dem Umkreis des süddeutschen Manieristen Hans Rottenhammer für 60.000 Franken und eine Flusslandschaft von Marten van Valckenborch I. für 70.000 Franken zu nennen, jeweils zur unteren Schätzung, sowie ein Stillleben mit verschiedenen, in Gruppen zusammengestellten Früchten wie Birnen, Aprikosen, Kirschen und Pflaumen von Bartolomeo Bimbi für 55.000 Franken (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR).

Zudem konnte sich der Venezianer Francesco Bassano d.J. mit seiner fast zwei Meter breiten Allegorie über das Thema „Luft“ behaupten. Das figurenreiche Sinnbild kam auf 48.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Und auch der Blick ins Rheintal auf die Stadt Braubach mit der Marksburg von Christian Georg Schütz I. sowie Januarius Zicks Christus am Kreuz platzierten sich taxgerecht bei 28.000 Franken beziehungsweise 18.000 Franken. Auf 34.000 Franken verbesserte sich dann das Trompe l’œil-Stillleben mit zwei toten Vögeln und Jagdutensilien von Jacobus Biltius (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Zeitlichen Abschluss der Alten Meister bildete etwa Anton Graffs Portrait des Künstlerkollegen Johann Caspar Füssli für 38.000 Franken aus dem Jahr 1765. Dieser Füssli war der Vater des berühmteren Johann Heinrich Füssli, der später in England große Karriere machen sollte (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Neuere Meister

In ähnlichen Bahnen ging es am späteren Nachmittag für die Neueren Meister weiter. Durchaus disparat wurden die russischen Künstler bewertet. Für die fulminante Technik, die Rostislav Ivanovich Felizin 1855 bei seiner Darstellung einer jungen Frau mit einem alten Mann, einer wahren Tolstoi-Erscheinung, am häuslichen Küchentisch anwandte, durfte man mit mehr als 25.000 bis 35.000 Franken rechnen. Entsprechend endeten die Gebote erst bei 115.000 Franken. 130.000 Franken entsprachen der technisch begründeten Güte von Julius Sergius Klevers herbstlichem „Birkenwald“ aus dem Jahr 1883. Mit 100.000 Franken mussten bei Aleksei Aleksandrovich Pisemskys Impression „Am Waldrand“ dagegen schon Abstriche gemacht werden (Taxe 120.000 bis 150.000 SFR). Auf 80.000 bis 120.000 Franken für eine kleine Küstenlandschaft bei Mondlicht von Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, 100.000 bis 120.000 Franken für ein Kinderzimmer mit drei spielenden Mädchen, das Alexej Harlamoff zugeschrieben ist, und Nikanor Chernetsovs Blick auf die Wolga mit Schiffen von 1856 für 200.000 bis 220.000 Franken wollte sich schließlich niemand einlassen.

Auch sonst hielt sich die Begeisterung für die gefälligen, aber zum Teil nicht gerade günstig taxierten Landschaften und Genreszenen zurück. So mussten Paul von Frankens „Kranichjagd“ von 1872 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und – trotz aller sagenhaften Technik in der Wiedergabe von Möbel und Stoffen – auch Arturo Riccis Rokokointerieur mit feiner Gesellschaft die Heimreise antreten (Taxe 150.000 bis 180.000 SFR). Günstiges aus der Heimat wie Wilhelm Brückes Blick aus der Berliner Prachtstraße Unter den Linden Richtung Schinkel-Dom im Abendlicht 1839 für 50.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) oder das Lesen der spanischen Tageszeitung „La Esperanza“ vor der eigenen Haustür, 1870 gemalt von José Jiménez Aranda, für 36.000 Franken war dagegen gefragt (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Außerdem fand Jean Benner-Fries’ Blumenstrauß auf einer Fensterbank von 1837 beim Publikum für 28.000 Franken Gefallen (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR), ebenso Eugenio Gignous’ unspektakuläre Flusslandschaft mit Häusern für 44.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Den französischen Vorimpressionismus vertraten Paul Désiré Trouillebert mit seiner hingehauchten „Paysanne au Bord de la Riviere“ bei 28.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR) und Stanislas Lépine mit seiner Flusslandschaft „L’Orne vers la route de Louvigny. Environ de Caen“ von 1858 bei 24.000 Franken adäquat (Taxe 22.000 bis 30.000 SFR), Jean-Baptiste Camille Corot mit seiner duftigen Baumlandschaft aus dem Wald von Fontainebleau um 1830 bei 165.000 Franken sogar sehr würdig (Taxe 100.000 bis 140.000 SFR).

Arbeiten auf Papier

König der Zeichner waren weder Hubert Robert mit seiner Rötelzeichnung einer antiken Brücke noch eine Figurenstudie aus der Schule Rembrandts für jeweils 15.000 bis 20.000 Franken, sondern der Flame Mathijs Bril d.J., der 1584 mit Mitte Dreißig im Rom starb. Vorher hatte er noch zwei virtuose Zeichnungen in verschiedenfarbiger Feder aufs Papier geworfen: Ein Blick über die Ruinen und Wüsteneien der damals nicht überall dicht besiedelten Ewigen Stadt Rom und eine Ansicht von Pozzuoli. Die beiden Blätter, auf je 2.000 bis 3.000 Franken angesetzt, kosteten schließlich 30.000 Franken und 24.000 Franken. Eine italienische Federzeichnung mit der Krönung der heiligen Paulus und Stephanus im Himmel aus dem 17ten Jahrhundert stieg auf 11.000 Franken (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR), und zwei fantasievolle Blumenranken Jean-Baptiste Pillements verdoppelten ihren Wert auf 8.000 Franken.

3.300 Franken gab es für Pierre-Louis de La Rives Kreide- und Federzeichnung einer Landschaftsidylle mit zwei Hirtenjungen, Kühen und Ziegen von 1794 (Taxe 1.000 bis 1.500 SFR). Unter den jüngeren Werken ist Rudolf Müllers saubere Aufnahme der Akropolis in Athen für 6.500 Franken zu nennen (Taxe 2.800 bis 3.500 SFR). Als König der Druckgrafik wurde Albrecht Dürer eindrucksvoll bestätigt: 15.000 Franken spielte sein heiliger Hubertus um 1501 (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR), 26.000 Franken „Adam und Eva“ von 1504 (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR) und stolze 53.000 Franken seine „Nemesis oder Das große Glück“ wiederum um 1501 (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) ein – einige der berühmtesten seiner Kupferstiche. Teuerste Druckgrafik sollte mit 50.000 bis 70.000 Franken der fünffarbige Einblattholzschnitt des Marientodes um 1420 werden. Er wurde aber zurückgezogen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



03.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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