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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Qualitätvolle Kunst und die gute Provenienz aus der Sammlung Neuberger Berman and Lehman Brothers bescherten Sotheby’s und den Gläubigern der Pleitebank satte Einnahmen

Eisiger Heimweg



Den kalten Wind und die klirrende Kälte scheint man förmlich in dem Ölgemälde von Liu Ye zu spüren. Die metallischen Farben, die vereinfachten Umrisse und die stilisierten Formen der Figuren bringen eine eisige Atmosphäre mit sich. Eine Mutter und ihr Kind gehen mit ihrem Hund „The Long Way Home“ durch den Schnee. Nun tritt das Bild erneut seine Reise für 800.000 Dollar entgegen der Erwartung von 500.000 bis 700.000 Dollar in eine Privatsammlung an. Ebenso wie Julie Mehretus Werk „Untitled 1“ gehört es zu den Topsellern in der New Yorker Auktion von Sotheby’s, wo am vergangenen Samstag die Liquidierung der „Selected Works from the Neuberger Berman and Lehman Brothers Corporate Art Collection“ auf dem Programm stand. Ein Privatsammler blätterte bei der Versteigerung 850.000 Dollar für die dynamische Komposition aus einer von bunten Halbkreisen und Ellipsen überspannten Stadtsilhouette hin und bewilligte ebenfalls mehr als die geschätzten 600.000 bis 800.000 Dollar. Noch nie zuvor hat ein Werk der äthiopisch-amerikanischen Künstlerin einen so hohen Wert bei einer Auktion erzielt. Dieser Kauf ist symptomatisch für die Ergebnisse der Auktion insgesamt. Denn Sotheby’s kann weitere 16 Künstlerrekorde verzeichnen, darunter auch für Glenn Ligons „Invisble Man (Two Viewers)“. Die beiden Leinwände tragen zwei Texttafeln mit der sich auflösenden Selbstbeschreibung eines Mannes. Von 100.000 Dollar schwangen sie sich zu 360.000 Dollar auf.


Einen guten Verkauf scheint Gerhard Richter zu garantieren. Alle vier Werke gingen für mehr als die oberen Taxgrenzen über das Auktionspult. Das „Abstrakte Bild (763-9)“ in Grau und Schwarz mit horizontalen Ritzungen aus dem Jahr 1992 fand für 420.000 Dollar einen neuen Besitzer (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). In den deutschen Landesfarben gemalt, erzielte sein Pendant „Abstraktes Bild (763-5)“ denselben Preis, obwohl es nur auf 200.000 bis 300.000 Dollar angesetzt war. Auch die Fotolithografie von „Betty“ ließ sich nicht lumpen. Statt für 100.000 bis 150.000 Dollar wurde die geheimnisvolle Seitenansicht der schönen Frau für 380.000 Dollar gehandelt. Und schließlich machte sich das „Misty Self Portrait“, eine verschwommene Fotografie mit einem zarten Fluss an Ölfarbe von 1990, bei 45.000 Dollar davon (Taxe 25.000 bis 35.000 USD).

Das gleiche kann man auch über Neo Rauch sagen, dessen in rot gehaltener rätselhafter „Einbruch“ einer Statue durch den Boden in eine Menschenrunde von 1999 die Erwartungen mit 450.000 Dollar erfüllte (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). An der Skulptur „Mann in schwarzen Hosen“ erfreut sich nun für 70.000 Dollar ein neuer Liebhaber. Stephan Balkenhol hat ihn aufrecht stehend und in die Ferne schauend aus dem Holz geschnitten (Taxe 50.000 bis 70.000 USD). Gute Preise für deutsche Kunst gab es außerdem noch für Dirk Skrebers putzigen Hochhausturm von 1994 mit 70.000 Dollar (Taxe 40.000 bis 60.000 USD), Andreas Gurskys Fotografie „Niagara Falls“ von 1989 mit 130.000 Dollar (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), Thomas Struths asiatischer Menschenballung „Shibuya Crossing, Tokyo“ von 1991 mit 55.000 Dollar (Taxe 20.000 bis 30.000 USD) oder für den jungen Matthias Meyer. Der Richter-Schüler trat erstmals bei einer Auktion in Erscheinung und hatte sowohl mit seinem verschwommenen Stadtbild „Chicago“ von 2007 bei 12.000 Dollar (Taxe 8.000 bis 12.000 USD) und den gleichaltrigen abstrakten Farbschlieren „Waterfall 4“ bei 10.000 Dollar Erfolg (Taxe 6.000 bis 8.000 USD).

Neben den zahlreichen internationalen Käufern und den erfolgreichen Onlinebietern waren auch einige Museen im Auktionssaal. Das Museum Art Center Buenos Aires darf Callum Innes’ „Exposed Painting Charcoal Black, Gold Green“, Karen Davies „Psyche“ und Robert Longos „Untitled (November 2)“ sein Eigen nennen. Das im Jahr 2000 entstandene minimalistische Bild von Innes, eine Anordnung von einem grauen, schwarzen und zwei weißen Rechtecken, erzielte mit 36.000 Dollar einen neuen Auktionsrekord (Taxe 20.000 bis 30.000 USD), für Davies plastisch wirkende, psychedelische Schlangenlinienkomposition in Rottönen „Psyche“ fiel der Hammer bei 60.000 Dollar (Taxe 30.000 bis 40.000 USD) und mit 75.000 Dollar erreichte Longos aufgeblähte rote Rose aus Kohle und Tinte die Schätzung von 80.000 bis 120.000 Dollar nicht ganz.

Tobias Meyer, Auktionator des Tages und Leiter der Abteilung für zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s, äußerte sich begeistert über die Sammlung; sie sei nicht nur vorausschauend und sorgfältig zusammengekauft, sondern die Firmenchefs hätten auch ein sicheres Gespür bewiesen, indem sie sich oft nicht von einem etablierten Künstlernamen leiten ließen, sondern einzig von der Qualität der Kunst und dem Talent des Künstlers. Daher seien Werke teilweise vor dem internationalen Durchbruch der Künstler in die Sammlung gelangt. Doch ein guter Name bürgt nicht immer für einen Verkaufserfolg. So geschehen bei Damien Hirsts blauem Küchenregal, das schon 1994, ein Jahr nach seiner Entstehung und drei Jahre vor der legendären Londoner „Sensation“-Ausstellung, Eingang in die Firmensammlung fand. Ausgezeichnet mit dem höchsten Schätzpreis von 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar, blieb es, wie etwa auch Daniel Burens „Une Peinture en 4“ mit Streifen und Kreuz (Taxe 50.000 bis 70.000 USD), trotzdem liegen.

Doch die Rückläufer hielten sich in Grenzen. So zeigte sich auch Kimblery Macleod, die Sprecherin der Lehman Holding, mit der losbezogenen Zuschlagsquote von etwas über 83 Prozent und dem Umsatz 12,3 Millionen Dollar zufrieden, der die obere Schätzpreissumme einstellte. Verantwortlich dafür war etwa Olafur Eliasson. Für seine 50teilige, bunte „The Waterfall Series“ blätterte ein amerikanischer Privatsammler immerhin 380.000 Dollar hin (Taxe 60.000 bis 80.000 USD). Ingrid Calames energiegeladene Lackkomposition auf Aluminium aus roten, blauen und grünen Farbspritzern feuerte die Bieter ebenfalls an, den Preis bis 70.000 Dollar hochzutreiben (Taxe 8.000 bis 12.000 USD). Die „Honey Jars“ von Janet Fish strahlen nun mit ihren spiralförmigen Waben für 110.000 Dollar woanders in ihrem goldenen Licht (Taxe 25.000 bis 35.000 USD), Alighiero Boettis kleine quadratische Philosophiestickereien „Le Infinite Possibilità di Esistere“ regen nun für je 40.000 Dollar einen neuen Sammler zum Nachdenken an (Taxe je 15.000 bis 20.000 USD), und auch Imi Knoebel kann mit 19.000 Dollar für seine frühe Collage aus Metall, Klebeband, Glas und orangefarbenen Übermalungen von 1983 zufrieden sein (Taxe 8.000 bis 12.000 USD).

Mark Grotjahn schaffte es mit seiner verwirrenden und interessanten perspektivischen und farbenfrohen Komposition „Untitled (Three-tiered Perspective)“ auf das Titelblatt des Katalogs. In der Auktion erreichte sie dann 650.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Einen hohen Preis gab es noch für John Baldessaris konzeptuelle Fotoarbeit „Stares (with Lamps)“ von 1986 mit taxgerechten 400.000 Dollar. Der Schwimmer von Fang Lijun gräbt sich unter der gleißenden Sonne durch die lichtdurchfluteten Wellen. Das Ölgemälde war auf 200.000 bis 300.000 Dollar angesetzt, brachte aber 310.000 Dollar ein. Mit 240.000 Dollar unterlagen die grauen Himmelsbilder, die Félix González-Torres 1994 als Metapher für das Reisen konzipierte, ihrer Schätzung von 350.000 bis 450.000 Dollar um einiges, ebenso Paul Pfeiffers medienkritisches Video „Long Count III (Thriller in Manila)“ mit 60.000 Dollar oder die animierende Lichtinstallation „Between them“ von Jim Hodges mit 70.000 Dollar (Taxen je 100.000 bis 150.000 USD). Doch die Gläubiger wollen Geld sehen und werden auch mit diesen Preisen einverstanden sein.

Erfolgreicher schnitt dann wieder Sol LeWitts Liniengeflecht in den Grundfarben Blau, Gelb und Rot seines mehrteiligen „Wall Drawing No. 91“ von 1971 ab. 230.000 Dollar sind Spitzenpreis in dieser Gattung (Taxe 150.000 bis 200.000 USD). Rekord für eine Arbeit auf Papier ist zudem Anish Kapoors wolkig graues „Untitled“, getränkt in Öl und Emulsion, für 60.000 Dollar (Taxe 25.000 bis 35.000 USD). Tara Donovans dreiteilige Arbeit von schwarzweißen, kleinteiligen Reliefdrucken brachte 20.000 Dollar (Taxe 12.000 bis 18.000 USD). Auch Rodney Grahams auf den Kopf gestelltes Baumbild „Welsh Oaks (No. 6)“ von 1998 darf sich mit 160.000 Dollar über den ersten Platz in seinem Auktionsranking freuen (Taxe 70.000 bis 90.000 USD), ebenso John Cages lang gestreckte sanfte Farbspuren „New River Rocks and Smoke“ mit Rauchspuren von 1990 bei 34.000 Dollar (Taxe 15.000 bis 20.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



01.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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25.09.2010, Selected Works from the Neuberger Berman and Lehman Brothers Corporate Art Collections

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