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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Staraufgebot der Expressionisten



Als Höhepunkt der großen Frühjahrsauktionen bei Lempertz wird in der kommenden Woche die moderne Kunst verhandelt. Allen voran schreitet ein großes Aufgebot an expressionistischer Kunst aus allen Gattungen: Druckgrafik wie Erich Heckels berühmte Farbholzschnitte „Stehendes Kind (Fränzi stehend)“ in einer grünschwarzen Fassung von 1910 für 70.000 bis 80.000 Euro und sein ebenso kantiges „Männerbildnis“ aus dem Jahr 1919 für etwas günstigere 50.000 bis 70.000 Euro, virtuose Zeichnungen wie Ernst Ludwig Kirchners flott niedergelegter weiblicher Akt am Strand von Fehmarn um 1914 für 40.000 bis 60.000 Euro oder August Mackes ruhiger Spaziergänger am See in Tusche von 1913 für 90.000 bis 120.000 Euro, Aquarelle wie Franz Marcs kosmische „Füchse“ auf einer Postkarte um 1913 für 40.000 bis 50.000 Euro, Karl Schmidt-Rottluffs um ein Kreissegment komponierte „Landschaft mit Karren“ aus den frühen 1920er Jahren für 80.000 bis 120.000 Euro oder eine ebenso farbintensive Abendlandschaft am Meer mit schwarzem Dampfer von 1946 und ein Blumenstillleben mit asiatischer Statuette Emil Noldes für bis zu 130.000 Euro, vor allem aber Ölgemälde wie Conrad Felixmüllers monumentale „Kornpuppen“ aus dem Jahr 1922, das in seinem impulsiven Gestus und der farblichen Ausdruckskraft einen der Höhepunkte der Auktion stellt. Sie sollen 130.000 bis 150.000 Euro einspielen.



Die Spitze markiert am 2. Juni Alexej von Jawlensky: Sein Stillleben mit Äpfeln und Flasche, angeboten für 400.000 bis 600.000 Euro, datiert allerdings noch in die vorexpressionistische Phase des 1896 nach Deutschland eingewanderten Künstlers um 1900. Unverwechselbare Werke aus seiner mittleren, weitgehend abstrakten Schaffenszeit sind eine „Variation: Schwarzer Baum“ von 1918 (Taxe 140.000 bis 160.000 EUR) und eine „Kleine Variation: Das Fest“ von 1919 (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR) – jeweils wunderbar leichte Kompositionen von leuchtender Farbigkeit, im kleinen Format jedoch ausgesprochen unprätentiös. Gekrönt wird diese Offerte zusätzlich von Wassily Kandinskys Tuscheaquarell „Schweres Fallen“ aus dem Jahr 1924 – einem Musterbeispiel konstruktivistischer Kunst aus dem Umfeld des Bauhauses. 300.000 bis 400.000 Euro möchte der amerikanische Einlieferer für das kleine Blatt sehen.

Diesem Staraufgebot assistieren Meister der leiseren Töne etwas abseits der ausgetretenen Pfade, so etwa Walter Ophey mit einer 1913 in perspektivischer Flucht aufgenommenen „Dorfstraße“ (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR) oder Josef Eberz mit einem kompakten Blick auf die Basilika und das Klosters San Francesco in Assisi von 1920 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Auch Lovis Corinth leistet einen Beitrag: Sein Bleistiftaquarell „Der apokalyptische Reiter“, 1924 ein Jahr vor seinem Tod entstanden, ist freilich zu einem Gemisch wilder Farben mutiert, das den dramatischen Spätstil des Künstlers auf kleinem Format anschaulich dokumentiert (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Etwas gefälliger geben sich die Impressionisten, Edward Cucuel beispielsweise mit seiner „Jungen Frau auf einer Waldlichtung“ (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), Lesser Ury, der sich mit einer lichten Seenlandschaft von 1897 wieder als Pastellkönig ins Spiel bringt (Taxe 40.000 EUR) oder Christian Rohlfs mit einer thüringischen Landschaft aus dem Jahr 1900 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Ganz ergeben zeigt sich auch Otto Dix 1940 in seiner „Bodenseelandschaft bei Stein am Rhein mit Burg Hohenklingen“ – kein Wunder: dem Künstler in der „Inneren Emigration“ blieb kaum etwas anderes übrig, als seinem wilden Werk der 1920er Jahre abzuschwören. Dennoch sind auch diese romantisch-realistischen Gemälde versteckt mit Anspielungen auf die Zeit, hier etwa in den drei Krähen und der unwirklichen Farbwahl, versehen und werden heute hoch gehandelt: 120.000 bis 140.000 Euro soll das Panorama kosten.

Daneben darf man sich auf eine reiche Auswahl an schönen Werken der zweiten Reihe freuen. Etwa auf Max Ackermanns „Strandscene“ aus dem Jahr 1935. Der Künstler, immerhin bald fünfzig Jahre zählend, hat hier zu seinem charakteristischen Spätstil noch nicht gefunden, doch tastet er sich in der beginnenden Auflösung des Figuralen zugunsten einer betonten Farbflächengestaltung allmählich an ihn heran (Taxe 5.000 EUR). Rudolf Ausleger fand nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges zurück zu seinem Stil der 1920er Jahre, der sich irgendwo zwischen französischem Kubismus und abstrakter Farbflächengestaltung bewegte. Sein „Stillleben vor geöffnetem Fenster“ von 1947/48 ist ein anschauliches Beispiel dieser wiedererstarkten Gegenständlichkeit (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Stilistische in ähnliche Richtung tendiert Heinrich Maria Davringhausen mit seinem „Interieur“ 1938: Auch hier herrschen fließende Linien in stark flächiger Farbbehandlung vor (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Willi Baumeisters künstlerischer Weg lässt sich in einer ganzen Reihe von Arbeiten studieren: von den nachexpressionistischen Werken, in denen er sich den „Brücke“-Künstlern ähnlich vor allem „Badende“ zum Motiv wählte – hier in zwei Malereien um 1910 und von 1913 (Taxen zwischen 18.000 und 25.000 EUR) – über seine mehr oder weniger strengen Linien- und Flächenkompositionen der mittleren Schaffenszeit wie „Menschen und Maschine“ von 1926 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und „Linienfigur, abstrakt“ von 1931 (Taxe 70.000 bis 80.000 EUR) bis hin zu den spielerischen Spätwerken, vertreten durch die kleine Kohlezeichnung „Bürger von Mykene“ aus dem Jahr 1946 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Eine kleine Sondergruppe der Malerei während der 1920er und frühen 1930er Jahre bildeten die Männer der „Kölner Progressiven“. Dazu gehörten Franz Wilhelm Seiwert und Heinrich Hoerle, letzterer durch ein surreal-kubistisches „Birnen“-Stillleben von 1930 vertreten (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), ersterer durch ein 1923 entstandenes „Stillleben mit gelber Blume und Tonflasche“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Ihr früher Tod im Jahr 1933 und 1936 hinderte die beiden Künstler an der Entfaltung eines Spätwerks.

Für die Nachkriegsmoderne steht eine schöne malerische Mischtechnik Salvador Dalís, „Les yeux et la bouche de Marilyn“, ein erotisches Liebesspiel mit der ebenso berühmten wie tragischen Hollywoodschönheit um 1960 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Ohnehin wird es jetzt ein wenig internationaler: Joan Miró gelangt mit einer ziemlich wilden, launigen Monotypie, mit Gouache überarbeitet, ohne Titel aus den späten 1970er Jahren bei 90.000 bis 120.000 Euro zum Aufruf. Und auch ein wiederentdecktes Gemälde des Japaners Tsuguharu Foujita hat sich nach Köln verirrt. Es zeigt in zartester Farbigkeit seine zweite Frau Youki in einer ballettartigen Pose halbnackt auf einem Bett liegend (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Im Mittelpunkt der Skulpturen steht eine Reihe von Bronzen Ewald Matarés aus der Sammlung des Essener Mediziners Thomas Olbricht, der gerade erst in Berlin sein eigenes Ausstellungshaus eröffnet hat. Die strenge, reduktionistische Kunst des Bildners äußerte sich vor allem in seinen Tierplastiken, mit denen er sich in eine große Tradition stellte, ihr jedoch nach Jahrzehnten des Dekorativen und Gefälligen eine ernstere Wendung gab. Preislich rangieren diese Werke, meist nur in kleiner Auflage verbreitet, bis in den mittleren fünfstelligen Bereich, mit einer stehenden „Windkuh“ von 1923 für 50.000 bis 60.000 Euro und einem tänzelnden chinesischen Pferd von 1943 für 40.000 Euro an der Spitze. Seltener im Werk des Meisters sind menschliche Figuren, doch immerhin ein „Weiblicher Torso“ aus dem Jahr 1932 für 30.000 bis 40.000 Euro ist vorhanden. Im Übrigen stehen mit Renée Sintenis’ „Polospieler II“ von 1929 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Gerhard Marcks’ „Mädchen mit Hut“ aus dem Jahr1945 mehrheitlich klassische Figurationen zur Verfügung (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), der allein Man Ray sein abstraktes wie lustiges Kreisobjekt „L’Astrolabe“ von 1957 bei 10.000 bis 15.000 Euro hinzufügt.

Die Auktion beginnt am 2. Juni um 15 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 28. Mai von 10 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17:30 Uhr, am 29. und 30. Mai von 11 bis 16 Uhr und am 31. Mai von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



27.05.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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