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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s Mailand versteigert Alte Meister

Ein Palazzo wird geplündert



Giacomo Ceruti, Portarolo col cane

Giacomo Ceruti, Portarolo col cane

Ein Korbträger mit seinem Hund vor einem Bauernhaus – damit wäre das Bild schnell beschrieben. Doch es ist mehr als ein verallgemeinerndes Genrebild, es zeigt den Jungen mit portraithaften Zügen und lässt ihn zu einer eigenen Persönlichkeit werden. Das ist das Besondere an Giacomo Cerutis „Portarolo col cane“. Ceruti malt seine Armen mit Würde, er widmet sich den Kranken, Alten, Kindern sowie Arbeitern und hält ihr alltägliches Leben fernab der Beschönigung fest. So war der norditalienische Maler für seine Zeit modern. Obwohl oder vielleicht gerade weil er die Einfachheit darstellt, verlieren die Bilder nicht an Aussagekraft. Das Ölgemälde ist das einzige aus dem Zyklus „Il Padernello“, das signiert ist. Ceruti fertigte es Ende der 20er Jahre des 18ten Jahrhunderts wahrscheinlich für den Palazzo der Avogadro in Brescia. Für den „Portarolo col cane“, der am 8. Juni in Mailand versteigert wird, erwartet sich Sotheby’s einen Zuschlag von 800.000 bis 1,2 Millionen Euro.


Weiteres Spitzenlos ist eine mythologische Reihe von Gregorio de Ferrari. „Perseus und Andromeda“, „Merkur und Argus“ sowie „Pan und Syrinx“ schuf er Anfang des 18ten Jahrhunderts für den Palazzo Cattaneo-Adorno in der Via Garibaldi in Genua zusammen mit vier anderen Bildern, die sich um Herkules drehen. Ferrari zeigt dabei sein großes Können als fantasievoller Maler des Genueser Spätbarocks. Die Figuren aus den Metamorphosen bewegen sich in eleganten Spiralbewegungen, die schönen weiblichen Körper leuchten in ihrem edlen Weiß und den rosa Pastelltönen. Die drei Werke sollen zusammen ebenfalls 800.000 bis 1,2 Millionen Euro einfahren. Weiter geht es mit Ferraris vier Bildern zu den Taten des Herkules. Unglaublich kraftvoll und dynamisch wirken die Gemälde nicht nur durch die imposante Gestalt des Helden, sondern auch durch die Komposition. Jede Szene wird von einer großen Diagonale dominiert, die wahrscheinlich am besten bei originaler Hängung zur Geltung kommt, da die Schrägen sich aufeinander beziehen (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR).

Derselbe Palazzo beherbergte ursprünglich auch ein Bild von Luca Giordano. 1680, also schon in seiner späten Schaffenszeit, fertigte der in ganz Italien gefeierte Maler für großformatige Innenausstattungen seinen „Raub der Sabinerinnen“ an. Schreiend und mit wilden Bewegungen versuchen sich die Frauen gegen ihre Räuber zu wehren. Die vibrierenden gelösten Farben lassen Giordanos Nähe zu den großen Venezianern wie Tizian und Tintoretto erkennen. Doch auch von Pietro da Cortonas Behandlung selben Themas oder Gian Lorenzo Berninis „Raub der Proserpina“ ließ er sich inspirieren. Nun soll Giordanos Raub 150.000 bis 250.000 Euro einspielen.

Alessandro Magnasco lässt uns in ein Refektorium hineinschauen. Viele Mönche drängen sich um ein riesiges offenes Feuer, um sich zu wärmen. Der Genueser Maler vereinigt pastose fast monochrome Farbstriche zu Hockern, Kaminen, Feuerzangen, Funken und Mönchen in ihren grauen Kutten. Einzig das Inkarnat der Gesichter, der Hände und der entblößten Füßen sowie die Funken setzten wenige Lichtpunkte in dem von Schwarz und Grau dominierten Raum (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Über zwei Meter dreißig erstreckt sich die Ansicht des antiken römischen Forums vom Kapitol aus. Giovanni Paolo Panini lässt Mitte des 18ten Jahrhunderts das warme Abendlicht auf die dadurch rosa erscheinenden Ruinen und Kirchen fallen. In der Mitte tummeln sich einige Reiter, Kühe und Spaziergänger (Taxe 300.000 bis 500.000 EUR).

Die Anbetung der Hirten von Giovanni Battista Gaulli, der auch il Baciccio genannt wird, war ein Entwurf für das Altarbild der Chiesa del Carmine in Fermo. Maria und Joseph präsentieren ihr leuchtendes Jesuskind den verzückten Hirten. Jene sind vor ihnen auf die Knie gefallen; einer der Hirten ist sogar vom Schein Christi so geblendet, dass er sich die Hand vor das Gesicht halten muss. Über ihnen fliegen Engel in wirbelnder Bewegung. Stilistisch wird es in die Jahre 1685 bis 1690 datiert (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Maria in einem Gemälde von Guido Reni richtet eben ihre Augen recht verdreht im Gebet gen Himmel und hat ihre Hände kreuzförmig vor ihrer Brust verschränkt. Das Bild war der Forschung bis ins Jahr 2006 völlig unbekannt. Experten datieren es jetzt auf das Jahr 1635 in die reifere Phase des Künstlers, die von großer Ausdruckskraft und geringerer Farbigkeit geprägt ist und sich auf die Reinheit und Schönheit der Jungfrau konzentriert (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Eine interessante Figurenanordnung liegt bei Pietro Ricchis „Heiliger Familie“ vor. Die Komposition nimmt den ovalen Rahmen auf. Maria hat ihren Kopf leicht zur Seite gebeugt. Auf ihrem Schoß steht das Jesuskind und hält sich mit seiner rechten Hand an ihrem Schleier fest. Sein Köpfchen legt es auf das Haupt seines alten bärtigen Vaters. Diese Gesten des Kindes sind anrührend und stehen für eine ungewöhnlich intime Beziehung zwischen Eltern und Kind (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). In der Auktion sind auch andere Gattungen vertreten. Es gibt zum Beispiel Stillleben mit Blumen von Mario Nuzzi (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Schlachtenbilder von Cornelis de Wael (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) oder Jan van Huchtenburgh (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), zwei Flusslandschaften als Pendants von Pieter Mulier d.J., genannt il Tempesta (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), oder Jakob Philipp Hackerts verwunschene Ruine des Tempels der Minerva Medica in Rom mit pittoresk davor lagernden Ziegen, Kühe und Hirten (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auch den 1799 in Dresden geborenen Maler Dietrich Wilhelm Lindau zog es wie Hackert nach Italien. Dort malte er 1825 eine kleine Gruppe von Landleuten und setzte pittoresk die Silhouette von Rom in den Hintergrund (20.000 bis 30.000 EUR).

Die Auktion „Importanti Dipinti Antichi“ beginnt am 8. Juni um 18 Uhr in Mailand. Die Vorbesichtigung findet vom 4. bis 7. Juni von 10 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 18 Uhr, außerdem am 8. Juni von 10 bis 13 Uhr statt. Der Katalog ist unter www.sothebsy.com abrufbar.

Kontakt:

Sotheby’s Mailand

Via Broggi 19

IT-20129 Mailand

Telefon:+39 (02) 29 50 01

Telefax:+39 (02) 295 18 595



04.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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08.06.2010, Important Old Master Paintings

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Sotheby's

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Kein Glück für Italien

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Giovanni Battista Gaulli, Adorazione dei pastori

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Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 26

Alessandro Magnasco, Frati che si scaldano intorno al fuoco

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Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 145.000,- EURO

Losnummer: 42

Guido Reni, Vergine in Preghiera

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 22

Mario Nuzzi, Natura morta con vaso di fiori

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 67

Gregorio de Ferrari, Ercole e Anteo – Ercole e il toro di Creta – Ercole e l’idra di Lerna – Ercole sul rogo funebre

Gregorio de Ferrari, Ercole e Anteo – Ercole e il toro di Creta – Ercole e l’idra di Lerna – Ercole sul rogo funebre

Taxe: 400.000 - 600.000 EURO

Losnummer: 75

Luca Giordano, Il Ratto delle Sabine

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Taxe: 150.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 360.000,- EURO

Losnummer: 69

Gregorio de Ferrari, Perseo e Andromeda – Mercurio e Argo – Pan e Siringa

Gregorio de Ferrari, Perseo e Andromeda – Mercurio e Argo – Pan e Siringa

Taxe: 800.000 - 1.200.000 EURO

Losnummer: 74

Dietrich Wilhelm Lindau, Landleute aus der Ciociara mit Blick auf Rom in der Ferne, 1825

Dietrich Wilhelm Lindau, Landleute aus der Ciociara mit Blick auf Rom in der Ferne, 1825

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 88

Giovanni Paolo Panini, Il Foro Romano dal Clivus Capitolinus

Giovanni Paolo Panini, Il Foro Romano dal Clivus Capitolinus

Taxe: 300.000 - 500.000 EURO

Losnummer: 84

Jakob Philipp Hackert, Der Tempel der Minerva Medica

Jakob Philipp Hackert, Der Tempel der Minerva Medica

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 89

Pietro Ricchi, Sacra Famiglia

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 12

Pieter Mulier d.J., Zwei Landschaften mit Landvolk an einem Fluss

Pieter Mulier d.J., Zwei Landschaften mit Landvolk an einem Fluss

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

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Cornelis de Wael, Battaglia con attacco navale

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

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