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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Londoner Auktionen mit Gegenwartskunst sind wieder auf dem Vormarsch

Rekordablösung



Die Programme der Auktionen von Gegenwartskunst bei Sotheby’s und Christie’s in London Ende vergangener Woche parallel zur Frieze Art Fair waren sich wieder einmal zum Verwechseln ähnlich – und entsprechend auch die Ergebnisse: In beiden Häusern ließen sich eine Erholung und auf fast angenehme Art auch eine – wohl nicht lange andauernde – Normalisierung des Marktes registrieren. Ihre unprätentiösen, aber qualitätvollen Offerten von Werken meist im fünf- oder sechsstelligen Bereich wurden wohlwollend aufgenommen. Insgesamt rund 30,4 Millionen Pfund erzielte Sotheby’s in seiner Abendveranstaltung am 15. Oktober. Davon entfielen rund 13,2 Millionen Pfund auf die Hauptauktion mit Zeitgenossen, während den übrigen Umsatz die 35 Losnummern des „20th Century Italian Sale“ einspielen. Das war das bisher höchste Ergebnis in dieser Kategorie in der Geschichte des Hauses. In beiden Teilen blieben jeweils nur vier Losnummern unveräußert. Rechnet man noch die knapp 9,7 Millionen Pfund von der Tagesauktion am nachfolgenden Samstag, so konnte Sotheby’s gut 40 Millionen Pfund verbuchen.


Den Höchstpreis bei den nichtitalienischen Künstlern erzielte erwartungsgemäß Andy Warhols großformatige Leinwand „Diamond Dust Shoes“ von 1980 bei 1,35 Millionen Pfund (Taxe 1,3 bis 1,6 Millionen GBP). Überraschender war die Besetzung von Platz zwei: Andreas Gurskys mehr als drei Meter hohes Foto „Pyongyang IV“ von 2007 überwältigte durch die ästhetische Schönheit, die selbst von einem kommunistischen Massenaufmarsch in tiefstem Rot ausgehen kann. Vor zwei Jahren hatte eines der sieben existierenden Exemplare bei Sotheby’s in New York 1,35 Millionen Dollar gekostet. Nun wurden 1,15 Millionen Pfund, also mehr als eineinhalbmal soviel, dafür bezahlt. Der Schätzpreis hatte bei 500.000 bis 700.000 Pfund gelegen. Damit überholte Gurskys Riesenfoto Frank Auerbachs „Head of Helen Gillespie IV“ aus dem Jahr 1965, der seine Schätzung mit 920.000 Pfund allerdings ebenfalls leicht übertraf. Dieses Portrait gehörte zur Sammlung Jerry Hall, die einige der Filetstücke der Auktion eingeliefert hatte. Lucian Freuds „Eight Months Gone“ zeigt das amerikanische Supermodell 1997 im achten Monat schwanger als liegenden Akt. Das nur zehn mal fünfzehn Zentimeter kleine Leinwändchen kletterte von 300.000 bis 400.000 auf 500.000 Pfund. Auch Freuds Frühwerk „Quinces“ aus dem Jahr 1944 ebenfalls mit Hall-Provenienz erreichte bei 260.000 Pfund einen sehr guten Wert (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP).

Ihre Chance nutzte, ebenso wie bei Christie’s, die junge Kunst für einige starke Auftritte. Ged Quinn, der in beiden Häusern die Eröffnung bestritt, erhielt bei Sotheby’s für sein „Jonestown Radio“ in einer Claude Lorrain-Landschaft 155.000 Pfund und damit einen neuen Auktionshöchstpreis. Der von Christie’s einen Tag zuvor hatte somit nur kurz Bestand (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Geadelt wurde ferner der 1975 geborene Iraker Ahmed Alsoudani, wie Quinn ein Saatchi-Geschöpf und ein völliger Senkrechtstarter auf Auktionen, durch 240.000 Pfund für die monströse Vision eines Gemäldemuseums, in dem die grausamen Exponate zum Leben erwachen (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP). Elizabeth Peyton, schon häufig Gast auf Londoner oder New Yorker Abendauktionen, reüssierte mit ihrer sensiblen Augenblicksaufnahme „Arsenal (Prince Harry)“ aus dem Jahr 1997 bei 400.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Den gleichen Preis schaffte Piotr Uklanskis Zusammenstellung von 164 Portraitfotos amerikanischer Filmschauspieler in Rollen deutscher „Nazis“ aus dem Jahr 1998 (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Teuerster deutscher Künstler nach Gursky war Anselm Kiefer. Sein dornenreiches Sinnbild „Böhmen liegt am Meer“, 1989/98 nach einem Gedicht Ingeborg Bachmanns entstanden, wechselte für 620.000 Pfund den Besitzer (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Albert Oehlen schaffte mit einer formschönen abstrakt-gegenständlichen Malerei ohne Titel aus dem Jahr 1990 erwartungsgemäß einen neuen Rekord, wenngleich der Zuschlagspreis von 260.000 Pfund noch im unteren Bereich der Schätzung verharrte. Ohne Abnehmer blieb lediglich Georg Baselitz’ „Flieder“, 1974 etwa in Naturgröße und sehr zarten, aquarellartigen Farben auf die Leinwand gebannt (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

In der Italienauktion gab es immerhin fünf Millionenzuschläge. Lucio Fontana räumte hier regelrecht ab. Den höchsten Zuschlag mit je 2 Millionen Pfund teilten sich zwei geschnittene Leinwände aus seiner Serie „Concetto spaziale, Attese“, die eine ganz in Weiß von 1965 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), die andere in Grün und Gelb von 1959 (Taxe 2 bis 2,5 Millionen GBP). Unter anderem kamen noch 1,55 Millionen Pfund für ein breitformatiges Exemplar in Rot ebenfalls von 1965 (Taxe 1,6 bis 2,2 Millionen GBP) und 780.000 Pfund für die 1948 entstandene Skulptur „Figura femminile con fiori“ hinzu (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Marino Marini, der bei Christie’s so hervorragend abschnitt, war auch bei Sotheby’s mit zwei Bronzepferden vertreten, von denen der „Cavaliere“, der 1947 recht entspannt auf seinem Reittier sitzt, immerhin 1,3 Millionen Pfund erzielte (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP). Gemeinsam war den beiden Auktionshäusern ferner ein hoher Gewinn mit Alberto Burri. „Bianco plastica L. A.“ von 1968 erlöste bei Sotheby’s 700.000 Pfund, das Doppelte der unteren Schätzung. Ein Achrome Piero Manzonis von 1961/62 kam auf 580.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

Vor allem die große italienische Zeit der 1950er und 1960er Jahre war also Gegenstand dieser Sonderauktion. Eines der wenigen angebotenen frühen Werke war Giorgio de Chiricos „Interno metafisico (Natura morta metafisica)“ aus dem Jahr 1916, das mit 1,6 Millionen Pfund, der unteren Schätzung, den fünften und letzten Millionenpreis erhielt. Sein Gemälde „Le Muse inquietanti“, ein Werk wiederum der frühen 1960er Jahre, blieb dagegen schon an 380.000 Pfund hängen – bemerkenswerterweise: Denn bei Christie’s hatte eine fast identische und in den Maßen nur unwesentlich größere Fassung einen Tag zuvor noch 580.000 Pfund eingefahren (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Eine andere Beziehung ergab sich bei Piero Dorazios vierteiliger Kugelschreibermalerei „Non Parto non Resto“ von 1981/82: Hier stehen die von Sotheby’s erzielten 300.000 Pfund einem Zuschlag von 220.000 Euro gegenüber, den das Kölner Auktionshaus Lempertz im vergangenen Juni mit einer ganz ähnlichen, „Le infinite possibilità di esistere“ betitelten Arbeit in gleicher Größe ebenfalls aus dem Jahr 1981 macht. Die Unterschiede auf den verschiedenen Marktstandorten sind also auch innerhalb Europas noch gewaltig.

Die Überraschung der Tagesauktion war eine frühe figurale Handzeichnung Joseph Beuys’ aus dem Jahr 1948, die unerwartet von 25.000 bis 35.000 auf 290.000 Pfund sprang. Den ersten Platz besetzte ein weiterer deutscher Künstler: Günther Uecker mit einem regelmäßigen Kreisnagelbild aus dem Jahr 1969 für 380.000 Pfund, die die nach wie vor hohe Leidenschaft der Sammler aus ZERO-Kunst dokumentieren (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Gerhard Richters kleines abstraktes Bild „Fuji“ schaffte 190.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP), und bei der oberen Schätzung von 150.000 Pfund schloss Neo Rauchs „Werf“ aus dem Jahr 1998 ab. Bridget Rileys verwirrend buntes Streifenbild „Bright Shade“ von 1985 für 210.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), Carlos Cruz-Diez’ ebenfalls der Op Art zuzurechnendes Flimmerobjekt „Physichromie No 321-B“ von 1967 für 160.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP) und Marc Quinns peppige und erotisch konnotierte Blumen und Früchte in „Spring on Baffin Island“ von 2008 für 150.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) waren weitere Höhepunkte dieser insgesamt sehr erfolgreichen Auktion. Die Zuschlagsquote lag bei 83 Prozent.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



19.10.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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