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Gegenwartskunst bei Sotheby’s in New York

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Die Abstrakten beherrschen weitgehend das Geschehen der großen New Yorker Abendauktion „Contemporary Art“ von Sotheby’s am 12. Mai. Sie liefern sich einen lustigen Wettbewerb mit Pop Art und anderen gegenständlichen Positionen um die Gunst des Publikums. Eine großformatige Farbfeldmalerei Mark Rothkos von 1961 in suggestiven Rottönen mit einer etwa auf Höhe des Goldenen Schnitts verlaufenden Querteilung führt sie mit 18 bis 25 Millionen Dollar an. Andy Warhol hält dagegen mit einem noch größeren Selbstportrait des Jahres 1986 für 10 bis 15 Millionen Dollar. Es ist das berühmte Bildnis, das den Geist des alternden Meisters mit dämonischem Blick und wirrem Haarschopf in einer violetten Fassung aus schwarzer Nacht heraustreten lässt. Diesen Preis aber tragen auch schon Brice Mardens chromosomenartige Graustrukturen „Cold Mountain I (Path)“ auf einem gebrochen weißen Grund und einer noch-noch größeren Leinwand der späten 1980er Jahre. Da hat dann auch die Gemeinschaftsarbeit „Untitled“ von Warhol und Jean-Michel Basquiat aus dem Jahr 1984, die mit fast drei Metern Höhe und über vier Metern Breite nun endgültig das größte angebotene Gemälde darstellt, wenig Chancen. Die von Basquiats wilden Pinselstrichen und Warhols lakonischer Sachsprache gefüllte Leinwand soll 2 bis 3 Millionen Dollar kosten.


Die 53 Losnummern des Evening Sale tragen eine Gesamtschätzung von 114 bis 162 Dollar. Einige von der alten Garde, die vor zwei oder drei Jahren beglückten, fehlen allerdings noch: Lucio Fontana etwa oder Yves Klein, Lucian Freud und Richard Prince. Die jüngere Generation um Jeff Koons und Damien Hirst ist nur mit kleineren Arbeiten zugegen, ebenso die Deutschen um Gerhard Richter. Dafür hat sich mancher seit längerem nicht mehr gesehene Meister wieder eingefunden, Jackson Pollock etwa, Urvater des gestischen oder abstrakten Expressionismus oder action painting, lässt sich nach Jahren der Abwesenheit von den New Yorker Abendveranstaltungen mit seiner schimmernden Emailmalerei „Number 12a, 1948: Yellow, Gray, Black“ wieder einmal blicken. Als ältestes Gemälde der Versteigerung gebührt der verhältnismäßig kleinen Arbeit besondere Aufmerksamkeit, die sich in 4 bis 6 Millionen Dollar niederschlagen soll.

Seine Richtung unterstützt Willem de Kooning mit seinem fließend schwingenden Linienornament in „Untitled XLVIII“ aus dem Jahr 1983. Die Arbeit wurde 2003 am selben Ort für nur 850.000 Dollar versteigert und steht jetzt bei stolzen 3 bis 4 Millionen Dollar. Bei Christie’s ging 2006 für 4,8 Millionen Dollar sein noch deutlich von der Frühzeit des abstrakten Expressionismus geprägtes „Sagamore“ aus dem Jahr 1955 von Bord. Hier stehen nur noch 3,5 bis 4,5 Millionen Dollar auf dem Etikett. Von dem gebürtigen Niederländer gibt es schließlich noch die wirre „Seated Woman on a Bench“ aus Bronze von 1972 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Wie Maulwürfe aus ihren Löchern kriechen die Damen und Herren Sammler der Welt wieder aus ihren Finanzkrisenverstecken. Aus einer „Distinguished American Collection“ kommt Agnes Martins quadratische Minimal Art-Struktur „The Desert“ von 1965, die erst 2007 für 4,2 Millionen Dollar einen neuen Auktionsrekord aufgestellt hatte (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). „An Important American Collection“ – feine Abstufungen müssen sein – stellt Joan Mitchells leuchtendes und mit 280 mal 360 Zentimetern keineswegs sparsames Farbenfest „Two Sunflowers“ aus dem Jahr 1980 für 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar zur Verfügung. Die 1992 zu früh an einem Gehirntumor verstorbene Künstlerin ist auch in ihrer anfangs der 1960er Jahre entstandenen, noch deutlich wilderen „Vera Cruz“ zu erleben (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen USD).

Mit relativer Marktfrische kann Frank Stellas „Cinema de Pepsi Sketch I“ aus dem Jahr 1966 aufwarten. Der jetzige Einlieferer erwarb die quadratische Schwarzweißgrauspirale zwei Jahre nach ihrer Entstehung bei David Mirvish in Toronto (Taxe 800.000 bis 1 Million USD). Und auch Morris Louis’ bunte Farbverläufe „Alpha Upsilon“ mit leerer Mitte von 1960 haben es seit 1979 in ein und derselben Sammlung ausgehalten (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Nicht alltäglich auf die Abendauktionen eingeladen wird die gebürtige Japanerin Yayoi Kusama. Mit dem schönen rotgrauen Tupfenbild „The West“, das die kaum Zwanzigjährige 1960 zwei Jahre nach ihrer Übersiedlung nach New York schuf, versucht sie bei 1 bis 1,5 Millionen Dollar ihr Glück. Auch Eva Hesse ist diesmal zugegen. Sie hat ein gar nicht so großes Blatt mit 24 korrekt angeordneten Hochrechtchen in brauner Tusche mitgebracht und will dafür 600.000 bis 800.000 Dollar sehen.

Ein bisschen Gegenständlichkeit ist denn aber doch noch zu haben – Pop Art: Roy Lichtensteins kubistisch zerlegter und flächig gemalter „Expressionist Head“ von 1980 für 3,5 bis 5,5 Millionen Dollar sowie von Andy Warhol unter anderem noch eine vierteilige „Flowers“-Leinwand von 1964 für 5 bis 7 Millionen Dollar und eine Camouflage-„Statue of Liberty“ aus dem Entstehungsjahr seines obigen „Self portrait“ 1986 für 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar. Aber nicht nur Pop Art: Eine der originellsten Figuren im internationalen Geschehen, die stets gegen den Strich bürstete, ist Philip Guston. Auch seine beiden durch Augenlöcher zum Leben erweckten Zelte in einem rosaroten „Jail“ von 1969 lassen sich schlecht irgendeiner Richtung einordnen (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Vielseitiger präsentieren sich auch die jüngeren Meister. „The Alcoholic“ George Condos von 2008 ist die verstörende Vision eines gescheiterten und körperlich verzerrten Frauenaktes, kommt jedoch nicht ganz ohne kitschige Elemente jenseits des guten Kunstgeschmacks aus. Matthew Day Jackson gibt mit seinem betont ornamental gestalteten Bildnis „Harriet (Last Portrait)“ dagegen ein akzentuiert politisches Statement auf die problematische Sklavengeschichte Nordamerikas ab (Taxen je 300.000 bis 400.000 USD). Rudolf Stingel geht noch einen Schritt weiter, wenn er 2007 lediglich ein Tapeten- oder Stoffmuster von in Öl auf die Leinwand bringt (Taxe 400.000 bsi 600.000 USD). Teuerster Fotograf ist einmal mehr Andreas Gursky, präsent durch das aberwitzige Strandpanorama von „Rimini“ aus dem Jahr 2003 (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Älter als Pollocks „Number 12a“ ist lediglich eine Skulptur: Joseph Cornells kleiner Kabinettschrank „Untitled (Aviary)“ mit Schubladen aus der Zeit um 1945/47, der kurz nach seiner ersten und bisher einzigen Ausstellung 1949 in der Sammlung des jetzigen Einlieferers verschwand (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Die Minimal Sculpture vertreten Richard Serra mit seinem „Corner Prop“, einer würfelförmigen Eckskulptur über schräg gestellter Stahlstange, von 1976 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und Donald Judd etwa mit der vertikalen Wandinstallation „Untitled, 1992 (92-7 Hernandez)“ aus braunen Stahlkästen mit schwarzem Plexiglas (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Eine 5,5 Meter hohe Stahlskulptur Ellsworth Kellys wirkt fast so, als hätte sie ein weißes Loch in die umgebende grüne Natur von Hecke und Baum geschnitten. Das Totem von 1996 gibt es für 2 bis 3 Millionen Dollar.

Juan Muñoz lässt 2001 sechs Frauen in der Velazquez-Zeit angenäherten Sackkleidern ein „Conversation Piece III“ im Freien aufführen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), derweil Maurizio Cattelan sein eigen Selbst durch den Fußboden eindringen lässt. Für die hyperrealistische, bemalte Wachsskulptur ist eine gewisse räumliche Flexibilität erforderlich, muss für sie doch ein Loch in den Boden gerissen werden, um sie angemessen zu präsentieren. So geschehen jedenfalls 2002 im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam, wo eines der drei Exemplare die Öffentlichkeit erschreckte (Taxe 3 bis 4 Millionen USD).

Mit Alexander Calders messinggebogener „Locomotive“ reicht die Tagesauktion am nachfolgenden Donnerstag bis weit in die Zeit um 1928 zurück (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). Präsentiert werden zunächst weitere Klassiker der amerikanischen Kunst der Nachkriegszeit, als sie Weltgeltung erreichte: Robert Motherwells schwarze „Elegy to the Spanish Republic“ um 1962 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), Sam Francis’ untypisch farblose „White No. 1“, entstanden 1951/52 kurz nach seiner Übersiedlung in die französische Hauptstadt und 2002 bei Kornfeld in Bern für 350.000 Franken versteigert (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), Richard Diebenkorns „Still Life“ aus Schere, Messer, Apfel und Flasche von 1957 (Taxe 450.000 bis 650.000 USD) und eine unbetitelte Farbzeichnung Eva Hesses von 1969 ein Jahr vor ihrem frühen Tod (Taxe 400.000 bis 600.000 USD).

Dann wird der Heißhunger auf Frauen der Pop Art weiter gefüttert, etwa mit Mel Ramos’ 1964 durchs Schlüsselloch beobachteter „Peek-a-Boo Brunette #3“ (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) oder jüngeren Arbeiten wie Alex Katz’ zugeknöpfter Dame mit „Blue Hat“ von 2003 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), John Wesleys fernöstlichen nackten Schönheiten auf dem „Pacific“ 1998 (Taxe 200.000 bis 300.000 USD) und Tom Wesselmanns „Sunset Nude (Big Red Pillow)“ auf einer bunten Leinwand von 2002/03 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Auch das Portrait von Louise Lieber stellt die Dame als Akt auf dem Sofa dar. Doch wurde es 1975 von einer Künstlerin, nämlich Alice Neel, gemalt (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Auch einige Männer gesellen sich hinzu, so Andy Warhols Sicht von Paul Delvaux aus dem Jahr 1981 in zwei verschiedenen Farbstellungen für jeweils 180.000 bis 250.000 Dollar oder Alex Katz’ „Vincent with a Radio“ beim Sonnbaden von 1974 (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Jüngere Künstler kommen vor allem am Nachmittag zum Aufruf. Da sind arrivierte Stars wie Cecily Brown mit einer rasanten Farbschlacht namens „Skulldiver 2“ von 2006 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) oder Gabriel Orozcos neokonstruktivistische Arbeit „Samurai Tree (Invariant Gold 2)“ von 2005 darunter (Taxe 300.000 bis 400.000 USD), aber auch junge Newcomer wie der 1979 geborene Dan Colen mit einem zunächst unbetitelten Neoinformel von 2007, das sich dann aber doch als „Birdshit“ outet (Taxe 25.000 bis 35.000 USD). Der 1980 geborene Nick Lowe zerlegt sein etwas bemühtes „Yellow Face“ ebenfalls 2007 in viele kleine einzelne Farbsegmente (Taxe 20.000 bis 30.000 USD).

Deutschland ist mit Anselm Kiefers Sternenbild „Steinbock“ von 2001 am prominentesten vertreten (Taxe 450.000 bis 550.000 USD). Daneben treten etwa Sigmar Polke mit einer aus sich heraus leuchtenden Interferenzfarbenkomposition in Braunweiß und Blau von 2000 (Taxe 100.000 bis 150.000 USD), Anselm Reyle mit einer fast exakten vertikalen Farbstreifenanordnung von 2008 (Taxe 140.000 bis 180.000 USD), Paloma Varga Weisz mit einer melancholischen schwärigen Tonfigur auf einem vergitterten Holzgestell von 2003 (Taxe 25.000 bis 35.000 USD) oder Thomas Zipp mit einer zweiteiligen Arbeit aus Schriftspirale und verstörend gemaltem Kopf von 2008 zu Zug (Taxe 10.000 bis 15.000 USD). Für die Fotografie stehen zwei Schwarzweißaufnahmen aus Cindy Shermans früher Serie „Untitled Film Still“ von 1978 oder Robert Mapplethorpes hoch ästhetische „Calla Lily“ von 1986 für je 100.000 bis 150.000 Dollar. Die schönste Skulptur schließlich ist vielleicht Fernando Boteros figürliche Bronze „Dancers“ von 1995: So schön hat man ein fülliges Menschenpaar, wie Gott sie schuf, wohl selten tanzen gesehen (Taxe 300.000 bis 400.000 USD).

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



06.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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