Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Möbelrücken



Tisch, Donaumonarchie, um 1800/10

Tisch, Donaumonarchie, um 1800/10

Bis in die Extreme hinein zeigten sich die Möbel am wankelmütigsten auf des Dorotheums großer Antiquitätenauktion. Da war das eine, weniger erfreuliche Extrem in Form eines prächtigen, figurengeschmückten Spätrenaissanceschrankes aus Italien, der bei 100.000 bis 120.000 Euro unveräußert blieb. Und da war das andere, überaus erfreuliche Extrem in Form eines großen Empiretisches der Zeit um 1800/10, der – auf 18.000 bis 22.000 Euro angesetzt – auf sensationelle 170.000 Euro hochgepuscht wurde und erst bei diesem Stand zugeschlagen wurde. Ob es die feinen Tuschemalereien auf der Plattenbordüre, die martialischen Sphinxen am dreipassigen Sockelbrett oder die zu vermutende Herkunft aus der bedeutenden Wiener Möbelfabrik Josef Danhausers waren, die die hartnäckigen Interessenten zu ihrem Wahnsinnswettrennen bewogen haben – jedenfalls ist damit einer der höchsten Preise erzielt worden, zu dem je ein Möbelstück die Dorotheergasse verlassen hat.


Möbel

Viel durcheinandergewirbelt wurden am 21. April die Preisvorstellungen des Wiener Auktionshauses bei den gut hundert Möbelstücken, von denen weniger als die Hälfte übernommen wurde. Eine kleinere italiensche Barockkommode mit zarten Elfenbeineinlagen, darunter dem Bildnismedaillon einer Dame, kletterte von 10.000 Euro auf 18.000 Euro, ihr größerer venezianischer Bruder, ein ebenfalls in der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts entstandener Sekretär, wanderte mit einer Schätzung von 25.000 bis 35.000 Euro dagegen an den Einlieferer zurück. Deutlich fiel der Wertzuwachs bei einer römischen Barockkonsole mit halbnackten Meerjungfrauen als Trägern und vollplastisch geschnitzten Maskarons aus: Von gleicher Basis aus wurde sie auf 45.000 Euro gehoben. Mit 36.000 Euro erreichte eine vierteilige Folge Genueser Armlehnstühle mit Elementen des beginnenden Klassizismus die Schätzung, eine hochklassizistische, streng kastenförmige Kommode mit eingelegten Architekturfantasien, hergestellt Ende des 18ten Jahrhunderts vielleicht von Giovanni Maffezzoli, wurde ebenfalls für 36.000 Euro weitergereicht (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Einiges wurde den anspruchsvollen Vorstellungen des Hauses nicht ganz gerecht: 40.000 Euro genügten für einen römischen oder Florentiner Konsoltisch des Hochbarock, wo 50.000 bis 60.000 Euro gefordert waren, und 15.000 Euro für einen österreichischen Hallenschrank mit Bastionsfüllungen um 1740 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Für andere hochkarätige Objekte war das Interesse zu gering: Neben dem Sakristeischrank bildet ein englisches Konsolpaar des frühen Empire mit mächtigen Adlerskulpturen für 60.000 bis 70.000 Euro den größten Rückgang. Das frühe 19te Jahrhundert hatte nicht nur mit Danhausers Tisch Erfolg, sondern auch mit einem hübschen Tintenzeug gleicher Zeit und Herkunft, bei dem sich ein bürgerlich gekleideter Herr als Träger der Tintenfässer betätigt. Hier verdoppelte sich der Preis auf 12.000 Euro. Die Wiederkäuer des Historismus bestätigten ebenfalls ihre Zugkraft, wenn Perfektion und äußerer Glanz stimmen. Mit 40.000 Euro erzielte ein Paar Bücherkästen mit Boulle-Marketerie den höchsten Zuschlag (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Silber

Ähnlich verhielt es sich in der mit fast 77 Prozent Absatz gut bebotenen Silberabteilung. Unter den älteren Stücken schaffte nur eine niederländische Teekanne um 1700 einen fünfstelligen Preis, ihre untere Schätzung von 15.000 Euro. Alles andere war jünger: ein von Max Blondat im Jugendstilgestus geformter Siegerpreis, den Fürst Albert I. von Monaco 1913/14 für die schönste Yacht in seinem Zwergstaat absahnte, ging bei 15.000 Euro weg (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), ein Paar siebenflammige Kandelaber im Stil des Rokoko, die Hofjuweliere Heinrich Mau und Moritz Elimeyer nach Originalen Christian Heinrich Ingermanns aus der Zeit Augusts III. von Sachsen anfertigten, bei 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), und ein 372teiliges Tafelbesteck, benannt „August der Starke“, von der Firma Wilkens & Söhne bei 26.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts verließ ein repräsentatives, noch immer im Stilmix des späten 19ten Jahrhunderts gehaltenes Schachspiel die Hanauer Firma Rauch. Ein Sammler eroberte es jetzt zur unteren Schätzung von 20.000 Euro.

Skulpturen und Antiquitäten

Mit den Skulpturen tat man sich am 22. April wieder ein wenig schwer. 30.000 bis 35.000 Euro und 40.000 bis 50.000 Euro waren für zwei Madonnen der Spätgotik einfach zuviel, und auch die dritte und älteste im Bunde, das Werk eines süddeutschen Bildhauers um 1460/80 blieb bereits an 30.000 Euro hängen (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR). Ein Stuckrelief mit Maria und dem Jesusknaben auf dem Schoß aus der Florentiner Werkstatt Antonio Rossellinos um 1470 erzielte 26.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Steigern konnten sich zwei qualitätvolle Barockbüsten wohl antiker Philosophen um 1700 auf 12.000 Euro (Taxe 4.500 bis 6.500 EUR) sowie die vergoldeten Damen von Frühling und Sommer aus einem italienischen Jahreszeitenzyklus um 1800 von 15.000 bis 20.000 Euro auf stattliche 34.000 Euro.

Aus dieser Abteilung wurden auch ein Erd- und ein Himmelsglobus, von Louis Charles Desnos als Paar zwischen 1768 und 1770 erstellt, erst für 42.000 Euro abgeholt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Für 11.000 Euro und 20.000 Euro galoppierten zwei Reiterbronzen der Russen Wassilij Jakowlewitsch Gratschew und Jewgenij Alexandrowitch Lanceray über die Bühne (Taxen zwischen 2.500 und 4.000 EUR). Teuerste Uhr wurde mit 30.000 Euro ein kantig gebildetes Werk des französischen Art Déco um 1930 mit Lapislazulisockel (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Eine Sammlung von zehn Miniaturportraits der wichtigsten Staatsmänner um 1800 aus dem Nachlass des bayerischen Staatsministers Maximilian Graf von Montgelas fand bei 70.000 bis 90.000 Euro indes keinen Abnehmer.

Glas und Porzellan

Bei Glas und Porzellan überzeugten schließlich die klassischen Produkte, wie die berühmten Becher der Biedermeiermeister Gottlob Samuel Mohn und Anton Kothgasser für bis zu 15.000 Euro sowie Meißner Stücke aus der Glanzzeit der Manufaktur wie einem Fischerpaar um 1745 zur unteren Schätzung von 20.000 Euro und einem tanzenden Bauernpaar der gleichen Zeit für 16.000 Euro (Taxe 16.000 bis 26.000 EUR). Aus Peter Reinickes ebenfalls Mitte der 1740er Jahre datierter Serie „Cris de Paris“ stammt ein Ausrufer mit der Landkarte des damals zwischen Preußen und Österreich hoch umstrittenen Herzogtums Schlesien – der Mann scheint gerade den zweiten schlesischen Krieg auszurufen –, dessen Seltenheit mit 24.000 Euro belohnt wurde (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Ohne ausreichende Gebote blieben dagegen diesmal drei russische Soldatenteller des 19ten Jahrhunderts, für die man sonst jeweils 30.000 bis 50.000 Euro durchaus erwarten konnte.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



24.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 29

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (26)

Veranstaltung vom:


21.04.2010, Antiquitäten und Möbel

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Kirchlicher Prunk

Kunstwerk:

Konsoltisch, wohl Rom oder Florenz, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Konsoltisch, wohl Rom oder Florenz, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Zwei Büsten, um
 1700
Zwei Büsten, um 1700

Kunstwerk:

Peter Reinicke, Ausrufer mit Landkarte des Herzogtums Schlesien, um 1744
Peter Reinicke, Ausrufer mit Landkarte des Herzogtums Schlesien, um 1744

Kunstwerk:

Anton Kothgasser, Ranftbecher, Wien um 1825
Anton Kothgasser, Ranftbecher, Wien um 1825

Kunstwerk:

Gottlob Samuel Mohn, Becher, Wien 1813
Gottlob Samuel Mohn, Becher, Wien 1813

Kunstwerk:

Georg Kramer, Kaminuhr, Österreich 1824
Georg Kramer, Kaminuhr, Österreich 1824







Konsole, Rom, 18. Jahrhundert

Konsole, Rom, 18. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 697

Zwei Büsten, um 1700

Zwei Büsten, um 1700

Taxe: 4.500 - 6.500 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 978

Gottlob Samuel Mohn, Becher, Wien 1813

Gottlob Samuel Mohn, Becher, Wien 1813

Taxe: 9.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 1109

 Porzellanmanufaktur Meißen, Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745

Porzellanmanufaktur Meißen, Fischer und Fischerin, Meißen, um 1745

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1205

wohl Josef Ulrich Danhauser, Tintenzeug, Wien um 1820

wohl Josef Ulrich Danhauser, Tintenzeug, Wien um 1820

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 709

Hallenschrank, Österreich, um 1740

Hallenschrank, Österreich, um 1740

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 688

Teekanne, Niederlande, um 1700

Teekanne, Niederlande, um 1700

Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 805

Jewgenij Alexandrowitch Lanceray, Der Falkner des Zaren

Jewgenij Alexandrowitch Lanceray, Der Falkner des Zaren

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 1052

Madonna mit Kind, Süddeutschland, um 1460/80

Madonna mit Kind, Süddeutschland, um 1460/80

Taxe: 45.000 - 55.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 959

Peter Reinicke, Ausrufer mit Landkarte des Herzogtums Schlesien, um 1744

Peter Reinicke, Ausrufer mit Landkarte des Herzogtums Schlesien, um 1744

Taxe: 15.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 1210

Kommode, Italien, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Kommode, Italien, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 673

Johann Josef Schwanthaler zugeschrieben, Hl. Josef mit Jesuskind, 17. Jahrhundert

Johann Josef Schwanthaler zugeschrieben, Hl. Josef mit Jesuskind, 17. Jahrhundert

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 989

 Porzellanmanufaktur Meißen, Tanzendes Bauernpaar, Meißen, um 1745

Porzellanmanufaktur Meißen, Tanzendes Bauernpaar, Meißen, um 1745

Taxe: 16.000 - 26.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 1204




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce