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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst bei Zezschwitz in München

Erschrockener Hahn



Wie vielen Auktionshäusern fällt es auch dem Münchner Versteigerer von Zezschwitz mitunter nicht leicht, die gute Kunst zur Geltung zu bringen, ohne der weniger guten Kunst unfreundlich den Ausgang zu weisen. Während der Flaute der vergangenen anderthalb Jahre musste man mitunter etwas länger suchen, um die Edelsteine unter den vielen Glasperlen ausfindig zu machen, was sich auch in nicht immer ganz zufriedenstellenden Zuschlagsquoten ausdrückte. Zur Versteigerung moderner Kunst am 20. Mai ist das Angebot, dem allgemeinen Trend folgend, wieder deutlich qualitätvoller geworden. Der Blick geht vor allem auf die kleineren, weniger bekannten Meister im Umfeld der Großen, so dass Entdecker am ehesten auf ihre Kosten kommen dürften. Typisch für den deutschen Impressionismus sind etwa die Waldlandschaft mit Spaziergängern des Berliners Julius Jacob d.J. von 1889 für 3.000 Euro oder Ludvig Munthes duftige Landschaft mit Bauern an einem See um 1890 für 6.500 Euro, deren herbstlicher Ton den Reiz des plein air noch unterstreicht.


Die Nachwehen von Jugendstil und Symbolismus, angehaucht von expressionistischer Farbigkeit, offenbart Julius Hüthers Halbakt „Mädchen mit Lilie“ aus dem Jahr 1926 (Taxe 1.200 EUR). Von Ludwig Bock gibt es das frühlingshafte Gartenbild „Maiwetter“ aus dem Jahr 1925, dessen starke Farbigkeit einem frühen Max Beckmann recht nahe kommt (Taxe 3.800 EUR). Für den späten Impressionismus stehen eine um 1930 von Theodor von Hötzendorff aufgenommene Küstenstadt in Italien (Taxe 2.800 EUR) und Hans Oldes „Tunis“, 1926 mit lockerem Pinselstrich während einer Tunesienreise auf die Leinwand aufgetragen (Taxe 5.500 EUR). Unter den grafischen Arbeiten der ersten Jahrhunderthälfte ist Eduard Dollerschells Kaltnadelradierung „Hafen von Palma de Mallorca“ aus den mittleren 1920er Jahren mit 1.000 Euro am höchsten bewertet.

Wenn besagte Großen auftreten, dann meist nur mit kleineren Arbeiten. Alexander Koester beispielsweise stellt diesmal keine Enten, sondern ein schilfbewachsenes Ufer am Ammersee ohne tierische Staffage (Taxe 7.000 EUR). Franz Xaver Fuhr, in Süddeutschland ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, ist durch die Tuschezeichnung einer römischen Landschaft um 1930 für 2.800 Euro präsent. Nicht gerade schön anzusehen ist Josef Scharls „Paar“ auf einer Temperazeichnung von 1932, doch scherte sich der expressionistische Künstler, der sich vom Dekorationsmaler über den Restaurator zum bildenden Künstler gleichsam „hocharbeitete“, ohnehin nie besonders um dezidiert schöngeistige Reize (Taxe 3.500 EUR). Otto Dix ist durch die späte Farblithografie eines ungleichen Duos, „Katze und Hahn“ – letzterer ganz verschreckt –, aus dem Jahr 1966 vertreten (Taxe 15.900 EUR).

Für die Kunst der Nachkriegszeit steht eine Auswahl von Arbeiten Heinz Jochs um 1950. Der 1926 Geborene nahm nach 1945 eine vielversprechende Malerkarriere, wandte sich dann jedoch dem Design zu und arbeitete hauptsächlich als Innenarchitekt. Seine gegenständlichen Malereien wie ein „Stillleben mit afrikanischem Kopf und Vase“ (Taxe 4.500 EUR) oder „Blick auf Paris und die Bateaux Mouches auf der Seine“ (Taxe 4.000 EUR) erinnern in ihrer klaren, aber geheimnisvoll verschatteten Farbigkeit und den starken Konturlinien an die gleichzeitigen Werke etwa Johann Georg Müllers und Karl Schmidt-Rottluffs und verraten die Herkunft des jungen Künstlers aus der Schule des deutschen Expressionismus. Die Abstraktion jener Jahre vertritt Max Olderock mit seiner „Roten Sichel“ in einem wabernden Meer aus unscharfen Farbfeldern 1960 (Taxe 2.500 EUR).

Den umgekehrten Weg wie Joch ging Ernst Wille: Zunächst studierte er an den Kölner Werkschulen, bevor er, mit Anfang Dreißig, 1946/48 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München aufnahm. Vorwiegend für den öffentlichen Raum tätig, arbeitete er gelegentlich auch auf kleineren Formaten. Aus dem Nachlass des 2005 verstorbenen Künstlers kommen unter anderem das in einzelne Farbfelder zerlegte „Porträt eines Architekten“ von 1955 (Taxe 9.400 EUR) und die 1970 in Harzölfarbe auf quadratische Leinwand aufgebrachten „Zwei Figuren (liegend – hockend)“ für geschätzte 11.800 Euro, die kaum mehr noch als solche erkennbar sind und zu den ungegenständlichen Arbeiten aus den letztem Lebensjahrzehnt, wie den vertikalen Farbbahnen auf einer Zeitungsseite von 1994, überleiten (Taxe 2.100 EUR). Dem Spätwerk Frans Masereels entstammt das Frauenbildnis „La Gitane“ aus dem Jahr 1959, eine unvoreingenommene Begegnung mit dem spanischen Zigeunerleben (Taxe 3.800 EUR).

Bekannter ist dann der Name Karl Fred Dahmen. „Aus der Sammlung eines süddeutschen Spielwarenfabrikanten“, so die Beschreibung kommen vier kleinere Collagen in graubraunen Gesteinsfarben für bis zu 3.500 Euro zum Aufruf. Dieselbe Sammlung stellt, passenderweise, auch eine Anzahl bunter Clownsfiguren Otmar Alts für bis zu 3.000 Euro bereit. Auch Max Uhlig genießt sowohl als Grafiker wie als Maler einen guten Ruf. In seiner zweiten Eigenschaft ist er durch das 1986 datierte Breitformat einer aus kurzen Farbstrichen komponierten, abstrakten „Landschaft“ zu erleben (Taxe 10.000 EUR). Rosemarie Trockel hat als Malerin angefangen, mit skulpturalen Arbeiten wurde sie berühmt. Eine unbetitelte Öl- und Gouachemalerei mit Figuren und Gefäßen archaischen Zuschnitts von 1983 soll 13.000 Euro kosten.

Die großen Amerikaner grüßen mit Farbserigrafien über den Atlantik: Roy Lichtensteins „The melody haunts my reverie“ aus der Serie „11 Pop Artists Portfolio, volume II“ von 1965 (Taxe 4.500 EUR), Andy Warhols schemenhafter „Electric chair“ von 1971 (Taxe 10.000 EUR) und Alex Katz’ „Grey Dress“ von 1992 (Taxe 6.500 EUR). Gerhard Richter tut es ihnen mit seiner berühmten „Kerze“ aus dem Jahr 1988 gleich (Taxe 7.000 EUR). Unter den jüngsten Malern sind Dorothea Schüle mit dem auf ordinärem Straßenpflaster ausgebreiteten Strandset „Global Players“ von 2001 (Taxe 2.000 EUR) und Igor Oleinikov mit der fotorealistischen verschwommenen Ölmalerei „Durchblick“ in Schwarzgrau von 2003 zu nennen (Taxe 3.500 EUR). In Franz Fischers Bronzeskulpturen „Sitzende Figur“ um 1970 (Taxe 10.600 EUR), „Pferdekomposition I“ um 1960 (Taxe 21.000 EUR) und dem amorphen „Objekt II“ von 1974 (Taxe 14.000 EUR) finden sich schließlich gegen Ende der fast vierhundert Losnummern umfassenden Offerte drei ihrer Hauptlose.

Die Auktion beginnt am 20. Mai um 15:30 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum 18. Mai täglich von 11 bis 18 Uhr, am 19. Mai von 11 bis 15 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.von-zezschwitz.de abrufbar.

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



18.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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