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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunstgewerbe bei Fischer in Heilbronn

Lug und Trug allenthalben



 Porzellanmanufaktur Meißen, Kaffee- und Teeservice, Meißen, um 1750

Porzellanmanufaktur Meißen, Kaffee- und Teeservice, Meißen, um 1750

Einmal mehr stellt die Meißner Porzellanmanufaktur die bedeutendsten Porzellane in der Versteigerung eines deutschen Auktionshauses: Jürgen Fischer in Heilbronn bietet am 8. Mai unter anderem eine Rokokokaminuhr mit duftigen Parkszenen im Watteau-Stil für 18.000 Euro und ein 27teiliges Kaffee- und Teeservice um 1750 für 45.000 Euro, das in feinen Purpurcamaieumalereien Jagdszenen wohl nach Stichvorlagen Johann Elias Ridingers präsentiert. Im Jugendstil sind beide Firmen, in Meißen und KPM in Preußen, noch einmal da: Letztere mit den beiden Figuren „Gote mit Hund“ für 3.300 Euro und „Japaner mit Fisch“ für 2.800 Euro nach Entwürfen Adolph Ambergs, und die Sachsen steuern unter anderem eine stattliche Deckelvase um 1898 mit blumigem Dekor von Julius oder Rudolf Hentschel für 3.800 Euro bei. Alfred König ist hier dann um 1920 für eine Modedame auf einer Parkbank mit kleinem Schoßhund für 2.700 Euro verantwortlich, die er aber etwas retrospektiv mit einem Schnitt aus dem Empire einkleidete.


Wieder gut zehn Jahre später entwarf dann Paul Scheurich einen stehenden Mohr mit Papagei, der sich beschwingt im Stil des Rokoko verdreht (Taxe 3.000 EUR). Der Großplastik wie zu Meißens Kändler-Zeiten wandte sich um 1920 die Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik zu. Einer der Entwerfer war Hugo Meisel. Er signierte und datierte 1921 die fast 85 Zentimeter hohe Skulptur eines Enterichs (Taxe 5.800 EUR). Aus Sèvres kommt eine amphorenförmige Vase von 1873 mit reicher historistischer Dekoration in pâte-sur-pâte-Technik von Taxile Maximin Doat aus dem Jahr 1881. Thematisiert wird das Handwerk von Spinnerei und Weberei, so dass auch die antiken Figuren von Clotho, Aragne, Omphale und Penelope nicht fehlen (Taxe 3.800 EUR).

Bemerkenswert ist die Widmung einer biedermeierlichen Kratervase der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin um 1830 an einen gewissen Johann Carl Otto. Denn die beiden Bilder zeigen mit einem Gartenhaus und einem „Situations Plan des J. C. Ottoschen Grundstücks“ unikate Ansichten. Das Stück, in der Form standardisiert, wurde also offenbar als Auftragssonderanfertigung einmalig mit diesen Bildern geschmückt (Taxe 6.000 EUR). Florale Inspiration offenbaren eine Deckelvase von KPM in Balusterform mit Unterwasserdekor von 1915 (Taxe 2.800 EUR) und eine Steinzeugvase in Kalebassenform mit schimmernder graugrünblauer Lüsterglasur der Firma Keller & Guérin aus Lunéville um 1905/10 (Taxe 1.600 EUR). Auch Max Laeuger griff um 1898 in der für ihn typischen gröberen Art auf eine Chrysantheme als Zierde für eine hohe Vase mit Zierhenkeln zurück (Taxe 2.000 EUR).

Die Zünfte legten sich oft stattliche Weinkannen aus Zinn zu. Beispielhaft stehen eine Schäßburger Kanne des 17ten Jahrhunderts für die Böttger und Johann Philipp Pfeifers d.J. Werk für die Schusterzunft in der Wiener Neustadt von 1710 (Taxen je 4.800 EUR). Auf Martin Luther und die Confessio Augustana 1530 bezieht sich ein Daubenkrug, dessen hübschen, mit zwei Hähnen an einem Lebensbaum versehenen Zinndekor Anfang des 18ten Jahrhunderts der Bayreuther Meister Caspar Dor markte (Taxe 7.600 EUR). Stattlich kommt ein Deckelkrug von etwa 1640 daher. Da er das Allianzwappen des Nürnberger Ratsherrn Derrer und seiner Ehefrau Scheuerl trägt, geht man von einem Produkt der fränkischen Reichsstadt aus. Als Zinngießermeister hat man nur die Initialen „AL“ (Taxe 7.400 EUR).

Höhepunkt der Keramik ist ein Frankfurter oder Hanauer Enghalskrug des beginnenden 18ten Jahrhunderts – ein Angebot an die Nachfahren der Augsburger Patrizierfamilie Bachmair: Ihr Wappen ist auf Bauch und Zinndeckel des Gefäßes zu sehen, begleitet von den Heiligen Thomas und Michael. Allerdings werden 16.000 Euro verlangt. In dieser Abteilung beginnen auch langsam die schlauen Sprüche. Mangelnde Gerechtigkeit und Treue – „Die wält ist voller betrug unt list: keiner des anderen frünt mer ist“ – beklagt etwa eine Schweizer Vase mit der Datierung 1757 und zwei plumpen Bären (Taxe 1.700 EUR). Etwas heiterer kommt ein Creußener Apostelhumpen von 1696 daher: „Drinck mich aus und schenk mich ein daß du erfrischt dass hertze dein“ (Taxe 3.500 EUR). Nur mit Monogramm und Jahreszahl 1763 ist dagegen der von Johann D. Auermann aus Naumburg gefertigte Zinndeckel eines Freiberger Kruges versehen, dessen Entstehung indes bereits in die Zeit um 1660/70 fällt (Taxe 7.500 EUR).

Die umfangreiche Schmuckabteilung schließt mit einem reich und bunt geschmückten Kronstädter Renaissancegürtel des mittleren 17ten Jahrhunderts für 16.000 Euro ab und leitet zum Silber über. Hier findet man das Auktionshaus deutlich aufgerüstet: Ein Siebenbürgener Pokal um 1630 mit der vollplastischen Darstellung eines Pferdes sowie szenischen Reliefs an der Wandung und im Grund der gebuckelten Kuppa ist ein besonderer Hingucker der späten Renaissancezeit. Der Meister ist hier noch nicht identifiziert (Taxe 18.000 EUR). Dem Nürnberger Esaias zur Linden kann dagegen ein traubenförmiger, von einem Knaben mit Blumensträußen anstelle eines Schaftes getragener Pokal zugewiesen werden. Er entstand etwa zur gleichen Zeit (Taxe 6.000 EUR). Hans Scholler aus Leipzig zeichnet für einen großen Deckelkugelfußbecher verantwortlich, auf dessen Wandung eine Hirschjagd dargestellt ist. Hier sind wir bereits in der Barockzeit der 1670er Jahre angelangt (Taxe 12.500 EUR), ebenso wie bei Hieronymus Holls II. und Johann Gottfried Holls 1765 datierter Deckeldose mit dem heiligen Georg im Drachenkampf aus Danzig (Taxe 5.000 EUR).

Augsburg ist durch den bedeutenden und auch weniger spezialisierten Silberfreunden bekannten Daniel Schwestermüller vertreten, der um 1673 bis zu seinem Tod 1695 als Meister nachweisbar ist. Die hohe Qualität seiner Arbeiten zeigen bei Fischer die figürlichen Allegorien der vier Jahreszeiten auf einem Humpen um 1680 (Taxe 17.000 EUR). Johann Christoph Engelbrechts große Kaffeekanne und Sahnegießer aus den frühen 1760er Jahren (Taxe 6.500 EUR), ein Tablett mit der lustigen Szene „Die Erbschaft“ Johann von Holtens I. aus Hamburg (Taxe 6.000 EUR) und ein schönes, ovoides Kännchen Johann Christian Schmidts aus Celle um 1740 stehen für die Zeit des ausgehenden Barock und beginnenden Rokoko (Taxe 4.200 EUR). Bei den Gemälden merkt man dagegen noch die Herkunft des Auktionshauses aus der Sparte des Kunsthandwerks. Mit John Jacksons Halbportrait eines englischen Herrn, vielleicht eines Schriftstellers, für 3.500 Euro ist das Ende der Preisstange hier bereits erreicht. Nach einer stattlichen Reihe von Portraitminiaturen bis zu 2.300 Euro steht bei den Skulpturen Georg Hengstenbergs naturalistische Vision des Rattenfängers von Hameln um 1920 aus Bronze für 2.700 Euro an der Spitze.

Die Auktion beginnt am 8. Mai um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum 6. Mai täglich von 11 bis 17 Uhr, am 7. Mai von 9 bis 16 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.auctions-fischer.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



05.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Kunstwerk:

Hans Scholler, Kugelfußbecher mit Deckel, Leipzig 1675/77
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Daniel Schwestermüller, Humpen mit Allegorien der Jahreszeiten, Augsburg um
 1680
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Johann Christian Schmidt, Kännchen, Celle um 1740
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John Jackson, Halbportrait eines jungen Schriftstellers
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Georg Hengstenberg, Der Rattenfänger von Hameln, um 1920
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Julius oder Rudolf Hentschel, Vase, um 1898
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Kunstwerk:

Kratervase, KPM,
 Berlin um 1830
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Kunstwerk:

Adolph Amberg, Gote mit Hund, 1914-1918
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Georg Hengstenberg, Der Rattenfänger von Hameln, um 1920

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Taxe: 2.700,- EURO

Losnummer: 716

Krug, Freiberg, um 1660/70

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Pokal mit dem Mythos der Io, Siebenbürgen, um 1630

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Max Laeuger, Vase, um 1898

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Taxe: 2.000,- EURO

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Hans Scholler, Kugelfußbecher mit Deckel, Leipzig 1675/77

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Losnummer: 436

Vase mit Bären und Spruch, Schweiz, 1757

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Hugo Meisel, Enterich, 1921

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Taxe: 5.800,- EURO

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Julius oder Rudolf Hentschel, Vase, um 1898

Julius oder Rudolf Hentschel, Vase, um 1898

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Meister IBP, Gürtel, Kronstadt Mitte 17. Jahrhundert

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John Jackson, Halbportrait eines jungen Schriftstellers

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Esaias zur Linden, Traubenpokel, Nürnberg um 1630

Esaias zur Linden, Traubenpokel, Nürnberg um 1630

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Adolph Amberg, Gote mit Hund, 1914-1918

Adolph Amberg, Gote mit Hund, 1914-1918

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Meister AL, Deckelkrug mit Allianzwappen, Nürnberg um 1640

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