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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten im Kinsky Wien

Frivole Figuralität



Alexander Coosemans, Stillleben mit Früchten, Spargel und einer Weinkaraffe

Alexander Coosemans, Stillleben mit Früchten, Spargel und einer Weinkaraffe

Seine 80ste Kunst- und Antiquitätenauktion beginnt das Wiener Kinsky am 28. September mit einem üppig bestückten Stillleben des Antwerpener Malers Alexander Coosemans. Obst und Gemüse wie Spargel, Wein, Pfirsiche, Kürbisse und Granatäpfel sind dort zu einem wie zufällig in die Landschaft hingeworfenen Arrangement komponiert, überragt von einer Rotweinkaraffe und im Hintergrund mit Blick auf ein Gebirge unterm Abendhimmel. Der 1627 geborene Coosemans hielt sich zwischen 1649 und 1651 in Italien auf, vor allem in Rom, wo er mit berühmten italienischen Stilllebenmalern seiner Zeit in Berührung kam. Das 80 mal 96 Zentimeter große Gemälde, das das Kinsky aus einer österreichischen Sammlung für 15.000 bis 30.000 Euro anbietet, lässt manche Ergebnisse aus diesen neuen künstlerischen Erfahrungen erkennen. Vom Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie in Den Haag wurde die Echtheit des Gemäldes bestätigt.


Alte Meister

Auf Kinskys Frühherbstauktion haben die Alten Meister traditionell einen relativ starken Auftritt. 60.000 bis 100.000 Euro soll etwa eine der erdig-melancholischen Landschaften Jan van Goyens kosten, hier mit einer großen, aber etwas klapprigen Wassermühle an einem trüben Flusslauf. Das Gemälde ist auf das Jahr 1650 datiert. Eine kleinformatige Landschaftsstudie Jacob van Ruisdaels aus den frühen 1660er Jahren mit Wald und Wasserfall soll 25.000 bis 50.000 Euro kosten. Noch einmal kommt die Stilllebenmalerei mit dem Venezianer Francesco Guardi um 1750 zum Zug. Seine Pendants mit duftig hingetupften Blumen und Früchten, die von Vögeln angepickt werden, waren indes bereits im vergangenen April an 80.000 bis 150.000 Euro gescheitert. Nun stehen sie bei 50.000 bis 80.000 Euro.

Zu den wenigen deutschen Künstlern des 17ten Jahrhunderts von Rang gehört der Schwabe Johann Heiss. Im Winter 2002/03 war sein allegorisches Bild „Minerva als Göttin der Künste“ in einer umfangreicheren Monografie des Zeppelin Museums Friedrichshafen ausgestellt und brachte es sogar auf den Titel des zugehörigen Katalogs. Heiss errang besonders als Lehrer an Joachim von Sandrarts Augsburger Kunstakademie einige Bedeutung. Leider ist der Erhaltungszustand des aus Weißenhorner Privatbesitzes für 40.000 bis 70.000 Euro offerierten Gemäldes nicht der allererfreulichste. Dies gilt auch für eine Hafenszene mit Ruinen und Staffage seines in Frankfurt am Main geborenen, später in den Niederlanden lebenden Zeitgenossen Johannes Lingelbach (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Im Stil des lustigen Bauern-Brueghel ist eine Dorfszene mit Bauern vor einer Taverne des Pieter de Bloot gestaltet. Zwar hat der Maler auf Raufereien und dergleichen zünftige Ereignisse verzichtet, doch ohne ein in die Ecke kackendes Kind kommt auch diese vergleichsweise beschauliche Dorfszene nicht aus (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Später führte der gebürtige Vorarlberger Jakob Franz Zipper diese Gattung fort, wenngleich auf etwas andere Art: Wie eine Historienszene ist sein ärmliches Interieur eines Wirtshauses mit feiernden Bauern aufgebaut (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Stilistisch ähnlich auf die bewegte Malweise des Rokoko hinweisend ist Wolfgang Andreas Heindls rund anderthalb Meter breite Leinwand mit der Darstellung des Auszugs der Söhne Jakobs wohl aus den 1740er Jahren. Hier sind derbe Bauernburschen wirklich zu Trägern einer tiefen biblischen Historie geworden (Taxe 13.000 bis 20.000 EUR).

Neuere Meister

Eine beachtliche Bildserie mit Aquarellen Rudolf von Alts leitet die Neueren Meister ein. Die 17 Blätter besitzen verschiedene Provenienzen. Ehemals im Bestand der böhmischen Grafen Buquoy-Longueval befand sich einst eine fünfteilige Folge von Innenansichten langer Gänge, düsterer Treppenhäuser oder intimer Erker des neugotisch umgebauten Schlosses Rosenberg, die Alt zwischen 1853 und 1858 im Auftrag des Adligen erstellte (Taxen zwischen 3.000 und 15.000 EUR). Neben einer Reihe von Landschaften ist aber vor allem seine römische Impression des Forum Romanum mit der Kirche Santa Francesca Romana und dem Titusbogen eine echte Augenweide. Allein die Breite von über siebzig Zentimetern beeindruckt. Darüber hinaus ist hier die technische Brillanz in der Wiedergabe auch kleinster Details bis zur Vollendung geführt. 100.000 bis 200.000 Euro stellen trotz dieser bestechenden Qualitäten jedoch einen hohen Anspruch.

Diesem Aufgebot steht eine solide Materialbasis zur Seite, darunter ein großes Blumenstillleben Leopold Zinnöggers für 15.000 bis 25.000 Euro, eine spätromantische Flusslandschaft der Gail mit dem Berg Oisternik von dem Kärntner Markus Pernhart für 23.000 bis 40.000 Euro oder ein Bild Alexander Koesters mit zwölf Enten, deren jede mit etwas über 2.000 bis 4.000 Euro veranschlagt ist. Unter den Portraits ragt ein ungekünsteltes Bildnis des Mediziners Carl Freiherr von Rokitansky aus der Hand Anton Romakos hervor sowie eine junge Schauspielerin in dramatischer Pose um 1876/78, deren Abkonterfaktur lediglich dem Umkreis Hans Makarts zugeschrieben wird. Beide Gemälde, von denen ersteres vor einem Jahr schon einmal im Kinsky gehandelt wurde, sollen zwischen 25.000 und 45.000 Euro einbringen.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Der Österreich-Schwerpunkt setzt sich, wie im Kinsky üblich, bei den Modernen und Zeitgenossen fort. Selbst ein Aquarell des deutschen Expressionisten Erich Heckel aus dem Jahr 1940 zeigt doch einen Blick auf Dürnstein (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Neben den Zeichnungen wie einem späten Blumenaquarell Oskar Kokoschkas aus dem Jahr 1968 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) stehen vor allem Gemälde im Mittelpunkt. Marktübliche 15.000 bis 30.000 Euro werden für einen Berghof Oskar Mulleys erwartet, ebensoviel für eine kleine, abstrahierte Landschaftsskizze Koloman Mosers um 1912 mit dem Titel „Mondnacht an der Donau (Wachau)“. Ein ungewöhnliches Gemälde ist Franz Schadens „Tafelrunde“ aus dem Jahr 1930. Es beobachtet aus der Vogelperspektive eine mittelalterliche Festgesellschaft mit Tanz, Schmaus und Liebesspiel, wirkt dabei aber derart grafisch wie ein heute etwas in die Jahre gekommenes Strategiespiel für den PC. Um 12.000 bis 22.000 Euro sucht die bemalte Platte einen Liebhaber von Kuriositäten.

Auch Karl Mediz gehört nicht gerade zu den Superstars der Moderne. Seine spätsymbolistischen, surrealen Gemälde lassen gelegentlich an Künstler wie Alfred Kubin oder Franz Sedlacek denken. Auch seine „Ruhe auf der Flucht“ verlegt er unter eine mächtige, fantastische Baumkrone in mysteriöser Mondlandschaft und stellt damit eine jahrhundertelange Darstellungstradition biblischer Historien in ein neues Umfeld. Die 1903 gemalte Leinwand ist mit 15.000 bis 25.000 Euro veranschlagt. Wilhelm Nikolaus Prachenskys 1927 datierter „Bauernhof im oberen Etschtal“ scheiterte innerhalb der vergangenen gut zwei Jahre bereits zweimal im Kinsky, wohl wegen der schweren Verdaulichkeit seiner grauweißen Farbigkeit. Daher ist der Preis jetzt auf 30.000 bis 60.000 Euro nochmals reduziert.

Werke wie Xenia Hausners Doppelbildnis „Alles Walzer I“ von 1997 (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR), Alfred Kornbergers „Zwei Figuren auf Weiß“ von 1998 für anspruchsvolle 30.000 bis 60.000 Euro oder Hermann Nitschs „Relikt der 56. Aktion, überarbeitet“ von 1977 für 20.000 bis 40.000 Euro gehören mehr oder minder zum zeitgenössischen Standardprogramm des Hauses, ebenso wie die flächenbetonten, übersichtlichen Abstraktionen Eduard Angeli, etwa die Pastellarbeit „Der Palast“ von 2004 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Neben einem stacheligen Aluminium-„Bett“ des jüngst verstorbenen Bruno Gironcoli für 25.000 bis 40.000 Euro stellt die Skulpturenabteilung mit Ferdinand Böhmes lebensgroßem Marmortorso „Fifi Mutzenbacher“ von 1998 eine betont manierierte Figürlichkeit mit frivolen Zügen zur Verfügung (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR). Teuerstes Gemälde ist Ernst Fuchs’ aufgedonnerte „Papagena“ aus dem Jahr 1988 für 80.000 bis 150.000 Euro.

Antiquitäten

Bleiben noch die erlesenen Antiquitäten am 29. September. Sie starten mit einigen Glasarbeiten wie einem Biedermeier-Ansichtenbecher Ludwig Mohns um 1815, der das Gartenpalais Schwarzenberg zeigt (Taxe 8.000 bis 15.000 EUR), oder mehreren orientalisch geschmückten Historismusvasen und -schalen beispielsweise von Philippe-Joseph Brocard in Paris oder J. & L. Lobmeyr in Wien um 1878/80 für bis zu 20.000 Euro. Reich ist die Auswahl an qualitätvollen Möbeln, doch selten lassen sie sich genauer zuordnen als ein bunt bemalter Tabernakelschrank des fortgeschrittenen 18ten Jahrhunderts in den Umkreis des oberösterreichischen Stifts St. Florian (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR) oder ein 1781 datierter Rokokohallenschrank ins Pinzgau (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Immerhin ist mit Carl Gustaf Lundquist, der 1782 in Stockholm auf die Welt kam, einmal ein Name fassbar, und nicht weniger als sein 1817 geschaffenes Meisterstück ist der große Schreibsekretärs in Form einer gestutzten Pyramide, der sich ehemals im Besitz der Fürsten von Schwarzenberg befand und nun 35.000 bis 50.000 Euro einspielen soll. Eugenio Quarti schließlich kann in seinem maurisch anmutenden Bibliothekstisch die Schulung im Atelier des berühmten Carlo Bugatti nicht verleugnen (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. September um 15 Uhr mit den Alten Meistern und wird am 29. September um 16 Uhr mit den Antiquitäten beendet. Die Vorbesichtigung läuft vom 23. September bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.imkinsky.com einsehbar.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



23.09.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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