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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Glas aus der Sammlung Reidel bei Fischer in Heilbronn

Ein verhängnisvolles Geschenk



Schnapsflasche, Alpenländisch, 17./18. Jahrhundert

Schnapsflasche, Alpenländisch, 17./18. Jahrhundert

Alles begann damit, dass ein Studienkollege im Jahr 1950 Karl und Marlene Reidel einen schönen Vorratsbehälter aus Glas schenkte. Fasziniert und begeistert von der handwerklichen Leistung und der Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten des Materials fing das junge Ehepaar an, Glas zu sammeln. Zunächst durchstöberten sie Flohmärkte und erwarben für 50 bis 100 Deutsche Mark einfache Einmachgläser, Trinkgläser, Nabelflaschen, optische Viereckflaschen und Schnapshunde. Doch mit der Zeit entwickelten sie sich zu richtigen Glasexperten und kauften auch wertvollere und seltenere Stücke an. Ob alpenländische Schnapsflaschen des 17ten und 18ten Jahrhunderts für heute bis zu 3.500 Euro, eine große Anzahl von Jugendstilvasen der Firma Lötz Witwe oder ein Studentika-Pokal von 1740 aus Sachsen mit Schnittdekor für 800 Euro – eine große Vielfalt und Bandbreite der europäischen Glaskunst ist in der Sammlung der Familie Reidel aus Landshut vertreten. Am 12. Juni veranstaltet das Heilbronner Auktionshaus Fischer eine Sonderauktion mit gut vierhundert Glasobjekten.


Seltenheitswert hat beispielsweise eine kobaltblaue Flasche mit Zinnverschluss. Sie wurde im 17ten Jahrhundert in Netzoptik mit sechseckiger Wandung mit Abriss und abgerundeter Schulter geschaffen (Taxe 2.800 EUR). Bei den ebenfalls meist aus dem Alpenland stammenden Nabelflaschen des 17ten und 18ten Jahrhundert lassen sich die Fertigungsprozesse noch unmittelbar studieren. Drei- und niedrige vierstellige Preise sind hier die Regel. Lustig anzuschauen sind immer die Schnapsflachen in Tierform, die das 18te Jahrhundert so häufig hervorgebracht hat. Ein solcher Schnapshund aus grünem Glas mit waffelartig gekniffenen Pfoten und eingeschnürtem Körper steht für 2.500 Euro zur Verfügung.

Mit dem Eingericht mit kirchlicher Trauung aus dem 19ten Jahrhundert bietet Fischer ein besonders schönes und seltenes Exemplar von plastischen Gruppen in Glaskörpern an. Vor einem Altar mit großem Kruzifix findet gerade die Vermählung eines Paares statt. Die Figuren aus Wachs und Holz sind mit Baumwolle, Draht und Goldfolie verziert und werden von Engeln und Tauben mit kleinsten Schriftbändern mit guten Wünschen umringt (Taxe 550 EUR). Auch ein Thüringer Vexierkrug aus Milchglas hält mit seiner Aufschrift „Sehr freundlich scheinet mein Gesicht, doch trauet ja demselben nicht“ eine nette Botschaft parat. Doch nimmt man den Krug zum Mund, dann erscheint das aufgemalte Gesicht grimmig und der Schriftzug „Ein grober Bär werd ich genannt, doch giebt’s noch mehr in diesem Land“ ist zu lesen (Taxe 550 EUR).

Insgesamt sind die Preise günstig gestaltet. Gute Stücke der reichen böhmischen Produktion des mittleren 19ten Jahrhunderts gibt es meist schon für wenige hundert Euro. Etwas teurer wird es im Historismus, etwa mit einer orientalisch dekorierten Vase der Adolfhütte bei Winterberg für 2.500 Euro, um 1875 wohl für die Wiener Firma J. &. L. Lobmeyr gefertigt. Noch höher hat der Markt die Preise für Jugendstilglas geschoben. Spitzenstück von Lötz Witwe sind ein Produkt aus der Phänomen-Serie von 1900 nach Entwurf Franz Hofstötters und das elegante, an altägyptischen Dekoren orientierte Stück „blau Metallin“ um 1907/08 für jeweils 6.500 Euro. Mit einer großen Metallmontierung eines nicht näher identifizierten Monogrammisten „M H“ ist eine große Bodenvase ebenfalls um 1900 ausgestattet. 3.000 Euro sind ausbaufähig. Eines der früheren Stücke von Lötz Witwe ist schließlich die Vase „Octopus“ um 1888 mit interessantem Ornament- und Pflanzendekor in Gold und Braun (Taxe 5.500 EUR). Blickfang bei den Franzosen ist ein seltener Krug von Daum Frères aus der Zeit um 1895 – nicht zuletzt wegen seines quietscherosa Fonds (Taxe 1.500 EUR).

Kunst von Karl und Marlene Reidel sowie Beate Rose

Neben der begeisterten Sammlertätigkeit waren die Reidels selbst künstlerisch aktiv. Jedes Familienmitglied arbeitete in einer anderen Gattung. Karl Reidel absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Steinbildhauer in Landshut und studierte dann an der Münchener Akademie der Bildenden Künste bei Anton Hiller. Seine Bronzeskulptur „Bank IIe (Sechsergruppe)“ schuf er 1995 (Taxe 4.500 EUR). Insgesamt bietet Fischer acht Skulpturen des 2006 verstorbenen Künstlers an. Der Malerei widmete sich seine Frau Marlene Reidel. In Werken wie „Komposition 1972 I: Der gedeckte Tisch“ oder „Stillleben 1975“ ließ sie sich sichtlich von den Objekten ihrer Sammelleidenschaft zu flächigen Farbmustern inspirieren (Taxen je 4.000 EUR). Die heute 63jährige Tochter Beate Rose bietet acht ihrer Werke zum Verkauf an. Ihre gefälligen Bilder „Leuchte, mein Stern, leuchte“ von 1977 und „Vogel Seltsam“ aus dem Jahr 1970 gehören zu einer Serie von Fantasievögeln der 1960er und 1970er Jahre (Taxen 3.500 und 4.000 EUR).

Die Auktion „Glassammlung und Werke der Künstlerfamilie Reidel“ beginnt am 12. Juni um 15 Uhr. Die Vorbesichtigung findet bis zum 11. Juni von 9 bis 17 Uhr statt, am Auktionstag von 9 bis 12 Uhr. Der Katalog ist unter www.auktionshaus-fischer.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



10.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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Daum Frères, Krug, Nancy um 1895

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Lötz Witwe, Vase „blau Metallin“, Klostermühle um 1907/08

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Schnapshund, Deutschland, 17./18. Jahrhundert

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Flasche mit Zinnverschluss, Alpenländisch, 17. Jahrhundert

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Vexierkrug, Thüringen, Ende 18. Jahrhundert

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 J. & L. Lobmeyr, Vase, Adolfhütte bei Winterberg, um 1875

J. & L. Lobmeyr, Vase, Adolfhütte bei Winterberg, um 1875

Taxe: 2.500,- EURO

Losnummer: 129

Lötz Witwe, Vase „Octopus“ („Vitoria“), Klostermühle um 1888

Lötz Witwe, Vase „Octopus“ („Vitoria“), Klostermühle um 1888

Taxe: 5.500,- EURO

Losnummer: 310

Lötz Witwe, Bodenvase „candia Silberiris“, Klostermühle um 1900

Lötz Witwe, Bodenvase „candia Silberiris“, Klostermühle um 1900

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 307




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