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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Glas bei Fischer in Heilbronn

Glas gleich Kunst



Zwei Privatsammlungen hat der Heilbronner Glasspezialist Jürgen Fischer während seiner großen Herbstauktion am 16. Oktober im Programm. Die eine stammt aus dem Besitz des 1997 verstorbenen Mediziners Heinz Kirchhoff und ist mit fast 120 Objekten vor allem umfangreich. Kirchhoff und seine Frau begannen nach ihrer aktiven Berufszeit, zeitgenössisches Glas zusammenzutragen, und haben viele der in der Sammlung vertretenen Künstler persönlich gekannt. So sind es vor allem die schrillen 1980er und 1990er Jahre, die hier ihren Niederschlag gefunden haben. Mary Ann Zynsky beispielsweise lässt es in ihrem expressiven Schalenobjekt „Night out“ von circa 1993 für 8.500 Euro farblich regelrecht krachen, ebenso Stephen Rolfe Powell in seiner großen Vase „Tanguerine Buns Smith“ von 1994 für 4.500 Euro. Kunst und Design der 1970er Jahre zeigt dagegen Harvey K. Littletons kobaltblau unterfangene Skulptur, deren drei röhrenartigen Elemente wie im noch laufenden Schmelzprozess ineinander fließen. Auch dieses Stück wird für 4.500 Euro angeboten.


Die Sammlung Kupfermunz dagegen wirkt sichtlich wählerischer als die des Ehepaars Kirchhoff. Denn der hierfür angefertigte Sonderkatalog listet kaum zwanzig Lose, der Gesamtschätzpreis aber liegt bei nicht weniger als 420.000 Euro – nicht gerade häufig in diesem Marktsegment. Die Werke des tschechischen Künstlerpaares Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová werden heute weniger als Glas-, sondern vielmehr als Kunstobjekte in der Gattung Skulptur gehandelt, die eben im Medium Glas gefertigt sind. Elf dieser zum Teil großformatigen Werke gelangen zum Aufruf. Jeweils 50.000 Euro für den „Cross Head“ von 1988/89 und die „Diagonale“ von 1989 oder gar 60.000 Euro für die zwischen 1988 und 1998 entstandene Plastik „Table laid under the red evening sky“ mit einer Breite von fast neunzig Zentimeter stellen allerdings hohe Ansprüche an eine Zielgruppe, die wohl auch außerhalb der speziellen Glassammlerclique zu suchen ist. Die übrigen Angebote aus der Sammlung Kupfermunz bewegen sich im vierstelligen Schätzpreisbereich wie Dale Chihulys vierteilige „Seaforms“ von 1984 (Taxe 4.000 EUR) oder Karla Trinkleys wie eingefroren wirkendes Gefäß „Big Vessel“ aus etwa der gleichen Zeit für 6.500 Euro.

„Jagen und füll fangen Ist Deß Jeger Sein Belangen“ – dieser Sinnspruch auf einem fränkischen Glasbecher aus dem Jahr 1693, angeboten für 2.200 Euro in Fischers Hauptprogramm, könnte beispielhaft stehen für die Möglichkeiten, die sich den Glasliebhabern einmal mehr bieten, und den Begehrlichkeiten, die die mehr als neunhundert Objekte wecken dürften. Denn wie gewohnt hat der promovierte Spezialist ein Angebot hergezaubert, das für die professionellen Sammler wie für die Gelegenheitskäufer schöner Preziosen kaum Wünsche offen lässt. Und wie immer dürften vor allem diejenigen auf ihre Kosten kommen, die nicht nur die hundertste Gallé-Vase ihr Eigen nennen wollen, sondern sich auch für seltenere, oft des Alters wegen begehrte Stücke begeistern können. Einen signierten Pokal des Nürnberger „Cristall Schneiders“ Hermann Schwinger zum Beispiel, herrlich und in feinster Technik geschmückt mit Reiterkämpfen in einer Hügellandschaft, gibt es wirklich nicht alle Tage in jedem Auktionshaus. Entsprechend hoch ist der Schätzpreis: 12.000 Euro soll das um 1670 entstandene Stück kosten.

Dieses Glück, dass eines der Gefäße derart vom Künstler bezeichnet ist, widerfährt einem freilich nur selten. Zu solchen Raritäten gehören auch zwei Pokale – der eine mit, der andere ohne Deckel – des im schlesischen Warmbrunn tätigen Meisters Johann Sigismund Menzel. Beide zeigen eine Silhouette des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und sind nicht zuletzt aufgrund ihres frühklassizistischen Dekors ins ausgehende 18. Jahrhundert zu datieren (Taxen 6.800 und 2.500 EUR). Andere wiederum erfreuen durch herzhafte Frische und Unbefangenheit: Aus dem Fichtelgebirge stammt ein zylindrischer Humpen, der sich durch die 1716 datierte Inschrift und die derbe Malerei zweier Personen mit Hund, Stier und Kuh eindeutig als Besitztum zweier Hirten erklären lässt (Taxe 5.500 EUR).

Die beeindruckende Perfektion im Technischen, die die böhmische Glasproduktion des 19. Jahrhunderts auszeichnet, kündigt sich bereits in einem mit Blattranken geschmückten Deckelpokal und einem mit dem Wappen des Kurfürsten Maximilian Emanuel von Bayern versehenen Deckelpokal des frühen 18. Jahrhunderts an (Taxen 4.500 und 3.800 EUR). Zu nennen ist aus dieser Region auch Anton Simm, der sich für einen Pokal und einen Becher aus den Jahren 1832 und 1830 auf Leonardo da Vincis berühmtes Abendmahlsfresko berief und dieses in allenfalls etwas schwerfälliger Weise für seine Möglichkeiten adaptierte (Taxen je 2.800 EUR). Die Gräflich Buquoyschen Glashütten in Südböhmen stellten etwa zur gleichen Zeit ein Tête-à-tête-Teeservice her, dessen Poliergoldmalerei mit chinesischen Motiven den Eindruck von Porzellan erweckt. In Wahrheit aber ist dieses sechsteilige Geschirr aus schwarzem Hyalithglas gefertigt, einer besonderen Spezialität dieser Region, die sich am englischen Wedgwoodsteinzeug orientiert (Taxe 8.500 EUR).

Um Glas von Emile Gallé, das schon erwähnt wurde, kommt natürlich auch Fischer nicht herum. Jugendstilobjekte anzubieten ist ja auch keine Schande – und für Glashändler traditionell einer der einträglichsten Zweige. Vierstellige Preise sind hier die Regel, mitunter wird auch mehr angestrebt wie bei einer pilzförmigen Lampe der 1920er Jahre, die mit Heckenrosen geschmückt ist: 12.500 Euro stehen hier auf dem Etikett. Daneben gibt es eine Reihe Arbeiten von Daum Frères wie eine breite Vase mit Edelweiß um 1900 für 7.800 Euro oder ein etwas untersetztes Stück mit geheimnisvoll schimmernden Magnolien um 1913/15 (Taxe 8.800 EUR) sowie anderer Firmen, darunter eine schon ins Art Déco tendierende Vase von Gabriel Argy-Rousseau aus den späten 1920er Jahren für 4.200 Euro. Aus dem französischen Glas vor der Zeit des Jugendstil prangt eine historistische Karaffe der Pariser Compagnie de Cristallerie Baccarat um 1890, die mit feinen Schnittmustern im Stil des Rokoko geschmückt ist (Taxe 6.900 EUR).

Teuer wird es noch einmal mit den Produkten aus Murano. Sie bewegen sich preislich in der Nähe der Jugendstilgläser, mit denen sie ja auch gleichsam geistig manche Verwandtschaften offenbaren. Ein ganzes Aquarium mit Schildkröten um 1960 stellt Alfredo Barbini für 13.000 Euro zur Verfügung. Ercole Baroviers Vase „Caccia“ von 1962 (Taxe 5.200 EUR), Fulvio Bianconis „Scozzese“ um 1954 (Taxe 7.000 EUR), Ermanno Tosos „Millepiedi“ um 1957 (Taxe 12.000 EUR) oder Pollio Pereldas „Stellato a canne di Murrina“ aus dem Jahr 1953 für 11.000 Euro sind dann Beispiele der geradezu klassisch gewordenen Unternehmungen, die Errungenschaften der abstrakten Malerei mit dem praktischen Leben zu vereinen. Eine kleine Anzahl goldiger Vogeldarstellungen nach Entwürfen Alessandro Pianons für jeweils 2.200 Euro beschließt diese Abteilung.

Fast obligatorisch ist schließlich die Offerte tschechischen Glases der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Libensky und Brychtova steht hier auch ohne eine große Sammlung Kupfermunz regelmäßig an erster Stelle – nicht nur dieser Rubrik. Denn mit „Head V with square eye“ aus dem Jahr 1986 stellen sie bei 24.000 Euro auch das Hauptlos der regulären Auktion. Mit Lubomìr Blechas unbetitelter Vase in Apfelform von 1960 für 15.000 Euro und Frantisek Vízners statischem, fast minimalistischem Vasenobjekt aus kobaltblauem Glas von 1980 für 9.000 Euro stehen hier einige weitere Glanzstücke zur Verfügung. Unter den jüngsten Stücken verdient die manierierte Skulptur „Guardiano bianco battuto“ von Philip Baldwin und Monica Guggisberg um 2002 für 3.700 Euro eine Hervorhebung.

Die Auktion beginnt am Samstag, dem 16. Oktober, vormittags gegen 10 Uhr. Eine Vorbesichtigung ist noch am Freitag zwischen 9 und 16 Uhr möglich.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



14.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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