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Interieur – Dame im Salon auf Chaiselongue sitzend / Bruno Piglhein

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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Die Ausstellung „Klimakapseln“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe appelliert an unser ohnehin schon permanent schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt. Dennoch bleibt sie dabei sinnlich, lustvoll und spaßbetont

Stilvoll in die Katastrophe



Oasen finden sich manchmal auch mitten in der Stadt. Zur Zeit schwebt die „Oase Nr. 7“ vor der klassizistischen Fassade des Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg. Von einem Ausstellungssaal im zweiten Stock aus können Besucher, nachdem sie eine Druckluftschleuse passiert haben, die ballonartige Kapsel der österreichischen Architekten- und Künstlergruppe „Haus-Rucker-Co“ betreten und in einer Hängematte zwischen zwei Palmen verweilen. In diesem futuristischen Gebilde, das, als wäre es dort immer schon gewesen, über dem urbanen Stadtraum direkt neben dem Hauptbahnhof schwebt, können sehnsüchtige Gedanken kommen. Vielleicht aber auch eher politische. Professor Günter Zamp Kelp von „Haus-Rucker-Co“ hat diesen fiktiven Notausgang, der erstmals 1972 während der Documenta 5 am Museum Fridericianum in Kassel gezeigt wurde, mitentworfen. Er wünscht sich jedenfalls eher kritische als fernwehbeseelte Besucher: „Die sollen sich mit der Realität auseinandersetzen und nicht davor fliehen“, sagt er.


Viel Diskussionsstoff, gedankliche Anregungen und eine gehörige Portion Aufklärung über die globalen Klimaveränderungen und die daraus folgenden gesellschaftlichen Umstrukturierungsprozesse bietet jetzt die Ausstellung „Klimakapseln. Überlebungsbedingungen in der Katastrophe“, die Friedrich von Borries von der Hamburger Hochschule für bildende Künste am MKG kuratiert hat. Der 1974 geborene Architekt und Professor für Designtheorie arbeitet an der Schnittstelle von Hochschule und Museum, von wissenschaftlicher Theorie und kuratorischer Praxis. Für von Borries ist „Design die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung von kulturellen Bildern“. Die Ausstellung „Klimakapseln“ macht auf sinnliche Art und Weise erfahrbar, welche Auswirkungen der öffentlich diskutierte Klimawandel auf verschiedene Gestaltungsformen des täglichen Lebens hat oder in Zukunft haben könnte. „Alles, was wir diskutieren, wird nicht ausreichen, um den Veränderungen durch den Klimawandel entgegenzuwirken“, so von Borries. „Wir müssen uns mit Anpassung und veränderten Lebensbedingungen auseinandersetzen. Dieser Diskurs findet bisher wenig statt.“

Um einen solchen Diskurs anzuregen, hat von Borries rund 30 Künstler, Designer, Architekten und Kollektive eingeladen, die sich mit teils historischen, teils brandneuen Projekten auf klimabedingte Veränderungen beziehen. Wie ein roter Faden durchzieht die Ausstellung die Idee von der Kapsel. Von Borries betrachtet den Begriff der Kapsel nicht nur als Denk-, Schutz- oder Wahrnehmungsraum, sondern auch im politischen Sinne. „Es gibt Einschließungsräume und Ausschließungsräume“, sagt er und weist auf die Ausgrenzungspolitik der stets um Wohlstandsbewahrung bemühten EU hin. „Wir sind eine Kapselwelt – bestimmte Themen werden ausgegrenzt wie in einer Wahrnehmungskapsel“.

In der Ausstellung selbst geht es weniger theoretisch und abstrakt-wissenschaftlich zu, sondern an vielen Stellen sehr praxisbezogen. Unter der Rubrik „Wohnkapseln“ finden sich utopische Häusermodelle, die autark und ortsunabhängig funktionieren. Eines der berühmtesten Beispiele ist das raumschiffartige Kapselhaus „Futuro“ von Matti Suuronen aus dem Jahr 1968, ein ursprünglich als Skihütte konzipiertes Fertighaus, das per Hubschrauber an jeden beliebigen Berghang gebracht werden kann. Auffällig ist, dass sich gerade in den 1960er und 1970er Jahren Künstler und Architekten vermehrt mit Lösungsvorschlägen gegen Luftverschmutzung und andere Umweltprobleme beschäftigten. Richard Buckminster Fuller entwarf um 1960 das Projekt „Dome over Manhattan“, also die Idee, einen Teil Manhattans mit einer riesigen Kuppel nach ökologischen und ökonomischen Prinzipien zu überziehen. Der Land Art-Künstler Robert Smithson plante 1970 eine Art Floß, bepflanzt mit Bäumen und Sträuchern aus dem Central Park.

Der New Yorker Künstler Michael Rakowitz entwarf 1998 Wohnzelte für Obdachlose, die sich an die Abluftschächte reicher City-Bewohner andocken lassen. Der Berliner Künstler Ingo Vetter platziert ein Minigewächshaus an der Fassade des Museums. Hier wächst ein Götterbaum, laut Vetter ein „Repräsentant der postindustriellen Landschaft“, zu finden auf den abgewickelten Industriebrachen von Detroit. Ein Thema ist allen Arbeiten gemeinsam: die womöglich dramatischen gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten. Doch die Ausstellung soll weder schockieren, noch belehren oder moralisieren. Friedrich von Borries formuliert es so: „Ausstellungen leben davon, dass man gern hingeht, und zwar in der Freizeit. Auch eine Ausstellung über den Klimawandel ist daher ein Stück weit Spaß.“

Die Ausstellung „Klimakapseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe“ ist bis zum 8. August zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei. Der Katalog „Friedrich von Borries: Klimakapseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe“ ist in der Edition Suhrkamp erschienen und kostet 14 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg

Startseite: www.mkg-hamburg.de



08.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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