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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nagels Moderne in Stuttgart mit Auktionsrekord und guten Ergebnissen

Glücksjahr 1912



Egon Schiele, Paar, 1912

Egon Schiele, Paar, 1912

Mit einem Auktionsrekord startete die Moderneabteilung des Stuttgarter Auktionshauses Nagel am 14. April ins Frühjahr. Einen Gutteil an des Gesamtumsatzes von brutto 1,6 Millionen Euro und der losbezogenen Zuschlagsquote von 64 Prozent, in der allerdings knapp 20 Prozent Vorbehaltszuschläge stecken, trug die Sammlung von Arbeiten auf Papier des Darmstädter Publizisten und Verlegers Alexander Koch, der sich als wichtiger Förderer moderner Kunst und Designs des Jugendstil hervorgetan hatte. Mehr als siebzig Jahre nach dem Tod des Besitzers entschlossen sich die Nachfahren zur Einlieferung der kostbaren Preziosen, deren Entstehung sich oft persönlichen Verbindungen verdankte. Zu Weihnachten 1912 etwa dedizierte der Wiener Expressionist Egon Schiele dem „Herrn Hofrat“ eine Zeichnung in Farbstift und Gouache, die ein Paar abstrahierend in inniger Umarmung darstellt. Dieses Blatt, als Losnummer eins aufgestellt, wies die Richtung, in der es die folgende Stunden oft langgehen sollte: Auf 20.000 Euro angesetzt, ließ sich ein Privatmann die kleine Liebenswürdigkeit schließlich stolze 85.000 Euro kosten. Der Bildhauer Ossip Zadkine richtete 1930 einen weiblichen Akt in kubistischem Raum an den Verleger. Die stilllebenartige Komposition kletterte von 4.000 Euro auf 11.000 Euro. Im selben Jahr grüßte Aristide Maillol mit einem liegenden weiblichen Akt am See herüber, für 8.500 Euro statt der vorgesehenen 1.500 Euro.


Von dieser Basis auf 8.000 Euro schoss auch Albin Egger-Lienz’ rasche, aber betont portraithafte Bleistiftzeichnung eines charaktervollen Männerkopfes mit Hut von 1920. Groß war zudem die Auswahl an Werken weniger bekannter Künstler. Francis Henry Newbery, heute etwas vergessen, gehörte im frühen 20sten Jahrhundert zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten in England. Ein Bildnis des Architekten Charles Rennie Mackintosh aus dem Jahr 1912, mit der er eine enge Zusammenarbeit pflegte, brachte es auf 10.000 Euro (Taxe 1.500 EUR). Josef Eberz’ weiblicher Akt mit zwei Männern in einer Dorflandschaft von 1920 spielte 5.000 Euro ein (Taxe 800 EUR), ebenso ein etwas bockig dreinschauendes, damit besonders authentisch wirkendes Schwälmer Mädchen mit Blumen und Glückwunschkarten, das dem Hofrat im Auftrag Emil Beithans 1912 die Grüße übermittelte (Taxe 1.200 EUR).

Als besonders begehrt erwiesen sich einige farbige Handzeichnungen Hermann Max Pechsteins: Eine quirlige „Traubenernte“, wiederum von 1912, verdreifachte in etwa ihren Wert auf 15.000 Euro, jeweils 10.000 Euro erlösten seine Pferde auf der Weide von 1920 (Taxe 4.000 EUR) und sein bildhaftes Aquarell „Wie ein Fisch im Wasser“ mit dem Wunsch an dem Empfänger, „Dass Sie weiter so gesund bleiben mögen, wie der Fisch im Wasser“ von 1930 (Taxe 3.000 EUR). Auf österreichischer Seite reüssierten Koloman Mosers weiblicher Akt mit Blumen – das Glücksjahr war wieder 1912 – bei 14.000 Euro (Taxe 1.500 EUR) und Wilhelm Thönys „Steirische Landschaft“ von 1930 bei 3.300 Euro (Taxe 600 EUR).

In der Hauptauktion war Thöny dann ganz der Star. Der österreichische Expressionist, der 1948 einen Großteil seines Werkes durch einen Lagerhausbrand verlor und ein Jahr darauf in New York starb, pflegte in den 1920er und 1930er Jahren einen regen Briefwechsel mit der Münchner Schauspielerin Dorothea, genannt Dora, Wirth. Aus dem Besitz ihrer Nachfahren kamen zwei der eher seltenen Ölgemälde des Meisters, die sich als entsprechend erwiesen: 93.000 Euro und 125.000 Euro musste der österreichische Handel für den „Klostergarten (Waisenhausgarten)“ von 1923 und die „Spaziergänger im Park“ um 1925 aufwenden – Rekordpreis für diesen wichtigen Protagonisten der Moderne. Die Schätzungen hatten bei 20.000 und 25.000 Euro gelegen. Für taxgerechte 5.000 Euro ging eine Sammlung von 49 Briefen des Künstlers an die Schauspielerin in Museumsbesitz über.

Auch sonst bewegte sich viel in dieser qualitätvoll bestückten Auktion, freilich nicht immer nur nach oben. Mit 13.000 Euro etwa soll sich der Einlieferer von Max Ackermanns repräsentativem Ölgemälde schwebender blauer Formen von 1964 zufrieden geben. 17.500 Euro hatte er erwartet. Auch 11.200 Euro waren für Marc Chagalls Farblithografie „Multiflore“ aus dem Jahr 1974 bei weitem nicht ausreichend (Taxe 16.000 EUR). Mit Zuschlägen zwischen 17.000 und 22.000 Euro wurden vier kleinere Ölbilder Karl Hofers angemessen etwa im Rahmen der Schätzungen bedacht und dennoch teils nur unter Vorbehalt zugeschlagen. Mit 20.000 Euro erklärte sich der Verkäufer von Hermann Max Pechsteins handkolorierter Lithografie „Weib und Mann“ von 1909 noch nicht ganz einverstanden. Zum vollen Glück fehlen noch 2.000 Euro. Gänzlich unveräußert blieben Antoni Clavés Ölbild „Deux gardes civils“ von 1948 (Taxe 18.000 EUR) und auch zwei der Hauptlose, Diego Giacomettis bekannter bronzener Vogel Strauß mit echtem Ei im Rücken um 1977 und Maurice de Vlamincks schwertönige „Maisons au bord de l’eau“, für je 45.000 Euro.

Gefragt waren vor allem klassische Werke arrivierter Meister des Münchner Umfeldes. Gabriele Münters späte Malerei „Haus am See mit blauen Bergen“ von 1956 verdoppelte ihren Wert auf 56.000 Euro. Ihre Kollegin und Mitstreiterin Marianne von Werefkin verabschiedete „Zwei Damen im Straßencafé“ um 1908 erst bei 28.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Die rasanteste Steigerung legte Franz von Stucks „Paar am Waldrand“ um 1892 hin. Beschaulich in zweisamer Innigkeit verborgen, entpuppte sich das Duo auf dem mittelgroßen Ölbild als der Renner. Erst bei 55.000 Euro fiel der Hammer aufs Pult (Taxe 2.800 EUR). Auch seine Bronzefigur des muskulösen Athleten von 1892 stieß ihre Kugel erst bei 7.500 Euro ab (Taxe 3.000 EUR). In dieses großbürgerliche Umfeld des ausgehenden 19ten Jahrhunderts gehörte auch das Aquarell einer Pariser Salonszene des Spaniers Joaquím Sunyer, der sie bei 7.500 Euro zum Dreifachen der Schätzung absetzen konnte.

Die vorgesehenen 12.000 Euro erreichte Sam Francis’ Acryl- und Gouache-Action Painting „Blue Horizon“ mit der Nummer SF 82-021, ebenso wie gleich darauf Gottfried Grafs kubofuturistische Komposition „Der Bademantel“ um 1925 für 7.000 Euro und eine Kreiskomposition Ernst Wilhelm Nays von 1962 in schweren dunklen Farbtönen für 19.000 Euro. Aus der informellen Szene spross zudem Bernard Schultzes „Blühendes Bild“ von 1957/61 von 12.000 Euro zu 18.000 Euro auf. Von mehreren Arbeiten Fritz Winters verkauften sich ein „Überschattetes Weiß“ für 14.000 Euro (Taxe 12.000 EUR) und „Farbige Schatten“, beide von 1953, für 22.000 Euro recht gut (Taxe 15.000 EUR). Herbert Zangs schloss den ersten Teil der Auktion mit einer schwarzgrauen vertikalen Rasterstruktur von 1960 bei 3.000 Euro ab (Taxe 2.200 EUR).

Im Teil II mit den günstigen Arbeiten war Robert Hermann Sterl der Sieger. Sein skizzenhaftes Ölgemälde „Drei Frauen in Landschaft“ von 1910 verabschiedete sich schließlich bei 3.300 Euro (Taxe 800 EUR). Auch Manfred Henningers Früchtestillleben von 1937 und Karl Truppes Stillleben mit Pilzen von 1941 schlossen mit 2.200 Euro und 2.000 Euro gut ab (Taxe 1.200 EUR und 800 EUR). Mit nur dreißig Prozent Zuschlagsquote nach Losen erwies die zweite Spezialauktion „Design“ bei Nagel noch als ausbaufähig. Zu nennen sind die 2.600 Euro für ein Paar lederbezogene Armlehnsessel der Serie „FK 6720“ von Kill International nach Entwurf Preben Fabricius’ und Jørgen Kastholms aus den 1960er Jahren und der Zuschlag bei 4.000 Euro für eine schöne Schale in Blattform von Tapio Wirkkala 1951 (Taxen je 800 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



26.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Egon Schiele,
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Preben Fabricius und Jørgen Kastholm, Paar Armlehnsessel FK 6720, 1960er Jahre

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