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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Neuere Meister im Wiener Dorotheum

Schöne Niederländer haben ihren Preis



Frederik Marinus Kruseman, Winterlandschaft mit Eisläufern vor einem Schloss, 1871

Frederik Marinus Kruseman, Winterlandschaft mit Eisläufern vor einem Schloss, 1871

Fast könnte man sie verwechseln, die Auktionsergebnisse der Alten Meister Teil I im Wiener Dorotheum am 13. Oktober und der Neueren Meister am Abend zuvor. Bei 55 Prozent lag die Zuschlagsquote, nach der Anzahl der Lose gerechnet, bei Letzteren, und das Gesamtnettoergebnis von fast 2,4 Millionen Euro fiel nur wenig niedriger aus als bei den Altmeistern. Dort waren es fünf Zuschläge jenseits der 100.000 Euro, hier drei – darunter aber auch der Höchstpreis der beiden Veranstaltungen: Ferdinand Georg Waldmüllers geschmackvoll arrangiertes und lichtdurchflutetes Gemälde „Die Kranzjungfer“ aus dem Jahr 1843 traf mit 360.000 Euro ungefähr die Mitte der ambitionierten, aber durch die vortreffliche Qualität des Gemäldes gerechtfertigen Schätzung. Überdies hatte es erst vor zwei Jahren bei Sotheby’s in London umgerechnet rund 290.000 Euro erzielt. Im Ergebnis erwiesen sich die Gemälde des 19. Jahrhunderts somit als ebenso solide wie die Künstler der frühen Neuzeit. Vor allem das Mittelfeld überzeugte, liegen blieben mehrheitlich Werke im unteren Preissegment sowie einige zu hoch taxierte Spitzenstücke.


Begonnen hatte die Auktion schon erfolgreich mit einigen italienischen Stadtansichten und Genreszenen. Zu Letzteren zählte Eugenio Zampighis junge Familie, die sich samt Schaf über die Wiege eines Neugeborenen beugt. „Der kleine Liebling“ konnte im Ergebnis von 75.000 Euro seine obere Schätzung verdreifachen. Ersteres Sujet wurde durch Giovanni Grubacs’ Panorama über das Markusbecken von Venedig für 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) und den seinem Vater Carlo Grubacs zugeschriebenen „Aufbruch der Bucentaur des Dogen von Venedig“ für stolze 75.000 Euro repräsentiert. Auf dem Etikett dieses fast altmeisterlich detaillierten Gemäldes hatten lediglich 10.000 bis 15.000 Euro gestanden. Ein anmutiges Madonnenbild Natale Schiavonis aus dem Jahr 1821 kletterte von 12.000 bis 15.000 auf 20.000 Euro.

Besonders erfreut dürfte der hervorragende Absatz niederländischer Werke von erstklassiger Güte registriert worden sein. Um Frederik Marinus Krusemans „Winterlandschaft mit Eisläufern vor einem Schloss“ aus dem Jahr 1871 wurde heftig gerungen: Erst bei 120.000 Euro, dem Doppelten der oberen Schätzung, erfolgte der Zuschlag. Remigius Adrianus van Haanens „Winterlandschaft mit Holzsammlern“ von 1869 brachte es auf 55.000 Euro (Taxe 38.000 bis 45.000 EUR), und für ein von Gerardina Jacoba van de Sande Bakhuyzen am Waldboden mit Käfer und Schmetterling arrangiertes Rosenstück blieben 36.000 Euro übrig (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Zwar von deutscher Hand gemalt, aber ein niederländisches Motiv ist Michael Nehers Ansicht des Marktplatzes in Löwen mit dem berühmten Rathaus auf der linken Seite. Die brillante Qualität dieses Gemäldes, das neben der romantisch-mittelalterlichen Gesamtstimmung auch den Blick fürs Detail wie eine gerade durchgeführte Wohnungsausräumung nicht verliert, wurde mit 110.000 Euro zu Recht hoch belohnt – Weltrekord für den Münchner Maler (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Auch Waldmüller, von dem noch zwei Portraits, darunter das entspannte Bildnis des Ministerialbeamten Josef Mayerhofer von 1833 für 36.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), weitervermittelt wurden, stand mit seinem Erfolg nicht allein unter den österreichischen Künstlern. Friedrich Gauermanns Fuchs, der 1845 lauernd einen Hühnerstall umstreicht, spielte 60.000 Euro ein (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR), sein Füchslein, das seine Jagd im Schatten eines Felsens bereits erfolgreich beendet hat, schaffte 45.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Eduard Büchler, ein typischer Vertreter des mondänen Wiener Historismus der Jahrhundertwende, heute aber weitgehend vergessen, hatte mit seinem 1898 datierten liegenden Halbakt einer weiblichen Schönheit, die sich’s mit einem Glase Wein gut gehen lässt, Erfolg: Der Wert des Gemäldes stieg von 6.000 bis 8.000 auf 30.000 Euro.

Adolf Hirémy-Hirschl, gebürtiger Ungar und später Wahlrömer, erhielt für sein großformatiges, schwülstiges „Grab des Achill“ taxgerechte 26.000 Euro. Eine Impression von der südamerikanischen Atacamawüste schloss bei 30.000 Euro ab. Sie könnte von Josef Selleny stammen, der 1857/59 an einer ausgedehnten Expedition teilnahm (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Eine typische österreichische Genreszene des 19. Jahrhunderts ist Peter Fendis Aquarell von 1838: Eine junge Frau stürzt sich behände an ein Bachufer, um eine kleine Puppe vor dem Ertrinken zu erretten. Schlimmer als der Untergang der Puppe dürfte allerdings das Geschrei sein, das ihre kleine Besitzerin inzwischen angestimmt hat. Immerhin 28.000 Euro kostete diese niedliche Szene (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Mit Werken in impressionistischen Bahnen wie Emilie Mediz-Pelikans Blick auf eine Baumgruppe auf Lokrum 1902 für 50.000 Euro (Taxe 45.000 bis 60.000 EUR) oder Marie Egners Frühlingslandschaft am Bach für 36.000 Euro (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR) klang die Auktion allmählich aus.

Etwas enttäuschend verlief nur die Orientmalerei. Hier war vor allem der Rückgang von Leopold Carl Müllers „Ägyptischer Wasserträgerin“ aus dem Jahr 1880 schmerzlich. Doch 350.000 bis 450.000 Euro waren selbst für diesen gut bezahlten Routinier zuviel. Auch Rudolf Ernsts Araber „Am Eingang zum Palastgarten“ und Carl Spitzwegs „Straße in Kairo“ für jeweils 80.000 bis 120.000 Euro blieben liegen. Die russischen Künstler glichen das etwas aus mit Henryk Siemiradzkis junger Frau mit Wasserkanne „Am Brunnen“ für 60.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Franz Roubauds „Aufbruch zur Falkenjagd“ für 65.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Zur unteren Grenze von 120.000 bis 180.000 Euro verabschiedete sich Iwan Schischkins 1886 datierte Landstraße mit charakteristischen bauschigen Baumkronen. Ivan Semyonovich Kulikovs Großformat „Stelldichein der Dorfjugend“, mit 150.000 bis 180.000 Euro ein weiteres Hauptlos der Auktion, musste ebenfalls die Heimreise antreten.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



18.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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