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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nachbericht: Lempertz-Auktion „Alte Kunst“

Die Alpen und der Orient



Auffordernd blickt die dunkelhäutige Schönheit aus dem Bild heraus. Ihr enganliegendes blauweißgestreiftes Kleid schmiegt sich, ihrer Bewegung folgend, an ihren Körper. Auf dem Kopf und in den Händen trägt sie fröhlich bunte Blumensträuße, und der in weite orientalische Gewänder gehüllte dunkelhäutige Mann schielt mit einem begehrlichem Blick um die Ecke der Blumenverkäuferin nach.


Das 19. Jahrhundert liebte Exotisches, das die Vorstellung von lasziv sich räkelnden Haremsdamen, Hitze und schweren Düften erweckte. Wir offenbar auch.

Das Bild von Wilhelm Simmler konnte auf der Lempertz-Auktion „Alte Kunst“ vom 25. November im Bereich Kunst des 19. Jahrhunderts seine Taxe von 12.000 Mark mit 54.000 Mark mehr als vervierfachen. Auch Eugène Fromentins „Beduinenlager“ konnte eine kleine Steigerung verzeichnen. Die Herren, die inmitten einer kahlen Wüste ihr Lager aufgeschlagen haben, erzielten immerhin einen Erlös von 68.000 Mark. Auf der Herbstauktion ging es nicht nur orientalisch, sondern auch bemerkenswert international zu, wie das Auktionshaus verlauten ließ. Lempertz zeigte sich mit dem erzielten Ergebnis von 8,5 Millionen Mark zufrieden.

Als Highlights der Auktion erwiesen sich ein Gemälde von Adam Pynacker und ein niederländisches Alabasterrelief aus dem 16. Jahrhundert. Die verhältnismäßig kleine Hafenansicht, die das lebhafte Treiben kurz vor der Abfahrt des Schiffes zeigt, gilt als eine der schönsten Arbeiten Pynackers. Das daraufhin entfachte Gefecht zwischen den Bietern im Saal und am Telefon trieb den Preis von geschätzten 60.000 Mark auf 390.000 Mark. Das Bild ging in den ausländischen Handel. Ebenso spannend ging es bei dem Ringen um das kleine niederländische Relief zu. „Der Streit der Kriegsknechte um das Gewand Christi“ veranlasst sogar einen der Herren, die sich mit grotesk verzerrten Gesichtern gegenseitig schlagen, ein Messer zu zücken. Der Preis der Arbeit wurde auf 256.000 Mark (Taxe 15.000 DM) hochgetrieben.

Erfolg hatte auch Jacob van Walscapelle mit seinem Blumenstilleben. Die unverwelkbaren Blumen, zwischen denen Insekten und Schnecken ihr Unwesen treiben, erzielten 105.000 Mark (Taxe 35.000 DM). Ein wenig früher entstanden ist das Gemälde mit den vier Aposteln, das nach einer Kopie eines Dürer-Gemäldes gefertigt wurde. Das Bild, das aus dem 16. oder 17. Jahrhundert stammt, kam auf 84.000 Mark (Taxe 40.000 DM). Die „Geburt Christi“ vom Meister der Ilsung-Madonna und aus dem späten 15. Jahrhundert konnte die Taxe mit 35.000 Mark deutlich übertreffen: 76.000 Mark wurden erzielt.

Das Bildnis eines Kölner Handelsherrn von Bartholomäus Bruyn d.Ä. konnte zwar keine derart spektakuläre Preissteigerung verzeichnen, aber bei geschätzten 50.000 Mark stieg der Preis immerhin auf 59.000 Mark. Auch Christian Georg Schütz entzückte mit zwei Flusslandschaften für 79.000 Mark (Taxe 65.000 DM) und für 51.000 Mark (Taxe 45.000 DM) die Bieter. Landschaft zeigte auch Jean-Baptiste Pillement, diesmal mit Wäscherinnen. Das Gemälde brachte es auf 54.000 Mark (Taxe 30.000 DM). Ein typisch niederländisches Interieur aus dem 17. Jahrhundert mit drei Personen in einem dunklen Raum konnte ebenfalls das Interesse der Bieter erwecken. Das Bild stieg von ausgerufenen 12.000 auf 39.000 Mark.

Unter den Zeichnungen stach unter anderem das Blatt von Denys Calvaerts „Heiliger Familie mit der Mutter Anna und dem Johannesknaben“ ins Auge. Die kolorierte Zeichnung dürfte Ende des 16. Jahrhunderts entstanden sein und ist wahrscheinlich eine Vorzeichnung zu einem Gemälde, das allerdings nicht ausgeführt wurde. Die Zeichnung erzielte 17.000 Mark (Taxe 16.000 DM). Größeres Interesse erweckte das Sous-Bois-Stilleben von Carl Wilhelm de Hamilton, auf dem in einem undurchdringlichen Dickicht von Pflanzen, Insekten und Schlangen die Gesetze von Fressen und Gefressenwerden befolgt werden. Das Blatt brachte 10.000 Mark (Taxe 3.000 DM).

Die Zeichnung mit der Heiligen Cäcilie von Ippolito Scarsella begeisterte die Bieter ebenfalls, so dass es erst bei 9.500 Mark abgegeben wurde (Taxe 2.000 DM). Das weibliche Porträt mit der dezent aus dem Bild lächelnden Dame von Ferdinand Hebenstreit stieg über den Schätzpreis von 900 Mark auf 6.000 Mark. Die Zeichnungen aus der Sammlung Grunert, die zumeist mit 1.000 Mark beziffert waren, kamen meist über die Taxe. Im 19. Jahrhundert war es wieder ein Franzose, der überzeugen konnte. Vielleicht lag es an der Vorweihnachtszeit, dass die winterliche Straßenszene von Eugène Galien-Laloue (Taxe 5.000 DM) mit 12.000 Mark eine der erfolgreichsten Offerten im Bereich der Zeichnungen war.

Das Spitzenstück bei den Meistern des 19. Jahrhunderts kam von Johann Heinrich Schilbach. Sein „Schloss Schönberg an der Weinstraße“ aus dem Jahr 1838 zeigt eine romantische Bergidylle, die zum Spazierengehen einlädt (Taxe 90.000 bis 100.000 DM). In Gedanken wird dies der Auktionsteilnehmer wohl auch immer wieder machen, der bei 110.000 Mark den Zuschlag bekommen hat. Berge kommen scheinbar recht gut an. Die alpenländische Dorfhochzeit von Louis Braun aus dem Jahr 1901 wurde bis auf den Preis von 76.000 hochgetrieben (Taxe 35.000 DM).

Der melancholische Blick aus einem zerfallenden romanischen Gewölbe auf einen winterlichen Friedhof von Carl Georg Hasenpflug, das ein recht beliebtes Sujet der romantischen Malerei des 19. Jahrhunderts war, endete bei 56.000 Mark (Taxe 25.000 DM). Hans von Marées männlicher Akt mit Stab erinnert an antike Statuen und wurde bei 37.000 Mark abgegeben (Taxe 35.000 DM). Auf größeres Interesse stieß die bewaldete Landschaft mit Hirten, die einen Sprung von 15.000 Mark auf beachtliche 39.000 Mark machen konnte. Die beschauliche Szenerie stammt von Pierre Jean Hellemans.

Alle hier angegebenen Preise verstehen sich als Zuschlag inklusive des Aufgeldes.

Kunsthaus Lempertz
Neumarkt 3
D-50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 92 57 29 28
Telefax: +49 (0)221 – 92 57 29 6

www.lempertz.com



11.12.2000

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susan Brooks

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