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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s legt zur Frieze Art Fair in London wieder eine Auktion mit Gegenwartskunst auf

Jerry Hall im achten Monat



Der Londoner Kunstherbst steuert mit der Frieze Art Fair vom 14. bis 17. Oktober seinem Höhepunkt entgegen. So nimmt es nicht Wunder, dass auch die großen Auktionshäuser mit ihrer Gegenwartskunst um die Gunst der anwesenden Sammler buhlen. Das Programm ist diesmal übersichtlich, verzichtet auf die Schwergewichte der klassischen Nachkriegskunst und versammelt eher die jüngeren Generationen. So schmückt kein Francis Bacon, kein Lucio Fontana, kein Gerhard Richter und kein Jeff Koons die Abendveranstaltung von Sotheby’s am 15. Oktober. Von den anderen Stars gibt es meist nur kleinere Arbeiten – im wahrsten Sinne des Wortes: Lucian Freuds korpulente Frauenakt „Eight Months Gone“ aus dem Jahr 1997 beispielsweise misst nur circa zehn mal fünfzehn Zentimeter. Dennoch ist er mit 300.000 bis 400.000 Pfund beziffert. Das ähnlich kleinformatige Stilllebenfrühwerk „Quinces“ aus dem Jahr 1944 steht bei 150.000 bis 200.000 Pfund. Der teuerste der fünf Andy Warhols ist eine rund 230 mal 180 Zentimeter große, mit Diamantstaub veredelte Damenschuhsammlung unter dem Titel „Diamond Dust Shoes“, sichtlich eine der späten Arbeiten des Meisters aus dem Jahr 1980. Sie soll 1,3 bis 1,6 Millionen Pfund kosten. Die Gesamtsumme der Schätzung für die vierzig Losnummern liegt bei gut zehn Millionen Pfund. Immerhin findet überhaupt eine Abendveranstaltung statt: Im vergangenen Jahr war sie wegen der schlechten Konjunktur ganz ausgefallen.


Warhols Schuhe bilden den einzigen Millionenpreis. Alles Andere bewegt sich überwiegend in der unteren Hälfte der Sechsstelligkeit: Juan Muñoz’ graue Figur „The Inventor of Mirros“, die geheimnisvoll aus einem gestreiften Hintergrund heraustritt (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Antony Gormleys lebensgroßer Bleimann auf der Suche nach „Contact“ (Taxe 230.000 bis 280.000 GBP) und zwei Scheiben Anish Kapoors, die eine glatt, glänzend und aus schwarzem Granit von 2003 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP), die andere rot, rau und wie eben erst in der Mitte des Herstellungsprozesses steckengeblieben (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Auch die berühmten Sammler haben sich für diesen Termin nicht von ihren Schätzen trennen können. Als einziger großer Name taucht das Fotomodell Jerry Hall auf. Aus ihrer überwiegend gegenständlich besetzten Kollektion stammen auch die beiden Freud-Reliquien: Der liegende Frauenakt ist sie selbst, hochschwanger mit ihrem vierten Kind von ihrem langjährigen Lebensgefährten Mick Jagger. Ferner hat sie Frank Auerbachs in einem pastosen Farbgemisch aufgelöstes Portrait „Head of Helen Gillespie IV“ aus dem Jahr 1965 für 700.000 bis 900.000 Pfund und ein querformatiges Bildnis eingeliefert, in dem Francesco Clemente sie 1997 nicht gerade als Schönheit, aber als Dame von Mode und Pop beschreibt (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Bei weitgehender Absenz der funkelnden Stars schlägt die Stunde der jüngeren Künstler. So konnte es der 1963 geborene Ged Quinn, der sein Studium unter anderem in Düsseldorf und Amsterdam absolvierte, mit seinem „Jonestown Radio“ für 20.000 bis 30.000 Pfund sogar auf die erste Position bringen. Das Gerät scheint wie ein außerirdisches Objekt in eine klassizistisch anmutende Landschaft hineingefallen. Absolute No-Names sind aber nicht dabei: Gabriel Orozcos an die Konkrete Kunst gemahnendes „Samurai Tree (Invariant 5)“ von 2005 (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP), Piotr Uklanskis 164 Portraitfotos verschiedener Schauspieler in Bösewichtrollen „The Nazis“ von 1998 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) und Mark Grotjahns „Orange Butterfly Green MG 03“ für 350.000 bis 450.000 Pfund sind ziemlich unverwechselbare Stücke häufiger Wiedergänger auf Londoner und New Yorker Abendauktionen. Zur jüngeren Generation gehören auch Mark Bradford, vertreten durch ein „White Painting“ mit Gitterstrukturen und Zeitungsschnipseln von 2009 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), sowie Elizabeth Peyton, die in dem kleinformatigen „Arsenal“ den käsebleichen Prinzen Harry inmitten einer Gruppe Jugendlicher zeigt. Das Bildnis entstand im Todesjahr von Lady Diana 1997 nach einem Zeitungsfoto vom Fußballspiel (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Den Höchstschätzpreis der deutschen Künstler teilen sich Andreas Gurskys Großfoto des roten Massenaufmarsches „Pyongyang IV“ aus dem Jahr 2007 und Anselm Kiefers dornenreiches Sinnbild „Böhmen liegt am Meer“ aus den Jahren 1989/98 für jeweils 500.000 bis 700.000 Pfund. Von Albert Oehlen gibt es ein sehr schönes, farblich harmonisches Großformat ohne Titel in der für den Künstler charakteristischen Mischung aus gegenständlichen und abstrakten Formen. Mit 250.000 bis 350.000 Pfund wird ein neuer Oehlen-Rekord angestrebt. Altmeister Georg Baselitz stellt das unprätentiöse Stillleben „Flieder“ aus dem Jahr 1974 bereit und auf den Kopf. Vo elf Jahren hatte das zarte, aber mit fast zwei Metern Höhe keineswegs niedliche Bild bei Christie‘s 170.000 Dollar gekostet. Jetzt ist es mit 300.000 bis 400.000 Pfund bewertet.

Rund 220 weitere Werke kommen am folgenden Tag zum Aufruf. In der ersten Hälfte finden sich doch noch zahlreiche Prominente, auch weil die zeitgenössische Kunst großzügig ausgelegt wird. So geben sich Jan Schoonhoven mit einer reliefierten Struktur in Weiß unter der Nummer „R69-23“ für 150.000 bis 200.000 Pfund, Herman de Vries mit der ebenso weißen Vertikalgliederung „V67 – 100 (Stochastic Shadows)“ von 1967 für 10.000 bis 15.000 Pfund und Josef Albers mit einer schönen „Hommage to the Square“ in Rot-Blau von 1961 für 100.000 bis 150.000 Pfund die Ehre. Als eine seiner legitimen Nachfolgerinnen schließt sich gleich darauf Bridget Riley mit der vertikalen Linienstruktur „Bright Shade“ aus dem Jahr 1985 an (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Zu Wellenformen hat Julio Le Parc seine Regenbogenfarben 1973 in „Ondes 134“ verarbeitet (Taxe 8.000 bis 10.000 GBP).

Einer der großen Aufsteiger der letzten Jahre unter den deutschen Künstlern ist Günther Uecker. Mit 200.000 bis 300.000 Pfund für ein kreisförmiges Nagelbild von 1969 soll der erreichte Standard gehalten werden. Neo Rauchs rotbraunes „Werf“ von 1998 für 100.000 bis 150.000 Pfund, wo das fehlende „t“ am Schluss des Titels die Tätigkeit der Männer beschreiben würde, eine kleine Anzahl Papierarbeiten des kürzlich verstorbenen Malerhumoristen Sigmar Polke für bis zu 40.000 Pfund, Gotthard Graubners beigefarbenes, wolkiges Kissenbild von 1968 für 30.000 bis 40.000 Pfund oder Heinz Macks serielle, schwarzweiße Vertikalstruktur von 1960/61 für 40.000 bis 50.000 Pfund runden die deutsche Offerte ab. Mit Christoph Ruckhäberles stilisierter „Plakatwand“ von 2005 und Thomas Zipps auf Stoff aufgemaltem einsamem Baum „41“ von 2003 treten Arbeiten aus dem neuen Jahrtausend dazu (Taxen je 15.000 bis 20.000 GBP).

Die jüngere Kunst wird meistens noch bunter, schriller und aufdringlicher, etwa Takashi Murakamis Louis Vuitton-Verschnitt „Eye Love Superflat“ von 2006 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP), Jin Meyerson mit seinem „Steeplechase“ von 2004, in dem die Jockeys in einem schlierigen Farbmeer versinken (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP), oder Christian Holstad mit der grünen gesteppten Decke „The Brain Quilt“ von 2002 (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Auch Farhad Moshiri hat sich dem Motiv des Hirns angenommen und es 2005 aus goldenen Pailletten aufgestickt (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP). Die Windungen greift Christian Ward in seinem bunten Höhlenbildnis „Desert Hole (Morning Light)“ 2006 wieder auf (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP). Ganz auf einen Kopf hat Enrico David bei „Cora“ verzichtet und seiner schlanken Schönheit einen Schmetterling aufgesetzt (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP). Das Wilde und Lärmende übertragen Aaron Spangler mit seiner schwarzen Wildwestromantik „A Little Indian“ von 2005 (Taxe 5.000 bis 7.000 GBP) oder Jitish Kallat mit seinem weißen, motorradfahrenden Tiergerippe „Ignitaurus“ von 2008 ins Dreidimensionale (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP). Hintergründig kommt dagegen die Installation „Top an Bottom“ von Michael Elmgreen und Ingar Dragset daher. 2007 wurde ein schwarzer Schlauch zehnmal an zwei Wasserhähnen angeschlossen und soll nun 6.000 bis 8.000 Pfund einspielen.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



13.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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