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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bassenge in Berlin legt bei der Modernen Kunst zu

Starkes Mittelfeld



Wieder ein Stück näher in die erste Liga der Versteigerer moderner Kunst hat sich das Berliner Auktionshaus Bassenge in seiner vergangenen Auktionsrunde gespielt. Zwar blieb es noch immer bei einem einzigen sechsstelligen Betrag: Karl Hofers intimes Bildnis zweier Freundinnen am Tisch mit Buch aus dem Jahr 1939 übernahm ein süddeutscher Sammler bei 150.000 Euro; die Schätzung hatte bei 120.000 Euro gelegen. Doch vor allem das expressionistische Mittelfeld war gut besetzt und sorgte – bei Bassenge nicht allzu häufig – für eine Reihe zum Teil erheblicher Preissteigerungen. Gut dabei war etwa Willy Jaeckels bemerkenswerte Stilllebenkomposition „Der blaue Götze IV“ von 1926, die ein heimischer Kunde von 25.000 Euro auf 42.000 Euro hob. Von 40.000 Euro auf 63.000 Euro kam Otto Dix’ seltenes Aquarell „Studie II“ von 1925 zu dem Gemälde „Ungleiches Paar“, deren besonderer Reiz in einer fast traumhaft unwirklichen, vanitasähnlichen Farbgestaltung liegt. Und selbst ein so unbekannter Künstler wie Hans Jüchser überzeugte einen Kunden mit seinem Bildnis eines blassen Knaben in einer Dachkammer aus dem Jahr 1932. Wenngleich es mit 66.000 Euro nicht ganz bis zu den anvisierten 80.000 Euro reichte, stellt das Ergebnis weit abgeschlagen den aktuellen Auktionsrekord dar.


Über siebzig Prozent betrug die Zuschlagsquote für das über vierhundert Positionen umfassende, sehr qualitätvolle Angebot bei Bassenge – eine der höchsten überhaupt in dieser Saison. Bei den Skulpturen der deutschen Zwischenkriegszeit gab es ähnlich gute Preise wie bei der Malerei. Ernst Barlachs Bronze „Lesende Mönchen II (Die Buchleser)“ von 1921 in einem Vorkriegsguss wechselte für 28.000 Euro den Besitzer, die aus derselben Zeit und im selben Zusammenhang hergestellte „Kussgruppe I/II“ für 32.000 Euro. Beide Arbeiten waren mit 12.000 Euro nicht marktentsprechend taxiert gewesen. Renée Sintenis’ 1926 geborener „Junger Elefant“ trabte bei 20.000 Euro davon (Taxe 15.000 EUR).

Im Bereich Grafik sind Max Beckmanns Selbstbildnis als Holzschnitt von 1922 für 12.000 Euro (Taxe 9.000 EUR), Hermann Max Pechsteins Tusche- und Farbkreidenzeichnung „Inder im Atelier“ auf einer Postkarte von 1910 für 14.000 Euro (Taxe 6.000 EUR), seine grünbraune seltene Lithografie „Tanz VII“ von 1910 für 12.000 Euro (Taxe 9.000 EUR) und Karl Schmidt-Rottluffs Pinsel- und Kreidelithografie „Berliner Straße in Dresden“ von 1909 für 20.000 Euro zu nennen (Taxe 10.000 EUR). Erich Heckel steuerte das wässrige Aquarell eine südlichen Sees in den Bergen von 1959 für 5.300 Euro (Taxe 3.500 EUR) oder das seltene Kaltnadelblatt „Kinder am Ufer“ von 1912 für 4.000 Euro bei (Taxe 3.800 EUR). Entdeckungen im Bereich der Druckgrafik boten Fritz Bleyls dichter Holzschnitt „Ruhender Akt“ von 1905/06 bei 2.000 Euro (Taxe 600 EUR), Wilhelm Laages Holzschnitt mit der dämonischen Schreckensvision eines „Dorfbrandes“ von 1899 bei 650 Euro (Taxe 450 EUR), Otto Langes kantig kristalline „Dame in Grün“ von 1916 bei 2.500 Euro (Taxe 1.800 EUR) oder Elfriede Lohse-Wächtlers aquarellierte Lithografie dreier ornamental aufgefasster „Könige“ von 1917/18 bei 500 Euro (Taxe 750 EUR).

Auf französischer Seite reüssierte Pierre-Auguste Renoirs Farblithografie „Baigneuse Debout, en pied“ von 1896 bei 18.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). Teuerstes Stück Pablo Picassos wurde seine Lithografie „Buste au corsage à carreaux“ von 1958 nach einem Bildnis seiner letzten Muse Jacqueline Roque für taxgerechte 37.000 Euro. Genau die Schätzung von 10.000 Euro erreichte seine frühe Radierung „La Toilette de la Mère“ aus der „Suite des Saltimbanques“ von 1905 in der 250 Exemplare umfassenden Auflage von Ambroise Vollard aus dem Jahr 1913. Henri Matisses Aquatinta „Odalisque au coffret rouge“ von 1926 nach seinem gleichnamigen Gemälde blieb unter ihrer Schätzung von 18.000 Euro beim Limit von 14.000 Euro hängen. Gar nicht übernommen wurde bei 12.000 Euro Paul Signacs 1895 20mal aufgelegte Farblithografie „Les Bateux à Flessingue“. Die österreichische Moderne trug mit Alfred Kubins skurriler Tuschezeichnung „Am Trapez“ bei 5.000 Euro zum Erfolg bei (Taxe 3.500 EUR).

Besonders bei den kleineren Preisen legten die Interessenten deutlich nach. Originell war etwa Josef Hegenbarths Leimfarbengemälde „Lagernde Ziege mit zwei Tauben“ um 1930 mit einem Selbstbildnis auf der Rückseite, das von 2.000 Euro auf 6.500 Euro gehoben wurde. Ein expressives Damenbildnis des jüdischen Künstlers John Höxter, der sich nach der Pogromnacht und in Vorausahnung der kommenden Schrecken 1938 in Berlin das Leben nahm, schaffte 3.000 Euro (Taxe 2.800 EUR), und eine kleine Gouache des ansonsten völlig unbekannten Bauhaus-Schülers Gerhard Moser mit dem Interieur „Mein Zimmer in Dessau“ vervierfachte ihren Wert auf 2.000 Euro. 6.500 Euro spielte ein Jugendstilblumenstillleben Emil Orliks aus der Zeit um 1910 ein (Taxe 2.500 EUR), 3.300 Euro Franz Rohs bizarre wie humorvolle Collage „Rotations-Systeme“ (Taxe 2.000 EUR) und 3.000 Euro Eduard Bargheers lichtes Aquarell einer südlichen Häuserlandschaft von 1964 (Taxe 750 EUR).

Höhepunkt einer umfangreichen Hans Meid-Offerte aus dem Nachlass seines Sohnes Max wurde das noch dem Impressionismus verfallene Ölbild „Mondnacht“ aus dem Jahr 1927 für 9.500 Euro (Taxe 8.000 EUR), gefolgt von einer bühnenhaften Landschaft mit Turm und zwei Frauen mit nur einem Liebhaber von etwa 1922 bei 4.500 Euro (Taxe 5.000 EUR). Auf fünfstellige Preise brachten es Moriz Melzers eindrucksvolle „Kreuzigung“ in einer Monotypie von 1916 für 12.000 Euro (Taxe 5.000 EUR), Heinrich Nauens eckig ausformuliertes Bildnis des Zigeunergeigers Mungo von 1923 für 23.000 Euro (Taxe 16.000 EUR), Lesser Urys Kohlezeichnung einer Dame neben einer Kutsche „Am Kurfürstendamm“ von 1919 für 17.000 Euro (Taxe 15.000 EUR) und Otto Modersohns stille „Moorhütte im Herbst“ am frühen Abend von 1939 für 16.000 Euro (Taxe 6.500 EUR).

Gering war dagegen die Anzahl der Misserfolge. Bei Vadim Mellers konstruktivistischem rotem Kostümtänzer auf schwarzem Grund, um 1920 im Zusammenhang mit seinen anderweitigen Tätigkeiten als Bühnenbildner entstanden, war die Unsicherheit vielleicht doch zu groß für die Investition von 40.000 Euro, und Christian Schads diabolisches Spätwerk „Der Prüfer“ aus einer höchst merkwürdig anmutenden Werkphase der frühen 1950er Jahre fand bei 18.000 Euro keine Freunde. Bei der Auktion wurde Ernst Ludwig Kirchners seltene, auf gelbem Papier gedruckte Lithografie „Alptanz mit zwei Handorglern“ nur unter Vorbehalt bei 60.000 Euro zugeschlagen. Der Einlieferer, der 90.000 Euro sehen wollte, war damit aber nicht zufrieden und nahm das Blatt aus dem Jahr 1920 wieder an sich.

Bassenges nächstes Projekt dürfte wohl die zeitgenössische Kunst sein. Hier wäre ein weiterer Ausbau möglich vor allem durch ungewöhnliche Offerten, wie Francesco Clementes aquarelliertes Doppelportrait des Schauspielers John Edward Heys in einer Verkörperung der legendären Modeikone Diana Vreeland um 1987 für 24.000 Euro (Taxe 22.000 EUR), ein neoexpressionistischer „Wald“ Marwans aus dem Jahr 1957 für unerwartete 12.000 Euro (Taxe 800 EUR), eine flotte und mit Gouache übergangene Grafitkritzelei Walter Stöhrers von 1966 für 3.600 Euro (Taxe 2.500 EUR), Andy Warhols Farbserigrafie seiner bekannten „Campbell’s Spoup II. Oyster Stew“ von 1969 für 11.000 Euro (Taxe 9.000 EUR), die mit Collageelementen verwobene, surrealistische Malerei „On the waves“ aus dem Jahr 1968 von Karl Kunz für 2.400 Euro (Taxe 1.800 EUR) sowie Werner Tübkes 1974 datiertes Aquarell mit Blick auf Kloster Monreale auf Sizilien, das sich wie ein Raumschiff in eine merkwürdig diffuse Landschaft schiebt, für 5.500 Euro überzeugend belegten (Taxe 2.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



04.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


05.06.2010, Moderne Kunst

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 Laage, Dorfbrand, 1899
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Taxe: 12.000,- EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

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Gerhard Moser, Mein Zimmer in Dessau, 1926

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Taxe: 450,- EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

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John Höxter, Bildnis einer Dame mit Hut an einem Tisch

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Taxe: 2.800,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

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Emil Orlik, Blumenstrauß in grüner Vase, um 1910

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Zuschlag: 6.500,- EURO

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