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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Kunst vom 15ten bis zum 20ten Jahrhundert bei Winterberg in Heidelberg

Adel verzücket



Anton Axmann, Brustbild des Kurfürsten Carl Theodor, 1757

Anton Axmann, Brustbild des Kurfürsten Carl Theodor, 1757

Adel war bei Winterbergs Frühjahrsauktion gefragt. Schon eine Serie von druckgrafischen Bildnissen des pfälzischen Kurfürsten Carl Theodor und seiner Familie, en bloc für 980 Euro angeboten, brachte es nach heftigem Wettbewerb mehrerer Interessenten in Heidelberg auf stattliche 4.200 Euro. Wenig später gelangte ein Pastell desselben Mannes, gemalt im Jahr 1757 von dem zeitweise in Würzburg tätigen Anton Axmann, sogar von 1.800 Euro auf 5.400 Euro. Ein weiteres Portrait des 1799 gestorbenen Förderers der Wissenschaften und Künste, schon in deutlich fortgeschrittenem Alter von unbekannter Hand in Öl auf Leinwand geschaffen, spielte immerhin noch 2.400 Euro ein (Taxe 3.500 EUR). Auch die vollständige Folge der sechs Ansichten des Heidelberger Schlosses von Ernst Fries, eine Inkunabel der Lithografie von 1820, ließ sich in ihrer Heimat nicht lumpen und spielte der vorgesehenen 980 Euro immerhin 1.800 Euro ein, und auch die „Six Vues du Jardin de Schwetzigen“, als typisch klassizistische Aquatintaradierungen den Schwetzinger Schlossgartens von Carl Kuntz um 1795 geschaffen, verabschiedeten sich erst 600 Euro über der Schätzung bei 4.400 Euro.


Der Adel der Künstler hielt sich während dieser Auktion am 8. Mai dagegen mitunter etwas bedeckt. So mussten einige der Hauptlose wieder ihre Rückreise antreten. Die Lithografie „Zigeunerin im Profil“ aus Otto Muellers Zigeunermappe von 1926/27 (Taxe 39.800 EUR) dürfte der schmerzlichste Rückgang gewesen sein. Seine „Sitzende in Strümpfen“ um 1924 musste sich im Nachverkauf mit 28.500 Euro begnügen (Taxe 32.500 EUR). Etwas freundlicher wurden die Meister der alten Kunst bedacht: Albrecht Dürers berühmter Kupferstich „St. Hubertus“ um 1501 wechselte um 16.000 Euro den Besitzer (Taxe 19.800 EUR), sein „Engel mit dem Schlüssel zum Abgrund“, ein Holzschnitt aus der Apokalypse um 1496/98, um 2.400 Euro (Taxe 1.980 EUR), und sein später Holzschnitt „Das Abendmahl“ von 1523 um 4.000 Euro (Taxe 4.800 EUR). Die 1873 gedruckte vierte Auflage von Karl Friedrich Schinkels zehnteiliger Mappe von Entwürfen zum Kaiserpalast Orianda an der Krim schaffte 6.500 Euro (Taxe 8.500 EUR). Pierre-Auguste Renoirs Umdrucklithografie „Une mère et deux enfants“ kostete 9.000 Euro (Taxe 11.500 EUR) und Edouard Manets um 1865/67 radierte „Olympia“ 1.450 Euro (Taxe 680 EUR).

Mitunter flammte die Begeisterung in ungeahnte Höhen, beispielsweise als es um ein altmeisterliches Ölbild des Niederländers Petrus van Schendel ging: Die „Abendmarkt“-Szene mit einer betagten Frau, die bei Kerzenschein ihre Brötchen und Äpfel feilbietet, bestach verschiedene Sammler durch ihre geradezu carravaggeske Lichtführung. Auf 2.800 Euro angesetzt, wurde die Arbeit bei 34.000 Euro unvermuteter Tagessieger. Um ein Adriaen Hendricksz Verboom zugeschriebenes Ölgemälde mit Reitern am Walde eines Eichenwaldes stritt man sich auf 4.200 Euro hinauf (Taxe 3.000 EUR), 4.600 Euro kamen für Emil Raus beschauliche „Mußestunde“ zusammen (Taxe 4.200 EUR), und Guido Schmitts Achteck mit einer weiblichen Allegorie der Malerei, die sich konzentriert ihrem schöngeistigen Tun widmet, wanderte für 3.200 Euro weiter. Ihr Pendant der Dichtkunst blieb indes bei 1.800 Euro hängen (Taxen je 2.400 EUR). Auch eine ansprechende Bleistiftzeichnung mit Venus und Amor, die Francesco Mazzola, besser bekannt unter Parmigianino, zugewiesen wird, blieb nicht unentdeckt. Günstig mit 980 Euro angesetzt, erlebte sie ein kleines Scharmützel auf 2.300 Euro.

Max Wilhelm Roman war mit der italienische Landschaft samt Frauen an einem Brunnen in bester sommerlicher Hitze von 1886 bei 1.800 Euro erfolgreich (Taxe 980 EUR), Anton Perko mit der Ansicht einer Bucht der Isle of Wight um 1874 bei 820 Euro (Taxe 480 EUR). Rodolphe Bresdins posthume Umdrucklithografie „Le bon Samaritain“ in einer dichten Waldlandschaft mit orientalischen Touch brachte dagegen nur 2.800 Euro ein (Taxe 3.800 EUR). Und auch die beiden Aquarelle mit Campagnalandschaften des Düsseldorfer Malers Wilhelm G. Groos von 1842 mussten mit einem Zuschlag von 3.800 Euro einige Federn lassen (Taxe 4.700 EUR), ebenso die Weidelandschaft mit Kühen des Niederländers Jan Kobell II. bei 3.000 Euro (Taxe 3.800 EUR).

Den größten Teil der über 430 Zuschläge, mit dem Nachverkauf 519 Zuschläge und damit gut 43 Prozent des Angebots, stellte das 20ste Jahrhundert. Einige der Künstler vertraten noch die ältere Richtung wie Friedrich Ferdinand Kochs „Geschwungener Weg in einem Park“ in Öl auf Leinwand für 4.500 Euro (Taxe 1.200 EUR), der mit diesem nicht verwandte Peter Koch und sein „Spielendes Kind“ von 1909 für 3.000 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder Arthur Grimms Blick auf Hollerbach ebenfalls von 1909 für 4.000 Euro (Taxe 3.800 EUR). Die guten Preise, denen sich ein Blumenstillleben mit drei Topfpflanzen Albert Haueisens für 3.600 Euro (Taxe 3.000 EUR) und Hanns Fays Stillleben mit Rosen und Gräsern in einer Vase im Stil des späten Lovis Corinth für 4.000 Euro hinzufügen ließen (Taxe 3.200 EUR), zeigten eine große Nachfrage nach solch unprätentiösen, gefälligen Werken. Mit 1.600 Euro und 2.300 Euro schlossen auch Hermann Göhlers Stillleben mit Astern in einer schwarzen Vase nach 1945 und ein Blick auf die Orangerie im Schwetzinger Schlossgarten gut ab (Taxen je 1.200 EUR).

Bei den Expressionisten war das Angebot zu unspektakulär, um wirklich zu berauschen. Neben dem Mueller-Blatt blieben auch Max Beckmanns Kaltnadelradierung „Adam und Eva“ von 1917 (Taxe 9.800 EUR) und Bruno Krauskopf dynamisches Deckfarbenaquarell einer norwegischen Küstenlandschaft von 1933 unveräußert liegen (Taxe 6.800 EUR). Bei Beckmann gingen die beiden 1923 entstandenen Kaltnadelradierungen „Bildnis Naila mit aufgestütztem Armen und Glas“ bei 2.750 Euro und „Dame und Knabe“ bei 3.600 Euro unter den Schätzungen weg. Auf der Haben-Seite stehen ebenso Lyonel Feiningers 1919 datierter Holzschnitt „Kreuzende Segelschiffe“ für 6.700 Euro (Taxe 6.800 EUR), Karl Schmidt-Rottluffs Holzschnitt „Bibelleser“ aus dem Jahr 1915 für 7.000 Euro (Taxe 9.500 EUR) sowie seine Kaltnadelradierung „Fischer bei Netzen“ von 1920 für 5.400 Euro (Taxe 5.800 EUR) und Karl Hofers gewischte Kohlezeichnung eines Mädchenbildnisses nach rechts von 1922 für 3.800 Euro (Taxe 2.400 EUR).

Bei August Mackes von der Antike inspirierter zart kolorierter Bleistiftzeichnung „Frauen mit Krügen“ von 1912 musste es der Nachverkauf bei 7.750 Euro richten (Taxe 11.500 EUR). Auch einige nicht so bekannte Expressionisten stießen mit ihren Werken auf Interesse darunter der Berliner Georg Tappert mit seinem kantigen Holzschnitt „Betende vor Stadt“ von 1918/19 bei 620 Euro (Taxe 850 EUR), der „Brücke“-Mitgebründer Fritz Bleyl mit seiner Zeichnung von Rathaus und Kirche im sächsischen Geising bei 500 Euro (Taxe 380 EUR), oder der 1888 im Spessart geborene Fritz Schaefler mit seinem Aquarell einer Kuhherde mit Hütebub um 1925 bei 2.000 Euro (Taxe 2.450 EUR). Humorvoll geht es auf den Satiren Carlo Bogers zu, so auch seiner nun 400 Euro teueren Darstellung der Jazzcombo „Quintette du Hot Club France“ von 1936 (Taxe 650 EUR).

Unter den Werken jüngerer Meister sind Hans Hartungs schöne Kaltnadelradierungen „Komposition 9“ und „Komposition 14“ aus einer Serie des Jahres 1953 für taxgerechte 4.400 Euro und 2.800 Euro, Victor Bauers abstrakte Komposition in der Kandinsky-Nachfolge aus dem Jahr 1953 bei 2.100 Euro (Taxe 2.000 EUR) sowie Willi Baumeisters zehnteilige Mappe „Graphische Figurationen“ aus dem Jahr 1946 für 4.800 Euro zu nennen (Taxe 5.600 EUR). Mit einem spätkubistischen Temperabild „Blaue Jalousie“ um 1980 reüssierte Harry Kögler bei 3.200 Euro (Taxe 2.500 EUR). Grafische Werke von Joan Miró, Pablo Picasso und Salvador Dalí brachten es auf bis zu 16.500 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



15.07.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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