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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Meißner Porzellan führt bei Neumeister in München die Auktion mit Alter Kunst und Kunsthandwerk an

Große Jubiläumsschau



Johann Joachim Kändler und Johann Friedrich Eberlein, Bratenschüssel aus dem Schwanenservice, um 1740

Johann Joachim Kändler und Johann Friedrich Eberlein, Bratenschüssel aus dem Schwanenservice, um 1740

Zum 300sten Geburtstag der Meißner Porzellanmanufaktur gratuliert Neumeister in München mit einer Sonderauktion. Rund 150 Losnummern hat der Versteigerer für den 29. Juni gesammelt. Darunter sind auch ganz frühe Stücke wie eine monochrome weiße Teekanne aus Böttger-Porzellan um 1715 nach einem Modell von Johann Jakob Irminger. Das mit 22.000 Euro ausgezeichnete Stück zieren auf Wandung und Deckel Rosenzweige und -blüten. Etwa in die gleiche Zeit datiert eine kleinere Dose ebenfalls mit Blumendekor für 15.000 Euro. Wenige Jahre später begannen die Seuters in Augsburg, Meißner Porzellan anzukaufen und für den absatzstarken Markt der freien Reichsstadt zu dekorieren. Wie eine kleine Teekanne für 19.000 Euro tragen viele dieser Stücke chinois anmutenden Golddekor, selten allerdings sind sie fast komplett vergoldet wie eine ebenfalls um 1720/25 gestaltete Teedose für 7.500 Euro.


Porzellan

Wiederum ein paar Jahre später, und die Manufaktur Meißen selbst verfügte über die entsprechenden Fachkräfte zur Bemalung ihrer Gefäße. Beliebt waren Kauffahrteiszenen wie auf einer Zuckerdose mit Hasenknauf Anfang der 1730er Jahre (Taxe 12.500 EUR), oder man orientierte sich an der Landschaftsmalerei der Zeit wie auf einer etwa zeitgleich entstandenen Kaffeekanne in Birnenform (Taxe 7.500 EUR). Zu den luxuriösesten Aufträgen gehörte das sogenannte Schwanenservice für den Grafen Heinrich von Brühl, das Johann Joachim Kändler und Johann Friedrich Eberlein zwischen 1737 und 1742 für den umstrittenen sächsischen Premierminister entwarfen. Später in alle Winde zerstreut und zum Teil zerstört, tauchen von den rund 2200 Stücken immer wieder Exemplare auf dem Markt auf. Mit einer Bratenschüssel hat Neumeister ein besonders seltenes Gefäß im Angebot. 45.000 Euro werden erwartet.

In diesem Preisbereich rangieren auch die anderen Toplose der Auktion. Meist verbinden sie sich mit dem Namen Kändlers. Nach seinen Modellen entstanden um 1740/45 ein originelles Likör- oder Kaffeefässchen mit drei Tragefiguren am Sockel (Taxe 20.000 EUR), ein Paar Tafelaufsätze mit Bronzemontierung und gehalten von je einem Kinderpaar (Taxe 38.000 EUR), und ein Paar große durchbrochene Duftvasen um 1750, die ebenfalls auf einem vergoldeten Bronzesockel stehen (Taxe 35.000 EUR). Den gleichen Preis trägt ein zylindrisches Tabakgefäß ebenfalls um 1745/50. Die frühklassizistische Bronzemontierung datiert jedoch wohl etwa eine Generation später. Im 19ten Jahrhundert virtuos imitiert wurde unter anderem eine fast einen Meter hohe Schneeballdeckelvase mit einem Bildnis der Königin Carola von Sachsen, Gemahlin des 1873 an die Regierung gelangten Königs Albert (Taxe 39.000 EUR).

Insgesamt also vereinigt Neumeister eine beachtliche Reihe vor allem an Gebrauchsporzellan, wenngleich in die allerobersten Regionen, die das Porzellan gelegentlich erreicht, damit wohl nicht vorgestoßen wird. Der Pagode nach chinesischem Vorbild des Glücksgotts Putai Ho-shang diente im Westen als Haube für Räucherkerzen, deren wohlriechender Duft durch offenen Mund und Nase verströmen konnte. Hier listet der Katalog ein frühes Exemplar von 1715/20 (Taxe 9.000 EUR). Im Mittelpunkt des figürlichen Porzellans steht allerdings ein Paar Möpse, das um 1745 nach Modellen Kändlers sowie Peter Reinickes in mehrfacher Ausführung, aber jedes Mal unterschiedlicher Bemalung auf den Markt gelangten. Mit 42.000 Euro hat Neumeister die Erwartungen recht anspruchsvoll formuliert. Etwas brutaler als die Hunde, die im 18ten Jahrhundert auch mit freimaurerischer Konnotation belegt wurden, geht es bei Kändlers Gruppe Turmfalke mit erlegter Lerche zu. Im Arbeitsbuch des Modelleurs ist das Duo schon 1734 vermerkt, hergestellt wurde es einige Jahre später (Taxe 25.000 EUR). Aus der jüngeren Geschichte der Manufaktur ragen einige figürliche Darstellungen hervor. Am Übergang vom Historismus zum Jugendstil steht beispielsweise der jünglingshafte Gott Amor, der die Nachtigallen füttert, nach einem Modell Rudolph Hölbes um 1900 (Taxe 5.000 EUR).

Silber, Möbel, Tapisserien, Skulpturen

In Neumeisters Hauptauktion „Alte Kunst“ am 30. Juni kommen auch die anderen Kunstgewerke zum Zuge, wie das Silber mit einem schönen Traubendeckelpokal des Nürnberger Renaissancemeisters Esaias zur Linden um 1609/29 (Taxe 8.000 EUR), die Möbelkunst mit einigen süddeutschen, barocken Tabernakelaufsatzschreibkommoden für bis zu 9.000 Euro oder die Tapisserien mit einer prächtigen Paradieslandschaft, geknüpft im 18ten Jahrhundert im mittelfranzösischen Aubusson (Taxe 8.500 EUR). Bei den Skulpturen erregen einige Barockfiguren Aufmerksamkeit, darunter eine heftig bewegte Maria Immaculata aus der Umgebung des Würzburger Hofkünstlers Johann Wolfgang van der Auvera für erschwinglich 2.000 Euro oder die beiden fast ein wenig mürrisch blickenden Puttoköpfe von Joseph Matthias Götz für 8.000 Euro.

Bildende Kunst

Die bildende Kunst ist mit über vierhundert Losnummern wieder gut bestückt. Aus der Grafikofferte ragt ein Blatt Wilhelm von Kaulbachs heraus, das mit feinem Kreidestrich das Gedicht „Unter den Linden“ von Walther von der Vogelweide verbildlicht. Die historisierende Darstellung geht auf einen Auftrag König Ludwigs II. von Bayern zurück und ist 1867 datiert (Taxe 9.000 EUR). Federico Bencovich ist für einen männlichen Studienakt in stark vorgebeugter Haltung für 400 Euro zuständig. Adrian Zingg steuert zudem noch drei Zeichnungen mit teils malerischen sächsische Ansichten, wie die von Meißen und der dortigen Albrechtsburg, teils schroffen und gesuchten Felsformationen aus dem Elbsandsteingebirge bei (Taxen bis 1.000 EUR).

Hauptlos der alten Meister ist eine kleine Landschaft Esaias van de Veldes I. Originell hat der Niederländer seinen Namenszug auf eine schäbige Holzplanke am Ufer eines kleinen Baches notiert, über den sich eine wacklige Holzbrücke spannt. Auch die Datierung 1629, ein Jahr vor dem Tod des Künstlers, findet sich dort (Taxe 35.000 EUR). Ein gutes Blumenarrangement in einer Keramikschale aus der Werkstatt oder Nachfolge Jan Brueghels d.Ä. soll 16.000 Euro kosten. Unter den Historienszenen ist die biblische Darstellung „Loth und seine Töchter“ des aus München stammenden und in Trient verstorbenen Erasmo Antonio Obermüller erwähnenswert (Taxe 12.000 EUR), ein hübsches Einsiedlerbildnis des Schwaben Franz Anton Kraus von 1738 ist mit 4.500 Euro bewertet.

Viel Münchner Landschaftsschule hält das 19te Jahrhundert bereit: ein winterliches Dorf Heinrich Bürkels und Johann Adam Kleins „Treidler am Flussufer“ des Rheins von 1862 für jeweils 12.000 Euro, Julius Köhnholz’ stimmungsvoller Abend am Starnberger See für 4.500 Euro, Anton Dolls in fünf Versionen ausgeführtes Eisvergnügen zumeist jüngeren Dorfbewohner der Voralpen für bis zu 6.000 Euro sowie zwei Pendants ländlicher Szenerien aus der Hand Wilhelm von Kobells wohl um 1805/10 für zusammen 30.000 Euro. Aus der spätnazarenischen Schule stammt eine Verkündigung Mariens August Hess’ des Jahres 1871. August war ein Sohn des berühmteren Heinrich Maria von Hess, der zu den bedeutendsten Malern unter König Ludwig I. von Bayern gehörte (Taxe 8.000 EUR).

Otto Strützel zog es von Dessau nach Oberbayern, wo er seine Motive fand und 1930 in München verstarb. So hielt er hier 1893 in gelöster Stimmung eine Magd am Brunnen fest (Taxe 1.500 EUR). Mehrere Carl Spitzwegs sind auch wieder zu haben, darunter der skizzenhaft hingehauchte „Kaktusfreund“ für 22.000 Euro und die etwas großformatigere, aber wegen des Themas einer Galanterie zwischen Mann und Frau in etwas übertriebener Manier vielleicht nicht ganz so beliebte Rokokoszene für 25.000 Euro. Etwas natürlicher wirken Felix Schlesingers Mädchen und Junge mit Kaninchen im Stall in possierlicher Anmut, angeboten für 15.000 Euro. Auf Anton Braiths Gemälde „Am Bergbach“ von 1898 muss sich der Hirtenjunge doch etwas von seinen beiden Kühen beobachtet vorkommen. Die jüngere Künstlergeneration verzichtet dann ganz auf den Menschen und lässt allein die Natur zu ihrem Recht kommen. So schildert Eugen Bracht erhaben das Matterhorn (Taxe 3.800 EUR), und sächsische Impressionist Otto Altenkirch 1929 die „Hellerschänke“ in der Dresdner Heide in sommerlicher Milde (Taxe 2.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. Juni um 18 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist noch bis zum 28. Juni täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



28.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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