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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Ungenierte Lust



Henri Bergé, Ablageschale „Caméléon“, 1920er Jahre

Henri Bergé, Ablageschale „Caméléon“, 1920er Jahre

Mit 54 Prozent Zuschlagsquote nach Anzahl der Lose konnte das Auktionshaus Quittenbaum einen ungewöhnlich guten Wert erzielen: Nicht allzu häufig gelingt es dem Münchner Team um Askan Quittenbaum, mit einem geballten, diesmal fast 750 Nummern umfassenden Angebot ausschließlich von Kunsthandwerk aus Jugendstil und Art Déco derart große Aufmerksamkeit zu erregen. Den größten Beitrag zum Erfolg leisteten, wie meistens in der Vergangenheit, die französischen Gläser mit ihrer dichten Zuschlagsquote. Alle waren sie wieder versammelt: Amalric Walter unter anderem mit einer muschelförmigen Schale namens „Caméléon“ aus den 1920er Jahren für 8.500 Euro (Taxe 6.500 EUR), Daum Frères mit der schlanken trichterförmigen Vase „Colchiques et insectes“ um 1910 für 4.400 Euro (Taxe 3.300 EUR), Muller Frères mit der pilzförmigen Tischlampe „Anémones“ aus den 1920er Jahren für 5.200 Euro (Taxe 5.500 EUR) und René Lalique mit der opaken, reliefierten Vase „Huit Perruches“ von 1924, gebildet aus paarweise angeordneten Wellensittichen, für 3.600 Euro (Taxe 2.500 EUR).



Emile Gallé trat am 20. April nicht nur mit Glasarbeiten wie der zart in Lachsrosa, Violett und Grau schimmernden Tischlampe „Hortensias“ von 1903/04 für 7.800 Euro auf (Taxe 6.500 EUR), sondern bot auch seltene Keramikarbeiten der frühen Jahre. Bei 7.500 Euro und 6.500 Euro setzten sich hier eine um 1889 geformte Eule (Taxe 8.000 EUR) und ein Kakadu als Deckelkanne von 1882/84 an die Spitze (Taxe 7.000 EUR). Mit 3.800 Euro deutlich unterbewertet, hüpfte eine große Jardiniere in Form einer gigantisch überlebensgroßen, rund siebzig Zentimeter langen Heuschrecke von Jérôme Massier fils um 1900 erst bei 8.200 Euro davon. Für die Pariser Weltausstellung des Jahres 1900 schuf Agathon Léonard bereits zwei Jahre zuvor die Serie „Jeu de l’Echarpe“, aus der die „Danseuse à l’Echarpe“ und die „Danseuse au Cothurne“ jetzt um 3.400 und 3.200 Euro den Besitzer wechselten (Taxen 2.200 und 1.600 EUR). Eine kleine Vase, um 1930 von dem Limosiner Camille Fauré aus Messing geformt und mit blauweißem Email in Eisblütenformen bemalt, verdoppelte ihren Wert auf 3.100 Euro.

Die französischen Möbel des Jugendstil bildeten monetär einen Höhepunkt der Auktion, konnten die Erwartungen jedoch nur zum Teil erfüllen. Sie begannen stark mit Emile Gallés spielerischer „Étagère aux Libellules“ um 1900 für bemerkenswerte 34.000 Euro (Taxe 20.000 EUR). Doch eine gleichzeitige, aber strenger symmetrisierte Anrichte Jacques Grubers (Taxe 16.000 EUR) sowie ein Beistelltisch und die Vitrine „Sagittaire“ Louis Majorelles mussten an den Einlieferer zurück (Taxen 12.000 EUR und 24.000 EUR). Wenige Schwierigkeiten machten wiederum die aus Elfenbein und Bronze kombinierten Figuren des gebürtigen Rumänen Demetre Chiparus, die Mitte der 1920er Jahre die elegante Welt des Luxus und der Moden aufwirbelte. Mehreren erfolgreichen Aufrufen setzte sich eine leichte „Danseuse de Palmyra“ bei 20.000 Euro planmäßig voran (Taxe 25.000 EUR).

Ferdinand Preiss’ „Aphrodite“, die das gleiche Prinzip schon gegen 1910 anwandte, kam in diesem Fahrwasser auf 11.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Ernst Segers „Phryne“ aus der Zeit nach 1907 mit Körper aus Elfenbein, Gewand aus Alabaster und Haarreif aus vergoldetem Metall für ließ sich erst bei 13.000 Euro bitten (Taxe 5.000 EUR). Und die Ungeniertheit, mit der der Wiener Bruno Zach während der 1920er Jahre eine junge Frau an einen überdimensionalen männlichen Phallus sich schmiegen lässt, bestach die erfreuten Kunden zu 14.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). 1912 fertigte Bernhard Hoetger die Entwürfe zu seinem Figurenzyklus „Licht- und Schattenseiten“, die in den Tonwerken der badischen Stadt Kandern zur Ausführung gelangten. Zwei daraus, die schattenseitigen Typen „Hinterlist“ und „Habgier“, waren jetzt mit Steigerungen auf 7.400 Euro und 6.400 Euro besonders begehrt (Taxen je 1.500 EUR). Beim Schmuck war Wilhelm Lucas von Cranachs Blütebrosche mit drei hängenden Flügelperlen bei 4.100 Euro das begehrte Stück (Taxe 4.500 EUR).

Die dänische Kunstgewerbeproduktion kürte wieder einmal Silberschmied Georg Jensen zum König. Für 8.000 Euro wechselte sein 130teiliges „Konge“-Besteck aus dem Jahr 1915 den Besitzer (Taxe 9.000 EUR), für 7.000 Euro die strengeren hundert Stücke der „Bernadotte“-Serie aus dem Jahr 1939 (Taxe 5.000 EUR). Aus England war Archibald Knox mit einem zinnernen Kerzenleuchterpaar angereist, in dem er 1902/05 florale Elemente stilisiert verarbeitete, und ging mit 1.000 Euro wieder heim (Taxe 1.100 EUR). Einige schöne Stücke der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg aus einer Privatsammlung gingen bei bis zu 10.000 Euro für eine aufwändige Henkelvase mit einem Vogel in Stechpalmenzweigen von 1901 weg (Taxe 12.000 EUR).

In einer Sonderauktion hatte Quittenbaum eine Privatsammlung von rund 330 Produkten der österreichischen Werkstätte Hagenauer versammelt. Hieraus wurden gut zwei Drittel übernommen. Besonders die Arbeiten der 1920er Jahre erfreuten sich großer Beliebtheit. Ein Beistelltisch mit stilisiertem Frauenakt als Träger brachte es auf 9.300 Euro (Taxe 7.000 EUR). Der um 1925 wohl schon von Franz Hagenauer, der die Firma erst 1928 zusammen mit seinen Geschwistern übernahm, stammende Entwurf eines Frauenkopfes wurde mit 7.000 Euro belohnt (Taxe 8.000 EUR). Wenig später, um 1930, datieren zwei weitere weibliche Köpfe Franz Hagenauers, die als Duo 10.000 Euro einspielten (Taxe 12.000 EUR).

Aus einer Kollektion afrikanischer Figuren der gleichen Zeit aus exotischem Holz mit wenigen Messingapplikationen pickten sich die Sammler eine große Tänzerin für 14.000 Euro (Taxe 2.400 EUR), einen hockenden Krieger für 6.200 Euro (Taxe 850 EUR) und für je 5.500 Euro eine stehende Frau, einen sitzenden Akt und einen sitzenden Krieger heraus (Taxen zwischen 1.100 und 1.200 EUR). Für die 1940er Jahre, in denen die Firma Hagenauer trotz schwieriger Zeiten weiter produzierte, kniet eine weibliche „Ashanti“ in ähnlicher Materialkombination. Ihr Wert wurde auf 11.000 Euro mehr als verzehnfacht.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



25.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


20.04.2010, Jugendstil - Art Déco. Hagenauer - Eine Privatsammlung

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

Bericht:


Weiße Afrikaner

Kunstwerk:

Demetre Chiparus, Cendrillon, um 1925
Demetre Chiparus, Cendrillon, um 1925

Kunstwerk:

Daum Frères, Vase „Colchiques et insectes“, um 1910
Daum Frères, Vase „Colchiques et insectes“, um 1910

Kunstwerk:

Agathon Léonard, Danseuse à l’Echarpe, 1898
Agathon Léonard, Danseuse à l’Echarpe, 1898

Kunstwerk:

Jérôme Massier fils, Heuschrecke als Jardiniere, um 1900
Jérôme Massier fils, Heuschrecke als Jardiniere, um 1900

Kunstwerk:

Emile Gallé, Etagère aux Libellules, um 1900
Emile Gallé, Etagère aux Libellules, um 1900

Kunstwerk:

Ernst Seger,
 Phryne, nach 1907
Ernst Seger, Phryne, nach 1907







 Porzellanmanufaktur Sèvres, Agathon Léonard, Danseuse à l’Echarpe, 1898

Porzellanmanufaktur Sèvres, Agathon Léonard, Danseuse à l’Echarpe, 1898

Taxe: 2.200,- EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 264

Emile Gallé, Tischlampe „Hortensias, 1903/04

Emile Gallé, Tischlampe „Hortensias, 1903/04

Taxe: 6.500,- EURO

Zuschlag: 7.800,- EURO

Losnummer: 119

Emile Gallé, Deckelkanne „Kakadu“, 1882/84

Emile Gallé, Deckelkanne „Kakadu“, 1882/84

Taxe: 7.000,- EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 247

René Lalique, Vase „Huit Perruches“, 1924

René Lalique, Vase „Huit Perruches“, 1924

Taxe: 2.500,- EURO

Zuschlag: 3.600,- EURO

Losnummer: 167

Demetre Chiparus, Cendrillon, um 1925

Demetre Chiparus, Cendrillon, um 1925

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 331

Bernhard Hoetger, Hinterlist, 1912

Bernhard Hoetger, Hinterlist, 1912

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 7.400,- EURO

Losnummer: 531

Beistelltisch, Werkstätte Hagenauer, Wien 1920er Jahre

Beistelltisch, Werkstätte Hagenauer, Wien 1920er Jahre

Taxe: 7.000,- EURO

Zuschlag: 9.300,- EURO

Losnummer: 22

Muller Frères, Tischlampe „Anémonas“, 1920er Jahre

Muller Frères, Tischlampe „Anémonas“, 1920er Jahre

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 184

Bernhard Hoetger, Habgier, 1912

Bernhard Hoetger, Habgier, 1912

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 6.400,- EURO

Losnummer: 532

Hockender Krieger, Werkstätte Hagenauer, Wien um 1930

Hockender Krieger, Werkstätte Hagenauer, Wien um 1930

Taxe: 850,- EURO

Zuschlag: 6.200,- EURO

Losnummer: 163

Jacobus Lucas Verhoog, Henkelvase, 1901

Jacobus Lucas Verhoog, Henkelvase, 1901

Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 709

Daum Frères, Vase „Colchiques et insectes“, um 1910

Daum Frères, Vase „Colchiques et insectes“, um 1910

Taxe: 3.300,- EURO

Zuschlag: 4.400,- EURO

Losnummer: 68




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