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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Auch die Fotografie trägt zur guten Bilanz des Berliner Versteigerers Bassenge bei

Klassisch und modern



Leopold Ahrendts, Blick auf Gendarmenmarkt, 1863

Leopold Ahrendts, Blick auf Gendarmenmarkt, 1863

Bassenge schnitt in diesem Frühjahr in allen Bereichen gut ab. Nicht nur die Alten Meister und die immer weiter in die erste Liga sich vorarbeitenden Modernen erzielten zum Teil ausgezeichnete Ergebnisse, auch die Fotografie machte am 9. Juni mit einigen Spitzenpreisen auf sich aufmerksam. Dabei waren es vor allem die frühen Stücke des verhältnismäßig jungen Mediums, die zu teils heftigen Bietgefechten animierten. Rares aus dem 19ten Jahrhundert war eben außerordentlich gefragt, etwa das fast gemäldehafte, dabei schon im Format miniaturhafte Kinderbildnis „Virginia“ aus der Zeit um 1864 von Julia Margaret Cameron, einer der ersten bekannten Fotografinnen, für 7.000 Euro statt geschätzter 1.500 Euro oder eine Serie exakter Ansichten Berliner Bauten überwiegend des Klassizismus aus den 1850er und 1860er Jahren, die von nicht mehr als 2.200 Euro auf bis zu 9.000 Euro emporkletterten. Für die Veduten vom Gendarmenmarkt, des alten Berliner Doms, der Kurfürstenbrücke mit dem Stadtschloss oder der Königlichen Hof Apotheke ist Leopold Ahrendts verantwortlich. Die jetzt erzielten Preise gehören zu den höchsten auf Auktionen.


Dass sich Bassenge wie kaum ein anderes deutsches Auktionshaus um die Fotografie des 19ten Jahrhunderts kümmert, wurde ihm etwa mit 3.800 Euro für Carl Ferdinand Stelzners Daguerreotypie einer anmutigen jungen Frau von etwa 1845 (Taxe 3.000 EUR), mit 1.400 Euro für zwei frühe Canyonbilder aus den USA von William Henry Jackson (Taxe 1.000 EUR) oder den 1.500 Euro für die stimmungsvolle Naturschilderung „Cloaca Maxima“ des als Maler ausgebildeten Robert MacPherson gedankt (Taxe 1.200 EUR). Zwei frühe Männerakte, wohl von Jean Louis Marie Eugène Durieu 1853/55 für den Maler Eugène Delacroix als Figurenvorlagen aufgenommen, brachten es gar von 900 Euro auf 10.000 Euro. In die Welt der italienischen Landbevölkerung entführten zwei Bilder, die von Giacomo Caneva stammen sollen. Der Malerfotograf stellte dabei einen Hirten in der Pose von Tischbeins Goethe in der Campagna dar und hatte damit Erfolg. Statt 300 Euro gab es schließlich 3.200 Euro für den kolorierten Salzpapierabzug aus den 1850er Jahren. Die entbehrungsreiche Alpenwelt war dann das Sujet von Hans Watzek. Seine malerisch empfundene, nun 3.000 Euro teuere „Village Corner“ von 1899 erschien sieben Jahre später auch in der amerikanischen Zeitschrift „Camera Work“.

Dass man auch an Exotischem und Fremdartigem interessiert war, belegte ein Album mit über 100 osmanischer Portraits der Istanbuler Studios Pascal Sébah und R. Caracachian aus den 1870er und 1880er Jahren. Das Getty Museum behielt bei 6.500 Euro hier die Oberhand (Taxe 3.500 EUR). Unschlagbar blieb jedoch ein Album von insgesamt 37 Aufnahmen, mit denen wohl der bekannte Münchner Fotograf Franz Hanfstaengl den „Märchenball“ der Künstlergesellschaft „Jung-München“ am 15. Februar 1862 und die teilnehmenden Damen und Herren in ihren zum Teil fantasievollen Verkleidungen dokumentierte. Bassenge hatte dieses Konvolut, das historischen Dokumentationswert mit ästhetischer Anmut, hohes künstlerisches Ethos mit Witz und Hintersinn verbindet, auf 18.000 Euro angesetzt, wie schon in der Juni-Auktion des Jahres 2007. Kamen damals 60.000 Euro zusammen, mussten diesmal gar 70.000 Euro für die brillanten Aufnahmen aufgewendet werden.

Die neueren Arbeiten, insgesamt weit umfangreicher als die frühen Stücke, konnten mit deren starken Einzelzuschlägen nicht mithalten. Einziger bedeutender Ausreißer nach oben war Gordon Matta-Clarks Collage „Jacob’s Ladder“, 1977 auf Basis einer Performance während der Kasseler Documenta 6 entstanden. Der österreichische Energiekonzern Verbund nahm das zehn Meter hohe Werk, das Matta-Clark bewusst der Kälte aussetzte, um Bruchstellen zu erzeugen, bei 24.000 Euro in seine Wiener Sammlung mit und baute dadurch seine stattliche Anzahl an Arbeiten des schon 1978 verstorbenen Künstlers weiter aus (Taxe 18.000 EUR). Ansonsten bewegten sich die Preise im drei- und niedrigen vierstelligen Bereich, wobei manche erfreuliche Steigerungen – Paul Citroens eindrückliches Bildnis eines schlafenden Obdachlosen von 1929 für 2.400 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder auch die dokumentarische Aufnahme einer Atombombenexplosion im Bikini-Atoll von 1946 für 3.000 Euro (Taxe 900 EUR) – auch hier zustande kamen.

Bemerkenswert waren vor allem die 3.200 Euro, die Georg Schafferts vier Aufnahmen von Tilman Riemenschneiders Creglinger Altar um 1935 abräumten – klassische Bildhauerkunst und moderne Ablichtungstechnik, die hier zu einer interessanten und ästhetisch bestechenden Interpretation führten, gingen eine offenbar unwiderstehlich Einheit ein (Taxe 500 EUR). Bei den bedeutenderen Fotografen musste man sich oft mit späteren Abzügen zufrieden geben, so dass Andreas Feiningers kontrastreiches Hafenbildnis „Hudson River Waterfront at Midtown“ von 1945/87 mit 4.200 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder Heinz Hajek-Halkes fleischiger Frauenakt aus den frühen 1930er Jahren ebenfalls in einer späteren Ausgabe mit 3.000 Euro noch vergleichsweise günstig lagen (Taxe 2.000 EUR). Auch Walker Evans hatte sein „Abandoned Ante-Bellum Plantation House, Vicksburg, Mississippi“ 1936 aufgenommen und in den 1970er Jahren noch einmal abgezogen. Es kostete nun 2.400 Euro (Taxe 2.500 EUR). Brett Westons Wüste mit Licht- und Schattenspielen in „Dunes and Clouds, Shoshone“ von 1969 kam taxgerecht bei 2.500 Euro ans Ziel.

Eine deutliche Steigerung erlebte der „Museum archer“ von Elliott Erwitt. Die weibliche Bronzestatue, die auf einen Besucher in der Raumflucht des Museums zielt, kam auf 2.200 Euro (Taxe 900 EUR). Von 1.500 Euro auf 2.500 Euro brachten es die beiden einander ergänzenden Bilder von Karosserieteilen, die Peter Keetman im Wolfsburger Volkswagenwerk 1953 aufnahm, von 1.000 Euro auf 2.200 Euro Stefan Moses’ Künstlerportrait von Joseph Beuys mit dessen „Transsibirischer Bahn“ aus dem Jahr 1968 und von 900 Euro auf 1.400 Euro der Vintage „Regenschauer am S-Bahnhof Nöldnerplatz“, mit dem Christian Borchert 1971 die Tristesse in der DDR einfing. Gelegentlich war Experimentelles gefragt: Genja Jonas’ surrealistische Collage mit versatzstückhaften Architekturen und Personen vor einer Wolkenlandschaft aus den 1920er Jahren kletterte von 600 auf 1.900 Euro, Floris Michael Neusüss’ Unikat „Nudogramm of pregnant woman“ aus dem Jahr 1967 schaffte immerhin 8.000 Euro (Taxe 9.500 EUR). So freute sich Tilman Bassenge schließlich über eine hohe losbezogene Verkaufsquote von 71 Prozent und über einen Bruttoumsatz von 567.000 Euro, der die Schätzpreissumme um rund 100.000 Euro überstieg.

Die Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



19.08.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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09.06.2010, Fotografie

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Galerie Bassenge

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Jakobs Leiter

Kunstwerk:

Julia Margaret Cameron, Virginia, um 1864
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Kunstwerk:

Giacomo Caneva zugeschrieben, Junger
 Mann in der Pose von Tischbeins „Goethe in der Campagna“, 1850er Jahre
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Kunstwerk:

Robert MacPherson, Cloaca Maxima, 1858 oder früher
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Hans
 Watzek, A Village Corner, 1899
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Genja Jonas, Surrealistische Fotocollage, 1920er Jahre
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Kunstwerk:

Franz Hanfstaengl zugeschrieben, Märchenball von „Jung-München“, 1862
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Leopold Ahrendts, Königliche Hofapotheke, frühe 1850er Jahre

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Taxe: 2.000,- EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 4011

Hans Watzek, A Village Corner, 1899

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Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 4139

Giacomo Caneva zugeschrieben, Junger Mann in der Pose von Tischbeins „Goethe in der Campagna“, 1850er Jahre

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Taxe: 300,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 4045

Robert MacPherson, Cloaca Maxima, 1858 oder früher

Robert MacPherson, Cloaca Maxima, 1858 oder früher

Taxe: 1.200,- EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 4102

Franz Hanfstaengl zugeschrieben, Märchenball von „Jung-München“, 1862

Franz Hanfstaengl zugeschrieben, Märchenball von „Jung-München“, 1862

Taxe: 18.000,- EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

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Julia Margaret Cameron, Virginia, um 1864

Julia Margaret Cameron, Virginia, um 1864

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 4043

Carl Ferdinand Stelzner, Portrait einer jungen Dame, um 1845

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Genja Jonas, Surrealistische Fotocollage, 1920er Jahre

Genja Jonas, Surrealistische Fotocollage, 1920er Jahre

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