Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Kirchlicher Prunk



Sakristeischrank, wohl Venedig oder Rom, 17. Jahrhundert

Sakristeischrank, wohl Venedig oder Rom, 17. Jahrhundert

Teuerstes Möbelstück einer wiederum beeindruckenden Auktion vieler Antiquitäten im Wiener Dorotheum am 21. und 22. April ist ein italienischer Schrank, dessen reicher ornamentaler und figürlicher Schmuck stilistisch auf das frühe 17te Jahrhundert verweist. Unter anderen Heiligen sind Laurentius mit dem Rost und Johannes der Täufer in seiner spartanischen Einsiedlerkluft zu sehen. Dieser religiöse Kontext sowie mehrmalige Darstellungen von Bischofsmitren und anderer kirchlicher Symbole lassen auf seine ehemalige Funktion als Sakristeischrank schließen. 100.000 bis 120.000 Euro soll das Spätrenaissancestück kosten. Hochkarätig bleibt es in Italien mit einem venezianischen Barocksekretär der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts, auf dem sich Putten und Vögel zwischen Pflanzenranken in Elfenbeinintarsien tummeln (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), einem etwa zeitgleich in wohl in Rom oder Florenz entstandenen, kraftvollen Konsoltisch aus vergoldetem Holz (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR), dessen prächtige Schnitzereien mit einem großen römischen Spiegel wetteifern (Taxe 32.000 bis 36.000 EUR), und einer neapolitanischen Kommode in schlichten Formen des frühen Klassizismus um 1760/70 für 30.000 bis 40.000 Euro.


Möbel

Im Barock liegt der Schwerpunkt auch nördlich der Alpen. Zwei mächtige, aber fein verzierte Hallenschränke aus dem österreichischen Raum sind hier zu nennen (Taxen 20.000 bis 25.000 EUR und 36.000 bis 40.000 EUR) und ein großer Frankfurter Wellenschrank für 22.000 bis 26.000 Euro. England steuert ein Paar klassizistischer Konsolen bei; in den beiden martialischen Adlern, die als Träger der Marmorplatten fungieren, scheint sich bereits das Empire anzukündigen (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Empire wie in einem großen runden Tisch auf drei Füßen aus dem Umfeld Josef Danhausers und Biedermeier wie in einer Folge von sechs Stühlen mit feuervergoldeten Bronzebeschlägen sind unverwechselbare Merkmale der österreichischen Möbelkunst des frühen 19ten Jahrhunderts (Taxen je 18.000 bis 22.000 EUR).

Die späteren Jahrzehnte erleben die Wiederaufnahme der Stile der Vergangenheit: Ein französischer Schreibtisch, ein sogenanntes Bureau Mazarin, und ein Paar offene Bücherkästen sind im Stil Louis XIV mit Boulle-Marketerie gearbeitet (Taxen 20.000 bis 25.000 EUR und 30.000 bis 35.000 EUR), ein Paar Salonschränke mit Porzellanplaketten nach Art des frühen Klassizismus (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR), und direkt auf ein Kommode Jean-Henri Rieseners stützt sich eine Kopie im Stil des Transition aus dem späten 19ten Jahrhundert (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR).

Glas und Silber

Auch Glas und Silber beginnen „echt“ mit einer barocken Teekanne niederländischer Herkunft um 1700 für 15.000 bis 18.000 Euro, einem Berliner Glaspokal um 1720/30 mit den Monogrammen König Friedrich Wilhelm I. und seiner Gemahlin Sophie Dorothea (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) und einigen der beliebten Wiener Biedermeierbilderbecher von Gottlob Samuel Mohn oder Anton Kothgasser für bis zu 20.000 Euro. Doch hier sind ebenfalls einige der optisch glänzendsten Leistungen dem Historismus zuzurechnen wie eine Pariser Monstranz mit fein gemalten Emailmedaillons und gotischen Anklängen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder ein Paar Wiener Kandelaber um 1870, deren figürlich-szenischer Emaildekor nicht als beiläufiger Schmuck, sondern als fast komplette Außenhaut fungiert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Wer es glamourös mag, der halte sich an eine unbekleidete Schönheit, die aus den Wogen des Meeres emporwächst und eine Siegerpalme in die Höhe reckt. Diese Trophäe erhielt Fürst Albert I. von Monaco 1913/14 für die schönste Yacht seines kleinen Staates. Entworfen hat sie der Bildhauer Max Blondat für die Pariser Firma Keller (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Mit einem Schachspiel der Hanauer Firma Rauch setzten sich die historistischen Tendenzen bis in die Mitte des 20sten Jahrhunderts fort (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Skulpturen

Ganz klassisch geht es mit den Skulpturen weiter. Madonnen stehen als spätgotische Werke deutscher Herkunft um 1510/20, aus der Hand eines Süddeutschen um 1460/80 mit Teilen alter Fassung oder in schlanker Gestaltung und mit ausdrucksvollem Gesicht um 1480/1500 für bis zu 55.000 Euro zur Verfügung, als bemaltes Relief aus der Werkstatt des Florentiners Antonio Rossellino um 1470 für 25.000 bis 35.000 Euro. Der Barockzeit gehört ein heiliger Josef mit dem Christusknaben an. Die fast anderthalb Meter hohe Skulptur wird Johann Josef Schwanthaler zugeschrieben (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Sein Bruder Johann Franz Schwanthaler soll das Modell eines barocken Seitenaltars geschaffen haben, der um 1743 für das oberösterreichische Zisterzienserstift Wilhering gedacht war (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Aus dem Nachlass des bayerischen Staatsministers Maximilian Graf von Montgelas stammt der Überlieferung nach eine Sammlung von zehn Miniaturportraits, auf denen sich die wichtigsten Staatsmänner ihrer Zeit verewigt finden. Als Geschenke der jeweiligen Dargestellten dürften sie in den Besitz des bedeutenden Politikers gelangt sein (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Uhren und Porzellan

Als Höhepunkt der Uhren tickt, neben einigen Rokokopendulen und Biedermeierbilderuhren, diesmal ungewöhnlicherweise eine Art Déco-Tischuhr am lautesten. Bezeichnet mit Cartier, zeigt sie neben den typischen sachlichen Stilformen um 1930 vor allem eine feine Verarbeitung luxuriöser Materialien wie Nephrit und Lapislazuli (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Den Abschluss bilden wie immer die Porzellane, und hier die Dekorations- und Gebrauchsstücke der Wiener Manufaktur. Zusammengestellt aus verschiedenen Phasen der Jahre um 1800 ist ein insgesamt 131teiliges Service aus dem Besitz des italienischen Politikers Luigi de Medici.

Strenger Klassizismus wie dort beherrscht auch eine hübsche Deckelvase mit vergoldeten Bronzemontierungen und Veduten von Frankfurt am Main auf beiden Seiten mit der Datierung 1796 (Taxen zwischen 17.000 und 30.000 EUR). Meißen besticht durch Figürliches wie einem Fischer- und einem tanzenden Bauernpaar um 1745 (Taxen zwischen 16.000 und 30.000 EUR) sowie mehreren teils auswärts bemalten Gebrauchsgegenständen wie einem dreiteiligen Satz Deckelvasen um 1750 (Taxe 14.000 bis 26.000 EUR). Teuerste Offerte der St. Petersburger Porzellanproduktion sind schließlich drei Soldatenteller der Biedermeierzeit um 1825/55 beziehungsweise von 1895, deren Beliebtheit sich in Schätzungen von jeweils 30.000 bis 50.000 Euro niederschlägt.

Die Auktion beginnt am 21. April um 14 Uhr mit den Möbel und dem Silber und wird am 22. April ab 14 mit den Skulpturen, Uhren, Glas und Porzellan fortgeführt. Die Vorbesichtigung läuft bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Katalog ist unter www.dorotheum.com einsehbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



16.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 22

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (19)

Veranstaltung vom:


21.04.2010, Antiquitäten und Möbel

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Möbelrücken

Kunstwerk:

Schreibkommode, Venedig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Schreibkommode, Venedig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Anton Kothgasser, Ranftbecher mit der Allegorie Ungarns, Wien nach 1831
Anton Kothgasser, Ranftbecher mit der Allegorie Ungarns, Wien nach 1831

Kunstwerk:

Deckelvase, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, 1796
Deckelvase, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, 1796

Kunstwerk:

Tanzendes Bauernpaar, Meißen, um 1745
Tanzendes Bauernpaar, Meißen, um 1745

Kunstwerk:

Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745
Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745

Kunstwerk:

Madonna mit Kind, Deutschland, um 1510/20
Madonna mit Kind, Deutschland, um 1510/20







 Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Nikolai Kornilow, Teller, 1828

Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, Nikolai Kornilow, Teller, 1828

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 1293

Johann Franz Schwanthaler zugeschrieben, Altarmodell wohl für das Zisterzienserstift Wilhering, um 1743

Johann Franz Schwanthaler zugeschrieben, Altarmodell wohl für das Zisterzienserstift Wilhering, um 1743

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 1006

 Porzellanmanufaktur Meißen, Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745

Porzellanmanufaktur Meißen, Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1205

Anton Kothgasser, Ranftbecher mit der Allegorie Ungarns, Wien nach 1831

Anton Kothgasser, Ranftbecher mit der Allegorie Ungarns, Wien nach 1831

Taxe: 12.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 1113

Schreibkommode, Venedig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Schreibkommode, Venedig, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 674

Deckelvase, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, 1796

Deckelvase, Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien, 1796

Taxe: 17.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 1181

Madonna mit Kind, Deutschland, um 1510/20

Madonna mit Kind, Deutschland, um 1510/20

Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 957

Sammlung von Miniaturen wohl aus dem Besitz Maximilians Graf von Montgelas, 1800-1820

Sammlung von Miniaturen wohl aus dem Besitz Maximilians Graf von Montgelas, 1800-1820

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

Losnummer: 1041

Madonna mit Kind, Süddeutschland, um 1460/80

Madonna mit Kind, Süddeutschland, um 1460/80

Taxe: 45.000 - 55.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 959

Konsoltisch, wohl Rom oder Florenz, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Konsoltisch, wohl Rom oder Florenz, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 680

Hallenschrank, Österreich, 18. Jahrhundert

Hallenschrank, Österreich, 18. Jahrhundert

Taxe: 36.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 690

Tischuhr, Cartier, Frankreich um 1930

Tischuhr, Cartier, Frankreich um 1930

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 1087

Deckelpokal mit den Monogrammen Friedrich Wilhelm I. und Sophie Dorothea von Preußen, Berlin, um 1720/30

Deckelpokal mit den Monogrammen Friedrich Wilhelm I. und Sophie Dorothea von Preußen, Berlin, um 1720/30

Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 807




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce