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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Fotografie bei Bassenge

Jakobs Leiter



Leopold Ahrendts, Blick auf Gendarmenmarkt, 1863

Leopold Ahrendts, Blick auf Gendarmenmarkt, 1863

Einen großen Block Reise- und Portraitfotografie des 19ten Jahrhunderts hält das Berliner Auktionshaus Bassenge als ersten Teil seiner Fotografieauktion am 9. Juni bereit. Leopold Ahrendts’ Berlin-Aufnahmen der Vorgründerzeit, als die preußische Hauptstadt noch Teile ihres barocken, klassizistischen und biedermeierlichen Charmes bewahrt hatte, gehören heute zu den begehrten Sammlertrophäen der Architektur- und Lokalhistoriker. Bis zu 2.200 Euro sollen die Einzelstücke, bisweilen auch zu Zweier- und Dreiergruppen kombinierten Konvolute aus den 1850er und 1860er Jahren kosten. Ein frühes Beispiel der Expeditionslust in ferne Länder ist der Salzpapierabzug einer ruinösen Tempelanlage der oberägyptischen Stadt Armant, den Félix Teynard im Jahr 1852 erstellte. Heute ist er 4.000 Euro wert. Der für seine Indienbilder bekannte Samuel Bourne ist mit insgesamt neun Albuminabzügen in der Auktion vertreten. Für die drei Flusslandschaften in Kaschmir von 1864 schlägt Bassenge einen Schätzpreis von 900 Euro vor, wohingegen die weiteren sechs Abzüge von Indienansichten aus den 1860er Jahren zusammen für 750 Euro zum Aufruf kommen.


Sylvester Dutton und Vince Michaels fingen 1863 eine Panoramaaussicht auf Macao ein. Die drei zusammenhängenden Salzpapierabzüge wurden von den Experten des Berliner Hauses auf 8.000 Euro geschätzt. Denselben Künstlern schreiben sie außerdem einen Blick auf den Hongkonger Hafen zu und dotieren es mit 1.500 Euro. Unter den frühen Portraits ist die Daguerreotypie einer jungen Dame im Biedermeierkleid aus dem Jahr 1845 erwähnenswert. Carl Ferdinand Stelzner, der als erster Fotograf Schleswig-Holsteins galt, seine Passion jedoch schon früh mit dem Augenlicht bezahlte, machte die gemäldehafte Aufnahme gegen 1845 (Taxe 3.000 EUR). Von 1862 stammt ein Dokumentenkonvolut, das wahrscheinlich Franz Hanfstaengl vom Märchenball der Künstlergesellschaft „Jung-München“ zusammenstellte – hochinteressantes Dokument einer ungemein regen Künstlerschaft (Taxe 18.000 EUR).

Das 20ste Jahrhundert zeigt sich dann in seinem Motivreichtum weitaus vielseitiger als die Pioniere der Fotografie. Verstärkt geriet nun das wirkliche Leben ins Blickfeld, manchmal drastisch wie in Paul Citroens Bildnis eines Obdachlosen, den er schlafend auf einer Parkbank 1929 in Paris ablichtete (Taxe 1.200 EUR). Aus ihrer Serie von U-Bahnstationen ihrer Wahlheimat New York um 1936 stammt auch Berenice Abbotts Aufnahme der „El“-Station. Der Schätzpreis von 4.000 Euro orientiert sich an einem Zuschlag der gleichen Aufnahme vor drei Jahren. Auch Andreas Feininger hat sich immer wieder dem Big Apple gewidmet, so um 1942 dem nächtlichen „Time Square, looking North from 42nd Street“ mit viel Reklame und Verkehr sowie 1945 dem „Hudson River Waterfront at Midtown“. Die späteren Abzüge liegen jeweils bei 2.400 Euro.

Viele Fotografen experimentierten mit Formen, die aus der Wirklichkeit, oft von Pflanzen, Architektur oder Technik gegeben waren. Max Baur etwa ließ sich während der 1930er Jahre zur flächigen Ablichtung eines Alpenveilchens in Mehrfachbelichtung und Hell-Dunkel-Kontrasten inspirieren (Taxe 1.200 EUR), Robert Bothner freute sich in den 1950er Jahren an den Strukturen einer Baumrinde (Taxe 400 EUR) und Toni Schneiders an den Holzstämmen, die zu regelmäßigen Bündeln geschnürt 1949 auf einem Fluss in Schweden transportiert werden (Taxe 1.200 EUR). Auch der 1934 früh verstorbene Bauhausschüler Heinrich Koch greift auf alltägliche Dinge wie Zuckerwürfel oder Kürbisse zurück, denen er mit seiner Kamera eine neue Gestalt verleiht (Taxen bis 900 EUR).

Die gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeit der DDR und im Ostblock dokumentierte Arno Fischer seit Mitte der 1950er Jahre, etwa 1956 einige Menschen vor den Ruinen eines kriegszerstörten Gebäudes (Taxe 900 EUR) oder 1964 Marlene Dietrichs eleganter Auftritt in Moskau (Taxe 750 EUR). Der 1958 in Erlangen geborene André Kirchner hat in seinen Bildern die Wendejahre 1989 und 1990 am Stadtbild Berlins dokumentiert. Aus seinen Serien „Offener Himmel Berlin“ und „Nacht. Berlin-Mitte“ stammen die aktuell abgezogenen menschenleeren Aufnahmen „Invalidenfriedhof und Hinterlandmauer“ und „Oranienburger Straße, Monbijou Platz“ (Taxe je 750 EUR). An der Realität war Genja Jonas manchmal nicht gelegen. Die Dresdner Fotografin verarbeitete Versatzstücke daraus zu dadaistischen und surrealistischen Collagen, wie ein Blatt aus den 1920er Jahren, das dann schon mal Menschen und Bauwerke über einem Gletscher in den Himmelswolken zeigt (Taxe 600 EUR). Maurice Tabard verwandelt das Foto von Stuhlreihen vor einer Absperrung in den 1950er Jahren gar zu einer konstruktivistischen und geometrisch-mathematischen Collage (Taxe 2.000 EUR).

Auch die Erotik kommt nicht zu kurz, wenn etwa Franz Fiedler 1955 einen ins Bild gestreckten nackten Frauentorso in ein schimmerndes Röntgenbild verwandelt und aus ihm damit gleichsam ein Werk der Pop Art macht oder Daniel Kane sich der verletzlichen Männlichkeit unserer Tage in Bildnissen und Bildnisserien wie „Dushon“ von 2010 oder „Nils“ von 2009 zuwendet (Taxen je 600 EUR). Das „Nudogram of pregnant woman“ schuf Floris Michael Neusüss 1967. Dieses Werk erinnert an die Anthropometrien Yves Kleins, ist ein Unikat, fast zwei Meter hoch und mit 9.500 Euro entsprechend anspruchsvoll taxiert.

Farbfotografie, unter den Klassikern eher verpönt, erfreut sich erst in jüngerer Zeit auch unter den Künstlern allgemeiner Beliebtheit. Cathleen Naundorf bettete ihre modische „Saison japonaise“, die haute couture Valentinos des Sommers 2008, in die blassen Farben jenes Jahres ein, Louis Stettner richtete seine Kamera 2002 auf eine eher untouristische Ansicht von „New York View of Lower Manhatten (Taxen je 1.200 EUR). Das größte Werk der Auktion ist die Fotodokumentation von Gordon Matta-Clarks Performance-Auftritt auf der Documenta 6 in Kassel 1977. „Jacob’s Ladder“ misst zehn mal sieben Meter und soll 18.000 Euro kosten.

Die Auktion beginnt am 9. Juni um 15 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft bis zum 7. Juni von 10 bis 18 Uhr, am 8. Juni von 10 bis 16 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.bassenge.com einsehbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



07.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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09.06.2010, Fotografie

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Galerie Bassenge

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Klassisch und modern

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