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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Grisebachs „Kleine“ ebenfalls mit großen Ergebnissen

Das Fuchsengesicht



Offenbar gab es da mehrere Fans – aber wem galt ihr Jubel? Dem ersten Kanzler der jungen Bundesrepublik Deutschland Konrad Adenauer, dem „Alten“, der mit seinem zerknitterten Fuchsengesicht in die Kamera schaut, oder doch dem blutjungen Martin Kippenberger, der schon in diesem Werk, das er 1969 mit gerade einmal 16 Jahren schuf, zeigte, was er draufhatte. Gemalt ist das posthume Portrait – Adenauer war zwei Jahre zuvor gestorben – in Acryl auf Glas. Kippenberger wählte die Farben seiner Zeit, die spätestens die Ikonenbildnisse Andy Warhols nach Europa getragen hatten: In Violett und Orange gleißt uns der verschlagene Politiker wie eine Erscheinung entgegen. Wem also die Ovationen nun galten, mag dahingestellt bleiben, doch Fakt sind die 38.000 Euro, die bei Grisebachs Auktion von Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts für das mittelgroße Bild gezahlt wurden. 7.000 bis 9.000 Euro hatten die Experten eigentlich erwartet.


Der Katalog zum Berliner Versteigerung am 5. Juni lud wieder einmal zum Stöbern ein, er bot viel Unbekanntes und trotzdem Gutes, aber auch viele kleinere Arbeiten von Künstlern, deren beste Werke sich kaum mehr einer leisten konnte. Erfreulich war es dann für die Einlieferer, wenn die Preise trotzdem in die Höhe schossen. Etwa als Paula Modersohn-Beckers 1897 entstandenes Studienblatt „Schornsteinfeger und zwei Frauenköpfe“ von 6.000 bis 8.000 Euro auf 36.000 Euro kletterte oder Max Liebermann, der bei den ausgewählten Werken abends zuvor noch so versagt hatte, mit seiner „Netzflickerin“ wenigstens hier 35.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und einem Blumenstück von 1923 mit Amaryllis und Calla in einer Glasvase die obere Schätzung von 45.000 Euro schaffte. Max Slevogt, bisher noch gar nicht vertreten, brachte es mit der Wiedergabe eines Sonnenuntergangs des Jahres 1919 am Waldrand auf taxgerechte 48.000 Euro, ungeachtet einer gewissen Nachlässigkeit in der malerischen Qualität, die schon Julius Meier-Graefe einst getadelt hatte. Auch Franz von Stucks Bronzen sind inzwischen teuer, wie alle erfolglosen Interessenten an 28.000 Euro für einen Faun mit Nixe auf den Schultern erkennen mussten (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Alfred Kubin, der bereits auf der Abendauktion glänzte, bewies mit seiner fast makabren Tuschfederzeichnung mehrerer Grabdenkmäler um 1910/12 vor allem noch einmal Humor. 20.500 Euro wurden für dieses kleine Blatt gezahlt (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Auch Oskar Moll trat noch einmal auf: 48.000 Euro spielte ein durch dichtes Palmengeflecht riskierter „Blick auf See, mit Blättern und zwei weißen Segelbooten“ von 1943 ein (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). In impressionistischen Gefilden hatten es etwa Otto Modersohn mit einem Blick auf die Hamme samt Kähnen bei 16.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder seine strenger angelegten Gärten bei Fischerhude um 1910 bei 14.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) oder Otto Dills Reiter auf der „Rast bei einer Fuchsjagd“ für ebenfalls 14.000 Euro leicht (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), genauso Philipp Francks Ziegen unter blühenden Bäumen zum „Frühling im Taunus“ von 1927 für 18.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Kein Problem waren auch 55.000 Euro für ein Aquarell Emil Noldes mit Abenddämmerung über einer Kirche (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), und dass 18.000 bis 24.000 Euro für ein um 1920 entstandenes, sehr schönes Tannenwaldaquarell Ernst Ludwig Kirchners nicht hinreichen würden, war schon im Vorhinein klar. 62.000 Euro klangen angemessener. 46.000 Euro für Gabriele Münters noch impressionistische winterliche „Straße in Sèvres“ von 1906/07 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), 42.000 Euro für Karl Schmidt-Rottluffs Aquarell „Weiden an der Landstraße“ von 1959 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), 52.000 Euro für Hermann Max Pechsteins liegenden Frauenakt Marta am „Morgen“ von 1932 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und 50.000 Euro für Paul Klees Skizze eines Knabenkopfes von 1930 vervollständigten eine Reihe erfolgreicher Zuschläge vor allem für Kunst des deutschen Expressionismus (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Auf niederländischer Seite folgte ebenso sicher Kees van Dongens skizzenhaftes Strandaquarell „Deauville“ für 72.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Erfreulich war dann aber, dass der schlussendliche Topzuschlag doch an einen etwas weniger bekannten Künstler ging. César Kleins Stillleben mit afrikanischer Figur aus dem Jahr 1914, durch die überzeugende Komposition von Formen und Farben von eindrucksvoller Wirkung, war bis zum sensationellen Zuschlag bei 90.000 Euro, neuer Auktionsrekord von Klein, heiß umkämpft. Der Schätzpreis war damit etwa vervierfacht worden. Das künstlerische Niveau einer Bleistiftzeichnung Rudolf Schlichters unter dem Titel „Um eine Kuh (Republik)“ aus dem bedeutungsvollen Jahr 1918 wurde mit 32.000 Euro belohnt. Die lakonische Darstellung einer Straßenszene mit mehr als nur symbolischem Gehalt – es wird scharf geschossen, und ein Toter liegt nebenbei auf der Straße – kann sich mit gleichzeitigen Werken George Grosz’ durchaus messen, nur kamen sie von diesem spontaner, gleichsam selbstverständlicher (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Eine der größten Steigerungen, von 3.000 Euro auf 30.000 Euro, legte eine bewusst fragmentarisch im Raum gehaltene Skizze „Dreier Köpfe gegeneinander (Jünglingsköpfe)“ von Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1928 hin. Dabei handelt es sich um eine Lithografie, die indes nur in zwei Exemplaren bekannt ist. Unter den etwas kleineren Preisen ist ein schönes, in seiner Sparsamkeit fast traurig stimmendes Blumenstillleben mit Spielkarte des Neusachlichen Josef Mangold zu nennen, das sich von 8.000 bis 10.000 Euro auf 14.500 Euro verbesserte. Edgar Scauflaires an der Figuralität Henri Matisses, Amedeo Modiglianis und auch ein wenig Alexander Archipenkos orientierte Badeszene mehrerer Frauen, denen nicht nur ein alter Mann an der Rückwand, sondern hinter zurückgerafften Vorhängen auch der Betrachter selbst als „Le Voyeur“ zusieht, aus dem Jahr 1926 kam auf 19.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auf Abendauktionsniveau bewegte sich die Bronzefigur „Flora“ des ansonsten heute recht unbekannten Schweizers Hermann Haller aus dem Jahr 1908. Von 10.000 bis 15.000 Euro auf 50.000 Euro wurde die klassische Figur dieses schreitenden Frauenaktes gehoben.

Nicht mehr ganz so hoch wie bei den Modernen waren die Zuschlagspreise bei den Gegenwartskünstlern. Kippenbergers Adenauer-Portrait hatte hier die Spitze fast schon markiert, es wurde nur noch übertroffen von Thomas Ruffs farbspielerischen Fotoausdruck „Substrat 2 III“, eines von fünf Exemplaren aus dem Jahr 2002, für taxgerechte 44.000 Euro. Steigerungen gab es allerdings noch mehrere: von 14.000 bis 18.000 Euro auf 31.000 Euro im Wettstreit um ein dreiteiliges Aluminiumrelief Heinz Macks von 1969 oder von 20.000 bis 25.000 Euro auf 34.000 Euro bei Neo Rauchs „Sofa V“ von 1994. Auch die kleinen Preise zogen zum Teil drastisch an, etwa ein kleiner, wie über eine Tischplatte guckender Männerkopf von Marwan, des 1934 in Damaskus geborenen, heute in Berlin lebenden Malers, der von 3.000 bis 4.000 Euro auf 20.500 Euro sprang. Rolf Nesch vereinigte auf seine drei formenreiche Metalldrucke unter dem Titel „Triptychon Tanz“ von 1955 immerhin 21.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Georg Karl Pfahler, sonst üblicherweise auf vierstellige Preise festgenagelt, hatte mit der etwas freieren Komposition „Spirit of Reality – Lissem“ aus dem Jahr 1962 etwas mehr Erfolg und landete bei guten 16.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch Peter Roehr durchbrach mit seinen beiden seriellen Reihungen auf quadratischer Grundlage die 10.000er Marke und landete 11.500 Euro und 19.000 Euro (Taxen zwischen 3.000 und 6.000 EUR), ebenso bei 18.000 Euro Waldemar Grzimek mit seinem gebogenen Frauenakt „Schwebende II“ von 1966 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Die jüngere Kunst spendierte noch Imi Knoebels ganz auf rechteckige Farbflächen reduziertes „Face“ von 2005 bei 24.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), Robert Combas’ Strichmännchen über Schriftgrund von 1980 bei 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Marie-Jo Lafontaines mehrteilige Portraitfotomalerei „A las cinco de la tarde (Fuego Lento)“ von 1988 bei 20.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), die Baumstammkonstruktion einer Marderfalle von 1998 des Fallenstellers Andreas Slominski bei 13.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder Norbert Biskys Jugendkult mit einem weiblichen „Schatzi“ von 2006 für 19.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



29.06.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 48.000,- EURO

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Franz von Stuck, Faun und Nixe

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

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Paula Modersohn-Becker, Schornsteinfeger und zwei Frauenköpfe, 1897

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

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Josef Mangold, Blumenstillleben mit Spielkarte

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 14.500,- EURO

Losnummer: 201

Max Liebermann, Blumenstück – Amaryllis und Calla in Glasvase, 1923

Max Liebermann, Blumenstück – Amaryllis und Calla in Glasvase, 1923

Taxe: 35.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 132

Ernst Ludwig Kirchner, Tannenwlad, um 1920

Ernst Ludwig Kirchner, Tannenwlad, um 1920

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 62.000,- EURO

Losnummer: 158




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