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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und ein paar Impressionisten haben bei Christie’s in New York das Niveau vor der Finanzkrise erreicht

Christie’s lässt es krachen



Mehr als siebzig erstklassige Einlieferungen zur Abendauktion, eine Gesamtschätzung von mehr 260 bis 370 Millionen Dollar, Einzeltaxen, die mehrmals in die zig Millionen gehen, darunter exzeptionelle Privatsammlungen mit Spitzenwerken der bedeutendsten Künstler des 20sten Jahrhunderts – mit einem atemberaubenden Angebot melden sich die New Yorker Auktionen von Christie’s auf dem internationalen Kunstmarkt zurück. Die Sammlung des vor zwei Jahren verstorbenen Bestsellerautors Michael Crichton mit Werken von Picasso und anderen Meistern wird en bloc erst am 11. und 12. Mai zusammen mit den Zeitgenossen über die Bühne gehen. Zur Abendauktion der Impressionisten und Modernen – letztere haben diesmal eindeutig die Nase vorn – marschieren dagegen 28 Trophäen aus der Kollektion der amerikanischen Sammlerin und Mäzenin Frances Lasker Brody, der im vergangenen Jahr verstorbenen Witwe des Bauunternehmers Sidney F. Brody aus Los Angeles, auf. Ihren Anfang nahm die Sammlung an einem Weihnachtsabend in den 1940er Jahren mit einer Skulptur Henry Moores: „Sid hat sie mir unter den Weihnachtsbaum gelegt“ erinnerte sich Mrs. Brody später in einem Interview, „und ab diesem Zeitpunkt hat uns die Sammelleidenschaft nicht mehr losgelassen“. Allein der Wert dieser Sammlung wird mit rund 140 bis 190 Millionen Dollar beziffert.


Mehr als die Hälfte Anteil an dieser Schätzung hat Pablo Picassos „Nu au plateau de sculpteur“, entstanden am 8. März 1932. Das in seinem bewegten Linienspiel und seiner abwechslungsreichen Farbigkeit außerordentlich gewählt und harmonisch komponierte Ölbild zeigt die junge Geliebte des Künstlers, Marie-Thérèse Walter, schlafend unter einer Büste. Überdies kann die schlummernde Schönheit mit relativer Marktfrische aufwarten: Brody erwarb das Gemälde bereits 1951 bei dem jüdischen Kunsthändler Paul Rosenberg, der es wenige Jahre nach seiner Entstehung selbst beim Künstler eingekauft hatte. Der Preis von 70 bis 90 Millionen Dollar, den Christie’s veranschlagt und auch wieder garantiert hat, könnte sich an der Versteigerung des ebenfalls 1932 entstandenen Ölbilds „Nu au fauteuil noir“ orientieren, das 1999 im selben Haus 41 Millionen Dollar erbracht hat. Jenes Gemälde steht der jetzigen Offerte jedoch künstlerisch nach.

Weiterer Höhepunkt der Sammlung Brody ist Henri Matisses dichte, ungenierte Nahaufnahme einer „Nu au coussin bleu“ aus dem Jahr 1924, die sich lasziv im Sessel räkelt. Bunte Teppiche an Wand und Boden verleihen der Umgebung der jungen Frau einen orientalischen Touch (Taxe 20 bis 30 Millionen USD). Als weiterer Stern der Moderne gesellt sich Georges Braque mit seinem Stillleben „La Treille“ aus den Jahren 1953/54 hinzu; hier stehen indes lediglich 3 bis 5 Millionen Dollar auf dem Etikett. Unter den kleineren Feinheiten sind ein stark licht-schatten-kontrastierendes Selbstportrait Edouard Vuillards um 1890 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und Jean Metzingers neoimpressionistische, strahlend bunte „Femme au chapeau“ von 1906/07 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) zu nennen.

Überraschend viele skulpturale Arbeiten standen im Haus des Ehepaars Brody. In Henry Moore, den Künstler ihres Erstkaufs, hatten sie sich verguckt und etwa dessen Bronzen „Family Group“ von 1944/47 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) oder ein Modell für die „Draped Reclining Figure“ von 1952 zugelegt (Taxe 80.000 bis 120.000 USD). Teuerste Moore-Offerte ist mit 1 bis 1,5 Millionen Dollar die „Reclining Figure No. 4“ von 1954. Daneben listet der Katalog zudem Edgar Degas’ Bronze „La Masseuse“ (Taxe 300.000 bis 400.000 USD), Marino Marinis „Piccolo Cavaliere“ von 1952 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD) oder Alexander Calders Mobile-Spielerei „Red Spike“ von 1958 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Auch Werke Alberto Giacomettis schätzten die Brodys: sein flunderschmaler Bruderkopf „Grand tête mince“ von 1954/55 für 25 bis 35 Millionen Dollar und „Le Chat“, geschaffen 1951, gegossen 1955. Exemplar 7/8 war vor einem Jahr bei Sotheby’s an 16 bis 24 Millionen Dollar gescheitert, Exemplar 3/8 steht nun bei Christie’s für 12 bis 18 Millionen Dollar bereit.

Im Hauptteil der Auktion kommen mit einem klassizistisch glatten „Torso de femme“ von 1932 beziehungsweise 1948/49 (Taxe 3 bis 5 Millionen USD) und der geisterhaft ins Leere greifenden „Hand“ von 1947/48 zwei weitere Preziosen des Schweizers zum Aufruf (Taxe 10 bis 15 Millionen USD). Picasso meldet sich noch mehrmals zurück. Es sind vor allem Dokumente der manischen Spätphase des wohl wandlungsfähigsten aller modernen Künstler. Rastlos strich er sie herunter, die „Femme au chat assise dans un fauteuil im Mai 1964, „Le peintre et son modèle“ im November desselben Jahres und einen von seiner Musketier-Serie angehauchten „Tête“ im Dezember 1969. Jedes dieser Bilder ist eine immense Geldanlage: Die ersten beiden sollen zwischen 10 und 15 Millionen Dollar einspielen, das letztere, etwas kleinere 6 bis 9 Millionen Dollar.

Gegen die geballte Macht der Moderne haben es die klassischen französischen Impressionisten diesmal schwer. Aus der Sammlung des Ehepaares Raymond und Miriam Klein aus Philadelphia kommt Pierre-Auguste Renoirs lebensgroß aufs Breitformat gebannte „Femme nue couchée, Gabrielle“ von 1903 nach New York (Taxe 7 bis 9 Millionen USD). Ehemals im Besitz des Dirigenten Sir George Solti befand sich Camille Pissarros kleine heimische Frühlingslandschaft „Matinée de printemps, Pontoise“ aus dem Jahr 1874 (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD). Claude Monets melancholischer „Effet de neige à Limetz“ von 1886 ging vor zehn Jahren bei Sotheby’s für 2,6 Millionen Dollar über die Bühne und soll jetzt etwa dasselbe kosten.

Seltener Gast in den großen Abendauktionen ist Jean-François Raffaëlli. Er steuert eine eindrückliche Schilderung zweier älterer Männer beim Absinth-Trinken bei. „Les buveurs d’absinthe (Les Déclassés)“ im Manetschen Realismus ist mit 400.000 bis 600.000 Dollar veranschlagt. Der französische Fauvismus wird durch Kees van Dongens Damenportraits „La bottine jaune“ von circa 1909/10 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) und „Anita au cœur vert“ um 1907 (Taxe 7 bis 10 Millionen USD) sowie Chaïm Soutines „Le grand chapeau“ von 1923/24 vertreten, eine verzerrte Frau, die die Seelenbildnisse Francis Bacons vorauszudeuten scheint (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD).

Edvard Munchs „Fruchtbarkeit“ ist der größte Hingucker der Veranstaltung nach Picassos Werk. Das kurz vor der Jahrhundertwende entstandene Gemälde greift den biblischen Mythos von Adam und Eva auf, jedoch in einer stark vermenschlichten Form, und reiht sich in eine Serie von Bearbeitungen des Themas ein, die der Künstler zu gleicher Zeit schuf. Das aus norwegischem Privatbesitz eingelieferte Ölbild ist mit 25 bis 35 Millionen ausgezeichnet und damit auf Munchs Spitzenniveau bewertet. Kunst aus den deutschsprachigen Ländern steht ganz im Hintergrund: Ein schönes, kindliches Bild Paul Klees, „Der Künftige“, nimmt 1933 auf naive, aber sprechende Weise Stellung zu den totalitären Entwicklungen in Europa (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Die Surrealismusabteilung begeistert, übrigens wie die bei Sotheby’s, mit einem stattlichen Ölbild Salvador Dalís: „Décor pour Labyrinth II“ aus dem Jahr 1941 bietet ein panoptisches Panorama einer ausgestorbenen Welt und basiert auf Überlegungen, die schon in Giorgio de Chiricos pittura metafisica angestellt wurden (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



29.04.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pierre-Auguste Renoir, Femme nue couchée, Gabrielle, 1903

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Zuschlag: 9.000.000,- USD

Losnummer: 34

Edouard Vuillard, Autoportrait, um 1890

Edouard Vuillard, Autoportrait, um 1890

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 USD

Zuschlag: 2.300.000,- USD

Losnummer: 1

Claude Monet, Effet de neige à Limetz, 1886

Claude Monet, Effet de neige à Limetz, 1886

Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 USD

Zuschlag: 2.300.000,- USD

Losnummer: 61

Camille Pissarro, Matinée de printemps, Pontoise, 1874

Camille Pissarro, Matinée de printemps, Pontoise, 1874

Taxe: 1.400.000 - 1.800.000 USD

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Jean-François Raffaëlli, Les buveurs d’absinthe (Les Déclassés), 1881

Jean-François Raffaëlli, Les buveurs d’absinthe (Les Déclassés), 1881

Taxe: 400.000 - 600.000 USD

Zuschlag: 2.600.000,- USD

Losnummer: 33




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